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Knochentrocken
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Eintrag: 05.12.2018

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Death Wish 2 - Der Mann ohne Gnade

(Originaltitel: Death Wish 2)
Herstellungsland:USA (1981)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Death Wish II - Der Mann ohne Gnade

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,76 (49 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem Kersey (Charles Bronson) den Tod an seiner Frau gerächt hat, will er ein neues Leben in L.A. beginnen. Doch auch hier lauern Verbrechen und Gewalt an jeder Ecke und den Leidgeprüften trifft ein weiterer Schlag: Seine Tochter wird zum Opfer einer gewalttätigen Bande, die sich brutal an ihr vergeht. Kersey hat nur noch einen Gedanken: Rache üben - bis auch der letzte Täter ausgemerzt ist. Die kalifornische Metropole wird zum Schauplatz eines infernalistischen Vergeltungskreuzzugs.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von knochentrocken:

„Der Mann ohne Gnade“ 


8 Jahre sollte es dauern, bis Regisseur Michael Winner die Fortsetzung zu seinem 70er Selbstjustizler drehte. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wie bei so vielen Sequels sollte es auch hier: mehr, größer, weiter und besser zugehen. 

In der Hauptrolle des Architekten Paul Kersey ist wieder Charles Bronson zu sehen. Im zweiten Part lebt er mit seiner traumatisierten Tochter Carol (Robin Sherwood), die sich auf dem Weg der Besserung befindet, und seiner neuen Freundin, der erfolgreichen Radiojournalistin Geri Nichols (Jill Ireland) in Los Angeles. Doch bald wird das neue, glückliche Leben wieder aus den Fugen gerrissen, und Kersey abermals zum Rächer, diesesmal sogar eine Spur härter und kompromissloser. 


Michael Winner hätte es nicht besser treffen können, als hätte er es vorrausgeahnt. Denn „Der Mann ohne Gnade“ („Death Wish 2“) hätte nicht passender erscheinen können, als in den 80ern. Denn nach den glorreichen 70ern, in denen bekanntlich die „Selbstjustizler“ ihren Höhepunkt hatten, folgte in den 80ern das Kino der großen Actionhelden. Das hätte nicht besser funktionieren können als mit einem „Rachefilm“ und obendrein noch mit Charles Bronson

Unter der Produktion der „Cannon Films“ -Firma enstand dieser wirklich brachiale Actionreißer und ist bis heute ein absolutes Muss unter den Rachefilmen! Es hätte wirklich nicht besser passen können, die Mischung aus dem bekannten Thema, einen Actionstar wie Bronson und die „Regeln“ eines Sequels, die schon benannt worden. Für die 80er einfach perfekt. 

Denn ja, „Death Wish 2“ ist tatsächlich härter, blutiger, skrupelloser, abartiger, deftiger, düsterer und roher als sein Vorgänger. Man hat einfach den ersten Teil kopiert (selbst einer der „neuen“ Vergewaltiger wird von einem, heute bekannten, Schauspieler dargestellt: Laurence Fishburne) und ihn in all seinen Facetten nochmals erweitert. Allerdings nicht im negativen Sinne, sondern wirklich perfektioniert. Ja sogar der nervige Schnupfen des Polizisten Frank Ochoa (Vincent Gardenia) wurde entfernt. Hier darf er gesund sein, zumindest auf dem Weg der Besserung. 

Nein, „Der Mann ohne Gnade“ ist einfach noch einen Ticken besser, als der 1974 erschienene „Ein Mann sieht Rot“


Doch, wenn „Death Wish“ es schon mit der BPJS (heute BPJM) zu tun bekommen hat und „Death Wish 2“ nun das Ganze nochmal deutlich anhebt... ja, liebe Filmfreunde, dann ist das kein gutes Zeichen für den Film auf dem deutschen Markt. 1983, genau ein Jahr später, erfolgte die Indizierung auf die Jugendgefährdende Liste. Somit wurde der deutsche Kunde fortan nur noch mit schmutzigen Versionen bedient.  

