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CHOLLO
Level 8
XP 829
Eintrag: 09.12.2018

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Muttertag

(Originaltitel: Mother's Day)
Herstellungsland:USA (1980)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,53 (80 Stimmen) Details
inhalt:
Die Wälder bergen ein furchtbares Geheimnis. In einem abgelegenen Haus wohnt eine verrückte Mutter mit ihren beiden wahnsinnigen Söhnen. Als drei College-Freundinnen in die Fänge des tödlichen Trios geraten und eine von ihnen unter sadistischen Umständen getötet wird, beschließen die beiden anderen, grausame Rache zu üben.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Dieser Backwood- Slasher wurde im Jahr 1980 von Troma Guru Charles Kaufman inszeniert, produziert und auf die damalige Zuschauerschaft losgelassen. Ziel und Zweck dieses Outputs war offenbar 2 beliebte Genres zusammen zuführen und mit einem für damalige Verhältnisse großzügigen Umgang mit Gewalt ordentlich Geld an der Kinokasse bzw. im Videobereich zu scheffeln.

Was gleich auffällt ist die in Gegenüberstellung zu anderen Produktionen der Trash Schmiede vergleichsweise "professionelle" Inszenierung. Man merkt dem Produkt mitunter an dass auch etwas Ernsthaftigkeit dahinter steckt obwohl es an skurrilen Einfällen natürlich nicht mangelt und diese auch zum Schluss die Oberhand gewinnen. Trotzdem versucht Kaufmann durch ein leidlich vorhandenes Fundament an Story und Charakterzeichnung und dem -zumindest in Ansätzen- kreieren von Spannungskurven den Zuschauer bei der Stange zu halten und den Handlungsverlauf plausibel zu gestalten.

Das gestaltet sich mitunter Schwierig da er seine Täter wie wandelnde Klischees ("Punk is dead"- "Disco sucks") durch die Szenerie stampfen lässt, und spätestens in Kombination mit der titelgebenden Mutter man das Gefühl nicht los wird, einer Freakshow beizuwohnen. Diese bereitet nämlich nicht nur täglich das Frühstück für ihre beiden Lieblinge, sie Kommentiert auch gerne deren sportliche Aktivitäten vom Verandastuhl mittels Megafon aus. Auf Seiten der Opfer wurde sich dann ähnlich viel Mühe gegeben und die Mädelsclique wirkt wie ein Querschnitt aus grob umrissenen Wesenszügen. Die Vernünftige; das Mauerblümchen; die Partymaus, alles dabei auf dem Campingplatz. Was die Besetzungsliste angeht halte ich mich diesmal mit Namen und Filmografien zurück, da das bei näherer Betrachtung nicht der Rede wert ist und sie allesamt keine Erwähnung verdienen.

Dass ist alles ohnehin nur Makulatur, da wir es hier mit einem Vehikel auf dem Weg durch den Gewaltsektor zu tun haben. Seit nun bereits 38 Jahren nach § 131 StGb bundesweit beschlagnahmt kann man dem Produkt eine gewiße Tendenz zur Gewaltverherrlichung bzw. -verharmlosung nicht absprechen. Da wird fröhlich Rohrreiniger in den Rachen geschüttet, der Hammer mit dem spitzen Ende in's Gemächt gehauen, ein Fernseher auf die Rübe geklopft oder mit einem aufgeblasenen Hupen-Imitat die Mamma erstickt. Geschrieben wirkt das Ganze aber deutlich radikaler als gesehen. Da haben die fähigen Entscheider beim zuständigen Gericht, und auch eine Haltestelle früher beim Gremium der BPjM den stark komödiantischen Einschlag wohl glatt übersehen. Zwar bekommt man hier auch ernsthafte Bösartigkeiten zu bestaunen, was sich z.B. bei der Entführung und den anschließenden Erniedrigungen des weiblichen Dreiergespannes zeigt, doch treten diese Szenen im Vergleich doch merklich in den Hintergrund. Wie für Troma typisch soll dass hier alles überwiegend Spaß machen. Selbstverständlich nur für ein erwachsenes Publikum. Einen zweifelhaften Ruhm hat sich "Muttertag" zudem noch durch seine Erwähnung in der Kult-Doku "Mamma, Papa, Zombie" erarbeitet.

Leider ist Kaufmann's Film auch ein Aushängeschild in Sachen "schlecht gealtert". Kaum ein Film aus vergangen Tagen wirkt so angestaubt wie "Muttertag", und das liegt nicht nur an der einleitenden Koks- und Poolparty mitsamt einer Schar illustrer Gäste oder an der körnigen Bildqualität einer in die Jahre gekommenen VHS- Kassette. Alles irgendwie ziemlich altbacken hier, selbst für (Über-) Nerds mit der rosaroten Nostalgiebrille. Den Endtwist erspare ich dem geneigten Leser mal um einen möglichen Spoiler vorzubeugen. Aber spätestens danach weiß man in welchen Zug man eingestiegen ist.

