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Poltergeist III - Die Dunkle Seite des Bösen

(Originaltitel: Poltergeist III)
Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Poltergeist III: The Final Chapter
Poltergeist III: We're Back
Poltergeist 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,71 (14 Stimmen) Details
inhalt:
Sie sind wieder da! Und sie haben es diesmal auf Carol Ann (Heather O'Rourke) abgesehen, den jüngsten Spross der Freeling-Familie. Das Mädchen wird von ihren Eltern zu Verwandten nach Chicago geschickt. Tante Patricia (Nancy Allen, Robocop) und Onkel Bruce (Tom Skerritt, Alien und Top Gun) können nicht ahnen, dass ihrer Nichte die dunkle Seite des Bösen in ihre Wohnung folgen wird. Die Poltergeister lauern schon darauf, das Hochhaus in seinen Grundfesten zu erschüttern und seine Bewohner in panische Angst und grauenhaften Schrecken zu versetzen. Allen voran der untote Sektenführer Kane will das blonde Mädchen ein für alle Mal zu sich ins Jenseits holen. Nur Tangina (Zelda Rubinstein), eine begabte Parapsychologin, ist in der Lage, das Horror-Hochhaus vor den leibhaftig teuflischen Gestalten zu retten.
eine kritik von chollo:

Obwohl "Poltergeist 2" aus qualitativer wie wirtschaftlicher Sicht im Vergleich zu "Potergeist" deutlich abgebaut hatte, entschlossen sich die Verantwortlichen von MGM dennoch im Jahre 1988 einen dritten Teil an den Start zu bringen. Ihr Vertrauen in die Geschichte und dem daraus resultierenden finanziellen Erfolg hatte aber spürbar nachgelassen. Spielte "Poltergeist" 1982 bei einem Budget von ca. 10,7 Mill. USD noch satte 77 Mill. allein in den USA ein, brachte es "Poltergeist 2" bei einem Budget von 19 Mill. USD "nur" noch auf ein Einspiel von 41 Mill. in den USA. Ein Abwärtstrend trotz höherer Investition war also deutlich erkennbar. Abgesehen davon war ihr Franchise aber wohl noch profitabel genug, um die Trilogie zu komplettieren. Natürlich geschah jenes dann aber mit einem spürbar geringeren Aufwand in Sachen Budget und dem Bereich Personalie.

"Poltergeist 3" bekam finanzielle Mittel in Höhe von knapp 10,5 Mill. USD zugesprochen. Nicht wenig wenn man bedenkt bei "Poltergeist" in etwa die gleiche Summe zur Verfügung gehabt zu haben. Doch 1982 ist nicht 1988, und das Haus der Freelings ist kein Hochhausgebäude in Chicago. Regisseur Gary Sherman ("Gesucht: Tot oder lebendig") musste sich also abseits von spärlich eingesetzten, und zudem teils wenig überzeugenden Spezialeffekten, einen Weg suchen den Horror zu transportieren. Nun Sherman ist kein Hooper und beileibe kein Spielberg, und so schwankt die Kraft seiner Szenen mitunter doch sehr. Ein positiver Aspekt von "Poltergeist 3" ist sein Verwirrspiel mit Spiegeln und Reflektionen. Schön zu sehen z.B. als Carol Anne ihrer Cousine Donna Gardner, gespielt von der jungen Lara Flynn Boyle ("Men in Black 2") eine Ansage macht, welche sich nur wenige Momente später als Einbildung entpuppt. Dem gegenüber steht aber ein bestenfalls ambitioniertes Special- Effects Programm, so zu sehen bei dem eingefrorenen Swimming pool dessen styropor- artige Oberfläche klar zu erkennen ist, welches nicht wirklich begeistert. Im Gegensatz zu Brian Gibson, dem verantwortlichen Regisseur von Teil 2, verrennt sich Sherman aber nicht unbeholfen und nur minder talentiert in abstrusen Ideen. Er findet sich deutlich besser in seinen Job, und die ihm zu Verfügung stehenden Mittel und Wege. Außerdem besitzt seine Form des Erschreckens auch etwas zeitloses, da es sich weg vom Mystischen, hin zu etwas greifbaren und visuellem hinbewegt. Was alle drei Regisseure der "Poltergeist"- Reihe wiederum vereint, ist die starke Einmischung auf Seiten der Produzenten. So soll die Testvorführung ähnlich desaströs verlaufen sein wie bei Teil 2, sodass umfangreiche Nachdrehs angeordnet wurden. Viel dieses bei seinem direkten Vorgänger noch durch Verwirrung im Handlungsverlauf auf, so wirkt "Poltergeist 3" stellenweise zu überhastet und speziell das Ende betreffend gar abgehackt.

Wie bereits erwähnt sind sie (praktischen) Effekte, vor Ort am Set inszeniert, lang nicht mehr so überzeugend wie bei seinen Vorläufern. Dieser Umstand mag mitunter an ebenfalls erwähnter Reduktion der professionellen Kräfte gelegen haben. Denn Anstatt die Aufsicht darüber dem Oscarprämierten Richard Edlund zu geben, übernahm diese Aufgabe unter anderen auch Regisseur Gary Sherman himself, der sich auch Special Visuel Effects Designer nennen darf. Der ist es dann wohl auch, dem man die eher gelungenen visuellen Effekte (Spiegelreflektionen), anstatt die zumeist laienhaft wirkenden praktischen Effekte zuschreiben kann. So darf dann auch bei der Szene in der Tangina als Kokon-artige Hülle missbraucht wird, eher gelacht als sich erschreckt werden. Von stümperhaft möchte ich hier nicht sprechen und einem Slasherflick der Achtziger hätten diese Effekt durchaus genüge getan. Aber wir befinden uns hier eben bei einem Eintrag in die "Poltergeist"- Reihe, und dafür reicht es eben nicht ganz.

