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cecil b
Level 17
XP 5.901
Eintrag: 16.05.2019

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Valerie - Eine Woche voller Wunder

(Originaltitel: Valerie a týden divu)
Herstellungsland:Tschechoslowakei (1970)
Genre:Horror, Drama, Fantasy, Liebe/Romantik
Alternativtitel:Valerie and Her Week of Wonders

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,71 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Als der jungen Valerie eines Nachts ein paar Ohrringe gestohlen werden, erwacht sie gerade noch rechtzeitig, um den Dieb davonlaufen zu sehen. Siel läuft ihm nach, doch auf ihrem nächtlichen Streifzug wirkt alles auf einmal seltsam fremd. Als am nächsten Tag eine Truppe Schausteller in ihr Dorf kommt, um für ein Hochzeitsfest zu spielen, bekommt die bisher heile Welt von Valeries wohlbehütetem Zuhause langsam Risse. Eine furchterregende Fratze lächelt sie aus der Menge an und auch ihre Großmutter scheint irgendwie verändert, während Vampire, lüsterne Priester und Dämonen im Dorf plötzlich ihr Unwesen treiben.
eine kritik von cecil b:

 

 

Diese tschechisch slowakischen Filme aus den Siebzigern, die sind oft erstaunlich. Was hat mich DER LEICHENVERBRENNER umgehauen. Eine extrem gewagte, durch die Blume der Metaphorik versteckte Kritik an politischen Grauen. VALERIE -EINE WOCHE VOLLER WUNDER ist wundersam, ebenfalls kritisch, einzigartig.

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans eines der wichtigsten kreativen Köpfe des tschechischen Surrealismus, und Mitbegründer des Poetismus, Vítězslav Nezval, ist ein Märchen, ein Horrorfilm, ein philosophischer Film, der interpretationsfreudigen Filmfans ein Festmahl ist. In Gedanken daran, dass Nezval seinen Roman im Jahre 1935 veröffentlicht hat, und er selbst sagte, dass er sich dabei auch an Friedrich Wilhelm Murnaus NOSFERATU -EINE SYMPHONIE DES GRAUENS orientiert hat, wird die Story bestimmt nicht weniger interessant. Ganz im Gegenteil.

Religiöse Mächte werden als Horror dargestellt, explizit die Kirche. Es kann auch eine Kritik, die an ein nationalsozialistisches Gedankengut gerichtet ist, gesehen werden. Die Parallelen zur Verblendung einer ganzen Gesellschaft sind in jedem Fall enthalten. Der Ausgangspunkt ist die Selbstfindung einer jungen Frau, Alain Robbe-Grillets EDEN UND DANACH nicht unähnlich. Und man kann Regisseur Jaromil Jireš ( Der Schrei,† 2001) nur dafür danken, dass er tatsächlich Illustrationen von Nezlas zu Szenenbildern umgestaltet hat. Die surreale Geschichte rund um Valerie gleicht einem Traum, traumhaft schön und albtraumhaft zugleich. Jireš hat Nezvals Roman zusammen mit Ester Krumbachová ( Zähmung eines Teufels,† 1996) in ein Drehbuch verpackt, das der Aufmerksamkeit und den grauen Zellen von Anfang bis zum Ende so einiges abverlangt. Die Symbole reihen sich schier endlos aneinander, und es ist sinnvoll, sie oft wie bei einer Traumdeutung, mit der Symbolik der Märchen und der allgemeinen psychologischen Deutungen zu interpretieren. So kann sich der Sinn des Gezeigten eröffnen, und das Prinzip des Style over Substance hinter sich lassen. Insofern gehe ich bei meiner Interpretation mit den genannten Gedanken-Stützen vor.

 

 

Die Schausteller kommen mit Pauken und Trompeten, schleppen viele in ihrem Trott mit, und beeinflussen das Verhalten eines ganzen Dorfes, das an sich ein schöner Schauplatz ist. Die Gesellschaft, in der sich Valerie nun aufhält, sie hat oft die bleichen Gesichter von Toten. Die lebenden Toten können freilich als eine Gesellschaft verstanden werden, die ihr eigentliches, natürliches Ich, begraben hat, wie Bewegungen, die in der Geschichte das individuelle Gedankengut durch kollektiven zwischenmenschlichen Wahnsinn ersetzt haben. Da wundert es nicht, dass auch davon gesprochen wird, dass Missionare im Anmarsch sind. Die Untoten ergeben verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Mit jedem Tod beginnt ein neues Leben der Hinterbliebenen. Für Valerie beginnt ein neues Leben. Die 'Zombies' können in der Traumsymbolik nicht nur einen schwierigen neuen Lebensabschnitt bedeuten, sondern auch den unterbewussten Anreiz, dafür, in die Zukunft zu blicken, und die persönliche Suche nach Ratschlag. Die lebenden Toten tauchen in Valerie eine Woche voller Wunder auch verhüllt in Leichenhallen auf, und lachen in der Gruft. Der Versuch, seine Identität zu verbergen, die Angst vor dem Tod, physisch wie seelisch?

