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Onkel Lung
Level 1
XP 7
Eintrag: 05.12.2018

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Bullet in the Head

(Originaltitel: Dip Huet Gaai Tau)
Herstellungsland:Hongkong (1990)
Genre:Action, Drama, Krieg, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Bloodshed in the Streets
Die Xue Jie Tou
Wild Bullet

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,07 (45 Stimmen) Details
inhalt:
Hongkong Ende der 60er Jahre: Die drei Freunde Ben, Frank und Paul fliehen nach Vietnam, nachdem Ben bei einer Auseinandersetzung mit einer Straßengang, deren Anführer tötet.
In Vietnam angekommen versuchen die drei geschmuggelte Waren zu verkaufen, doch der dort vorherrschende Krieg reisst sie gnadenlos mit in seinen Sog und stellt ihre Freundschaft hart auf die Probe.
eine kritik von onkel lung:

Noch bevor Hong Kongs Actionmastreo John Woo mit "Hard Target" ("Harte Ziele")  auch Erfolge in Amerika verbuchen kann, ist er nur unter Insidern eine kleine Randnotiz. Zwar sorgt er mit seinem ersten reinrassigen Heroic-Bloodshed-Film "A Better Tomorrow" ("Der City Wolf") international für Aufsehen, doch das heute als Klassiker angesehene Gangstermelodram schafft es in Deutschland lediglich zur Videopremiere. Für seine erste Regiearbeit in Hollywood unterschreibt er bei den Universal Studios und muss, weil er vertraglich dazu verpflichtet ist, einen Film mit Belgien's Kampfsportexport Jean-Claude Van Damme drehen. In den USA kann Woo mit seiner ersten Hollywood-Produktion einen Achtungserfolg landen, wogegen die Einspielergebnisse in Deutschland eher bescheiden ausfallen. In den Videotheken ist die Nachfrage wegen Van Damme's Namen gross, aber auch für den Regisseuer wird Interesse gezeigt, was das Label New Vision veranlasst frühere Werke von Woo, die früher in Deutschland nie erschienen sind, in einer dreiteiligen Edition zu veröffentlichen.

 

Die Edition beinhaltet die Filme "Heroes shed no Tears" ("Blast Heroes"), "Once a Thief" ("Killer Target") und der von vielen Fans und Kritikern gefeierte "Bullet in the Head".  Wie damals von New Vision nicht anders erwartet sind alle drei Filme von der FSK radikal verstümmelt worden. Vor allem das äusserst blutige Finale bei "Bullet in the Head" , dass sich 10 lange Minuten zieht, wollte man niemanden zumuten, also wurde der komplett entfernt und der Zuschauer wurde mit einem selbstgebastelten Abspann abgespeist. Und obwohl ich den Film damals das erste mal in dieser katastrophalen Fassung gesehen habe, hat der Film mich weggeflasht. 

 

Woo gründet nach Meinungsverschiedenheiten mit seinem früheren Brötchengeber Tsui Hark seine eigene Produktionsfirma und will für sein nächstes Mamutsprojekt "Bullet in the Head" mehrere Funktionen selbst übernehmen. Zuvor hatte ihm doch Hark in seine Arbeit hineingeredet und sein letztes Werk "The Killer" kaum unterstützt. Die Idee, ein Prequel zu "A Better Tomorrow" drehen , dass in Vietnam spielen soll, wird von Woo verworfen und Hark nimmt auf dem Regiestuhl platz. Woo dreht einen ähnlichen Film, der überambitionierter und aufwendiger sein soll.

 

Handlung:

Bei einer blutigen Auseinandersetzung töten die Freunde Ben und Frankie den Anführer einer Gang. Womit sie gezwungen sind Hong Kong zu verlassen und mit Paul, einem dritten Freund im Bunde, nach Vietnam zu flüchten. Dort werden sie mit dem Schrecken des Krieges konfrontiert, was ihnen sowohl physisch, als auch mental einiges abverlangt.

