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High Tension

Originaltitel: Haute Tension

Herstellungsland:Frankreich (2003)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Alta tensión
Blady strach
Switchblade Romance
X-Tension
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,88 (307 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Mörder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht. Eigentlich wollte Alex nur mit Freundin Marie ihre Familie auf dem Land besuchen. Doch als die Nacht einbricht, dringt ein brutaler Fremder in das Haus und der Kampf ums Überleben beginnt. (Ascot Elite)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Review zu anderen, französischen Filmen:
Martyrs - Die Horde - 96 Hours - ColombianaDer Graf von Monte Christo - Willkommen bei den Sch'tis


Normalerweise gehe ich, wenns drüber steht, davon aus, dass jedem bewusst sein müsste, dass eine SPOILERWARNUNG auch die Besprechung des Endes beinhalten kann. Da ich in meinem Review aber verschiedene Vergleiche mit anderen Filmen und deren Enden beschreibe, kommt hier nochmal ganz klar und ausdrücklich, vor allem beim Absatz direkt unter dem Zitat, di

 -> SPOILERWARNUNG! <-
 

Nachdem ich mein Review zu „Die Horde“ (2009) geschrieben und hierin die „neue französische Horrorfilmwelle“ mit den (für mich) dazugehörigen Filmen („Irreversibel“ (2002), „High Tension“ (2003), „Inside“, „Frontiere“ (beide 2007), „Martyrs“ (2008), „High Lane“ sowie „Die Horde“ (beide 2009)) aufgelistet habe, dachte ich mir, ich müsste doch eigentlich, also für mich logischerweise, auch mal ein Review zu meinem Lieblingsfilm dieser Reihe schreiben:

 „High Tension


 - OT: „Haute Tension“ (2003), der in Deutschland zensurbedingt in seiner ungekürzten Fassung keine Freigabe bekam und dessen deutsche Fassungen gekürzt sind: FSK: keine Jugendfreigabe - 2:10 Minuten gekürzt, ehemals irrtümlich indiziert (das war ja auch eine Geschichte, man oh man! Siehe Special) sowie SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich - 1:05 Minuten gekürzt, indiziert (Liste B). Aber selbst in Amiland musste der Film für ein R-Rated um 1:13 Minute gekürzt werden, um das NC 17 Rating zu umgehen und letztendlich dann zusätzlich als Unrated Fassung ungekürzt veröffentlicht zu wurden!
Hier hat Alexandre Aja wirklich sehr gute und brutale Arbeit geleistet, wobei „High Tension“ als Hommage an die Old-School Horrorfilme der 70er und 80er Jahre konzipiert war und in 36 Tagen in Rumänien gedreht wurde. Sollte man beim Anschauen des Films also jemals gedacht haben, ein (Eltern-) Haus in einem Mais- / Kornfeld? Erinnert mich an „Kinder des Zorns“ (1984) oder wenn die Szene, in der sich Marie im Schrank versteckt, irgendwie an „Halloween“ (1978) erinnert bzw entsprechend die Versteckszene auf der Tankstellentoilette einer Szene aus „Maniac“ (1980) ähnlich sieht - das war Absicht! Lustig hierbei ist natürlich, dass Aja das Drehbuch zur „Maniac“ (2012) Neuverfilmung schrieb, welches auch als „Alexandre Ajas Maniac“ vermarktet wird - ich sehe gerade, dass beide „Maniac“ Filme immernoch beschlagnahmt sind... eine Schande! Die Atmosphäre sollte an das Terrorkino der 1970er und Klassiker wie Tobe Hoopers „Blutgericht in Texas“ (1974) oder Wes Cravens „Das letzte Haus links“ (1972) erinnern, was meines Erachtens nach auch bestens gelungen ist. Egal ob eigenständig oder mit Bezug auf u. a. die genannten Filme, es macht einfach Spaß sich den Film und seine ausgezeichnete Darstellung anzusehen.
Das erste Mal, das ich „High Tension“ sah, war zu einer Zeit, in der ich sehr viele, sehr gute ultra brutale Filme sah, wie etwa auch „TCM: The Beginning“ (2006) und auch wenn ich selbst „Inside“ (2007) tatsächlich noch eine Spur härter finde und daher „High Tension“ (2003) für mich „nur“ der zweitbrutalste Film der o. g. Reihe bildet, stellt dieser Film für mich den mit Abstand cleversten Teil der Reihe dar und bleibt mir bis heute auch von all den brutalen Filmen mit am meisten in Erinnerung - wobei ich seither „High Tension“ auch bereits mehrfach geschaut habe. Die brutalen Mordszenen, in denen literweise Kunstblut floß, das Draufhalten der Kamera und Zeigen jeder konsequenten Handlung, Leichen, hier gibt es alles, was das Goreherz (oder Splatterherzen oder Slaherherzen? - ach, Ihr wisst, was ich meine) begeht!
Bevor jetzt der Eindruck entsteht, dass hier ein einziges Gemetzel vorliegt - nein! Die Spannung und Atmosphäre im Film stehen im Vordergrund und wird durch diverse Geräusche (Quietschen und kurze Laute) sowie einem netten Soundtrack noch gesteigert; der Film gilt nicht umsonst als Psycho Thriller und Horrorfilm! Gerade bei den beiden o. g. Versteckszenen, wenn Marie (Cecile de France) akribisch alles säubert und so hinterlässt, als stünde das Zimmer leer und der Mörder (Philippe Nahon) sich ganz genau umsieht, treibt die Spannung extrem hoch. Alle drei Hauptdarsteller - Marie (Cecile de France), Alex (Maiwenn) und der Mörder (Philippe Nahon) - machen Ihre Sache aber auch wirklich sehr gut und spielen absolut überzeugend und emotional.

