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Operation: Overlord

(Originaltitel: Overlord)
Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Horror, Krieg, Science-Fiction,
Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,72 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Am Vortag des D-Days landet eine amerikanische Soldatentruppe in einem von deutschen Truppen besetztem Dorf in Nordfrankreich. Während ihres Einsatzes stoßen sie auf ein geheimes, unterirdisches Labor, in dem die Besatzer völlig wahnsinnige Experimente an den Dorfbewohnern durchführen, um menschliche Kampfmaschinen zu züchten. Mit verheerenden Folgen…
eine kritik von knochentrocken:

John Carpenter‘s Operation: Overlord


1981, genau ein Jahr vor „The Thing“, drehte Horror-Altmeister John Carpenter den Kriegsfilm Operation: Overlord“, welcher gespickt ist mit Horror- und Sci-fi-Elementen. Die Musik, welche zu großen Teilen von Ennio Morricone erschaffen wurden, sind vor allem am Anfang des Filmes vergleichbar mit den bedrückenden Bassmelodien von „The Thing“. Es scheint, als hätte Morricone sich später selbst in „The Thing“ kopiert. 

„Das Ding aus einer anderen Welt“ wurde nun häufig erwähnt, liegt wohl daran, dass Carpenter viele Eindrücke und Ideen später in seinem Horrormeisterwerk einfliessen ließ. Darunter zählen auch ein kleiner Handlungsraum (wie einem Bauernhaus oder einer Kirche) oder ein Kadaver der nicht identifizierbar ist, sowie der Verformung von menschlichen Körpern, also das Verwandeln, die Metamorphose von einem Menschen und seinen Genen.


Doch worum geht es in „Operation: Overlord“?! Eine Gruppe von jungen Soldaten fliegt am Tag des D-Day (tatsächliches Ereignis „Operation: Overlord“) über Nordfrankreich über den Schlachtschiffen der Alliierten um dann hinabzuspringen, um durch den französischen Wald in einem kleinen Dorf, in einem Naziversteck einen Funkturm zu zerstören. Im Dorf angekommen, werden sie von einer jungen Frau, der Französin Chloe (Sigourney Weaver - „Alien“, „Ghostbusters“) in ihrem Bauernhaus aufgenommen. In der Kirche, die den Funkturm enthält, scheint es allerdings nicht mit rechten Dingen zuzugehen, es werden wohl Experimente mit den Dorfbewohnern gemacht.

Unter den Fallschirmspringern befinden sich u.a. der jüdische Soldat Rosenfeld (Emilio Estevez - „Men at Work“, „Loaded Weapon 1“), der Scharfschütze Tibbet (Mel Gibson - „Mad Max“, „Daddy‘s Home 2“) und der Fotograf Chase (George Clooney - „Oceans 11/12/13“, „From Dusk Till Dawn“). Alle werden sie angeführt von General Rensin (Keith David - „Sie Leben“, „The Thing“). 

Die eigentlichen Hauptprotagonisten sind allerdings der Afro-Amerikaner Private Boyce (hervorragend gespielt von Eddie Murphy in seiner ersten Hauptrolle - „der Prinz aus Zamunda“, „Beverly Hills Cop 1-3“) und der harte Soldat Ford (Kurt Russell - „The Thing“, „Die Klapperschlange“). 

Für die bösen Nazis konnte Carpenter u.a. Udo Kier („Blade“) als verrückten Wissenschaftler Dr. Schmidt, Ulrich Mühe („das Leben der Anderen“) als SS-Offizier Wafner und James Woods („Vampire“) als Wehrmachtssoldat Scherzer gewinnen. Auch Klaus Kinski ist in einem Cameo zu sehen, aber das soll nicht weiter wichtig sein. 

Schauspielerisch muss man sagen, ist das ganze wirklich ordentlich, sympathisch, und glaubwürdig gespielt. Keiner der Figuren sind unwichtig oder gar uninteressant. Mit den Soldaten kann man sich anfreunden. Natürlich sind sie etwas Klischeebehaftet, der Fotograf ist der kleine Dümmling, der Schaffschütze der harte Draufgänger und der Jude Rosenfeld der mickrige Idiot, der dann allerdings in einer Szene mit einem MG zeigt, was für ein krasser „Motherfucker“ er eigentlich ist. Allen voran sind aber Eddie Murphy und Kurt Russell als Titelhelden. Kurt Russell trumpft wohl noch etwas mehr als Ford auf als sein Kollege Murphy als Boyce. Auch die deutschen Schauspieler (Kier und Mühe) machen ihre Sache verdammt gut. Kier nimmt man den verrückten Wissenschaftler sofort ab und Mühe ist ein herrausragendes SS-Schwein! Vor allem gegen Ende des Filmes ist der Kampf zwischen Wafner und Ford ein Augenschmauß. Kurt Russell, der hier natürlich einen Spruch nach den anderen raushauen darf (Stichwort: „Feuerzeug“) liefert uns den gewohnten 80er Flair.  Mühe gegen Russell, ein tolles Erlebnis. 


