SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Last of Us 2 · Eine emotionale Geschichte · ab 59,99 € bei gameware Kingdoms of Amalur Re-Reckoning · Entdecke die Geheimnisse von Amalur · ab 38,99 € bei gameware

El día de la bestia

Herstellungsland:Spanien (1995)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Komödie
Alternativtitel:The Day of the Beast
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,60 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Professor Angel Berriartua hat seit 25 Jahren die Bücher der Apokalypse studiert. Er ist zu der Überzeugung gelangt, daß der Antichrist am Weihnachtsabend in Madrid geboren wird und die Menschheit fortan in ewiger Verdammnis leben muß. Dadurch, daß er böse Taten begeht und dabei skurille Verhaltensweise an den Tag legt, hofft er den Teufel heraufbeschwören zu können, um ihn dann irgendwie zu überlisten. Es gelingt ihm in dem Death Metal-Freak Jose Maria und in dem betrügerischen Fernsehprediger Cavan Mitstreiter für seine Sache zu gewinnen. Zusammen geraten sie in die absurdesten Situationen, bis es zur Konfrontation mit dem Teufel in einem apokalyptischen Showdown kommt.
eine kritik von nocutsplease:

Der spanische Regisseur Álex de la Iglesia hat sich mit Genrestreifen wie Perdita Durango, Mad Circus oder auch Aktion Mutante definitiv einen Namen gemacht. Sein zweiter Langfilm entstand anno 1995 und hört auf den Namen El día de la bestia. Das Drehbuch zu dieser Horrorkomödie verfasste de la Iglesia gemeinsam mit Jorge Guerricaechevarría, mit dem er bereits für Aktion Mutante zusammengearbeitet hatte. Während El día de la bestia in Spanien sehr erfolgreich war, stieß der Streifen in den USA und auch andernorts eher auf verhaltenes Interesse. Nichtsdestotrotz wird dem Werk mitunter Kultstatus zugesprochen und nun stellt sich natürlich die Frage, ob dieses Prädikat angemessen ist.


Worum geht es? Normalerweise arbeitet Pater Ángel Berriartúa als Professor für Theologie an der Universität von Deusta. Nun befindet er sich jedoch auf einer besonderen Mission zur Rettung der Menschheit, denn laut seiner langjährigen Recherchen zur Offenbarung des Johannes wird am 25. Dezember 1995 der Antichrist geboren, weshalb dem Pater nur wenige Tage Zeit bleiben, um dies zu verhindern. Auf seinem abenteuerlichen Weg quer durch Madrid schließen sich ihm der eingefleischte Metal-Fan José Maria und der auf übersinnliche Phänomene spezialisierte Fernsehmoderator Professor Cavan an. Vor diesem Hintergrund zitiert der Film auf parodistische Weise u.a. Das Omen und Der Exorzist. Außerdem greift die Story zahlreiche Besonderheiten des gesellschaftlichen und historischen Lebens in Spanien auf. Jene Parallelen zur Realität dürften der zentrale Grund sein, warum die humoristische Schauermär in ihrem Heimatland so beliebt ist.


Die Darstellerriege wird von Álex Angula (Pans Labyrinth, Aktion Mutante) angeführt, der die Figur des mitunter verwirrt und ungeschickt agierenden Paters auf sympathische Weise zum Leben erweckt. Insbesondere der Umstand, dass ein Geistlicher krampfhaft versucht, am laufenden Band böse Dinge zu tun um das Vertrauen des Teufels zu gewinnen, sorgt für die eine oder andere Dosis Situationskomik. Santiago Segura (Blade II, Perdita Durango), der im wahren Leben übrigens gar nichts mit Metal anfangen kann, spielt den beleibten und zotteligen José Maria, der einerseits einfältig und simpel gestrickt wirkt, andererseits aber auch entschlossen handeln kann. Des Weiteren verkörpert der Italiener Armando De Razza den sich medienwirksam inszenierenden Professor Cavan, dem das Flair des Scharlatans und eitlen Selbstdarstellers anhaftet. Darüber hinaus soll der kleine Auftritt der hübschen Sizilianerin Maria Grazia Cuccinotta (James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug, The Rite) als Cavans vollbusige Freundin Susana nicht unerwähnt bleiben. 