„Ich lasse nie wieder zu, dass jemand zwischen uns steht.“

Ich persönlich liebe ja diese „Twist“ am Ende eines Films, durch die die Bedeutung des gesamten Geschehens einfach mal über Bord geworfen wird - ich muss unbedingt mein Review zu „Lucky # Slevin“ fertigstellen, fällt mir gerade ein. Wobei uns die 2000er im Horrorgenre mit genau dieser Art von Twist am Ende auch praktisch schon eine Auswahl an Filmen stellt - mir fallen spontan „Blair Witch 2“ (2000) sowie „My Bloody Valentine 3D“ (2009) ein, die ebenfalls denselben bzw einen ähnlichen „Twist“ zu bieten hatten - egal für mich trotzdem immer wieder gut und überraschend! Wenn man „High Tension“ dann zum wiederholten Male anschaut, auf die Details und den Ablauf achtet, wird man auch feststellen, dass der Film trotz besagtem Twist immer noch passt und viele Szenen sogar hierauf hinauslaufen: Maries Traum am Anfang des Films, in dem Sie wegläuft und auf den Autofahrer trifft, der am Ende tatsächlich auftaucht, ist praktisch eine Vorwegnahme des Films. Auf Alex Frage, wer Sie verfolgte, antwortet Sie, dass Sie glaubt, Sie hätte sich selbst verfolgt – eine Erkenntnis, die Ihr in Wirklichkeit nicht klar werden wird oder wenn man den Mörder das erste Mal sieht, als er sich mit dem abgetrennten Frauenkopf selbstbefriedigt und diesen im Anschluss aus dem Fenster wirft, kann man sehen, dass dies Alex Kopf ist. Der Mörder fährt danach auf das Elternhaus zu und kommt an, wenn Marie „kommt“ – er ist demnach die Personifizierung Ihrer (Mord-) Lust und dies ist genial umgesetzt. Auch wenn natürlich genau dies das ist, woran sich die Geister scheiden, a la dann kann der ganze Film doch gar nicht so abgelaufen sein, etwa die Verfolgungsjagt im Auto. Ja, stimmt auch, und? Eine Psychopathin lebt in Ihrer eigenen Welt und wir sehen das Geschehen durch Ihre Augen, das sollte doch eigentlich verständlich sein...

