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Slither - Voll auf den Schleim gegangen

Originaltitel: Slither

Herstellungsland:Kanada, USA (2006)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Komödie, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,51 (25 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als widerliche Weltraumwesen die verschlafene Kleinstadt Wheesley verseuchen, hilft nur noch schonungslose Schädlingsbekämpfung. Während um sie herum Chaos ausbricht, müssen Sheriff Bill Pardy (Nathan Fillion aus "Serenity"), sein Team und Starla Grant (Elizabeth Banks aus "Jungfrau (40), männlich, sucht ...") die mörderischen Mutantenzombies daran hindern, ihre Heimatstadt und den gesamten Globus zu erobern ... (Universal Homepage)

eine kritik von mucki1979:

Auch wenn ich mich noch nicht allzu lang aktiv hier beteilige, so hat der ein oder andere sicher bereits mitbekommen, dass mein Interesse an Reviews eher weniger den Mainstream-Titeln gewidmet ist. Vielmehr liegt mein Interesse bei den kleinen und meist feinen "Perlen", die mir über die Jahre einfach in Erinnerung geblieben sind. So ist es natürlich auch um Slither gestellt, der trotz überwiegend komödiantischer Elemente allein durch den deutschen Titelzusatz "Voll auf den Schleim gegangen", in gewisser Weise leider in die Ecke des Trash geschoben worden ist. Aus meiner Sicht jedoch völlig zu unrecht!

 

Wer aktuell den Mainstream verfolgt, dem dürfte die Person James Gunn nicht fremd sein. Vor seiner Guardians of the Galaxy und Suicide Squad - Reboot Karriere war Gunn mehr mit Drehbüchern aus der Troma-Schmiede betraut und seinen wohl ersten reinen Achtungserfolg erreichte er ganz klar mit dem Drehbuch zu Zack Snyders Dawn of the Dead - Interpretation aus dem Jahre 2004. Seither ist Gunn natürlich auch für mich ein Begriff, wodurch sein Erstling hinsichtlich der hier besprochenen Kinoauswertung im Jahre 2006 auch mein Interesse weckte. Und ich muss sagen, enttäuscht wurde ich nicht im Geringsten.

 

Slither stellt aus meiner Sicht eine liebevoll umgesetzte Reminiszens an das Horrorfilmkino der 50er Jahre dar, wobei klare Parallelen zu Fred Dekkers "Die Nacht der Creeps" sicher nicht ungewollt erscheinen. Die Geschichte ist gleichwohl schnell erklärt, eine außerirdische Lebensform welche durch einen Asteroiden auf die Erde gelangt, bemächtigt sich des menschlichen Hirns. Das ganze garniert mit Schwarmintelligenz und kaum Scheu vor drastischen Splattereinlagen, die hierzulande äußerst gnädig mit Jugendfreigabe durch die Prüfung kamen. Dies ist sicher auch dem Umstand geschuldet, dass ein Großteil der Gewaltspitzen mit teils sehr deftigen humoristischen Sprüchen begleitet werden, wodurch die Gewalt natürlich auf gewisse Weise relativiert wird und nicht im zu ernsten Kontext erscheint. Ich meine, in seinem Herkunftsland hat Slither ein R-Rating.

 

So darf der kurz zuvor durch Serenity/Firefly schnell bekannt gewordene Nathan Fillion einen Dorfsherriff mimen, der seinen Job ohnehin nicht allzu ernst zu nehmen scheint. Klarer Hauptdarsteller sind hierbei durchweg seine sarkastischen Sprüche ggü. seiner Umwelt. Generell wird hier zudem geflucht was das Zeug hält, mit einem ordentlichen Schluck aus der Ironie-Pulle. Gregg Henry darf einen Bürgermeister mimen, der sich hart an der Grenze zum Tourette-Syndrom bewegt, während "Merle Dixon" - Michael Rooker und seine Holde Elizabeth Banks die zunächst eigentlichen Opfer der Invasion darstellen. Michael Rooker gelingt die spezienübergreifende Transformation hierbei bereits darstellerisch derart gelungen, dass die grafische Komponente hierbei fast in den Hintergrund gerät. Als kleines Gimmick wartet der Film zudem mit einem Lloyd "Troma" Kaufman - Cameo auf. Allerdings empfielt sich hier die Sichtung in der englischen Originalfassung, in welcher die ironischen Sprüche und Schimpfwörter irgendwie noch viel besser rüberkommen.

