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Der Schakal

Originaltitel: The Jackal

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Alternativtitel:Chacal, Le
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,57 (74 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Niemand kennt seine Identität, sein Ziel, seinen Zeitplan. Für ein Kopfgeld von siebzig Millionen Dollar von einem russischen Gangsterboss angeheuert, soll der Schakal (Bruce Willis) eine der prominentesten Polit-Persönlichkeiten der Welt öffentlich töten. FBI und KGB setzen alles daran, das Attentat zu verhindern, doch ihre Chancen sind dürftig. Der Killer ist zu schnell, zu wandlungsfähig, zu kaltblütig. Wo immer die Geheimdienste hinkommen, finden sie nur blutige Spuren. Ihre einzige Hoffnung: Jemand, der Gewalt aus erster Hand kennt und den Schakal womöglich identifizieren kann. Jemand, wie der zu lebenslanger Haft verurteilte Ex-IRA-Terrorist Declan Mulqueen (Richard Gere). Er gibt sein Wort, nicht zu flüchten. Mulqueen und FBI-Direktor Carter Preston (Sidney Poitier) heften sich an die Fersen des eiskalt-emotionslosen Schakal und folgen ihm über Helsinki, Montreal und Chicago bis nach Washington. Die Uhr tickt unerbittlich... (Concorde)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab
Ich kenne Frederick Forsyths Roman nicht und habe Fred Zimmermanns Verfilmung von 1973 lediglich einmal vor Jahren gesehen. Dieser hatte mir seinerzeit leider gar nicht gefallen (zu altbacken für meinen Geschmack), aber wesentlich mehr habe ich heute nicht mehr in Erinnerung. Daher bewerte ich diesen Film logischerweise als eigenständiges Werk, nicht als Roman- oder Neuverfilmung.


Da ich im Moment wieder viele Action Thriller und 90er Jahre Filme schaue - es gibt wirklich viel Sehenswertes (!) - kam nun einer der Filme in meinen Blu-Ray Player, der mir zeigt, dass die ganzen Beschwerden über angeblich überflüssige Remakes aus meiner Sicht fürn Arsch sind, denn dann würde es sehr gute und gelungene Neuinterpretationen, wie

Der Schakal

von 1997 mit u.a. Bruce Willis, Richard Gere, Sidney Poiters - übrigens dessen letzter Film - nicht geben. „Ironischerweise“ war aber etwa der Regisseuer des Originals so sehr gegen eine Neuverfilmung, dass er gerichtlich durchsetzte, dass ein anderer Filmtitel genutzt werden muss: OT: „The Jackal“ (1997) statt OT: „The Day of the Jackal (1973) - im deutschen aber in beiden Fällen „Der Schakal“ - zack, genatzt! Die Neuverfilmung ist aber auch weit weniger nah am Roman gehalten und verlegt etwa die Handlung vom Frankreich der 60er Jahre in Amerika der 90er Jahre - einhergehend mit dem Wechsel der Opfer und Co - es wurde auch nur der Zusatz „Basiert auf einem Drehbuch“, statt „Basiert auf dem Roman Fred Zimmermanns“ genutzt. Dafür konnte der Film mit gut 100 Millionen Dollar Gewinn (!) - 60 Millionen Dollar Budget und 160 Millionen Dollar Einspielergebnis - finanziell absolut überzeugen!
Die Handlung bleibt aber ausgeklügelt: FBI Fize Carter Preston (Sidney Poitier) sucht zusammen mit der FSB Agentin Major Valentina Koslova (Diane Venora) den höchst gefährlichen Auftragsmörder, den titelgebenden Schakel (Bruce Willis), damit dieser seinen nächsten Auftrag nicht ausüben kann. Das Problem dabei ist, dass niemand weiß, wie der Schakal aussieht und dieser obendrein noch zwischen mehreren Scheinidentitäten hin- und herwechselt. Doch dann finden Sie eine Spur, eine Person, die den Schakal gesehen haben soll... dabei kommen dann der inhaftierte IRA Terrorist Declan Mulqueen (Richard Gere) sowie die ehemalige Etaterroristin Isabella Zanconia (Mathilda May) ins Spiel - beide Darsteller arbeiteten mit Sprachtrainern, um ihre Akzente zu erlernen; schöner Einsatz!

„Er hat mich gesehen und er war nicht überrascht.“

Meiner Meinung nach liegt hier ein ausgezeichneter Thriller, ja, überwiegend ist der Film ein Thriller, vor, den ich mir in der Regel mindestens einmal pro Jahr anschaue. Ich habe gelesen, dass die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden diesem Film das Prädikat „wertvoll“ verliehen hat - genauso, wie „Rambo III“ (kleiner Funfact) :D - deren Kriterien muss ich mir echt mal durchlesen!
Die Spannung wird handlungsbedingt auf einem ordentliche Niveau gehalten, da man sich auch ständig fragt, wie das internationale Bündnis nun diesen Einzelgänger fangen bzw töten will und wie sich die Rolle Geres wandeln wird. Der Handlungsverlauf, egal ob Einzelheiten oder das Mordopfer, bleiben entsprechend im Dunkeln und durch die Abweichungen zum Roman sowie Film von 1973 dürfte dies auch auf Zuschauer so gewirkt haben, die besagte Werke kennen. Aber auch der Action(-an-)teil ist nicht zu verachten! Wie der Schakal sich die Waffe, die „polnische Maschinenkanone ZSU-33“ existiert übrigens nicht, zusammenstellt und transportfähig macht, bevor diese dann ausprobiert wird -

„Ich sagte doch, sie weicht ab.“

- oder er vor den „Dieben“ flieht und man sieht, wieso er mit Stoppuhr sein Auto reinigt (...) - erstklassig! Seine hinterrücksen Morde, mit Pistolen, Händen oder eben dem MG sind wie auch die Verfolgungsjagd mit Schusswechseln wirklich gut in Szene gesetzt. Die oben erwähnte Verschiebung ist, denke ich, auch mit ausschlaggeben, dass der Film etwas zackiger ist.

