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Freitag der 13. Teil 2

(Originaltitel: Friday the 13th Part 2)
Herstellungsland:USA (1981)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Freitag, der 13. - Jason kehrt zurück
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,21 (120 Stimmen) Details
inhalt:
Fünf Jahre nach den grausamen Morden im berüchtigten Camp Blood kommt eine Gruppe junger Leute in die Nähe des grausigen Ortes zurück, obwohl sie von den Vorfällen wissen und von allen Seiten gewarnt werden. Dann passiert es wieder: Einer nach dem anderen wird auf brutale Art und Weise ermordet...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Weniger als ein  halbes Jahr hat es gedauert, bis Paramount Pictures den Nachfolger zu "Freitag der 13" in Auftrag gab. Kaum verwunderlich konnte dieser doch mit einem Umsatz von mindestens 40 Millionen Dollar allein in den USA dass zigfache seiner Kosten wieder einspielen und brachte dem eher für Mainstram Produktionen bekannten Studios ein satten Gewinn ein. Nun war es auch bis zu den erzkonservativen Köpfen der Unternehmensbosse durchgedrungen, dass  mit der vermeidlich schmutzigen Unterhaltung die das Slashergenre bot, ein Haufen Geld zu verdienen war.

Gleich zu Beginn der Vorproduktion verabschiedeten sich aber auch schon 2 wichtige Persönlichkeiten des Originals. Zum einen Regisseur Sean S. Cunningham der den Stein erst zum Rollen brachte, zum anderen Effekte-Guru Tom Savini, der mit seinem Handwerk bleibenden Eindruck im Gedächtnis der Zuschauerschaft hinterlassen hatte. Das bringt ein renommiertes Studio wie Paramount natürlich nicht in Verlegenheit, und es war schnell Ersatz gefunden. Das glücklichste Händchen hatten die Verantwortlichen wohl mit der Neubesetzung in Sachen Regie.

Steve Miner, ebenfalls wie Cunningham ein Vertrauter Craven`s, dürfte diesen Posten mit seinen zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 29 Jahren ausfüllen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, er macht seine Sache deutlich besser als sein Vorgänger. Wo Cunningham beim Erstling noch Schwierigkeiten beim Pacing hatte, scheint das bei Miner überhaupt kein Thema mehr zu sein. Mit der Beseitigung des letzten Final Girls in den den ersten 10 Minuten macht er klar wohin die Reise geht. Natürlich ist das zum Teil auch im späteren Handlungsverlauf noch ausbaufähig, was er im von ihm ebenfalls inszenierten Teil 3 noch weiter perfektioniert, doch kommt der zweite schon deutlich rasanter daher als dass von Cunningham geleitete Werk. Auch schafft es Miner auch ein paar Spannungskurven zu nehmen, die dafür sorgen das man eben nicht nur auf den nächsten Kill wartet.

Der Ausfall von Tom Savini an der Werkbank fällt hingegen schon etwas auf. Zwar wird auch in Teil 2 wieder schön zugelangt, die besten Szenen bleiben dabei der Rollstuhlfahrer der Bekanntschaft mit der Machete macht sowie das Pärchen am Spieß, trotzdem hat man das Gefühl bei Savini wäre da graphisch mehr drin gewesen.  Insgesamt ist der zweite Teil aber auch etwas zahmer, was die Prüfer der BPjS dazu veranlasst hatte, diesen Eintrag als ersten der Reihe vom Index zu befreien und mit einer eingeschränkten Jugendfreigabe zu versehen.