Gibt es etwas zu meckern oder auszusetzen? Nein, für mich nicht.
Wie dem auch sei - ultra brutal, clever, spannend, überraschend, genial!

9,5 von 10 Punkten

10/10
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Kommentare

03.12.2018 15:25 Uhr - sonyericssohn
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BAM !!
Ein Vieh von Film. Zwar hatts bei mir etwas gedauert bis ich das Ende kapiert hab, aber dann Helau !!!

03.12.2018 17:17 Uhr - callahan
2x
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Sehr gut formuliertes Review mit interessanten Zusatzinfos, Daumen hoch.
"High Tension" ist von Anfang bis Ende extrem! Wer bei der sich ständig steigenden, atemlosen Spannung vergißt Luft zu holen, den haut der Film aus den Schuhen.
"High Tension" zählt nach wie vor zu den besten Psycho-Reißern aus Franz-Land und meine Wertung deckt sich mit Deiner, Kaiser Soze. 10/10!

03.12.2018 20:05 Uhr - Massiv21
3x
Toll geschriebene Review. Über den Film brauch ich nicht groß was zu schreiben. In meinen Augen in diesem Genre jetzt schon ein moderner Klassiker.

03.12.2018 23:15 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Viele Dank! Freut mich immer wenn Film und Review gefallen!

04.12.2018 12:37 Uhr - Lukas
Interessante Kritik, der ein bisschen mehr Struktur bzw. Worte zur Handlung und den Charakteren aber nicht geschadet hätte (und das ein oder andere Synonym für "brutal" ;-)).
Inhaltlich sehe ich es überwiegend ähnlich; High Tension ist für mich mit Abstand der beste Film der "neuen französischen Terrorwelle" (wobei ich Irreversibel nicht dazuzähle) und bekommt bei mir eine 09/10. Das einzige, was wirklich stört, ist der vieldiskutierte Twist, denn so mühsam man ihn auch aufdröseln will, es hapert einfach zu sehr an der Logik. Meine auch mal gelesen zu haben, dass eine frühe Version des Drehbuchs den Twist noch nicht enthielt, was so einiges erklären würde.

04.12.2018 18:06 Uhr - Kaiser Soze
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04.12.2018 12:37 Uhr schrieb Lukas
(...), der ein bisschen mehr Struktur bzw. (...)


Vielen Dank für die konstruktive Kritik! Beispiele (zum Verständnis für mich)?

(...) bzw. Worte zur Handlung und den Charakteren aber nicht geschadet hätte (und das ein oder andere Synonym für "brutal" ;-)). (...)


Das hingegen war Absicht - zu viel Handlung möchte ich nicht verraten, da reicht die Besprechung des Endes schon und der Film war brutal sowie blutig, wie ein Steak - das darf auch jedem klar werden :D aber ich merke es mir! Danke.


(...) es hapert einfach zu sehr an der Logik. (...)


SPOILER:
Nein, du siehst es durch Ihre Augen in Ihrem Wahn. Natürlich ist Sie sich nicht selbst hinterher gefahren usw, aber das war Ihre Einbildung und als Sie aus Ihrem Wahn erwacht ist, hält Sie den Wahn auch weiterhin für die Realität. Somit ist nicht alles passiert, was wir zu sehen bekamen und daher ist es auch nicht unlogisch oder falsch. Wir wurden einfach ordentlich hinters Licht geführt! ;)

04.12.2018 22:17 Uhr - Lukas
Der Strukturhinweis und meine Worte zur Story und den handelnden Charakteren gehen Hand in Hand. Du schreibst z.B. gleich zu Beginn vom Elternhaus im Kornfeld und dass sich (eine) Marie im Schrank versteckt, ohne dass der Leser irgendeine Ahnung hat, worum es geht und wer / was gemeint ist. So in die Richtung war das gemeint...