In diesem Jahr erfolgte die Listenstreichung des ersten Teils und auch die (eher mauen) der Nachfolger Teil 3,4 und 5. Das Remake von Eli Roth und mit Bruce Willis ist ebenfalls ungeschnitten erhältlich. Aber, den zweiten Teil der Reihe erwischte es nochmal hart: In den Jahren 2008/09 erfolgte eine Folgeindizierung (wie auch hier, auf Schnittberichte.com nachzulesen ist) und eine vorzeitige Listenstreichung fand nicht statt, diese wurde abgelehnt. Der Film sei noch zu brutal. 

Ich selbst sage zwar immer: FSK 18 drauf und gut ist. Allerdings, nach erneuter Sichtung, kann ich die BPJM schon verstehen. Denn der Film ist wirklich hart! Was der erste Teil an Skrupellosigkeit besaß, wird hier nur ausgelacht und an die Spitze getrieben. Es gibt hier zwei Vergewaltigungen, die eine, an der unschuldigen Haushälterin von Kersey. Die zweite, an der Tochter von Kersey, diese scheint aber so traumatisiert zu sein, dass Sie davon nicht wirklich „viel hält“. Bei einem Fluchtversuch stirbt sie brutal durch Aufspießen auf einem Zaun. Die erste Vergewaltigung ist dabei so sinnlos und unnötig, es ist grausam anzusehen! Sie ist sehr lang, denn jeder der Gangster vergewaltigt sie und wie gesagt sehr sinnlos. Denn als Antrieb für Kerseys brutalen Rachefeldzug wäre die Ermordung der Tochter doch Grund genug gewesen. Vor allem, werden weder der eine, noch der andere Vorfall später überhaupt noch einmal erwähnt. Ganz trocken wird Rache genommen und kein einziger ruhiger Moment der Trauer vollzogen. Auch Paul Kerseys neue Flamme juckt das Ganze wohl kaum. Ihr ist es wohl wichtiger, die Beziehung zu ihm aufrecht zu erhalten. 

Diese scheint auch zu zerbrechen, was Kersey aber völlig egal ist, er will Rache nehmen. Und ganz ehrlich, das ist gut so. Mal abgesehen davon, dass dies ein 80er Schinken ist, in dem man einen Bronson auf die Kacke hauen sehen will, bietet der Film reichlich Tiefgang. Ohne Witz, für so einen Film hat er genau den gleichen Tiefgang wie im Vorgänger. Der Zuschauer soll den Rachefeldzug von Architekt Kersey verfolgen, nicht seinen privaten Dingen. 

Ein weiterer Grund der noch betehnden Indizierung (neben der brutalen Vergewaltigungen) ist abermals die Tatsache, dass Paul Kersey kompromisslos die Flucht gelingt bzw. ihm diese Möglichkeit geebnet wird. Abermals vom Staat und am Ende sogar von einem normalen Bürger (einem Arzt). In Los Angeles machen Schlagzeilen eines Rächers die Runde und der Bürgermeister sowie der Polizeichef des ersten Teils aus New York wollen nicht, dass die ganze Sache auf sie zurückfällt. Also wollen sie das ganze vertuschen. Das ist dem deutschen Jugendschutz natürlich ein Dorn im Auge! 

Obendrein setzt sich der Polizist Ochea sogar für Kersey ein und opfert sich am Ende sogar für ihn. Neben der blutigen und eiskalten Gewaltdarstellung ein akzeotabler Grund für eine Indizierung. An der ungeschnittenen Blu ray oder DVD sollte man heutzutage problemlos gelangen. 


Im Endeffekt kann man nur das nochmal schreiben, was man am Anfang schon schrieb: der zweite „Death Wish“ -Film ist einfach noch besser als der erste. Neben Zitaten, einem coolen und eiskalten Bronson, einem höheren Grad an Gewalt und Blut (der ikonische Kill mit dem Ghettoblaster ist so legendär), einer schonungslosen Darstellung eines Verbrechens an einem unschuldigen Opfer und der Ermordung eines armen und ebenso unschuldigen Mädchens (Kerseys Tochter Carol), welche dem Zuschauer noch mehr dazu animiert dem „Rächer“ viel Sympathie entgegenzuwirken und zu wollen, dass er die Strolche eliminiert und der Tatsache, dass der Film in sich und nach außen hin noch heute funktiniert und absolut Rund ist, verdient er auch die volle Punktzahl. 