Wie so oft in Carpenters Werken, ist der Spannungsbogen und die Arbeit mit aufbauender Spannung das A und O seiner Filme. Hier nicht anders. Man fiebert mit, will bis zum Ende zusehen und auf die Auflösung warten. Zugegeben, das Thema ist etwas trashig, auch an manchen Stellen, wie der Film gemacht ist, allerdings kommt es nie albern daher, unfreiwillig komisch vielleicht, aber der Gesamtkontext des Filmes bleibt hart, düster und ernst. 

So kommen wir zur Freigabe: „Operation: Overlord“ hat eine FSK 16 - Freigabe, in den USA ein R-rating. Der Gewaltgrad dreht sich im Rahmen zwischen einem „John Rambo“ und einem „Logan“. Also, wer die beiden Filme kennt, der weiß, wohin die Reise ungefähr geht. Wer nicht: durchlöcherte Körper von Kugelhagel, zermatschte Köpfe, explodierende Körper (Stichwort: Motorrad - kein CGI), aufhängen an Haken und so weiter und so weiter... 

Sollte auch ausreichen für einen Horror-Kriegs-Film. Sollte neben „Vampire“ und „The Thing“ John Carpenters blutigster Film sein. 

Im Kino sollte der Film geschaut werden, da vor allem die Anfangsszene durch den ganzen Saal die Ohren wegfegt. An sich war es ein sehr lauter Film, zumindest was die Action angeht. Ein Erlebnis ist es auf alle Fälle, die Anfangsszene ist einfach Top! 


Die Musik, wie schon erwähnt, stammt von Ennio Morricone (mit Zusammenarbeit durch Carpenter), der hier zusammen mit der beeindruckenden Kameraarbeit (Dean Cundey) und den ruhigen, aber sehr guten Bildern eine echt hervorragende Arbeit abliefert. Vergleichbar sind die Melodien etwa mit (mal wieder) dem Theme von „The Thing“. Beunruhigend und dennoch genial. So wie die Bilder, kühle und dunkle Aufnahmen bzw. Bilder. Wohl fühlt man sich nicht. 


Im großen und ganzen kann man sagen, dass der Film, trotz trashiger 80er Handlung, dennoch fesselt und einfach riesen Spaß macht. Allen Akteuren sieht man gerne zu, ganz Oben stehen: Udo Kier, Ulrich Mühe, Kurt Russell und Eddie Murphy. Letzterer, so wie viele, am Anfang noch in einer ernsten Rolle und dann als Komiker bekannt. Aber auch für Mel Gibson und George Clooney war der Film mitunter ihr Sprungbrett für Hollywood. 

Also wenn ihr es noch schafft, schaut euch Carpenters Meisterwerk auf der großen Leinwand an, denn gerade läuft er in einer erneuten Aufführung in den Lichtspielhäusern. Oder ihr habt ihn damals schon gesehen. Auch im deutschen Ton macht er Spaß, er rummst ordentlich und in keinster Weise ist er dumm, auch wenn das Klischee der Experimente an Soldaten ein alter Hut ist. Nunja, 1981 noch nicht. Danke Carpenter! 


 

Zum Schluss sei gesagt, dass der Film natürlich nicht von John Carpenter ist, noch die Musik von ihm und Morricone, die Kamera nicht von Cundey, die Rollen der Figuren nicht von den genannten Schauspielern gespielt werden. Allerings konnte ich es mir nicht verkneifen, denn der Film erinnerte mich mit seinem Setting, seiner Musik und seinem Handlungsverlauf und den Figuren (Soldat Ford) ganz stark an John Carpenter und wie wohl schon gemerkt, an „The Thing - das Ding aus einer anderen Welt“. 

Wie folgt:


Erscheinungsjahr: 2018 

Regie: Julius Avery

Produzent: u.a. J. J. Abrams

Musik und Kamera: Jed Kurzel, Laurie Rose und Fabian Wagner

Cast: 

Boyce: Jovan Adepo

Ford: Wyatt Russell - tatsächlich der Sohn von Kurt Russell, sieht man ihm auch an. 