Nene, der Twist hat wenig mit ordentlich hinters Licht geführt werden zu tun, sondern ist ein zwar im Ansatz cooles, aber doch eher zusammengegurktes Chaos. Nachdem es schon sehr lange her ist, dass ich den Film zuletzt gesehen habe, habe ich nicht mehr alle Details parat, aber ich zitiere gerne aus meiner Review, die ich damals dazu geschrieben habe:

SPOILER

Gut, die Kamera am Anfang deutet schon an, dass wir nun die Geschehnisse aus Maries Perspektive (bzw. aus der Perspektive der "guten" Marie) sehen, was ja auch prinzipiell richtig ist und die Sache mit der gespaltenen Persönlichkeit in halbwegs sinnvolle Bahnen lenkt. Allerdings macht Aja dann auch gleich den ersten Fehler, als er relativ zu Beginn des Films den Killer in seinem Truck zeigt, wie er einen Kopf aus dem Fenster wirft, was logischerweise nicht aus der Sicht der guten Marie passiert (die ja zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts von ihm wusste), und somit unstimmig und unnötig ist. Weiter geht es damit, wo genau eigentlich der Lieferwagen herkommt, in dem Marie Alex vom Haus wegbringt. Anstatt den Clou mit der Perspektive konsequent durchzuziehen und das Ganze dann anschließend mit einer Rückblende oder sonstwie zu entschlüsseln, sieht sich Aja dann bei der Auflösung bzw. beim Showdown gezwungen, die Blickwinkel mehrfach zu wechseln und ganz zum Ende nur noch die eigentliche/böse Marie zu zeigen. Da muss man sich dann wiederum fragen, woher die böse Marie die ganzen Verletzungen des Autounfalls, der ja nur der guten Marie widerfahren ist, herhat. Letztendlich ist das mit der Darstellung von Schizophrenie in Filmen immer so eine Sache, man verheddert sich dabei recht schnell, und auch wenn es hier keine vollkommene Katastrophe geworden ist, sind die Ungereimtheiten einfach zu auffällig.

SPOILER ENDE

Ich müsste mir den Film mal wieder ansehen, glaube aber kaum, dass ich bzgl. des Twists zu einem wesentlich positiveren Urteil kommen würde. Ist aber wie gesagt nur ein kleiner, wenn auch nerviger Fehler eines ansonsten absolut grandiosen Films.

05.12.2018 00:28 Uhr - Kaiser Soze
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04.12.2018 22:17 Uhr schrieb Lukas
Der Strukturhinweis und meine Worte zur Story und den handelnden Charakteren gehen Hand in Hand. Du schreibst z.B. gleich zu Beginn vom Elternhaus im Kornfeld und dass sich (eine) Marie im Schrank versteckt, ohne dass der Leser irgendeine Ahnung hat, worum es geht und wer / was gemeint ist. So in die Richtung war das gemeint...

(...)


Ähm... sagen wir es anders herum, ich finde es überflüssig die Inhalzsangabe, welche über dem Review sichtbar ist zu zitieren und schreibe lediglich dann eine eigene IA bzw gebe nur dann weitere Infos zur Handlung, wenn dies ins Gesamtkonzept passt. Dies war bei HT einfach nicht der Fall. Aber ja, ausgehend davon, dass jemand den Film nicht kennt, trotzdem aber das Review (mit Spoilerhinweis) liest, aber nicht die IA liest, bzw und der den Film vor so langer Zeit gesehen hat, dass der Inhalt absolut nicht mehr parat ist, da gebe ich dir Recht. Aber ich beschreibe die Art des Films und die Verbindungen zu anderen Filme und dies in Hinblick auf die Absicht das Regisseurs und beschreibe hierbei Szenen, ob da wirklich mehr Infos zum Inhalt zwangsläufig fürs Verständnis nötig sind? Aber ich werde mal drauf achten! Danke für den Hinweis, so unterschiedlich denkt man!

Ergänzung:
Bei Reviews mit Spoilerhinweis gehe ich ehern davon aus, dass der Leser gewöhnlich den Film kennt; erstrecht, wenn der Hinweis so ist, wie hier.

05.12.2018 09:24 Uhr - Lukas
Ach verdammt, das passiert mir andauernd, dass ich diesen scheiß Inhaltsangabenkasten ganz oben übersehe... ;-) Ja gut, so gesehen... ;-)

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