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Final Destination

Herstellungsland:USA (2000)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,13 (45 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als Alex Browning das Flugzeug nach Paris besteigt, packt ihn das blanke Entsetzen. Er hat eine schreckliche Vision. Er gerät in Panik und wird mit einigen Klassenkameraden und seinem Lehrer von der Stewardess
in den Warteraum zurückgeführt. Verwirrt und verärgert sehen sie der abhebenden Maschine nach, die plötzlich explodiert. Doch der Horror des Fluges 180 ist noch lange nicht vorbei. Denn nach und nach sterben
alle, die gemeinsam mit Alex das Flugzeug verlassen haben, auf merkwürdige Weise. Und schon bald erkennt Alex ein entsetzliches Schema, das direkt zu ihm führt. (Kinowelt DVD-Cover)

eine kritik von romero morgue:

MORS CERTA, HORA INCERTA


Was, wenn man seinen Tod vorhersehen kann und dieses dazu nutzt ihn zu überlisten und sein Leben zu verlängern? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen die Menschheit schon seit tausenden von Jahren und selbst unsere moderne Medizin und Wissenschaft sieht hier enormes Spekulationspotenzial; eine Lösung ist auch zukünftig nicht in Aussicht. Wenn es durchaus interessant ist, dass auch die Quantenphysik Thesen hierzu aufgestellt hat, gibt es doch eine andere, für uns viel wichtigere Gruppe die sich auch schon seit Jahren mit dem Thema Todesvisionen auseinandersetzt: Die Filmindustrie! 

Was uns Regisseur und Drehbuchschreiber James Wong mit FINAL DESTINATION präsentiert ist eine weitere Variante der Sicht auf die Grundthematik „Gevatter Tot“ ein Schnippchen zu schlagen. Und da wir es hier nun mal nicht mit einem Nikiforos Lytras (*) zu tun haben, sondern mit einen aus Hongkong stämmigen US- Bürger der seine ersten Erfolge mit Akte-X gefeiert hat,  ist das Resultat dann auch eher Schaulustiger Natur als auch nur ansatzweise Tiefenpsychologisch behaftet. Trotzdem besitzt Wong aufgrund seiner Erfahrungen als Fernsehserienproduzent im Fantasybereich schon mal keine schlechten Vorraussetzungen für solch eine Verfilmung und hat 2000 damit den Startschuss für eine auf mittlerweile 4 Fortsetzungen kommende Serie gegeben. Seine Vita ist seit damals übrigens nur minimal angewachsen und außer dem 3ten Teil der Reihe ist nur noch THE ONE mit Jet Li erwähnenswert. 

Völlig anders sieht das wiederum bei Devon Sawa aus welcher Alex verkörpert, ein Jahr zuvor als ähnlich angelegter Charakter in DIE KILLERHAND überzeugen konnte und noch früher kleinen Mädchen als Fleischgewordener CASPER die Herzen verdreht hat. Hier ist eines dieser Mädel dann schon älter und hört auf den Namen Claire Redfield...äh Clear Rivers alias Ali Larter welche neben der direkten Fortsetzung somit auch an drei RESIDENT EVIL Filmen beteiligt war. Kerr Smith war, um beim Genre zu bleiben, noch als Cameo-Auftritt in Teil 5 zu sehen und hat auch bei MY BLOODY VALENTINE 3D mitgespielt. Der durch AMERICAN PIE bekannt gewordene Seann William Scott dürfte heute wohl zu den bekanntesten aus der Riege von damals gehören, erstaunlicherweise könnte seine Rolle in FD direkt der dümmere Zwillingsbruder von Stifler sein. 

Ein gut in Szene gesetzter Flugzeugabsturz, mehrere teils doch erstaunlich blutige Todesfälle bei den Beteiligten (was wohl kein Spoiler mehr sein dürfte) und ein netter Endtwist um eine der Storylines aufzuklären. Das alles in einem Rahmen gebettet in dem der Tot seine verlorene Beute heimholt. Wie soll hier aber nicht verraten werden, da dieses eine der stärken des Films ist. Man weiß im Endeffekt von Anfang an wen es trifft, aber nicht Wie oder Wo und Wann. Wenn man davon absieht das der Sensenmann für all das Tohuwabohu verantwortlich ist, könnte FD auch ein typische Teenieslasher seiner Zeit sein, auch wenn dieses im Erscheinungsjahr mit dem fast zeitgleich erschienenen SCREAM 3 seinen Zenit bereits hinter sich hatte und somit schon wieder ein neues, anderes Kapitel einleitete. Spannend erzählt und recht kurzweilig umgesetzt, ist der Film auch heute noch durchaus einen Blick wert aber natürlich nicht mehr so innovativ neu wie damals. Man hat auch Handwerklich das ersichtlich beste aus dem eher schmalen Budget rausgeholt und serviert dem geneigten Zuschauer einen interessanten Mysterythriller im Horrorgewand.

Lobenswerterweise verzichtet der Film auch auf etwaige humoristische Einschläge und stark überzogene Handlungsweisen der zumeist Jugendlichen Hauptfiguren. Die Handlung ist zweckdienlich, völlig ausreichend ausgearbeitet aber halt auch nicht vielschichtig sondern konzentriert sich auf das Wesentliche - die möglichst ausgefallen und teils wenig überraschenden Todesarten. Warum gerade das Medium „Wasser“ dabei häufig vorkommt, lässt sich wohl nur von den drei Drehbuchautoren beantworten und der direkte Bodycount ist in den knapp 90 Filmminuten eher gering ausgefallen. 

Ein weiterer sehenswerter Film mit ähnlicher Thematik ist The Asphyx oder auch Experiments, nur das hier der Tot nicht als Monster in Erscheinung tritt sondern durch das Fangen der „Seele“ beim Eintritt des Todes die Lebenserhaltung verlängert wird. Dieser britische Horrorklassiker von 1973 ist aber weit weg von den Sehgewohnheiten der Neuzeit und trifft eher einen ernsten Ton an als der Actionreichere FD

Womit wir dann auch wieder am Anfang wären, den der Tod ist gewiss, seine Stunde ungewiss (Mors certa, hora incerta).


Aufgrund der ganzen soliden Eindrücke bekommt FINAL DESTINATION in der Bewertung ganze 7 Windstöße des Grauens. Auf geht´s zum zweiten Teil der Reihe und die Erwartungshaltung ist hoch gesteckt... 

 

(*) Nikiforos Lytras war ein griechischer Professor und Maler im 19. Jahrhundert in dessen Spätwerken es auch um Todesvorahnungen ging.

7/10
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Kommentare

26.12.2018 12:33 Uhr - cecil b
Moderator
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Ich wünsche allen ein frohes Fest und danke für die Reviews! :)

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