 

Der grosse Hype um die Person Woo fing erst mit diesem Film an. Heute wird "Bullet in the Head" als kongenialer Antikriegsfilm angesehen, was ich nicht teilen kann. Meiner Meinung nach ist hier der Gegenteil der Fall. Hier wird Gewalt nicht in Frage gestellt. Nein, hier wird Gewalt verherrlicht. Nicht umsonst soll "Bullet..." in westlichen Splatter-Fankreisen Kultstatus geniessen. Versteht mich nicht falsch. Vom Krawall und Actionfaktor her ist der Film brilliant in Szene gesetzt, aber die Botschaft, die Woo uns vermitteln möchte, geht einfach nicht auf. Wieder einmal bedient sich Woo bei westlichen Vorbildern und entwirft holprig seine eigene Interpretation des Michael-Cimino-Meisterwerks "The Deer Hunter" ("Die durch die Hölle gehen"). Aber auch Anleihen aus "Birdy" und "Apocalypse Now" sind unschwer erkennbar. Der Star-Regisseuer sieht die Übergabe der Kronkolonie an die Volksrepublik China mit gemischten Gefühlen und möchte mit seinem Projekt eine Mahnwache an die Hong Konger Bürger übermitteln.

 

Woo will mit seinem Hong-Kong-Epos auch in die Fußstapfen seiner Vorbilder David Lean und Martin Scorsese treten, was ihm deutlich mißlingt. Da werden halt einige Szenen aus "Mean Streets" ("Hexenkessel") eins zu eins kopiert und man fragt sich, ob es sich dabei um eine Hommage oder an Ideenmangel handelt. Zwar verfügt er über ein grösseres Budget als zuvor, aber letzendlich erweist sich der fertige Film als eine wild zusammengewürfelte Mixtur aus Genreversatzstücken. Die offizielle Version strotzt nur so vor Logiklöcher, weil in der Nachbearbeitung viele wichtige Szenen der Schere zum Opfer fielen. Niemand in Hong Kong wusste wohl zurecht, was sie mit Woo's pessimistischen Werk anfangen sollten. Demnach lässt es auch leicht erklären, warum Paul's Verrat an seine Freunde und dessen radikale Entscheidung wegen Gold über Leichen zu gehen von manchen im Puplikum gefeiert wurde.  

 

Kommen wir nun zum umstrittenen Ende. Der ist zwar recht blutig und Actionreich ausgefallen, aber ist der wirklich nötig, nachdem sich der Film so entwickelt hat? Im erstel Drittel werden schon Leute fies abgemurkst und hingerichtet. Dann die unerträgliche Foltererei in vietnamesischer Gefangenschaft. Einer der Freunde wird vom Krieg so schwer gezeichnet, dass er die unerträglichen Schmerzen mit Heroin betäubt. Man merkt, Woo möchte auf die Tragik der Figuren immer mehr rumreiten und selbst wenn der allerletzte Drecksack am Ende seinen verdienten Tod wiederfindet. So richtig zufrieden wird man dabei nicht. Als Actionfilm, den man dem Heroic-Bloodshed-Genre zuordnen könnte, passabel, aber als Antikriegsfilm zu weit hergeholt.  

 

 

 

 

4/10
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Kommentare

05.12.2018 21:27 Uhr - dicker Hund
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Woo Gewaltverherrlichung vorzuwerfen ist ziemlich weit hergeholt. Die heftigen Darstellungen von Kriegs-Brutalität legen doch eindeutig eine Identifikation mit den Opfern und nicht mit den Tätern nahe. Und die typischen Shootouts lassen durch ihre Stilisierung eine inszenatorische Distanz erkennen, die das Fiktive der Schilderungen unterstreicht.