Zurück bleibt ein Machwerk der besonderen Art, was aber nicht wirklich positiv gemeint ist. Durchschnittsware die man nicht unbedingt gesehen haben muss und wohl nur noch aufgrund der Zensurgeschichte Filmgeschichtliche Bedeutung besitzt. 2010 entstand ein Remake (?!) unter der Regie von Darren Lynn Bousman (Saw 2-4) das mit dem Original soviel zu tun hat wie der Weihnachtsmann mit dem Osterhasen.

5/10
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Kommentare

09.12.2018 15:19 Uhr - sonyericssohn
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Den hab ich als absolut dämlich in Erinnerung. Bei einer zweiten Sichtung kam ich nicht mal über die Hälfte hinaus.

09.12.2018 15:21 Uhr - Nubret
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Ich als rosa bebrillter Nerd vergebe hier natürlich eine 7. Sicherlich ist der Streifen meilenweit von einem Genre-Highlight entfernt, dennoch versprüht er diesen gewissen, kostengünstigen Charme, dem ich mich kaum entziehen kann.

Trotzdem ist Deine Besprechung ebenso unterhaltsam wie nachvollziehbar. Schönes Ding mal wieder, Chollo!

09.12.2018 15:48 Uhr - Dissection78
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Hier vergebe ich nach wie vor 7 Punkte. Klar, wirklich gut ist was anderes, doch die versiffte Stimmung des Films mag ich irgendwie. Bin halt wie Nubret ein rosa bebrillter Nerd ;)
Dafür kam "X-Ray" (tolles Review von Dir übrigens) bei mir letztens nochmals schwächer rüber als ich ihn ohnehin schon in Erinnerung hatte (4/10). Bei "The Mutilator" (dito!) sind wir uns hingegen wieder ziemlich einig :)

09.12.2018 18:32 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank liebe Leute!!

@ sonyericssohn

Bei mir ist es auch bei genau 2 Sichtungen geblieben

@ Dissection78

Mir gefällt die Atmo von "X-Ray" einfach außergewöhnlich gut, weshalb er in meiner Wertung aus so gut wegkommt. Ein Punkt der dem "Mutilator" gänzlich abgeht.


10.12.2018 12:04 Uhr - JasonXtreme
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Den fand ich schon immer lahm und doof - also unterbiete ich die 5 noch mindestens um einen Punkt^^ sicherlich aber für Troma einer der hochwertigsten Filme vom Look her

10.12.2018 14:40 Uhr - Roadie
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Glatte 7/10 Punkte.

11.12.2018 13:02 Uhr - callahan
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Großartig geschriebenes Review, Chollo!
Als einer derjenigen, der mit "Muttertag" quasi seine Horror-Film-Zuschauer-Karriere gestartet haben, habe ich Deine Kritik mit großem Interesse und auch mit dem ein und anderen Schmunzler gelesen.
Nüchtern betrachtet hast Du in allen Punkten Recht. "Muttertag" ist ein hanebüchener, dilettantisch inszenierter und zudem kläglich spannender, geschweige denn dem Begriff "Horror" nur ansatzweise gerecht werdender Spielfilm, der aber sehr schön auch die völlige Inkompetenz der damaligen BPjS, FSK zu Tage fördert. Sicherlich sind gewisse Gewaltausbrüche zu sehen, allerdings, wie im von Dir beschriebenen Rahmen, eher in Form eines verzweifelten Versuchs, dem Film den nötigen Drive in Richtung Horrorgenre zu geben.
Nun kommt aber auch bei mir als (Über)Nerd die schon erwähnte rosarote Nostalgiebrille in´s Spiel.... und da halte ich es ähnlich wie Nubret, Dissection und Roadie, von mir bekommt "Muttertag" zwar keine 7, aber 8! Punkte.
Anfang der 80-er musste man einfach gewisse Zugeständnisse an das neue Medium "VHS" und den neuen Markt des Heimkinos als solches machen. Mir sind Filme aus dieser Zeit, speziell im "New-Horror" und Terror-Genre, besonders an´s Herz gewachsenen. Gerade auch wegen der einfachen, unbeholfenen Art, mit der solche Filme umgesetzt wurden. Nach heutigen Maßstäben können diese "Klassiker" nur auf ganzer Linie verlieren, aber es haftete noch etwas ehrliches an ihnen, kein CGI oder sonstiges hineindigitalisiert.

11.12.2018 17:27 Uhr - CHOLLO
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Danke euch allen.

@ callahan

Nachvollziehbare Gründe die du da nennst, warum du ihn besser bewerten würdest.. Bei mir viel er nach der 2 Sichtung erheblich ab. Nach der ersten wäre ich vielleicht bei einer 6-7 gewesen. Aber da war auch mein Fundus an slasher& trashmovies der achtziger Jahre noch nicht so groß wie zu heutigen Zeiten.

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