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Doomsday - Tag der Rache

Originaltitel: Doomsday

Herstellungsland:Großbritannien (2008)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,52 (162 Stimmen) Details
inhalt:
Nach dem Ausbruch eines aggressiven Killer-Virus wird Major Eden Sinclair (Rhona Mitra: „Underworld 3") von London in das abgeriegelte Schottland geschickt. Schottland ist seit 30 Jahren durch meterhohe Betonmauern mit Selbstschussanlagen von der Außenwelt abgeriegelt - der damals letzten Möglichkeit, das Killer-Virus zu besiegen. Doch nun ist das Reaper-Virus wieder aufgetaucht - und das Gegenmittel und die damit letzte Chance für den Erhalt der Zivilisation befindet sich in dem Niemandsland. Ein Spezialteam wird entsandt und gerät schnell in eine erbitterte Schlacht gegen eine kannibalistische Anarcho-Bande unter der Führung des durchgeknallten Punks Sol. Nur mit Mühe kann Eden mit ihrem Team entkommen und landet im Herrschaftsbereich des Wissenschaftlers Kane, der sie zum Gladiatoren-Kampf antreten lässt. Der Kampf um das Überleben der Zivilisation hat begonnen...
eine kritik von dicker hund:

Drei Jahre nach "The Descent" führte Neil Marshall Regie bei einer Sci-Fi-Produktion, die inhaltlich ein bisschen wie eine Mischung aus "Mad Max" und "Die Klapperschlange" daherkommt: "Doomsday". Dessen Endzeitszenario wird zugespitzt vorgestellt, so dass die zentralen Kampfhandlungen schon rasch beginnen.

An solchen mangelt es nicht. Da lassen Schüsse und Hiebwaffen schon einmal Körperteile bersten; die Verbrennung eines Menschen, Leichenfledderei und sogar Kannibalismus werden angedeutet (Gewalt 7/10, Horror 5/10). Das ganze Elend findet seine Wurzel in der geld- und machtgeilen Obrigkeit, die sich des skrupellosen Militärs bedient. Durch diese unbequem rebellische Attitüde entsteht eine sachte Beilage gefälligen Anspruchs, der die Frage der Abschottung und des Mauerbaus als kosmopolitischen Evergreen stellt, welche ja gerade wieder in Zeiten von Brexit und Mexiko-Grenzschutz-Postulaten brandaktuell ist. 

Die Fassade für das Himmelfahrtskommando besteht zwar aus CGI, geriet aber hinreichend düster und sieht ziemlich echt aus. Verfallene Landstriche des in der Quarantäne verwahrlosten, halb ausgestorbenen Schottlands strahlen in einer unheimlichen Pracht, welche an der Stimmung einen prägenden Anteil hat. Für diese erweist es sich allerdings als schädlich, dass die Protagonisten - eine Gruppe Soldaten auf einer extrem riskanten Mission - selbst in höchster Gefahr noch permanent mit Poser-Sprüchen um sich schmeißen. Ganz vorne dabei ist die Anführerin dieses "dreckigen halben Dutzend" Eden, der ihre Mimin Rhona Mitra zum Glück so viel Charisma verleiht, dass sie die Blässe und mangelnde Charaktertiefe ihrer Figur ein wenig zu kaschieren vermag.

"Hat doch kaum weh getan, oder?"

Für eine Identifikation hätte es indes eines Minimums an Persönlichkeit der Söldnerin (aller anderen erst recht) bedurft, zumal auch die Abläufe der Action mainstreamtypisch-heroisch geschrieben sind, so dass sie in Logik- und Spannungsgesichtspunkten schwächeln. Spätestens wenn man sich in einer Automobilreklame wähnt, fällt jedes Mitfiebern aus. 

"Das ist doch mal ein netter Anblick!"

Der Score fügt sich in die zynische Härte schon besser ein, indem er mit rauhen Rhytmen das hohe Tempo verstärkt, in welchem die Schauplatzwechsel stattfinden. Diese wissen mit einem Rudel Punks und einer mittelalterlichen Burggemeinde zu gefallen, dort vor allem wegen deren Anführern: Der vollkommen wahnsinnige Sol findet mit dem schon zuvor (mindestens) zweifach Marshall-erprobten Craig Conway als overactender Mel-Gibson-Verschnitt einen angemessenen Raum zum Sehen und Staunen, während Malcolm McDowell als Dr. Kane eine nicht minder kranke, doch gesetztere Rolle erhält. Den Alex aus "Uhrwerk Orange" erkennt man hier äußerlich kaum wieder, Rob Zombies Dr. Loomis schon eher. Das archaische Treiben der beiden Gruppen sorgt neben deftigen Einlagen für nette Bilder leicht bekleideter Tänzerinnen und halbwegs sleaziger Fummeleien an Gefangenen (Sex 2/10). Zuvor gehen (in gestellten Abläufen) einige Tiere auf das Konto der britischen Truppe, was mit einem gewissen Wortwitz unterlegt ist (Humor 2/10). 