05.12.2018 23:39 Uhr - Ghostfacelooker
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Also erstmal folgende Fragen:

1.Woher hast du die Info, daß Tsui Hark Woo´s "Brötchengeber" gewesen sein soll, da sie wenn dann Partner gewesen sind und erst zu Zeiten von Killer künstlerische Differenzen vorkamen. Während Woo schon 1973 als erster Regie führte und Hark erst 6 Jahre später

2. Wie kann er eine Randnotiz unter Insidern gewesen sein, wenn er schon aktiv bei Shaw Brothers hinter der Kamera stand und besagten Film 1973 drehte, weshalb du wahrscheinlich den europäischen VHS VIdeomarkt meinst, welcher aber bereits spätestens 1976 mit Hand of Death, wenn nicht sogar vorher durch das Schwert des gelben Tigers auf Eastern aufmerksam gemacht wurde.

3. Wie kann einer einen verdienten Tod wiederfinden, da man nur einmal zu sterben in der Lage ist, zumindest in besagtem von dir besprochenem Film.

Achso und zum Review selbst möchte ich anderen die Meinung überlassen^^^^

06.12.2018 09:03 Uhr - JasonXtreme
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Puh ich habe echt meine Schwierigkeiten mit der Rezension. Schriftlich ist sie ja wirklich nicht schlecht! Allerdings stimmen hier diverse Fakten einfach null und nicht - und das ist halt eklatant.

Bezüge zu Apocalypse Now kann ich hier nur mit viel gutem Willen erkennen, das mal vorweg. Woos Erfolg begann in HK und international mit A Better Tomorrow und The Killer - nicht erst mit diesem hier. Er siedelte mit seiner Familie 1990 in die USA über - er wollte mit mehr Budget drehen können, was er dann auch tat. Wieso soll der Film hier der erste reinrassige Heroic Bloodshed Streifen sein!? Das Subgenre bildete sich schon 1979 wobei sicherlich A Better Tomorow 1 und 2 die ersten bekannten Filme waren...

Meines Wissens hat auch nie jemand behauptet es sei ein Antikriegsfilm - Teile davon sind sicherlich so, aber letztendlich bleibt es eben ein Heroic-Bloodshed Film - und ja, in dem muss geballert gequält geschaut und rumgesaut werden. Das weiß man aber auch bevor man sich den ansieht^^

aber ich will jetzt nicht alles aufzählen. Ich würde mal recherchieren und die Rezi neu aufsetzen. Die Punktewertung kann ich null nachvollziehen, aber das ist ja subjektiv.

06.12.2018 11:57 Uhr - Onkel Lung
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Ja, vielleicht habe ich meine Rezension ewas unbeholfen zusammengefasst. Aber nach über 20 Jahren sehe ich den Film mit anderen Augen. Zugegeben, einen gewissen Unterhaltungswert hat er. Aber zuzusehen, wie jemand vor Schmerzen durchdreht und vor sich hinvegitiert, kann ich allen ernstes nicht gutheissen. Und mit Hype um die Person Woo,meinte ich, dass viele Leute, nachdem sie BULLET gesehen haben, ihn in ihre Herzen geschlossen haben. Der Film trieft ja nur so vor Kitsch.



06.12.2018 12:18 Uhr - JasonXtreme
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Deine eigene Meinung will Dir ja auch keiner nehmen, ist wie gesagt völlig subjektiv und auch ok. Aber die ganzen Fakten um Woo und Heroic Bloodshed oder auch Apocalypse Now als Vergleichsfilm... das ist einfach so nicht richtig oder falsch recherchiert. Und ob Du es gutheißt, dass einer durchdreht weil er Schmerzen hat... tja nun, das steht halt so im Drehbuch^^

08.12.2018 00:09 Uhr - Pantera
Fail Rezi

14.12.2018 10:01 Uhr - gorgiday
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Kann ich nur zustimmen, ich hatte ihn damals uncut auf DVD und war heilfroh als dieses ständige geheule und geschreie endlich rum war. Viel zu langatmig, an sich bin ich großer Fan einiger Asia Streifen aber hier gabs wenig zu holen. Da kann ich mich auch der Freundin unterhalten, kommt aufs gleiche raus

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