Die Kleider der Figuren sprechen auch für sich. Es wird schwarz oder weiß getragen, nur selten sind Graustufen dazwischen zu sehen. Schwarz bedeutet in diesem Fall wohl u. a. die Angst vor dem Tod, Unabänderlichkeit, das Furchterregende und Geheimnisumwitterte. Weiß ist die Reinheit, die Unschuld. Die Geistlichen nutzen Schwarz und Weiß je nach Gebrauch, je nachdem, wie sie damit die Untergebenen beeinflussen wollen, und welches Bild sie dafür darstellen. Valeries Kleid ist eigentlich weiß, aber sie trägt auch dunklere Kleider, die ihre  Ambivalenz sichtbar machen. 

Die Perlen, die Valerie stibitzt werden, sind ein Geschenk der Familie, welches von Generation zur Generation weitergegeben wird. Sie können durchaus dafür stehen, dass Valerie während ihres seelischen Umbruchs nach Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung sucht, die eine Familie bedeuten sollte. Als Valerie sich aufmacht, ihr familiäres Fundament wieder für sich zu gewinnen, ihre Wurzeln zu erkennen, versucht sie aber auch, sich davon zu lösen, und in ihrer Umgebung neue Eindrücke für sich zu gewinnen, die ihr Leben ergänzen, und anders Festigkeit geben. Wem kann sie vertrauen, wer kann sie zu der Frau machen, die sie sein möchte? Welche Türen können sich durch andere öffnen? Sie begegnet Priestern und deren zahlreichen untoten Gefolgsleuten, Vampiren, und auch Tieren, die eine Bedeutung fordern.

Dem Iltis wird in Valerie -Eine Woche voller Wunder von den Figuren eine große Bedeutung beigemessen. In der Traumdeutung warnt dieses Tier vor Verrat und Betrug, es bedeutet auch Angst vor der männlichen Sexualität, und verkörpert daher passend männliche Aggression, Sexualität und Habgier. Der Iltis wird mit der grinsenden Fratze, den Untoten in schwarzer Kutte, verglichen, der Valerie bei der Hand nimmt. Der 'schwarze Mann' ist auch ein lüsterner Vampir, der Valerie zu verführen versucht. Er kann nicht nur als böse beschrieben werden, da er Valerie einen Blick hinter die Kulissen gewährt, und aufdeckt, welch verlogener, egoistischer, zum Teil sadomasochistischer und ausbeuterischer Machtmissbrauch hinter kirchlichen Mauern stattfindet. Ein Teil der herumtollenden,  geilen Erwachsenen, die Valerie häufig beim sexuellen Akt in der Öffentlichkeit beobachtet, erfreut sich daran lachend, und in Einvernehmen, während die Geistlichen sexuell nur ihre Macht ausleben. Wer Farbe bekennt, hat auch Farbe im Gesicht, die Mitläufer und Egoisten sind bleich. Der Iltis ist bestimmt nicht nur zu sehen, weil er so schön anzusehen ist. Bereits in den ersten Minuten des Films wird gezeigt, wie das Tier aus der Familie der Marder mit einem toten Huhn im Maul umherstreift.

Hühner tauchen immer wieder gezielt auf, auf unterschiedliche Art und Weisen. Das Huhn weist im Märchen oder Traum oft darauf hin, dass man sich im Leben auf die wesentlichen Dinge konzentrieren sollte. Valerie muss Prioritäten setzen. Sie greift nach Hühnern, was in der allgemeinen Traumdeutung dafür steht, dass man sich nicht blindlings in unbefriedigende Liebesaffären stürzen sollte. Da Valerie von untoten Männern und Frauen, gleich auch von Vampiren, bezirzt wird, sie sich aber oft gegen diese richtet, ist hier ein Zusammenhang zu finden. Sie ist neugierig, verschließt sich nicht gänzlich, und flirtet mit vielen. Sie möchte aber ihre Farbe im Gesicht behalten, und nicht durch eine Verbindung zu einem hirntoten Teil dieser Gesellschaft werden. Tatsächlich kann das Huhn in der Traumdeutung auch als ein Sinnbild gelten, für ein naives Mädchen, das sich schnell verführen lässt! Das Gackern der Hühner steht dann dafür, sich auf die Gedanken zu konzentrieren, die schwer kontrollierbar sind. Die hormongesteuerte sexuelle Orientierung ist prädestiniert dafür, schwer kontrollierbar genannt zu werden. Die spirituelle Deutung sieht im Huhn auch einen Hinweis darauf, dass der Träumende seine eigenen Ängste erkennt. Das fliegende Huhn ist das Bestreben nach Freiheit, der inneren, wie äußeren. Valerie möchte sich selbst aus dem Ei pellen, die Schale abwerfen. Der Hahn bedeutet auch grobe Männlichkeit, von der Valerie viel zu spüren bekommt, die Henne eine positive Unschuld, die das Mädchen auch mit sich trägt. Valerie wird auch die Schlachtung eines Huhns sehen. Darin sieht die allgemeine Symbolik das Ende einer von Trieben und Leidenschaften getragenen Zeit, den Beginn einer Zeit, in der die Vernunft wieder Einzug hält. Hoffen wir es, für Valerie?