Bei den Schauspielern haben wir es hier größtenteils wieder mit austauschbaren Gesichtern aus dem B-Film Bereich zu tun, was aber auch nicht wirklich stört, segnen sie ohnehin relativ schnell das Zeitliche. Adrienne King darf im Intro ihr erst kürzlich erworbenes Image als taffe Frau gleich wieder zunichte machen, und Betsy Palmer als verschwommene Illusion einen Cameoauftritt abliefern. Das aktuelle Final Girl, namentlich Amy Steel als Ginny Field, gefällt mir persönlich etwas besser als zuvor King. Wohl den Gesichtszügen geschuldet wirkt diese viel zerbrechlicher als ihre Vorgängerin. Auch die Verwandlung zu Jasons Widersacherin nimmt man ihr dadurch besser ab. Adrienne King wirkte stellenweise durch ihren Habitus in Teil 1 schon wie eine gestandene Frau, was Steel vollkommen abgeht und beim Zuschauer so etwas wie den Beschützerinstinkt auslöst und ihr wohl deshalb mehr Sympathien entgegengebracht werden. So erging es mir zumindest.

Mit "Freitag der 13 Teil 2- Jason kehrt zurück" hat Miner eine Fortsetzung geschaffen, die ihren Vorgänger übertrifft. Mit diesem Teil hat er zudem noch den berühmt gewordenen Initiator des grausamen Treibens installiert, wenn auch noch mit einem Sack statt einer Hockeymaske auf dem Gesicht.

7/10
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Kommentare

17.12.2018 14:57 Uhr - Intofilms
4x
Wie gesagt, beim letzten Rewatch kam dieser Teil erschreckend schwach bei mir an, ich hatte mich regelrecht gelangweilt...! Die Inszenierung dümpelte einfach so dahin, mühsam und schleppend, und ich verstand auf einmal gar nicht mehr, dass ich den sonst immer recht gernhatte. Auch die sehr beliebten Teile 3 und 4 sanken etwas in meiner Gunst. 5 bis 8 haben mir dann kurioserweise vor einem halben, Dreivierteljahr wiederum so gut gefallen wie nie. Es ist doch wirklich höchst sonderbar, wie Dinge sich entwickeln und verändern können...! Die einzige Genugtuung, die ich angesichts der ganzen Misere empfinde: Teil 1 ist der perfekte Horror-Klassiker, daran kann ich mich festklammern und aufrichten, bis diese ungewohnte Slasher-Flaute wieder vorbei ist... Gute Rezi jedenfalls! ;))

17.12.2018 18:13 Uhr - callahan
3x
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Gut formuliertes Review, Chollo, thumbs up ;-)
Miner, der quasi das Horror-Handwerk von der Pique auf gelernt hat, er war vor seiner Karriere als Regisseur als Editor für die Altmeister des Schreckens, W. Craven und S. Cunningham tätig, zieht hier die Gewaltschraube etwas weiter an.
Allerdings erfahren alle nachfolgenden Teile des unerreichten Originals in keiner Minute mehr diese gekonnt auf die Spitze getriebene Spannung des Herrn Cunningham!
Mir persönlich gefällt Teil 2, trotz geringer Schwächen zu Teil1, durch den Auftritt Jasons und die damit verbundene Einführung des eigentlichen Protagonisten in diese weltbekannte Slasher-Reihe.
8/10 Macheten für Jason!

17.12.2018 18:16 Uhr - Nubret
4x
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Mir gefällt der auch immer noch, obwohl ich den ersten bevorzuge.

Auf jeden Fall ist Deine Besprechung mal wieder sehr gelungen und dein Eifer lobenswert. Bin gespannt, wie die anderen Teile abschneiden!

17.12.2018 20:16 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
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Erneut eine aussagekräftige Kritik, der ich mich gerne anschließe, CHOLLO :)

Insgesamt ist der zweite Teil in meinen Augen ganz ordentlich ausgefallen und hat mit Amy Steel - neben Jennifer Cooke aus Teil 6 - mein liebstes Final Girl der Reihe.

Ob er mit Tom Savini tatsächlich grafischer ausgefallen wäre, weiß ich natürlich nicht, bezweifele es jedoch. Ich habe irgendwo gelesen (die Quelle finde ich blöderweise nicht mehr), die MPAA war im Nachhinein der Auffassung, sie hätte dem ersten Film für ein R-Rating zu viel durchgehen lassen, obwohl der ebenfalls geändert wurde, um ein X-Rating zu vermeiden. Deshalb wollte sie bei vorliegendem Streifen ein Exempel statuieren und hat quasi alles, was irgendwie etwas blutiger ausfiel, bemängelt, weshalb knapp 50 Sekunden geschnitten wurden.