Angesichts eines Budgets von umgerechnet rund 2,1 Millionen Euro kann El día de la bestia nicht unbedingt als Großproduktion bezeichnet werden, aber dafür war die Crew definitiv mit Herz bei der Sache. Dementsprechend überzeugt die sowohl durch skurrile Experimentierfreude gekennzeichnete als auch handwerkliche Bodenständigkeit aufweisende Kameraführung von Flavio Martínez Labiano (Perdita Durango, Unknown Identity) und nutzt effektiv die Vielseitigkeit von Madrid. Die beteiligten Stuntmen zeigen vollen Körpereinsatz, indem sie lichterloh in Flammen aufgehen oder meterhohe Teile des Szenenbildes auf sich stürzen lassen. Zudem runden die üppige Platzierung religiöser und okkultistischer Symbole sowie ein paar grafische Härten das bunte Geschehen ab. Lediglich einige digitale Effekte sind von der Optik her denkbar schlecht gealtert. Für die akustische Untermalung zeichnete Battista Lena verantwortlich, der eine beschwingte Mischung aus apokalyptisch-düsteren Melodien mit grotesker Note präsentiert, die gelegentlich von weihnachtlichen Klängen unterbrochen wird.


Fazit: Meiner Meinung nach hat Álex de la Igesia mit El día de la bestia zwar keinen Meilenstein des Genres geschaffen, aber definitiv eine unterhaltsame Horrorkomödie mit einigen Parallelen zur spanischen Gesellschaft und natürlich einen Weihnachtsfilm der etwas anderen Art abgeliefert.

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Wilby-Verschwörung,
NoCutsPlease
8/10
Terrifier
NoCutsPlease
8/10
die neuesten reviews
Bad
Kaiser Soze
8/10
Applecart
hudeley
7/10
Doc
Horace Pinker
7/10
R100
The Machinist
7/10
Obsessed,
hudeley
5/10

Kommentare

10.12.2018 21:33 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.090
Endlich wieder neuer Stoff von Dir!

Den hab ich jetzt tatsächlich noch nicht gesehen, aber "Aktion Mutante" find ich ziemlich geil.

Sollte ich vielleicht nachholen. Wie immer eine sehr erquickliche Besprechung. Merci!

10.12.2018 22:34 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.698
Eine Rezi vom Ungeschnittenen ist immer ein bisschen wie Weihnachten. Im Übrigen ist mein Blick auf den Film identisch mit dem Nubretschen. Zu "Aktion Mutante" habe ich ja schon meinen Senf gegeben...
😉

11.12.2018 08:13 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Vielen Dank ihr beiden! :)
Wer mit de la Iglesias' anderen Werken etwas anfangen kann, dürfte auch hier seinen Spaß haben.
Bezüglich weiterer Meinungen zum Film empfehle ich einen Blick in die hiesige Newsmeldung von 2014.

11.12.2018 10:22 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.538
Wie immer vortrefflich besprochen, werter Kollege :)

Ich mag den seit seiner VÖ wirklich gern. Grundsympathisch, düster und schwarzhumorige Horrorkomödie, gut aufgelegte Darsteller und ein cooles Ende. de la Iglesias Filme sind doch immer wieder ein buntes Potpourrie an Ideen :D lediglich Oxford Murders und 800 Bullets waren nicht so ganz meins - aber weit entfernt davon schlecht zu sein.

Santiago Segura kennt man übrigens auch noch als oberassligen Inspector Torrente :D

11.12.2018 13:07 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Muchas gracias El Extremo! :)
Dein filmisches Urteil dürfte noch ein paar Leute zur Sichtung überzeugen.
Diesen Torrente-Streifen kenne ich noch gar nicht, der klingt jedoch interessant (Segura als Regisseur und Hauptdarsteller).

11.12.2018 13:09 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.538
Ich hoffe doch, denn er ist es wert entdeckt zu werden!

Die Torrente Teile sind.... naja sagen wir mal schon gewöhnungsbedürftig :D Teil 2 ist meiner Ansicht nach etwas besser, da nicht so limitiert - tut der Assligkeit aber zu keiner Zeit einen Abbruch!

11.12.2018 15:14 Uhr - deNiro
2x
DB-Helfer
User-Level von deNiro 5
Erfahrungspunkte von deNiro 337
Feine Kritik zu einem Film der mir immer etwas zu "sperrig" und zu " unprätentiös" rüberkam. Evtl. waren meine Erwartungen, nach "Perdita Durango" und "Aktion Mutante" aber auch einfach zu groß!;))

11.12.2018 16:13 Uhr - DriesVanHegen
2x
User-Level von DriesVanHegen 5
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Von den Frühwerken de la Iglesia kenne ich leider noch keine weiter.
Die stehen aber auf jeden Fall noch auf meiner Wishlist.
Allein der Faktor, "insbesondere der Umstand, dass ein Geistlicher krampfhaft versucht, am laufenden Band böse Dinge zu tun um das Vertrauen des Teufels zu gewinnen", spricht mich tierisch an.

11.12.2018 17:15 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Ein großes Dankeschön für das weitere Feedback!

Max Cady:
Sperrig finde ich den Film nicht. Er kommt eher ziemlich locker-flockig daher, weshalb man wegen der vordergründigen Kurzweiligkeit das eine oder andere bewusst platzierte Detail übersehen kann.
Mir hat diesbezüglich auch erst der Regiekommentar so manche Erhellung gebracht. Vielleicht gibst du dem Streifen ja noch eine Chance.