 

Sofern die Geschichte ersteinmal ins Laufen kommt, kredenzt uns Gunn alsdann eine ganze Batterie an Fun-Splatter-Szenen, die es einerseits in sich haben und aufgrund der fortwährend humoristischen Einlagen nicht nur visuell Freude bereiten. Hier wurde geklotzt und nicht gekleckert und sich in optischer Hinsicht ziemlich stark an den Yuzna-Gordon-Produktionen orientiert. Natürlich mit seinerzeit modernster Technik. Schön ist hierbei zudem, dass sehr viele Effekte immer noch handgemacht sind, bzw. der Einsatz von CGI allenfalls unterstützend erfolgte und nicht unangenehm in den Vordergrund tritt.

 

Fazit

 

Aus meiner Sicht ein absolutes Muss für Fans von Horrofilmen alter Schule, schön garniert im modernen Effektgewand und mit nicht jugendfreiem Humor. Das Hillbilly-Setting wird trotz vieler offensichtlicher Studioaufnahmen dennoch sehr schön eingefangen. Der Film hat eine ausgewogene Spannungskurve und auch der Score errinert an die alten Gruselfilme mit extraterrestrischem Invasionshintergrund. Sehr gute Effekte runden den ganzen Spaß ab und ein wirklich gut aufgelegter Fillion lasen das ganze dann eben nicht in den Bereich des Trash abdriften.

 

Ich finde es im übrigen sehr schade, dass Gunn seine klaren Stärken als Drehbuchautor und Regisseur im Horrorgenre zumindest derzeit nicht weiter zu pflegen oder zu entwickeln scheint. Er ist eben in Hollywood angekommen. Aber so alt ist er ja noch nicht, als das er sich nicht irgendwann wieder auf seine Wurzeln konzentrieren könnte.

 

Klarer Kandidat für einen geselligen Bierabend mit den Freunden.

8/10
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Kommentare

03.02.2019 22:03 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 16
Erfahrungspunkte von dicker Hund 4.747
Noch so ein Nachholkanditat von mir, angenehm aus dem Vergessen gereviewt.
😀

04.02.2019 09:20 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von Dissection78 3.905
Herrlich zwischen Mainstream und Independent-Underground driftend. Gunns Troma-Schule merkt man. Ecken und Kanten wurden zwar etwas abgeschliffen, doch sind sie immer noch klar vorhanden. "Slither" und "Super" gefallen mir persönlich jedenfalls besser als seine "Guardians of the Galaxy"-Teile. Sehr gut getroffen, Mucki!

Ach, und die Masken- und Mutationseffekte aus dem Hause Todd Masters sind abstoßend grandios gelungen :)

04.02.2019 17:18 Uhr - Lukas
1x
Schöne Review zu einem wirklich gelungenen Film, würde da sogar noch nen halben Punkt drauflegen! ;)

05.02.2019 00:22 Uhr - HATEMONGER
Sehr schöne Besprechung...
Der Film hat mir irgendwie nicht so gut gefallen.
James Gunn hätte lieber als Drehbuchautor bei TROMA bleiben sollen.
Dass er diesbezüglich echt was auf dem Kasten hat, hat er bei TROMEO & JULIA ja eindrucksvoll bewiesen... (Ja, ich oute mich hier mal als Troma-Fan :D).
Seinen Bruder Sam Gunn kann man in TROMEO UND JULIA sogar als Schauspieler bewundern,findet sein Charakter doch ein jähes Ende unter Beteiligung eines Wasserhydranten.
In Super - Shut up, crime spielt er einen Handlanger des Antagonisten.

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