Intofilms:
Diese, ich nenne sie mal "Wahrnehmungsschwankungen" kann ich nachvollziehen. Letztens habe ich Teil 7 gesehen. Meine Güte, ist der dürftig. Da hätten selbst wiedereingefügte Blut-und-Gekröse-Szenen nicht allzu viel geholfen. Und Teil 4 war ebenfalls etwas schwächer als ich ihn in Erinnerung hatte. Trotzdem ist das, gemessen am inflationären Schlitzerauswurf der 80er, ein solides, überdurchschnittliches Werk und in meiner "Freitag"-Top-3. Mit Film Nummero 3 hatte ich immer meine Schwierigkeiten, da er von den ersten vier Streifen für mich immer am klischeehaftesten und dümmsten rüberkam. Das Finale dort ist andererseits recht cool. Und mit 5 und 8 kann ich nach wie vor kaum etwas anfangen. 9 sowie 10 habe ich schon ewig nicht mehr angetestet, werde sie aber vielleicht mal zwischen den Jahren einwerfen :)

17.12.2018 20:49 Uhr - Intofilms
1x
Ja, das sind dann wohl solche „Wahrnehmungsschwankungen“, wie du es treffend formulierst. Bis kürzlich blieb ich davon meist verschont. Aber jetzt rächt sich das offenbar umso stärker...
Den Siebten fand ich eigentlich immer ganz okay. Und Teil 5 ist tatsächlich sogar einer meiner heimlichen Lieblinge. Nach dem achten Teil habe ich dann aber irgendwie die Begeisterungsfähigkeit und Ausdauer verloren. Diese späteren Filme habe ich auch gar nicht in meiner Sammlung und auch erst ein einziges Mal gesehen, mit Ausnahme von „Freddy vs. Jason“, den öfter. Aber das hat auch nicht viel geholfen. Ich bleibe natürlich auch weiterhin großer „Friday“-Fan. Denn wie CHOLLO richtig bemerkt, bei so vielen Fortsetzungen muss man gewisse Qualitätseinbußen einfach in Kauf nehmen. ;))

17.12.2018 22:28 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.200
Da kriegt man ja fast weiche Knie, bei derart guten Feedback von wahren Kennern des Genres :)

17.12.2018 23:39 Uhr - Fulgento
Mir gefällt der zweite auch etwas besser, als der Erste.
Trotz zahmerer R Rated Fassung und trotz fast nahezu 1:1 identischer kopie von Teil 1.
Und kopiert wurden auch wohl einige Morde aus "Im Blutrausch des Satans".
Dennoch hat der Film ein erstaunlich atmosphärisches Finale und Amy Steele ist mir als Final Girl lieber als Adrienne King.
Wieder mal sehr gutes Review und bin gespannt, auf die Freitage, die noch folgen werden.
😊👍

18.12.2018 08:09 Uhr - BFG97
Moderator
User-Level von BFG97 14
Erfahrungspunkte von BFG97 3.286
Jetzt stößt du so langsam in meine Wertungsregionen vor ;)
Hervorragende Arbeit, CHOLLO!
Bei Teil 2, den ich nur einen mickrigen Punkt besser sehe als du, war ich nach meiner ersten Sichtung etwas zwiegespalten, da ich mir von Jasons erstem Auftritt etwas mehr erhofft hatte. Nach mehrmaligem Ansehen gefällt er mir aber ziemlich gut und weiß trotz der Mängel zu unterhalten

17.11.2019 18:04 Uhr - der neue1067
1x
User-Level von der neue1067 1
Erfahrungspunkte von der neue1067 7
18.12.2018 08:09 Uhr schrieb BFG97
Jetzt stößt du so langsam in meine Wertungsregionen vor ;)
Hervorragende Arbeit, CHOLLO!
........


Hohe Wertungen eines Rezipienten sind ja weniger Verdienst des Rezipienten sondern seine subjektive Wahrnehmung des gesehenen!


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