Die bleichen Figuren gieren nach Valerie, die weiblichen Vampire gehen teilweise sanft mit ihr um, doch auch auf ihrer Seite wird die Macht über andere zelebriert, hier wird die sexuelle Macht genutzt. Selbst die Vampire warnen in der Traumdeutung davor, in der realen Welt ausgenutzt zu werden, vor falschen Freunden, vor zu viel Gutmütigkeit. Auch sie können die Angst vor emotionalen und sexuellen Beziehung symbolisieren. Alles, was auf dem Boden geht, ist ein zweischneidiges Schwert, nur die Vögel, die aus eigener Kraft den Erdboden verlassen können, sind dann frei. Valerie kann nach dieser Freiheit greifen, aber sie kann nicht hinterher fliegen, und muss mit sich in der Gesellschaft auf dem Boden ins Reine kommen. Oder?

Valerie sucht die Nähe zu Tauben. Im  Zusammenhang sind sie wohl das Symbol für Frieden, das Bedürfnis nach Harmonie und Geborgenheit. Das Federvieh wird von den Geistlichen missachtet, die verblendeten Zweibeiner und die Vierbeiner sind gefährlich für es. Valerie begegnet nicht nur zweifelhaften Männern und männlichen Vampiren sondern auch einem Mann, der, nachdem er von Valerie von seinen Ketten befreit wurde, nicht nur triebhaft, sondern auch aufrichtig, fürsorglich und liebevoll ist. An dieser Stelle kann man eine weitere symbolische Bedeutung der Taube hinzuziehen. Sie steht auch dafür, dem wahren Glück vor Augen zu folgen, und einen Partner zu erkennen, der einen auch geistig ergänzt. Und die Taube hält auch für die Deutung her, achtsam mit seiner Umgebung umzugehen, um Missgunst zu verhindern. Darauf hätte Valerie 'hören' sollen? Der letzte Teil des Films  steigert sich tiefschwarz humorvoll, und setzt dem ganzen ein Ende auf die Krone, welches an makabere Ideen des Christentum erinnert. Und all diese Kunststücke, die sind attraktiv in ein natürliches Licht, und ebensolche Farbgebungen, gehüllt. Sehenswert.

Halbnahe und halbtotale Einstellungen haben die Oberhand, sie setzen die Figuren mit ihren wesentlichen Handlungen gut in Szene. Wenn ganze Schlangen von Menschen im Trott einer gewollten, meist religiösen Massenhysterie folgen, kann der Zuschauer durch lange Einstellungen und die Totale den Überblick behalten. Kameramann Jan Curík (Begegnung im Julie, † 1996) überzeugt immer, besonders bei der Vogelperspektive, die vor allem in riesigen Innenräumen und Katakomben eingesetzt wird! Josef Valusiaks (Auf dem Kometen) Schnitte können die vielen Eindrücke gekonnt miteinander verbinden, selbst, wenn verschiedene Handlungen vieler Figuren festgehalten werden, und sich Szenen sprunghaft austauschen. Was dazu an Musik zu hören ist, komponiert von Lubos Fiser (2 tschechische Löwen für Nejlepsí hudba, † 1999) und Jan Klusák (Monte Christo), das ist ein Fest der Sinne. Orgeln, Flöten, verzerrte Geräusche, Männer- und Frauenchöre, Harfen, Geigen und weitere akustische Begleitungen passen wunderbar zum märchenhaften Stil.  Die wirksame Dramaturgie wird auch durch die Musik untermauert. Alle Schauspieler sind aus demselben Holz geschnitzt. Ein ganz edles, ohne Ausnahme. Besonders der schwarze Mann, der seine Arme für Valerie öffnet, und dies noch mit seinem Fledermaus-Flügel-artigen Umhang verstärkt, und die Protagonistin, werden großartig gespielt. Jirí Prýmek (Taugenichts) kann der Regieanweisung, die auch durch die Gestaltung der Figur eine gelungene Verbeugung vor Nosferatu darstellt, gerecht zu werden. Und die zuckersüße junge Protagonistin, Jaroslava Schallerová (Liebe), die durch ihre leichtfüßige, neugierige Art, fast jeden betört, auch den Zuschauer, macht einfach alles richtig. Ihre Angst ist auch sichtbar, und trotzdem bleibt sie selbst dann eigentlich stärker als alle anderen. Großartig.