Die Tatsache, dass Richard Gere ein erfolgreicher Schauspieler ist / war, ist mir natürlich bekannt, dass er aber diverse Rollen angeboten bekam, die er ablehnte und in welchen Filmen wir ihn ansonsten gesehen hätte, finde ich immer wieder erstaunlich! So lehnte er zwei Rollen ab, die im Anschluss an Bruce Willis gingen - zuerst die Rolle des John McClain im total unbekannten „Stirb langsam“ (1988) ;-) - was wäre das für eine „Stirb langsam“ Reihe geworden - mit Gere in der Hauptrolle... und nun auch hier, die Rolle des titelgebenden Schakals, die Gere ablehnte und stattdessen die Rolle des Declan Mulqueen ergatterte. Da Richard Gere und Bruce Willis allerdings so gut wie keine gemeinsamen Szenen im Film haben, fragten sie angeblich, als Sie zusammen drehten wie der Film (-dreh) lief. Wobei man zugeben muss, dass alle Darsteller hier sehr gut, überzeugend und authentisch agieren, da gibt es echt nicht zu meckern, im Gegenteil (!) - von eiskalt berechnend über lustig bis hin zu versnobt.

„Gute Leute verstecken sich nicht!“

Die beim Schakal vollzogenen Wechsel zwischen seinen verschiedenen Identitäten, wie er Schritt für Schritt seinen tödlich Plan umsetzt, immer auf der Hut nicht erwischt oder erkannt zu werden und das schnelle Umschalten vom lieb, freundlichen Kumpel zum eiskalten Killer, kriegt er verblüffend überzeugend hin - etwa in der Parkhausszene. Bei den Identitätswechseln kam mir irgendwie immer „Der Graf von Monte Christo“ (1998 - wobei die Vorlage, wie auch andere Verfilmungen, bekanntlich weit älter sind!) in den Sinn... aber das kann natürlich auch wieder nur meine Phantasie sein.
Auch die Damen bekommen hier hervorstechende Rollen und überzeugen allemale - Diane Venora als kompromisslose russische Agentin zeigt, was Frau kann und zaubert mit Ihren Sprüchen a la

Mulqueen: „Miss Koslova, richtig? Und wie ist Ihr Vorname, Miss Koslova?“
Koslova: „Major... Major Koslova!“ bzw


Mulqueen: „(...), dann gehört das zu seinem Plan, so ein Mann macht keine Fehler!“
Koslova:: „Doch, jeder macht mal einen - irgendwann; wurden nicht auch Sie deshalb festgenommen?“

auch mal den ein oder anderen Schmunzler in Gesicht. Das ist dann, wie wenn man Jack Black anweist, so zu spielen, dass er seinem coolen Kunden offensichtlich auf die Nerven geht - einfach gelungen :D Mir hat hat Mathilda Mays Rolle, wenn auch recht kurz, gut gefallen; Sie schafft es auf Anhieb Kraft und Zerbrechlichkeit in einem auszustrahlen, passend zu Ihrer Rolle.
Das Ende des Films ist vielleicht etwas klischeegeladen, vom Geistesblitz über die Szene, das es auf die Sekunde genau passt - mit den getönten Scheiben, wirkt es aber alles stimmig! - bis hin zum Kaffee holen, aber insgesamt ist auch das Ende rund genug, um zu überzeugen und irgendwie ist es auch sehr gelungen. Ich für meinen Teil bin trotzdem voll und ganz zufrieden!


Fazit:
Bitte nicht falsch verstehen, wer das Original von 1973 mag, dem möchte ich diesen Film keineswegs schlecht reden, aber für mich ist die Version von 1997 einfach so gut, dass ich für meinen Teil bei diesem bleibe! Immer wieder sehr gut und spannend inszeniert! Auch, wenn viele nun wieder denke mögen „schon wieder volle Punktzahl?!“ - ja, ich liebe diesen Film.„“

10 von 10 Punkten

10/10
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Kommentare

20.12.2018 12:55 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Unterhaltsamer Streifen mit einer gut aufgelegten Besetzung, ein paar Härten und einer ordentlichen Portion Action. Eine 10 ist der für mich aber nicht, bin da bei einer runden 8.
Mit dem Original (für mich übrigens auch keine 10) ist der Film kaum zu vergleichen, da dieses erstens zum europäischen Genrekino zählt und zweitens dem (actionarmen) Trend der politischen Verschwörungsfilme der 70er folgt. Ich kann jedoch gut verstehen, wenn einem dieser Titel zu altbacken erscheint.

22.12.2018 17:48 Uhr - Pratt
1x
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Schönes Review, guter Film, auch schon lange nicht gesehen... wäre auch eher bei 8/10 Punkten, habe den damals schon im Kino gesehen!!

17.03.2021 12:33 Uhr - Rullep
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Gelungene Review Kaiser!
Hab ich gestern erst wieder gesichtet und obwohl ich das Ende kenne, ist der Film jedes mal aufs Neue unterhaltsam. Gere spielt gut aufgelegt, obwohl seine Erscheinung teilweise etwas zu soft für die Rolle ist und Willis kann endlich mal den Killer raushängen lassen. Das gelingt ihm meiner Meinung nach sehr gut.

Poitier ist wie so oft ein Sympathieträger und auch Diane Venora weiß zu gefallen. Jack Blacks Auftritt ist trotz seines Endes recht witzig und alles in allem würde ich den Film am Ende auf 7 oder 8 einstufen.

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