Wer sich auf den indizierten "Doomsday" einlassen will, sollte sich auf eine für Marshall erschreckend oberflächliche Storyline und pseudocoole 08/15-Actionheld(inn)en einstellen. Kann man damit leben, geht der Film als geschmeidige Variante zu den australischen Klassikern in Ordnung (6/10 Punkten), wobei vor allem die Optik einschließlich der Verkleidungen der degenerierten schottischen Überlebenden mit wilden Tatoos, Rüstungen und Frisuren gefällt. Ein paar fiese Schnetzelszenen unterhalten trotz der vornehmen Kürze ziemlich blutig, eine Prise Hirn tut es ihnen in der sonst eher dummen Umwelt gleich. In anderen webseitenheimischen Reviews kommt der Titel noch deutlich besser weg, was sicherlich lesenswert ist, jedoch an dieser Stelle einmal frech mit dem Label "überbewertet" etikettiert sei.  

6/10
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Kommentare

28.02.2019 08:56 Uhr - sonyericssohn
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Nur 6 Punkte. Soso...
Der kratzt bei mir ganz knapp an der 9. Aber gut, so gehen die Meinungen auseinander.
Schöne Kritik dennoch. ;-)

28.02.2019 08:57 Uhr - (sic)ness_666
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Moderator
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Ich mag den Film ja mega gerne. Gebe dem fast die volle Punktzahl, da der auch immer wieder im Player landet. Aber toll geschriebene Review, auch wenn mich die mangelnde Tiefe hier keineswegs stört.
Trotzdem ein kleines Wort zu der "Automobilreklame" die du angesprochen hast. Tatsächlich ist dies kein Productplacement. Heißt es gab keine Verträge mit Bentley. Die drei (für die Dreharbeiten) eingesetzten Boliden hatte Marshall aus eigener Tasche bezahlt. Und eigentlich hätte er nur zwei gebraucht. Denn dass das Fahrzeug nach seinem Highlightsprung durch einen Bus noch (bis auf ein paar Kratzer und Dellen) völlig unbeschädigt war, konnte selbst der Stuntfahrer nicht glauben. Äußerst witzig im Making of anzusehen. "Warum hab ich jetzt drei von diesen Luxuskarossen geholt?" ^^

28.02.2019 09:27 Uhr - Mucki1979
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Nun ja, Marshalls Fime mag man, oder man mag sie nicht. Ich mochte Doomsday ausschließlich aufgrund der sehr konsequenten Goreeinlagen, Rhona Mitra und Lee-Anne Liebenberg.

Dementsprechend bin ich hier schon beim dicken Hund, denn handlungstechnisch wird hier leider wirklich kein Feuerwerk gezündet. Für mich wirkt es, als hätte sich hier Marshall einfach mal in ein paar durchaus kopierten Endzeit-Phantasien ausgetobt, denn der klassisch-britische Film ist ja entweder knochentrocken oder derbe humoristisch.

Aber ne 7 wäre bei mir jedenfalls drin.

28.02.2019 11:34 Uhr - Tom Cody
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"The wind of change is blowing a hurricane! Give 'em hell!"

Hm...ich bin ja auch einer von denen, die "Doomsday" mit 9/10 Punkten bewertet haben, einfach weil der Film so verdammt viel Spaß macht.
Ich kann aber auch die Kritikpunkte in deiner gut geschriebenen Kritik nachvollziehen, dass Marshall sich hier so völlig ungehemmt bei "Die Klapperschlange", "Mad Max", "Die Warriors", "28 Days Later", "I am Legend", Duran Durans "Wild Boys" und und und bedient.

PS: Aus der Konfrontation der beiden Powerfrauen Lee-Anne Liebenberg und Rhona Mitra hätte man allerdings noch etwas mehr herauskitzeln können.

"If you're hungry...have a piece of your friend!"

28.02.2019 11:47 Uhr - JasonXtreme
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Der is so herrlich blöd insgesamt, wie er spaßig ist :D ich hau da gerne die 8 raus, kann aber verstehen wenn er schlechter wegkommt. Als ich ihn das erste Mal sah, hatte ich ihn auch noch niedriger gewertet

28.02.2019 19:41 Uhr - naSum
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Kann Toms Kommentar oben nur zustimmen, die vierbeinige Wertung aber nachvollziehen, obgleich ich anderes erwartet hätte. Sehr gut argumentiert.

