SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Dead Island 2 · Die heißgeliebte Zombie-Saga ist zurück! Uncut! · ab 58,99 € bei gameware Resident Evil 4 Remake · Erlebe den Albtraum. · ab 67,99 € bei gameware

I Saw the Devil - Rache ist ein tiefer Abgrund

Originaltitel: Akmareul Boatda

Herstellungsland:Südkorea (2010)
Standard-Freigabe:juristisch geprüft
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:I Saw the Devil
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,91 (145 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Kyung-chul (Choi Min-sik) ist ein gefährlicher Serienmörder, dem die Polizei schon lange auf den Fersen ist. Skrupellos und äußerst brutal vorgehend, vergreift er sich an jungen Frauen. An einem verschneiten Abend ermordet er Ju-yeon (Oh San-ha), die Tochter des Polizeichefs Jang (Jeon Gook-hwan), auf bestialische Weise. Ihr Verlobter – Geheimagent Soo-hyun (Lee Byung-hun) – schwört gnadenlose Rache. Er will Kyung-chul all die Schmerzen zufügen, die dieser seinen Opfern antut. Auch wenn er dazu selbst zum Monster werden muss. Er lässt sich für zwei Wochen beurlauben. Nicht, um das schreckliche Trauma zu verarbeiten, sondern um den psychopathischen Killer auf eigene Faust zu jagen. Ein erbarmungsloser Schlagabtausch beginnt, bei dem Soo-hyun seinen intelligenten Kontrahenten zu unterschätzen scheint... (Splendid)

eine kritik von gorgiday:

So, mein Bedarf an expliziter Gewalt ist für das komplette nächste Jahr erst mal gestillt. Ob die Scheibe jemals wieder in meinem Player landet ist auch fraglich, nicht dass ich geschockt wäre.

Das Thema Mord. Regelmäßig in unserem TV, ob nun als Nachrichten oder im Tatort beleuchtet. Auch ein guter Thriller oder Actionfilm kommt nur schwer ohne ihn aus. Hier allerdings wird er in der Ausführung mit der Kamera bis zum Ende begleitet, das rettende Off permanent in Verweigerung. Gleich zu Beginn wird klar, dass hier kein Tee getrunken wird. Im Originalton das ganze noch und schon bewegen wir uns in Südkorea mit einem selbsterkärten Frauenversteher durch die Nacht. Ab hier wie gewohnt Steuerfrei, soweit als möglich.

Kim Jee-woon bringt hier ordentlich Materie ins Genre, auch sein Bittersweet Life hat damals schwer auf die Pauke gehauen. Mit The Last Stand konnt ich herzlich wenig anfangen und ehrlich gesagt tu ich mir mit seinem Metzgerstreifen hier auch nicht so leicht. Herzblut liest sich etwas anders. Das liegt hauptsächlich an der fehlenden Unterschrift, es richt hier vorrangig nach „Wir haben eine Idee, gute Darsteller und hop, Kamera ab“. Ein High Tension zum Beispiel duftet nach einer Marke oder Idee, nicht nach ausgelutschter Story und ein paar härteren Gore Szenen im Mittelpunkt. 

Die Kamera bedient hauptsächlich im Close Up, ganz selten gibt es Landschaft oder Stadt zu sehen. Schade, da Südkorea auch coole Ecken haben muss, die uns hier leider völlig vorenthalten werden. Zwischendurch mal einen Baum, ein Fluss oder von mir aus einen Vogel im Vorbeiflug, das Wort Stilmittel scheint es nicht in dass koreanische Wörterbuch geschafft zu haben. Egal, wie beschrieben erleben wir Anfangs ein kleines Drama und die darauffolgende Konsequenzen, die Kamera immer schön dicht vor der Nase Lee Byung-hun’s um das Budget maximal zu nutzen.

Ein großes Lob vorneweg, bei den meisten Dramen komme ich schwer aus dem gähnen raus, hier wird pünktlich geliefert. Wenn die Langweile von weitem sichtbar wird, dreht sich das ganze Karussel einmal rum und wir haben wieder ein frisches Kartenset in der Hand. Zudem ist die Art wie der „Geheimagent“ mit seiner Rache umgeht doch sehr delikat in der Vorstellung, also nicht ganz so gewöhnlich.

Und damit wären wir beim Aufbau des Films, es dreht sich einzig und alleine um die Darstellung expliziter Gewalt, getragen von zwei starken Schauspielern. Der ordentlicher Score dreht schön auf und besonders erfreulich ist die geniale Kamera. Speziell in Kämpfen wurde nicht mit Kreativität gespart. Ich habe noch nie aus der Sicht eines Schrankes einen Fight miterlebt. Aus dem Schrank rausgefilmt schmettert ein Schädel auf das Glas wo wir derzeit durchschauen, von sowas bitte immer viel mehr. Es gibt eine herrliche Stecherei in einem fahrenden Auto, auch hier großartige Meisterleistung, ohne was zu verraten. Speziell auf Schädel und Hinterköpfe, die schnell mal aufgeschlagen sind und ordentlich saften, scheinen die Leuchter in den Studios. Zudem wird anfangs sehr hart geschlachtet. 

Die Story selber wickelt sich auf wie die Gabel in den Spaghetti, man versucht immer möglichst viel Fleisch mitzunehmen. Tragend wie in einem Konzert spielen die Zwei sich in die Hände, einer immer lauter wie der vorige. Und das Konzept geht auf. Man liebäugelt mit beiden, die Menschlichkeit stets im Vordergrund. Auffallend positiv ist das rationale Handeln eigentlich jeden einzelnen Charakters. Es gibt keine Clowns oder sinnlose Erscheinungen wie wir es aus amerikanischen Produktionen kennen, Mark Wahlberg mal reingeworfen. Hier kennt jeder seinen Platz und handelt somit einigermaßen berechenbar, Abläufe sind überschaubar und man darf ordentlich mitfiebern.

