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FrancisYorkMorgan
Level 4
XP 210
Eintrag: 11.02.2019

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Oldboy

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller, Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,13 (22 Stimmen) Details
inhalt:
Der Werbemanager Joe Doucett (Josh Brolin) wird 20 Jahre lang von einem Unbekannten gefangen gehalten. Als ihn sein Peiniger plötzlich freilässt, will Joe unbedingt den Grund für die erlittene Tortur herausfinden und Rache nehmen. Joe muss erkennen, dass er weiterhin ein Gefangener in einem mysteriösen Netz von Verschwörungen ist.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von francisyorkmorgan:

My 0wn Prison

Die Tür öffnet sich langsam und ich stehe vor meinem Zimmer. Ich zahle einen ziemlich hohen und für die meisten Menschen unverständlichen Preis dafür, dass ich in diesem selbst gewählten Gefängnis leben darf. Ich werde den Rest meines Lebens in diesem Raum verbringen, denn dort muss ich nie wieder lesen, dass 0LDB0Y in der Ausgabe 2o13 ein schlechter Film ist. 0LDB0Y 2o13 ist kein verhunzter, unnötiger oder ärgerlicher Film. Ganz und gar nicht. Ich nehme dieses Zimmer genauer unter die Lupe und beruhige mich zusehends. Eine Tür, die nicht von innen geöffnet werden kann, ein gemütlicher und warmer Teppichboden, ein völlig ausreichendes und spartanisches Bett und ein dunkler, schlichter Tisch, auf dem eine kleine Lampe steht. In der Ecke steht ein knapper und nüchterner Schrank, der für mein Hab und Gut reichen wird. In diesem winzigen Raum finden sich auf den ersten Blick noch ein zweckmäßiger und ausreichender Stuhl, ein schlichtes Badezimmer und dieses kompakte Bücherregal. Die Wände sind erdig im Ton, schön schraffiert und unauffällig. Über meinem Bett hängt ein kleines Kreuz und auf dem Nachttisch liegt eine Bibel. In diesem Zimmer gibt es keine Fenster, nur eine Leinwand, deren Motiv hin und wieder wechselt. 0h, und dieses künstliche Licht - beruhigend. Neben der Tür ist ein, auf dem mich ein fröhlicher Hotelpage angrinst. "Welcome!", steht da über seinem Antlitz. Darunter prangert "What Can We Do To Improve Your Stay?" in dicken Lettern.

Dieses abgeschlossene Zimmer mit der kleinen Luke am unteren Ende der Tür. Hier wird man mir jeden Tag das gleiche Essen durchreichen. Wan Tans. Immer wieder Wan Tans. Hier mäkelt keiner an guten Filmen herum. Mir hat noch kein Remake das 0riginal madig gemacht. Nicht wirklich. Die aufreibende und ausgewalzte Entstehungsgeschichte von 0LDB0Y 2o13 war undurchsichtig und wirr und keiner wollte dieses Projekt erneut angehen. Nicht wirklich. Regisseure boten sich an, Hauptdarsteller wurden gehandelt und doch sprangen sie alle ob der Klasse des koreanischen 0riginals wieder ab. Nach einer letztlich problematischen Produktionsgeschichte wollte keiner diesen straffen und gut gemachten Film sehen und seine andere und grobere Intonation erfahren. Der koreanische 0LDB0Y ist eleganter, schwelgerischer und ein hymnischer Fall, kaschiert seine Manipulation durch den Exoten-Status und die psychedelischen Spielchen, erhebt sich selbst zur übergroßen Meta-Tragödie, welche mit dem Protagonisten in ein unendlich ekelhaftes Grauen kippt. Jeder kriegt was er verdient. Hotelzimmer? Gefängnis? Leben? Dieses formal nicht zu toppende 0riginal ist ein festliches Gericht von höchster Güte und großer Klasse, einzigartig im Geschmack und vortrefflich bitter im Abgang, scheußlich abstoßend im Nachhall. Jedoch packte mich die Zeichnung der Hauptfigur mit dem Feldzug gegen Unbekannt und die Gewichtung der anderen Figuren ließ mich erneut und unsichtbar fallen, so aufregend und aufbauschend die makabere Gräuel auch inszeniert ist. Ein märchenhaftes Scheusal, so unverkennbar und eigen, so poetisch und wundersam. Jeder kriegt was er verdient und für 0h Dae-su, der im 0riginal von Choi Min-sik gespielt wird, habe ich das gleiche Mitgefühl, so galant er seine niedere Sprunghaftigkeit auch umzüngelt. Joseph Doucett (Josh Brolin) und die Wandlung seiner Figur, die gebrochene, weniger entrückte Darstellung seiner Misere und die Katharsis darin - that's it. 0LDB0Y 2o13 endet für mein Empfinden auf dem richtigen Fuß.

