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Need for Speed

Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Need for Speed: Der Film
Need for Speed: The Movie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,93 (21 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Aaron Paul spielt einen Untergrund-Rennfahrer, der sich zusätzliches Geld durch das Tunen von teuren Rennwagen verdient. Bei einem Rennen wird sein bester Freund getötet. Der Mord wird Pauls Figur angehangen und er muss ins Gefängnis. Als er seine Strafe abgesessen hat, sinnt er auf Rache. (ascot-elite.ch)

eine kritik von romero morgue:

Need for Furious


Videospielverfilmungen sind generell so eine Sache. Nicht unbedingt wegen der Inszenierung als solche (von vielen kleineren B-Movies mal abgesehen) sondern eher wegen der digital vorgegebenen Story, ergo Handlung. In den meisten Fällen ist diese nur marginal oder recht dünn vorhanden und wenn es doch eine geben sollte, ist die Erzählerische Ebene eine völlig andere wenn diese in bewegten Bildern umgesetzt wird, ohne das der Zuschauer/Spieler selber mit dem Joypad in der Hand die Welt erkundet. So verwundert es nicht, wenn bei vielen dieser Produktionen das drumherum strategisch von der Vorlage abweicht oder der rote Faden in der Geschichte teils sehr konstruiert vorhanden ist. Das es sich hierbei fast grundsätzlich nie um einen Oscarreifen Output dreht liegt wohl völlig auf der Hand. 

Immerhin wird aber zumindestens der Versuch unternommen gute Unterhaltung zu bieten. Und das würde durch das stupide runterkurbeln unendlicher Prügelszenen um einen Beatˋem Up Klassiker zu verfilmen wohl nicht gelingen (obwohl gerade einige der alten 80er KLOpper genau so aufgebaut sind)! Mal funktioniert das Grundgerüst erstaunlich gut und manchmal halt nicht. Wozu jetzt z.B. solche „Perlen“ wie MORTAL KOMBAT und DEAD OR ALIVE gehören entscheidet bitte jeder für sich selbst. Aber gerade diese sind doch sehr dafür prädestiniert ihnen eine Geschichte einzuverleiben da schon die Vorlagen meist relativ einfach gehalten sind.

Wie aber soll man nun eine Spielereihe verpacken in der es im Grunde nur darum geht mit einem schnellen Vehikel von A nach B zu kommen und nicht von der Polizei geschnappt zu werden? Stichwort: Heist-Movie!

Das trifft aber nur am Rande den Kern der Thematik, denn im Grunde hätte auch das große, filmische Vorbild FAST AND FURIOUS ein Ableger der Reihe sein können. Aber die Vorgabe ist damit schon mal in trockenen Tüchern. Was erwartet uns nun also bei der (ersten?) Auskopplung für die Leinwand außer heißen Rennen und viel Schrott? Ehrlich gesagt nicht viel. Die Story um den Mechaniker Toby Marshall, welcher zu Unrecht eine Haftstrafe verbüßen muss und sich später bei seinem Wiedersacher durch die Teilnahme an einem berüchtigten Straßenrennen rächen will passt selbst mit Dialogen auf einen alten Bierdeckel aus der Kneipe umme Ecke. Komischerweise schmeckt das kühle Blonde in so einer Kaschemme aber genauso gut wie in der teuren Disco...somit reicht das Handlungsgerüst hier völlig aus. Die kurze Inhaltsangabe weiter oben sagt doch schon alles! 

NEED FOR SPEED macht dennoch einiges richtig. Zum einen sind da die sehr sympathischen Darsteller, welche mit sichtlich viel Enthusiasmus zu Werke gehen und sich in der kompletten Riege gut ergänzen. Allen voran Aaron Paul als Speedliebhaber und verkannter Rennfahrer Toby und Imogen Poots als seine spätere Gefährtin Julia. Ich weiß echt nicht warum, aber besonders Ramón Rodríguez in der Rolle des Joe Peck hat mir richtig gut gefallen, was ich gleichfalls bei dem Overacting von Michael Keaton leider nicht behaupten kann. Er ist sicherlich der bekannteste unten allen aber leider auch ein (der) Tiefpunkt im Film. Sorry Michael, deine Glanzzeit ist echt vorbei. Das Englandimport Frau Poots hingegen (die ich sonst nur aus 28 Weeks later kenne) liefert zwar auch keine Glanzrolle ab, bietet aber eine ansehnliche Präsenz als zierliches Beigepäck. Falls jemand schon mal den „Sänger von Queen“ fast nackt sehen wollte, hat dank Rami Malek hier die Gelegenheit dazu. 