Tatsächlich wird auch einiges an Humor mitgeliefert, Stufe extra Dry. So wird das ganze ein bisschen lockerer und man erhält guten Einstieg in die beiden Charaktere. Dennoch fehlt ein Schuss Magie, die Möglichkeiten der Kameraführung werden eher moderat genutzt. Mag an der Versteifung auf dem sehr hohe Gewaltlevel liegen, welches hier prekär im Vordergrund steht. Das Ziel war definitv kein entspannter Filmabend.

Da Beide wirklich gut liefern und die Effekte sehr nach Sorgfalt riechen, glänzt der kleine Streifen doch ganz kräftig. Mir fehlt etwas Räumlichkeit seitens der Szenarien, Kameras sind zu deutlich mehr fähig, siehe Werke wie Man on fire. Ansonsten ein sehr lebendiger und überaus harter Thriller mit mir unbekanntem Realismus im Bereich Messer und Co. Kommt in den Schrank und muss verarbeitet werden. Streifen mit dem Kaliber haben bei mir etwas längere Reifzeiten.

7,6 Punkte, Tendenz unbekannt, das Genre ist nicht ganz meins. Ganz klar aber eine Empfehlung für den Filmabend ohne Freundin

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Dunkirk
gorgiday
3/10
Only
gorgiday
10/10
Bodyguard
gorgiday
9/10
die neuesten reviews
No
dicker Hund
6/10
John
Phyliinx
10/10
Blood
TheMovieStar
6/10
Tanz
Phyliinx
9/10
John
Zombie Untot
8/10

Kommentare

25.12.2018 02:39 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 10
Erfahrungspunkte von McGuinness 1.453
Dafür, dass dies eigentlich nicht dein Genre ist, legst du dennoch auf deine eigene Art und Weise dar, was dir an diesem Film gefällt, bzw. sauer aufstößt.
Von mir bekommt der sogar eine 9 auf der Punkteskala, da mich die exquisiten Gewaltspitzen doch schon sehr angesprochen haben und ich beim Thema Rache und Vergeltung generell erstmal nicht abgeneigt bin und daher gerne mal einen Blick riskiere.

Dass jedoch die von dir angesprochene Kameraführung beispielsweise Landschaftsaufnahmen vermissen lässt, stört mich hier nicht wirklich, da es im Kontext für die Darstellung der ausufernden Gewalt nicht wirklich relevant ist.
Bei Filmen wie z. B. " I Spit on your grave " binden sich solche Kamerafahrten einfach besser in die Handlung ein.

Wobei ich jedoch ganz auf deiner Seite bin, ist die Tatsache, dass man diese Art von Film doch wirklich besser ohne seine Freundin schauen sollte 🤭

Wünsche dir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest 🌲☃️🎅

25.12.2018 08:13 Uhr - gorgiday
User-Level von gorgiday 2
Erfahrungspunkte von gorgiday 46
Ja das mit dem Genre ist so eine Sache. Prinzipiell gibt es da keine Einschränkungen, solange Schauspieler ordentlich tragen bin ich eigentlich dabei. Lieferanten wie dieser neue Headshot allerdings zeigen, dass sich im Gore Berreich cinematisch eher unwillige Regisseurer bewegen. Deswegen war ich doch überrascht so ein Perlchen da zu finden.

Auch dir ein frohes Fest, auf weitere Überraschungen beim Videoabend. I Spit on your Grave 2 liegt noch ungeschaut im Regal, so wirklich freuen tu ich mich nicht auf den..

25.12.2018 09:10 Uhr - Universal Terminator
1x
Für Fans eben des harten Thrillers natürlich eine absolute Perle.
Schön aber auch zu lesen, dass er so auch gefällt.
Nur das mit der fehlenden Handschrift kann ich so gar nicht "unterschreiben".

25.12.2018 18:46 Uhr - kokoloko
2x
User-Level von kokoloko 10
Erfahrungspunkte von kokoloko 1.486
Die Beleuchtung der Setpieces und die Ästhetik dieser Gewaltoper heben den Film imo auf ein fast so hohes Level wie den endlos poetischen "A bittersweet life", weshalb ich hier gut und gerne einen Punkt mehr zücke. Auch über zu wenige weite Aufnahmen kann ich mich nicht beschweren, abseits davon aber eine großteilig nachvollziehbare Kritik mit interessanten Vergleichen und Schwerpunkten. Dass es einzig um die Darstellung von Gewalt geht würd ich wohl auch nicht sagen, der Schwepunkt liegt bei den Charakteren und deren brodelndem Innenleben.

26.12.2018 00:54 Uhr - gorgiday
User-Level von gorgiday 2
Erfahrungspunkte von gorgiday 46
jawohl Herr Kokoloko, so briselt das auch langsam rein bei mir. Mir sind nur die angewandten Methoden sehr direkt erschienen, quasi geblendet vom Licht und den Fokus verloren. Er reift gerade

26.12.2018 12:34 Uhr - cecil b
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.972
Ich wünsche allen ein frohes Fest und danke für die Reviews! :)

26.12.2018 19:47 Uhr - JasonXtreme
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.545
ordentlich rezensiert, mit ein paar schönen Sätzen. Das mit Wahlberg kapier ich nicht...

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)