Driesknödel:
Da hilft nur eins: Dranbleiben und anschauen! :)

11.12.2018 21:16 Uhr - Bruce Banner
2x
User-Level von Bruce Banner 8
Erfahrungspunkte von Bruce Banner 821
Ja, feine Rezi und schöner Titel wieder! 👍
Ich mag von de la Iglesia eigentlich alles bis auf Perdita Durango (vielleicht wegen Bardems besch... Frisur? I don't know), v.a. aber El Dia de la Bestia und Mad Circus.
El Dia .. ist einfach nur lustig und sehr kurzweilig, zudem halte ich die Synchro auch für sehr gelungen. Hab ihn das erste Mal noch auf VHS gesehen und war voll happy, als ich vor einiger Zeit die Blu sehr günstig bei Saturn entdeckt hab.

Santiago Segura spielt doch auch bei Beyond Reanimator mit?!..
Speedball..? 😨

11.12.2018 22:33 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Thanks, Hulk! :)
Schön, dass du mal wieder mit am Start bist und dir der Film auch so gut gefällt.
Die Synchro finde ich ebenfalls sehr ansprechend geraten, vor allem da die Stimmen auch richtig gut zu den Charakteren passen.

Ganz recht, Santiago Segura ist Speedball.

11.12.2018 22:33 Uhr - deNiro
3x
DB-Helfer
User-Level von deNiro 5
Erfahrungspunkte von deNiro 337
11.12.2018 17:15 Uhr schrieb NoCutsPlease

Sperrig finde ich den Film nicht. Er kommt eher ziemlich locker-flockig daher, weshalb man wegen der vordergründigen Kurzweiligkeit das eine oder andere bewusst platzierte Detail übersehen kann.
Mir hat diesbezüglich auch erst der Regiekommentar so manche Erhellung gebracht. Vielleicht gibst du dem Streifen ja noch eine Chance.


"Sperrig" im Sinne von - nicht auf den Punkt kommend, viele belanglose und unbeholfen wirkende Dialoge. Ist aber bei mir locker 15 Jahre her, dass ich den Film das letzte Mal sichten konnte. Weiß noch, dass ich ständig auf eine Gewalteruption oder irgendein Tabubruch gewartet habe. Evtl. macht eine erneute Sichtung nochmal Sinn;)

11.12.2018 22:51 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Das erklärt natürlich einiges. ;)
Ich dachte zunächst an sperrig im Sinne von schwer zugänglich, kompliziert oder dergleichen.
Für Tabubrüche und Gewalteruptionen eignen sich andere Filme besser, das ist wahr. Unter dieser Prämisse solltest du ruhig noch einmal eine Neusichtung wagen.

12.12.2018 16:21 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
User-Level von Dissection78 15
Erfahrungspunkte von Dissection78 3.904
Ich muss gestehen, hier ist bei mir der Funke nie übergesprungen. Gemessen an den anderen mir bekannten Werken von Álex de la Iglesia ist "El día de la bestia" mein am wenigsten favorisiertes. Keine Ahnung, woran es liegt, doch im Gegensatz zu "Aktion Mutante", "Perdita Durango" oder "Mad Circus" ließ der mich irgendwie kalt und enttäuscht zurück. Selbst "The Oxford Murders" war in meinen Augen gefälliger. Ist halt manchmal so :) Die Kritik ist aber erneut informativ geschrieben, und ich kann mir durchaus vorstellen, dem Streifen in Zukunft nochmal eine Chance zu geben. War vielleicht einfach nur der falsche Film zur falschen Zeit ;)

12.12.2018 17:57 Uhr - BFG97
2x
Moderator
User-Level von BFG97 14
Erfahrungspunkte von BFG97 3.098
Der könnte durchaus meinen Geschmack treffen...bei deiner Rezi ist es natürlich selbstverständlich, dass sie meinen Geschmack trifft, denn die hast du mal wieder sehr gut hinbekommen^^
Der Film wird mal im Hinterkopf behalten

12.12.2018 20:23 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Merci beaucoup!
Tolle Sache, dass ihr euch auch hier blicken lasst. :)

Dissection:
Ich kenne das Phänomen ebenfalls gut, dass man mit einem allgemein beliebten Film nicht auf Anhieb etwas bzw. wenig anfangen kann.
Wir sehen ja auch an den hiesigen Meinungen, dass der Streifen recht unterschiedlich beurteilt wird.
Natürlich hoffe ich insgeheim, dass er dir bei einem erneuten Anlauf besser gefällt.

BFG:
Ich denke auch, dass dir der gefallen könnte. Den Film kenne ich erst seit ein paar Monaten und er war auf Anhieb nach meinem Geschmack.

26.12.2018 12:36 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.136
Ich wünsche allen ein frohes Fest und danke für die Reviews! :)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)