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Don't Breathe

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Untitled Fede Alvarez/Ghost House Thriller
Man in the Dark, A
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,72 (60 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine Gruppe von Freunden bricht im festen Glauben, den perfekten Diebstahl zu begehen, in das Haus eines wohlhabenden blinden Mannes ein. Es sollte ihr letzter Einbruch sein, um sich eine neue Zukunft aufzubauen. Mit ersterem hatten sie recht: Es wurde Ihr letzter...! (Sony Pictures Germany)

eine kritik von dicker hund:

Fede Alvarez besetzte den Thriller "Don't Breathe" drei Jahre nach seinem Remake zu "The Evil Dead" mit derselben Hauptdarstellerin, Jane Levy, die auch das Cover ziert. Ihre Rolle Rocky ist Mitglied einer Einbrechergruppe, der noch ihr vorlauter Macker Money (Daniel Zovatto) und ihr geduldiger Anhimmler Alex (Dylan Minnette) angehören. Diese drei höchst diversen Individuen können als Sympathieträger mit Fragezeichen begriffen werden, deren Taten zwar moralisch verwerflich, vor dem Hintergrund ihrer Lebenslage jedoch verständlich erscheinen können.

"Einen Blinden zu berauben ist nicht wirklich cool, oder?"

Dieser ist indes eine ebenfalls ambivalente Figur, welche ihr Mime Stephen Lang mit anerkennenswerter Derbheit ausfüllt, freundlich unterstützt von den Make-Up-Spezialisten, die seine Augen für die optimale Mischung aus Mitleid und Abscheu hergerichtet haben. Seine Räumlichkeiten im abgeschiedenen Vorstadthaus sind öde, trostlos und schaurig-schön zugleich, womit sie eine gewisse Ähnlichkeit mit den Behausungen der Protagonisten aufweisen.

"Alle ziehen hier weg."

Das schließlich zum Zielobjekt markierte Haus birgt indes nicht nur in architektonischer Hinsicht so manches Geheimnis, so dass die aus dem Bruch folgenden Ereignisse kaum vorhersehbar sind. Schon bald steigt die Spannung, wobei der Score besonders die ansonsten stillen Momente effektiv intensiviert. Während wenig, dafür aber auf den Punkt gesprochen wird, findet die Kamera eine angenehme Balance zwischen Innehalten und Bewegung. Dann knallt es.

Was Alvarez an Gewalt (5/10) zeigt, ist im Prinzip zwar nur von durchschnittlichem Niveau, geht dem Zuschauer aufgrund der interessanten Charaktere aber nahe. Dank weiterer fieser Ideen weiß sein "Don't Breathe" wirkungsvoll eine gehörige Portion Schrecken (Horror 6/10) zu verbreiten. Vorneweg fällt hierbei die einzige Szene, die im weiteren Sinne mit Sex (2/10) zu tun hat, viel mehr in eine solche Kategorie als in jene der Erotik - und dürfte am Nachhaltigsten im Gedächtnis verhaften. 

Ganz fehlerfrei geriet die Variante der HomeInvasion in "Don't Breathe" allerdings nicht. Denn in dem um Realismus bemühten Subgenre besteht eine gewisse Anfälligkeit für Kritik an überkonstruierten Abläufen und unschlüssigen Szenen, die man dem typischen Slasher- oder Zombieflick viel leichter nachsieht. Einige Beispiele hat der Kollege Fratze schon erwähnt, leider zu Recht, zieht sich der Eindruck unlogischer Klischees doch bis zum Ende durch das Drehbuch. Befriedigende Antworten auf Fragen wie "Kann man nach so etwas einfach wieder aufstehen?" und "Ist die Person so erprobt oder unerfahren im Nahkampf, dass sie derart austeilen beziehungsweise verfehlen kann?" lassen sich anfangs noch finden, werden im weiteren Verlauf dann aber ohne Not Mangelware. Bar ironisierenden Humors (1/10) schlagen die vielen Ungereimtheiten voll zu Buche, was angesichts einiger vorausschauend angedeuteter Details wie dem gläsernen Dach schade ist. Denn an derlei Kleinigkeiten und der anfänglichen Konsistenz wird sichtbar, dass durchaus Potential für eine in sich rundum geschlossen erzählte Geschichte vorhanden war.

