SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Mortal Shell · Die letzten Überbleibsel der Menschheit · ab 34,99 € bei gameware Call of Duty Black Ops Cold War · Mit Zombiemodus · ab 67,99 € bei gameware

Critters 4 - Das große Fressen geht weiter

(Originaltitel: Critters 4)
Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Horror, Komödie, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:Critters IV: Die Allesfresser aus dem All
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,79 (24 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem Charlie McFadden (Don Keith Opper) gerade ein Mietshaus vor den gefräßigen Critters gerettet hat, wird ihm mitgeteilt, dass das Critters-Ei, dass er soeben gefunden hat, dass letzte im Universum ist. Um die Spezies zu schützen, muss es ins All transportiert werden. Dummerweise gerät Charlie mit in das Raumschiff und findet sich circa 50 Jahre später in den Händen einer Raunschiff-Bergungscrew wieder. Diese können die Gefahr nicht richtig einschätzen, und die Critters gelangen wieder in die Freiheit.
eine kritik von chollo:

1992 war es schlussendlich soweit, die letzten Critter erblickten das Licht der Welt. Zwar bereits mit dem 1991 veröffentlichten "Critters 3" in einem Rutsch gedreht, fand die Tetralogy erst mit dem vorliegendem "Critters 4" ihren endgültigen Abschluss. Bauernweisheiten wie 'Das Beste kommt zum Schluss' oder 'Last but not Least' verkehrt der 4 Teil indes zum Gegenteil. Mit jeder weiteren Fortsetzung verloren die Filme etwas von ihrem Esprit. War das zu Beginn nur sehr dezent feststellbar (von "Critters" zu "Critters 2") bzw. in einem kleinen und vertretbaren Rahmen ("Critters 2" zu "Critters 3"), fällt "Critters 4" hier merklich ab. Ob das an dem doch mittlerweile arg verbrauchten Plot, dem auf ein Minimum reduzierten Budget oder den zwar Namenhaften aber deutlich unter ihren Möglichkeiten agierenden Darstellern liegt sei mal dahin gestellt. Es wird wohl die Summe aus alldem gewesen sein.

Den vakanten Regiestuhl übernahm diesmal Rupert Harvey, der für die Reihe zuvor schon als Drehbuchautor in Erscheinung getreten war. Zusammenfassend kann man seine Inszenierung wohl als bemüht bezeichnen. Offensichtlich und nach diversen Hintergrundinformationen auch völlig gerechtfertigt als Auftragsarbeit zu erkennen, begnügt sich Harvey damit, Stil und Aufmachung seiner Vorgänger zu kopieren, statt die Chance zu nützen seine eigene Duftmarke zu hinterlassen. Gerade weil es sich bei ihm wieder um einen Debütanten handelt.

Die Ausgangslage verfügt bei genauerer Betrachtung zweifellos über ein gewißes Potential, verlassen doch die kleinen Monster nach 3 Ausflügen nun endlich die Erde und kehren theoretisch wieder zu ihrem Ursprung zurück. Zusätzlich vertauschen sich die Machtverhältnisse indem der Mensch nun die gewohnte Umgebung verlässt, und sich einen Schlagabtausch mit den Critters im großen weiten Weltraum liefert. Soweit die Theorie, die praktische Umsetzung wirkt dann geradezu ernüchternd.

Mir ist schon klar dass die Crew nicht aus 20 Setdesignern und 15 FX Künstlern bestand, was da aber auf Film gebannt wurde wirkt stellenweise wie in einer Garage gedreht. Farblos und ohne Gespür fürs Detail, lässt Harvey seine Darsteller durch eine mehr als seelenlose Kulisse spazieren. Zwar schleicht sich auch mal die ein oder andere Finesse ein (siehe Brutkammer), doch kann das die Gesamtheit beileibe  nicht annähernd positiv aufwiegen.

Ähnlich blass wie die Aufmachung wirken auch die in ihr agierenden Protagonisten. D. Opper und T. Mann gehören natürlich zur gesetzten Personalie, wobei letzterer wieder mehr Leinwandpräsenz zugesprochen bekommt als noch im 3 Output. Neben der Stammbesetzung geben sich u.a. auch Brad Dourif ("Childs Play") und Angela Basset ("Strange Days") die Ehre, welche aber deutlich unter ihren Fähigkeiten agieren. Vor allem Eric Da Re als Sigourney Weaver für Arme, wirkt dermaßen austauschbar, dass es schon schmerzt.