Chloe: Mathilde Ollivier

Wafner: Pilou Asbæk

Tibbet: John Magaro

Chase: Ian De Caestecker

Rosenfeld: Dominic Applewhite

Rensin: Bokeem Woodbine

Dr. Schmidt: Erich Redman

Scherzer: Marc Rissmann


 

10/10
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Kommentare

02.12.2018 15:40 Uhr - Pentegrin
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Oh, ein Review vom guten Knochentrocken, der leider meine PM ignoriert. :(

02.12.2018 16:04 Uhr - Ghostfacelooker
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Ach herrje das ist einer deiner berüchtigten Reviews in denen du Actionfilme eine andere Handlung andichtest um sie zu einer Lovestory umzuschreiben^^^^^^ Nun eben ein derer Regisseur sam Hauptdarsteller, auch wenn du am Ende alles auflöst. Sehr verwirrend für Leser die dich nicht kennen. Aber zweifellos ein Geniestreich für dich und deine Anhänger^^^^^^^^^^

02.12.2018 16:08 Uhr - Knochentrocken
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Wie im letzten Abschnitt beschrieben, ist der Film selbstverständlich NICHT von Carpenter. ^^

@PeregrinTuk

Geduld junger Padawan. ;)

02.12.2018 16:57 Uhr - Pentegrin
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02.12.2018 16:08 Uhr schrieb Knochentrocken
Wie im letzten Abschnitt beschrieben, ist der Film selbstverständlich NICHT von Carpenter. ^^

@PeregrinTuk

Geduld junger Padawan. ;)


Geduld geht mir altem Jüngling (ok, schlechter Wortwitz) leider böllig ab :p

Mir hat die (wie heißt das eigentlich? Die oder das Riview?) ziemlich gut gefallen, die Idee mit dem Vertauschen des Regisseurs usw. fand ich amüsant. :)

02.12.2018 16:58 Uhr - Horace Pinker
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Nachdem ich im voraus so viel gutes über den Film gehört habe, war ich nach der diesen Freitag erfolgten Sichtung leider eher etwas ernüchtert und enttäuscht. Das fängt schon bei den Effekten an, die obwohl sie angeblich handgemacht sein sollen oft aussehen als würden sie aus dem Rechner stammen (insbesondere beim Blut kann mir keiner erzählen, dass es mithilfe von Blutbeuteln umgesetzt wurde), dem imho eher geringen Härtegrad, der sich bis auf wenige Stellen (die auch sehr kurz gehalten und meist eher unspektakulär sind) auf Kugeleinschläge beschränkt, zudem wurde die übernatürliche Komponente ziemlich vergeudet, so das es sich (bis auf wenige Szenen gen Ende) sich praktisch auch um einen "normalen" Kriegsfilm handeln könnte (besonders enttäuschend ist auch das immer nur gegen je einen "Mutanten" gekämpft wird anstatt mal eine Schlacht gegen eine ganze Gruppe zu zeigen), zudem die Handlungen der Figuren oftmals sehr fragwürdig bis dumm sind, wäre wohl bei 6-7 Punkten (kann man sich mal ansehen, brauch ich aber nicht fürs Heimkino). Davon abgesehen fand ich nicht das hier irgendwas besonders an Carpenter erinnert hat, dachte eher an eine Mischung aus Re-Animator (schon allein wegen den Spritzen und dem Mad Scientist) und Wolfenstein (Nazis planen Erschaffung von Supersoldaten).

02.12.2018 17:09 Uhr - Knochentrocken
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@Horace

Handgemacht fand ich auch nur wenige Stellen, wie bspw. eben die Motorradszene.

02.12.2018 21:37 Uhr - Tom Cody
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Okay, ich gestehe, ich bin auch zunächst auf der sehr offensichtlich falsch gelegten Spur ausgerutscht, die angesprochenen Parallelen sind aber nicht zu leugnen.

Nichtdestotrotz eine interessante Kritik. Bei mir würde der Film zwar keine 10 Punkte abgreifen, aber sicherlich mindestens so um die acht. Warum? Nun, weil er einfach einer der unterhaltsamsten Streifen in diesem Jahr war, gekonnt den Spagat zwischen Kriegsfilm und Grindhouse-Horror schafft und sich John Car...pardon, Julius Avery mit diesem Film und "Son of a Gun" mit Nachdruck für weitere Projekte empfiehlt.

03.12.2018 13:59 Uhr - wuv03
1x
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Für mich war das jetzt ein ziemlich interessanter Ansatz eine Rezension zu verfassen. Vielleicht hättest du am Ende noch etwas mehr ausführen können, warum dich das ganze im Detail an Carpenter erinnert. Dennoch eine gute Rezension. :)

19.02.2019 01:32 Uhr - Dr.Ro Stoned
Moie!
In meinen Augen eine der besten Zusammenfassungen, die ich jemals gelesen habe.

Respekt für deine Weitsicht im Bereich: FILM.

LG

Nachtrag: hab den eben endlich gesehen. Finde den Film sehr gut. An manchen stellen etwas langatmig, aber im gesamtbild absolut gutes Genrekino.

Achtung spoiler:


Aber in meinen Augen und laut deinem avatar bild finde ich eine gaaaanz große parallele:
Denk mal an 1991 roland emmerich....😅😅😅😅
Besonders der endkampf...


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