PS: Achja... Frechheit ;)

28.02.2019 20:12 Uhr - dicker Hund
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Mal wieder ein Spitzenfeedback aus dieser munteren Runde, vor allem wenn man bedenkt, dass viele hier nicht wirklich einer Meinung mit mir sind.
🙂

01.03.2019 15:04 Uhr - McGuinness
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Keinesfalls als " überbewertet " zu bezeichnen, sondern wohlverdiente 9 Punkte ist mir dieses herrlich - blutige Endzeitspektakel auf jeden Fall wert.

Ich kann aber deine Kritikpunkte durchaus nachvollziehen, denn es kommt natürlich auch immer darauf an, mit welcher Erwartungshaltung man an einen Film herangeht.
Bei diesem Werk hier brauch ich definitiv keine Charaktertiefe oder eine besonders ausgefeilte Story, da mir der Unterhaltungsfaktor durch die klasse Inszenierten Gewaltakte, einfach zu sehr zu gefallen weiß und die teils recht derben, blutigen Einlagen, sauber und anständig in Szene gesetzt worden sind.

Das sich hier bei einigen bekannten Genregrößen bedient wurde, stört mich keinesfalls, da Regisseur Marshall dem ganzen dann doch irgendwie seinen eigenen Stempel aufdruckt.

Ich finde den Film einfach nur spitze und sehe ihn mir hin und wieder immer mal gerne an 😁👍🏻

01.03.2019 15:10 Uhr - Insanity667
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Toll geschrieben und mit meinen 7/10 Punkten sind wir ja auch gar nicht so weit auseinander. Das Endzeit-Szenario, auch wenn frech zusammengeklaut, sind ein guter Kleister für das Ding gewesen. Sowohl Story als auch Charaktere lassen dagegen weitestgehend nur eine schwer füllbare Lücke zur höheren Wertung... die Action reicht halt doch nicht ganz... ^^

01.03.2019 21:55 Uhr - NICOTERO
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Perle von Film....

02.03.2019 07:21 Uhr - Nubret
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Unterhaltsam und blutig, mir hat aber auch bisschen was gefehlt.

Im Vergleich zu anderen Marshall-Filmen einfach etwas schwächer. Ein Glück kann man das von Deiner Besprechung nicht behaupten!

02.03.2019 12:38 Uhr - Oldsmobile442
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Ach du dicker Hund...bei mir kratzt der Film seit jeher an der Höchstnote, und finde ihn keineswegs überbewertet.
Besonders punktet der Film durch die Musik in der nur "angedeuteten Kannibalenszene" (Mensch wird am Spieß zu Roastbeef verarbeitet und vefüttert...weiß nicht was hier nur angedeutet ist...es sei denn es wurde die geschnittene Version gesichtet...da fehlt natürlich einiges)
Wer natürlich Malcolm McDowell lieber in seinen "anspruchsvollen Rollen" mit der Faust im Arsch eines römischen Centurio in "Caligula" oder mit einem riesigen Plastikpenis rumfuchtelnd a'la "A Clockwork Orange" erwartet, wird natürlich leicht entäuscht sein.
Aber als früher Endzeitknaller liegt er bei mir schon öfter im Player als MadMax und die anderen in die Länge gezogenen Genre-Kollegen.

02.03.2019 17:29 Uhr - dicker Hund
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Noch einmal ein dickes "Danke" in die Runde für die rege Anteilnahme.

@Oldsmobile
Beispiele für Filme, die Kannibalismus nicht nur in knapp gehaltenen Einstellungen im MTV-Schnitt zeigen, wären Doras "Cannibal", Roths "Green Inferno" und die einschlägigen Italiener. Den Gewaltfaktor habe ich gleichwohl bereits mit dem Gezeigten als drastisch eingeschätzt, Stufe 7. Wenn ich ausnahmsweise mal eine Cut-Fassung bespreche, schreibe ich das dazu.

02.03.2019 18:58 Uhr - Oldsmobile442
1x
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02.03.2019 17:29 Uhr schrieb dicker Hund
Beispiele für Filme, die Kannibalismus nicht nur in knapp gehaltenen Einstellungen im MTV-Schnitt zeigen, wären Doras "Cannibal", Roths "Green Inferno" und die einschlägigen Italiener. Den Gewaltfaktor habe ich gleichwohl bereits mit dem Gezeigten als drastisch eingeschätzt, Stufe 7. Wenn ich ausnahmsweise mal eine Cut-Fassung bespreche, schreibe ich das dazu.


Ok, alles klar. Wollte auch keinen Vergleich zu Kanibalenfilmchen herstellen...
Hab mich vielleicht an dem "angedeutet" ein bisschen zuviel aufgehangen...😉
Kein böses Blut. 🤝 Top Review! 👍 Wenn auch nicht ganz nachvollziehbar für mich. Aber Geschmäcker sind ja verschienden.

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