Sträflich unterbesetzt sind auch die eigentlichen Hauptdarsteller. Ganze 2 Critters dürfen sich daran machen die unter allgemeiner Resignation leidende Besatzung zu dezimieren. Augsburger Puppenkiste ahoi wirken diese dann auch noch ungelenk und schlecht in Szene gesetzt wie nie zuvor. Spaßfaktor gen Null und Gruselstimmung ebenfalls Fehlanzeige sind Großaufnahmen von aufgerissenen Mäulern noch dass höchste der Gefühle.

Ebenfalls im unteren Quadranten liegt der Härtegrad von "Critters 4", was die unlängst veranlasste Herabstufung der ungeschnittenen Originalfassung von FSK 16 auf FSK 12 bezeugt. Ob diese Fassung aber wirklich ungeschnitten ist, wage ich einmal zu bezweifeln. Auf dem Rückcover diverser Veröffentlichungen in Form eines Ausschnitts zu bestaunen und laut Parents Guide der Imdb, fehlt mir eine Szene in denen die Critters wohl eines ihrer Opfer von innen heraus verspeisen. Um die mir vorliegende Fassung handelt es sich aber um die Gängige.Man könnte also sagen, den gefräßigen Biestern wurden die Zähne gezogen.

Was dem ganzen dann noch die Krone aufsetzt, ist die bleierne Schwere die "Critters 4" in seinem Schweif mit sich führt. Begleitet von einer bedrückend melancholischen Soundkulisse wird im unversöhnlichen Ende noch der Verrat von Bountyhunter Ug an seinem langjährigen Weggefährten Charlie zelebriert. Das wirkt umso belastender da mit dieser Aktion der einzige Sympathieträger des gesamten Films, wenn nicht der gesamten Reihe, als naiver Mitläufer offenbart und demontiert wird. Ein schlechteres Ende hätte man sich trotz der noch optimistischen Wendung in allerletzter Sekunde nicht einfallen lassen können. Man muss Harvey beinahe unterstellen die Leichtigkeit, die trotz allen Horrors jedem "Critters"- Film innewohnte, nicht verstanden zu haben.

"Critter 4" ist objektiv betrachtet kein Totalausfall, doch vor allem für Fans der Serie wie mich ein nur schwer zu tolerierendes Ende dieser Reihe. In sämtlichen Belangen seinen Vorläufern unterlegen, wird er der Verantwortung als Schlusspunkt der "Critters"- Geschichte zu keinem Zeitpunkt gerecht.

4/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews
P.O.W.
Punisher77
7/10
Ilsa
dicker Hund
6/10
Bestie,
Ghostfacelooker
Über
sonyericssohn
7/10
Seized
Phyliinx
5/10

Kommentare

14.12.2018 09:59 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.347
Wunderbarer Abschluss deiner Crittischen Kritikreihe zu Critters.
Danke dafür !

14.12.2018 18:46 Uhr - BFG97
1x
Moderator
User-Level von BFG97 14
Erfahrungspunkte von BFG97 3.286
Eine sehr schöne Reihe hast du hier abgeliefert, die mir mal wieder Lust auf die Filme gemacht hat.
Wie unter deiner letzten Rezi schon angekündigt, würde ich dem Abschluss ein kleines bisschen besser bewerten und zwar mit 5 Punkten. Er ist aber definitiv um einiges schlechter als seine Vorgänger, aber irgendwas hat der an sich, was ihn in meinen Augen wenigstens etwas aus der Misere holt.
Kürzlich habe ich gelesen, dass zu Critters ein weiterer Film in Planung ist. Vielleicht beschert man den kleinen Kugeln ja doch noch ein gutes Ende ;)

14.12.2018 20:46 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.200
Vielen Dank BFG97
Da bist du ja eigentlich nahe dran an meiner Wertung!
Bei nem 5 Teil oder ein Remake würde ich als Fan der Reihe doch sehr gespannt sein. Verdient hätten es die Knödel ;)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)