Handwerklich spielt NFS durchaus in der oberen Liga mit. Scott Waugh (u.a. ein ehemaliger Stuntperformer) versteht es den zahlenden Zuschauer mit vielen schicken Kameraperspektiven zu verzücken. Neben längeren Cockpitperspektiven auf die Straße und beachtlichen Außenbildmontagen gibt es natürlich auch einige Crashs zu bewundern, die aber nicht so übertrieben sind wie sonst üblich. Sicherlich, physikalisch korrekt ist das auch nur bedingt aber immerhin wirkt das hier anders. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Anzahl derer eher gering ausgefallen ist und man eben deshalb auch kein großes Spektakel erwarten darf. Die Bilder wurden zudem direkt in 3D aufgenommen und viele Einstellungen huldigen somit natürlich dieser Technik, obwohl dieses Medium hier nicht unbedingt hätte sein müssen da sich ein besonderer Mehrwert nur bedingt ergibt. Die normale Variante reicht völlig aus, auch wenn hier die gezeigten Boliden wie z.B. Mustang, Bugatti oder auch Koenigsegg dann eben NICHT zum Greifen nah sind. 

Optisch ist also schon mal alles gut und die Schauspieler passen auch. Positiv ist zu erwähnen, dass Humor zwar auch vorhanden ist, dieser aber gut portioniert eingesetzt wird was dem Film wirklich zu gute kommt. Was die Action angeht müssen leider Abstriche in Kauf genommen werden, den bei seiner Laufzeit von über 2 Stunden gibt es dann doch teils Leerlauf im Getriebe und das, was dann als Actionanteil vorhanden ist, ist dann auch völlig Auf und Um die Rennen konzipiert. Wer hier etwas wie DEATH RACE erwartet sollte lieber die Finger von lassen und selbst FAF hat da mehr zu bieten. 

Was nun aber ein großer Knackpunkt an der ganzen Sache ist, ist der durchgeführte Storyzweig und die damit verbundenen Handlungen der Protagonisten. Diese handeln; oder noch besser ausgedrückt; entwickeln sich so Klischeehaft das es fast schon Schmerzt. So verwundert es nicht im geringsten dass das kleine Blondchen natürlich von Autos eine Menge Ahnung hat und der Bösewicht so Böse ist das er zum lachen lieber in den Keller geht. Das während der Handlung auch noch ganze Storylines noch mal „erzählt“ werden (müssen) zeugt nur von purer Dummheit dem Zuschauer gegenüber. Das außerdem ein anderer Charakter immer zur rechten Zeit am richtigen Ort ist wird im laufe des Films immer dümmer und hätte so nicht sein müssen.

Der Film kann sich nicht so wirklich entscheiden was er den nun am liebsten sein möchte. Am ehesten ist er ein Rennfilm mit Motiven aus den Genres Thriller, Action und Drama als ziemlich wüster Mischmasch. Als reiner Actionfilm einfach nicht laut genug, für das Drama fehlt die Tiefe und ein Thriller ohne Spannung ist halt auch nix! 

Lieber Leser, warum sollte man NFS jetzt aber dennoch eine Chance geben wenn doch diese Kritik irgendwo zwischen flachbrüstiger Story und nur kurzweiligem Rennspaß taumelt? Keine Ahnung, aber der Film macht halt trotzdem eine Menge Spaß! Also noch mal: Technisch und Optisch Top, Darsteller bei den gegebenen Möglichkeiten gut und die Handlung einfallslos in der Erzählstruktur. 

Und da ich gerade selber merke, dass ich mich in meiner Pro und Contra Argumentation ein wenig verfahren habe, schalte ich jetzt lieber einen Gang höher und drifte zum Fazit...brummmmm...


Von mir gibt es nun für NFS gut geölte aber schwach getunte 6 Zylinder. Bei einer kürzeren Laufzeit, etwas bessere Handlungstiefe und mehr Action hätte durchaus ein V8 drin sein können, so bleibt aber immer noch ein überdurchschnittlicher Carfanfilm übrig der sicherlich seine Anhänger haben und finden wird. Und eine gute 6 ist doch optimales Mittelmaß ohne beim Betrachten gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen. 

6/10
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Kommentare

01.01.2019 04:05 Uhr - Romero Morgue
2x
User-Level von Romero Morgue 5
Erfahrungspunkte von Romero Morgue 383
Ich wünsche allen Usern und den Betreibern dieser Seite ein gutes, neues Jahr 2019, das alle Wünsche in Erfüllung gehen und viele weitere gute Reviews. 😃

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