Auch die Garde der Akteure wurde gewechselt, was aber meiner Meinung nach nicht wirklich stört. Natürlich hat die Familie Freeling spaß gemacht, und wir haben ihrem treiben gerne zugesehen. Sie aber jetzt nochmal für ein zweites Sequel zu erbrechen, wäre des Ganzen dann zuviel gewesen. Tom Skerritt ("Alien"), Nancy Allen ("Robocop") und Lara Flynn Boyle leisten zudem als Ersatzfamilie Gardner, überzeugende und solide Schauspielkunst. Einzige Verbindung zu den Vorgängern sind demnach nur noch Heather O'Rourke als Carol Anne Freeling und Zelda Rubinstein als Tangina Barrons. Heather O'Rourke scheint in den 6 Jahren Schauspiel nicht nur körperlich gewachsen, ihre Paraderolle als Carol Anne läuft sie hier fast Routinemäßig ab. "Poltergeist" wird wohl auf ewig mit ihr in Verbindung gebracht werden, da ihr trauriges Schicksal den vorläufigen Abschluss der sogenannten Flüche über das "Poltergeist"- Franchise bildete. Sie starb zwölfjährig nach Abschluss ihrer Dreharbeiten für "Poltergeist 3" am 1 Februar 1988 an den Folgen einer Notoperation verursacht durch einen Darmverschluss. Ob es neben dem offiziellen Ende, in dem in der Rolle von Carol Anne ein Double zu sehen ist, auch eines mit Heather O'Rourke gibt wie es einige Beteiligte bestätigen, wird wohl nicht mehr ermittelt werden können. Schade ist es um die Person und Schauspielerin Heather O'Rourke, ähnlich wie bei der nicht viel älteren Dominique Dunne aus Teil 1 und Will Sampson sowie Julian Beck aus Teil 2, allemal. Was die Rolle von Zelda Rubinstein als Tangina Barrons betrifft sind wir was mich betrifft am Höhepunkt der Abneigung angekommen. Ihr Charakter war mir nie sonderlich sympathisch, aber nachdem sie in "Poltergeist 3" nach knapp 90 Minuten Laufzeit gefühlte 300 mal den Namen Carol Anne geschmettert hat, kann ich neben ihrem Gesicht nun auch nicht mehr ihre Stimme hören. Ein weiterer Charakter (nämlich Kipley Wentz als Scott) ist so weichgespült und uninteressant, das man ihn im Finale gleich komplett vergessen hat. Da haben die Drehbuchautoren in der Zeit der Nachdrehs wohl geschlafen. Die Rolle des Reverend Kane übernahm bei Teil 3 der Geistersaga ein gewisser Nathan Davis. Dieser kommt neben der Optik auch darstellerisch nicht im mindesten an die Fähigkeiten eines Julian Beck heran. Sein Habitus wirkt beinahe schon Mitleiderregend, so ungelenk wie er sich hier durch die Szenerie mogelt.

Der Härtegrad wurde kurioserweise im Vergleich zu Teil 2 erheblich abgesenkt, obwohl man da noch viel hätte rausholen können. Sherman wollte wohl mehr über die Atmosphäre, statt über Blut und Gekröse kommen. Dieser Umstand war dann u.a. auch ein Grund für die Re- shoots, weil die MPAA beinahe ein "PG", statt des für die Serie üblichen "PG-13" für "Poltergeist 3" vergeben hätte.

Den Vergleich mit "Poltergeist" kann sich der dritte Output natürlich sparen, diese zwei spielen einfach nicht in derselben Liga. "Poltergeist 2" ist er meines Erachtens aber beinahe ebenbürtig, weil er auf andere Art und Weise funktioniert und mich der mystische Anstrich von Teil 2 etwas abgeschreckt hat. Für sich genommen eigentlich ein unterhaltsamer kleiner Horrorfilm der, wenn er keine Fortsetzung im Namen und Inhalt von "Poltergeist" gewesen wäre und seine Stärken im visuellen Bereich und dem Setting mehr fokussiert hätte, heutzutage eventuell einen besseren Ruf genießen könnte.

7/10
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Kommentare

14.02.2019 14:22 Uhr - sonyericssohn
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Den fand ich einfach stockfad !!! Dazu noch die in meinen Augen dilletantischen Effekte und eine extra dumme Story. Kein würdiger Abschluss für mich aber ein sehr würdiger Abschluss dieser Filmreihe.

Ach ja...es heißt doch abgesenkt, ned abgesengt oder ? ;-)
Hugh, der Klugscheißer hat gesprochen.

14.02.2019 15:48 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.200
Danke sony,
klar heißt es so, wurde geändert.
Nochmals Danke für den Hinweis ;)

14.02.2019 16:09 Uhr - sonyericssohn
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.347
Sehr schön ! ;-)

14.02.2019 17:22 Uhr - Mucki1979
User-Level von Mucki1979 6
Erfahrungspunkte von Mucki1979 560
Sehr fein Chollo!!!

Auch bewertungstechnisch bin ich bei Dir, mag den mehr als Teil 2, der nur ne Kopie von Teil 1 gewesen ist.

Das Setting im Hochhaus hat mir gefallen und die überschaubaren Effekte waren aus meiner Sicht ziemlich cool und fies (Stichwort Kussszene im Flur)!

Der Film hat zudem ein wunderbar bösartiges, alternatives Ende!

14.02.2019 22:12 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 19
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Der Sagen Reviewer hat wieder eine Sage komplettiert. Respekt

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