Michael Winner gelang mit „Ein Mann sieht Rot“ und „Der Mann ohne Gnade“ wahrlich zwei Klassiker der Filmgeschichte, die in keiner Sammlung eines Filmfreundes fehlen dürfen.

Er ist quasi der „Death Wish“ der 80er Jahre. Und hey, Charles Bronson...

10/10
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Kommentare

06.12.2018 09:39 Uhr - JasonXtreme
2x
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Also das Review zum Einser war definitiv besser! Ich finde Du verzettelst Dich hier dermaßen in Lobpreisungen, dass nur noch die Hälfte übrig wäre, wenn man die streicht. Schade, denn die Grundidee der Rezi ist gut, der Film ebenso - das hast Du früher in Rezis schon so gemacht

06.12.2018 11:30 Uhr - Stoi
3x
10/10 würden mir nichtmal unter Drogen einfallen. Der erste Teil war recht passabel, auch weil er ein neues Subgenre eingeführt hatte aber Bronsons schauspielerische Leitung ist eher durchschnittlich. Dieser Teil ist qualitativ auch noch etwas besser als die Gurken 3-5. Aber das ist auch nicht schwer, weil man die ohne Probleme als Trash einordnen kann.
Teil 2 schwimmt auf dem Erfolg/Skandal des ersten Teils, ist aber ein belangloser Rachethriller.
Ich fand übrigens Bruce Willis im Remake sehr viel überzeugender und emotionaler, auch weil er eher unfreiwillig in die Rächerrolle geschlüpft ist.
Bronson war sehr gut in "Spiel mir das Lied von Tod" und "Chatos Land", weil da seine physische Präsenz ausreichend, passend und glaubwürdig war.
In der Death Wish-Reihe war er eine Pappschablone mit zwei Gesichtsausdrücken, ähnlich talentiert wie Steven Seagal.

06.12.2018 13:00 Uhr - Knochentrocken
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Das sind deine Ansichten, Stoi. Für mich ist dieser Film besser als der erste Teil.
Und ein Subgenre begründet hat der erste nicht. „Dirty Harry“ z. B. ist von 1971, 3 Jahre vor „Death Wish“.

06.12.2018 14:10 Uhr - JasonXtreme
3x
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Der Große aus dem Dunkeln war auch schon vorher, und sicherlich gibts den Vigilante Film nicht erst seit DW - aber da wurde er halt salongfähiger

07.12.2018 10:36 Uhr - Tom Cody
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"Glaubst du an Jesus? Du wirst ihn bald treffen!"

Sehr gelungene Kritik zu diesem Bronson-Klassiker.
Ich selber würde den Film zwar keine so hohe Punktzahl geben (dafür fährt er mir ein bisschen zu sehr auf der Exploitation-Schiene) und ihn auch nicht höher einstufen als den ersten Film, aber ein absolutes "Must-See" ist "Death Wish 2" dennoch. Ich hatte mir vor ein paar Monaten erst eine Uncut-DVD zugelegt und war überrascht, wie kaltschnäuzig der Film auch heute noch, ca. 25 Jahre nach meiner Erstsichtung, auf mich wirkt.

Mich hätte ja mal interessiert, wie wohl eine (werkgetreue) Verfilmung von Brian Garfields eigener, 1975 entstandener Fortsetzung "Death Sentence" ausgesehen hätte.

Es gibt übrigens auf deutsch ein interessantes Buch über dieses Genre: "Hollywood Justice - Selbstjustiz im amerikanischen Film von 1915-2015".
Aber JasonXtreme hat ebenfalls nicht unrecht. Der moderne Vigilantenfilm (so wie wir ich heute kennen) entstand tatsächlich erst Anfang der 70er Jahre.

07.12.2018 13:23 Uhr - Stoi
1x
06.12.2018 13:00 Uhr schrieb Knochentrocken „Dirty Harry“ z. B. ist von 1971, 3 Jahre vor „Death Wish“.

Dirty Harry würde ich nicht gerade ins klassische Rächer-Gerne einordnen.
Das war ein tougher Cop der auf die Regeln scheisst.
Das Subgenre "Selbstjustiz" lebt ja gerade davon, das normale Leute über ihre Grenzen gehen. Und da fällt mit vor Death Wish 1 nicht viel ein.

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