 

 

Valerie -Eine Woche voller Wunder ist nur für Fans von Kunstfilmen geeignet. Wer von einem Film fernab vom Mainstream gefordert werden möchte, sich nicht von den nur wenig untertitelten, aber vielen -teilweise abstrakten- tschechischen Dialogen abschrecken lässt, der kann ein besonderes Filmerlebnis erwarten, und darüber philosophieren, was er darin sieht. Dennoch, VALERIE -EINE WOCHE VOLLER WUNDER ist manchmal nah am Kitsch, stark beladen, und sehr eigen. 

8, 5 Punkte. 

8/10
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Kommentare

16.05.2019 12:49 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
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Du hast wirklich ein Talent die vergessenen Perlen herauszufischen. Valerie finde ich auch ganz bezaubernd, nicht ganz phänomenal, so aber doch einzigartig. Muss ich am Wochenende gleich mal wieder schauen, am besten im doppelpack der bildstörung mit „... und erlöse uns von dem Bösen „

Top vorgestellt mal wieder, danke!

16.05.2019 15:52 Uhr - The Machinist
1x
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Erfahrungspunkte von The Machinist 372
Sehr interessant zu lesende Analyse zu einem nach wie vor faszinierenden Film.

Respekt für das umfangreiche Format!

16.05.2019 18:20 Uhr - Egill-Skallagrímsson
1x
DB-Helfer
User-Level von Egill-Skallagrímsson 4
Erfahrungspunkte von Egill-Skallagrímsson 227
Tolle Review, Cecil. Würde den Film am liebsten heute abend anschauen!
Schade, dass ich kein Tschechisch kann, obwohl eine Familienhälfte von dort stammt. :-(

16.05.2019 18:46 Uhr - Nubret
1x
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Hmmh, hmmh, hmmh. Den hab ich noch nicht gesehen. Wird sich ändern.

Grandiose Besprechung wieder mal!

16.05.2019 18:51 Uhr - Dissection78
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Nein! NEIN!! 😭

Den wollte ich in einem Double Feature unterbringen. Ich hatte vor, "Valerie" zusammen mit einer zweiten Rezi über ein anderes, düster-mystisch-poetisches Werk aus Europa mit einer weiteren jugendlichen Protagonistin vorzustellen. Die wären aber nicht vor dem nächsten Monat rausgekommen. Habe mir schon Notizen gemacht und wollte noch den Einfluss von "Valerie" auf "Die Zeit der Wölfe" und Teile der Folkmusik-Szene erwähnen sowie die kurze Phase eines liberaleren kulturellen Klimas in den 60ern bis Anfang der 70er während der kommunistischen Diktatur in der Tschechoslowakei. Ich muss sogar sagen, ich finde Jaromil Jireš Streifen etwas unzugänglicher als die ganzen Jodorowskys, wenn auch klarerweise nicht so roh und brutal, sondern zarter. 9 Punkte. Ich bin aber selbst Schuld, wenn ich nicht in die Pötte komme.
Die Kritik zum zweiten Film liefere ich noch... wenn mir keiner zuvorkommt (Dir oder Nubret würde ich's zutrauen!): Eine Grusel-/Coming-of-Age-Schauergeschichte, gedreht in den 80ern, storytechnisch Anfang des letzten Jahrhunderts angesiedelt.

16.05.2019 19:50 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 9
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"Zeit der Wölfe" ist tatsächlich klasse. Aber keine Angst, der steht nicht auf meinem Besprechungsplan. Da geniesse ich dann lieber Deine Rezi, Dissection!