Doch trotz der zunehmend generischen Dramaturgie gelingt es dieser großen Filmperle (8/10 Punkten), eine dichte Atmosphäre aufzubauen und zu halten. Mit einer eher unverbrauchten Grundidee und überzeugendem Cast ist die halbe Miete schon gezahlt; geschockt wird mit Finesse und twistreichen Entwicklungen. Selbst in Sachen Härte gibt es angesichts der inzwischen auch im Rahmen einer FSK 16 bestehenden Möglichkeiten nichts auszusetzen, so dass das gelegentliche Stirnrunzeln schnell wieder verfliegt.

 

8/10
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Kommentare

24.02.2019 07:23 Uhr - naSum
4x
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Da bleibt mir die Luft weg. Toll geschrieben ;)

Den Film fand ich allerdings abgründig schlecht, musste ich doch jegliche Logik und Realismus vermissen und die von dir ebenfalls kritisierte stark konstruierte Handlung hat mir enorm sauer aufgestoßen.

24.02.2019 08:38 Uhr - Nubret
3x
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Ich fand den auch recht gelungen, trotz der kleinen Mängel. 7-8 kann man da schon vergeben.

Deine Besprechung gefällt mir allerdings noch besser. Die konstante Qualität Deiner Reviews ist wirklich bemerkenswert, Du ausgekochter Höllenhund!

24.02.2019 10:49 Uhr - Lukas
2x
Schöne Review zu nem klasse Film, der wie du geschrieben hast atmosphärisch durchweg überzeugt. Klar ist es mit der Logik oft nicht weit her, aber bei welchem Horrorfilm ist es das schon?! Von mir gäb's auch ne 8/10.

24.02.2019 11:09 Uhr - The Machinist
2x
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Ja, liest sich durchweg sehr gut.
Der Film hat mir damals auch super gefallen. So ein richtig spannend-schnörkelloser Horror-Thriller.

24.02.2019 22:04 Uhr - dicker Hund
1x
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Vielen Dank!

@naSum
Bisher habe ich erst einen Film als ziemlich schlecht (2/10) bewertet - und das war "Zombie - The Ressurrection". Von solchen Abgründen ist der hier meilenweit entfernt ;-)

24.02.2019 23:29 Uhr - Fratze
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Vielen Dank für die Bluuuuumenn... ^^

Mal wieder ein brillianter Beitrag aus der Hundehütte zu einem tollen Film, und das im Gegensatz zu meiner Kritik nahezu spoilerfrei 8P Hut ab!

Von mir gab's zwar ein Pünktchen weniger, weil mir die Ungereimtheiten etwas zu sauer aufgestoßen waren, trotzdem bleibt "Don't Breathe" damit aber auch m.M.n. deutlich über Durchschnitt.

25.02.2019 09:37 Uhr - naSum
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24.02.2019 22:04 Uhr schrieb dicker Hund
@naSum
Bisher habe ich erst einen Film als ziemlich schlecht (2/10) bewertet - und das war "Zombie - The Ressurrection". Von solchen Abgründen ist der hier meilenweit entfernt ;-)


Kann deine Wertung nachvollziehen, aber so gehen die Geschmäcker nunmal auseinander. Film ist ja neben objektiver Betrachtung auch immer subjektive Wahrnehmung. Die Konstruktion ließ mir den Film irgendwann einfach entgleiten, dass ich froh war, als der Abspann einsetzte... Qualitätiv ist er ja gut inszeniert, sicherlich weit über Zombie-Ressurrection, aber inhaltlich versperrte sich mir die Erzählweise.

26.02.2019 15:45 Uhr - Punisher77
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Wirklich gelungene Kritik - bei der Wertung gehe ich mit.

28.02.2019 19:03 Uhr - Insanity667
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Da wackelt die Hundehütte, fein fein! :) Fand den im Kino eigentlich überraschend gut, später dann, immer wenn er daheim im Player rotierte, sind mir die von dir genannten Logiklücken und einige arg klischeehafte Konstrukte immer mehr aufgefallen und dementsprechend auch aufgestoßen. Trotzdem würde ich mit der 8/10 mitgehen. Eine der wenigen positiven Überraschungen der letzten Jahre, hauptsächlich in Sachen Atmosphäre und Spannung! ;)

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