16.05.2019 21:14 Uhr - Dissection78
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Danke, Nubret! Ja, "Die Zeit der Wölfe" ist klasse, wäre in meinem "Valerie"-Review aber nur lobend erwähnt worden, weil dort ein gewisser Einfluss von Jireš' Film auszumachen ist. Meine zweite Besprechung werde ich einer anderen, unbekannteren, besagten Werken nicht komplett unähnlichen Coming-of-Age-Schauermär mit leichtem Gothic-Touch widmen. Hm, das heißt... vielleicht kommt aber irgendwann doch eine "Die Zeit der Wölfe"-Rezension von mir :)

17.05.2019 00:38 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Freut mich sehr, dass euch die Review gefällt, obwohl sie bestimmt so speziell wie der Film ist. :)

Dissection78: Aaaargh! Ich fühle mit!
Hatte eine Review zu diesem Film seit bestimmt einen halben Jahr geplant, und hatte erst jetzt Zeit und Nerv, es anzugehen. Die politischen Umstände, die du erwähnt hast, kann man definitiv auf Valeries Darstellung beziehen! Wobei man daran denken muss, dass der Roman von 1935 ist. Aber die Brisanz war ja zu der Zeit der Verfilmung auch ähnlich da! Da ich ja aber schon so viel geschrieben habe, und ich ohnehin etliche Deutungen mit eingebracht habe, wollte ich diesen konkreten Umstand nicht noch deutlich mit einbringen. Hatte die Angst, dass es dann für den Leser bald zu viel werden könnte, weshalb ich das Prinzip der verblendeten Gesellschaft nur mehrmals allgemein angesprochen habe. Ein Satz dazu hätte das Review aber noch abgerundet, eventuell editiere ich das noch. Diese politischen Umstände hatte ich bei der Review zu DER LEICHENVERBRENNER ausführlich eingebracht, bei VALERIE könnten die wie gesagt noch deutlich erwähnt werden, und das sollte ich auch machen, denke ich.
Des Weiteren könnte auch mit rein, wie viele nennenswerte Filme Inspiration bei Valerie gefunden haben, was du ja auch schon ansprichst. Hatte überlegt, das noch in einem separaten Text anzusprechen, was ich da auf der imdb gelesen habe.
Eine weitere Review, die die Schwerpunkte eventuell noch anders setzt, wäre ja aber auch sinnvoll. ;) Allgemein, weitere Auffassungen. Selbst die Dinge, die ich angesprochen habe, könnten noch aus einem anderen Licht betrachtet und beschrieben werden. Ich bin ja auf vieles bewusst nicht eingegangen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen, oder das Review zu überladen. Zum Beispiel: Tauben auf dem Baum, Menschen auf dem Baum. ;) An Jodorowsky hatte ich übrigens auch gedacht, hatte dem in Review, weil es nahe liegt. :)

Ich würde mich riesig über jede weitere Review von dir freuen, das weißt du. Du hast schon nennenswerte Reviews geschrieben, als ich noch beim ausführlichen Kommentar war.

UND, ich weiß, wie wir ein weiteren Vorfall dieser Art verhindern können! Das ist in 7 Jahren nur zweimal vorgekommen, dass ich da deine Pläne durchkreuzt habe. ;) Zweimal zu oft. :( Wenn du so etwas planst, öffne Review schreiben, zu dem Film. Dann sehe ich das ja. Ich kann dich dann anschreiben, wann du dazu eines schreiben möchtest, und dann kannst du dir alle Zeit der Welt dafür lassen.

Egill: Thanx a lot! Finde es sehr cool, dass du wieder öfter bei den Kommentatoren mit dabei bist. Auch daher, weil wir nicht selten einen ähnlichen Geschmack haben, was Filme angeht. Ich bin sehr froh darüber, dass ich die Originalsprache hören konnte. Eine für mich schöne Sprache, die den Film aus meiner Sicht noch 'geheimnisvoller' und 'verwinkelter' macht.

DIE ZEIT DER WÖLFE: Habe ich nie bis zum Ende gucken können! Kam nicht so richtig auf den Stil klar, was ja nicht wertend gemeint ist.

Der wahre ASH: Das Talent hast du aber auch. Bildstörung ist der Hammer. Du hast guten Geschmack, ist ja klar. ;)

The Machinist: Vielen Dank!!!! Ist etwas lang geworden, aber, der Film gibt auch extrem viel her. Selbst, wer meine Deutung liest, wird noch etliches entdecken. Mein Review kann mMn das bewusste Erlebnis inspirieren und erweitern, so denke ich bei solchen Reviews auch.

Nubret: Danke auch dir! Der ist was für dich, und eine Review von dir wäre zweifelsohne eine Bereicherung. Wie jede von dir, die ich gelesen habe.

2012 waren meine Reviews nicht so lang wie dieser Kommentar. HiHi. Demnächst gibt es wieder reinen Horror von mir! :) Der eine ungeschnittene Neuveröffentlichung verdient hat!!!!

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