Spike Lee und der Autor Mark Protosevich machen vieles richtig, zumindest anders und betten ihren Film in kantigere und schroffere Bahnen, legen die vielfältigen Kontroversen nüchterner und weniger hypnotisiert an, ohne die finstere Rundung zum Schluss zu verwässern. Ihr 0LDB0Y ist weniger opernhaft und deutlich geradliniger. Für mich - und es hat gar nicht so lange gedauert, dies zu verinnerlichen - der interessantere 0LDB0Y. Stilistisch könnten beide Werke unterschiedlicher nicht sein und gerade die hervorragende Neuausrichtung und spielerische Variation des Plots ist wohltuend. Spike Lee setzt auf kühle und harte Bilder, simple Einstellungen und verzichtet auf die zauberhaft gemalten und magisch retuschierten Momente, der Score reiht sich gefällig-unauffällig hinten an und reizt zu keiner Filmminute Gegensätze aus. In diesen vielen Vergleichen zieht das Remake klar den kürzeren und weniger verzerrten Halm, aber das ist längst nicht so schlimm, wie mancher 0 bis 2 Punkte-Simulant tut. 0LDB0Y 2o13 kriecht in seiner Resignation nie zu Kreuze und trägt andere Stärken mit Stolz vor. Die Macher kreierten keine 1:1 Kopie, was sie auch nicht hinbekommen hätten. Man huldigt dem 0riginal in einigen Einstellungen, behält den Kern der perfiden und verstörenden Handlung bei und punktet mit strafferen Änderungen im letzten Atemzug, die sich von dem elegischen und so magischen Klassiker nachdrücklich fern halten.

Das Remake verschleiert sein Drama nicht so eigen, wie es das 0riginal einst tat. Die grafischen Brutalitäten sind zahlreich, werden aber nie so übertrieben kunstvoll über die Linse geschmiert. Deutlich interessanter empfinde ich die Gewichtung der Figuren im Remake. Der Darsteller des vermeintlichen Antagonisten, Sharlto Copley, spielt gut, überzeugt mit einem leise-verzweifelten Timbre, einer ängstlichen Maskerade und muss auch nie so bescheuert Grinsen, wie es Yoo Ji-tae im 0riginal unentwegt tat. Josh Brolin und Elizabeth 0lsen spielen hervorragend und geben mir das, was ich ich will. Empathie und vergleichsweise weniger Firlefanz. Jeder kriegt was er verdient. Auch hier weicht man dem 0riginal, gibt sich zurückgenommener, weniger irre und subtiler. In den Schlüsselmomenten ist die Chemie zwischen den Hauptdarstellern von 0LDB0Y 2o13 rührender, verzweifelter und auch bedeutend weniger hässlich. Ich verlor im 0riginal hier und da den Faden zu den verwunschen angelegten Figuren. 0LDB0Y 2o13 schockiert und irritiert deutlich interessanter, weil er die mechanische Komponente der Zuneigung zwischen seinen Figuren mit einer schweigsamen Wärme und wortlosen Leidenschaft begegnet. Bitter und gruselig. 

Wenn Brolin in der letzten Sequenz grinst, der perfide Bogen sauer zum Anfang schwingt und das Schwarzbild einsetzt, weiß der aufmerksame Zuschauer, dass 0LDB0Y 2o13 kein guter Gewinner ist. Im Angesicht dieses letzten Blickes ist dieser 0LDB0Y 2o13 vor allem ein viel besserer Verlierer, auch wenn es ein Spike Lee wohl niemals zugeben würde. Die massive Tür zu meinem Zimmer schließt sich und ich fange an zu schreiben. Das Schloss klackt und hakt ein und jeder Tag, an dem beide 0LDB0Ys nebeneinander existieren können, ist ein guter Tag. Und die Luke geht zu, die warmen Teiglinge duften und ich werde niemals in einem Koffer auf einer grünen Wiese erwachen.

8/10
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Kommentare

11.02.2019 21:15 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 13
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.668
Na schön, vielleicht, ganz vielleicht gebe ich dem jetzt doch mal eine Chance. Die Besprechung ist ein gutes Argument dafür.

Allerdings fällt auf, dass es auf dieser Seite kein einziges Review und keine einzige Abstimmung mit den von Dir genannten zwei Punkten gibt und die Null gleich gar nicht wählbar ist...

11.02.2019 22:32 Uhr - FrancisYorkMorgan
1x
User-Level von FrancisYorkMorgan 4
Erfahrungspunkte von FrancisYorkMorgan 210
Das sieht mir ähnlich, dass ich allein auf weiter Flur stehe - ich mag das mittlerweile ganz gerne so und breche mit erhobenem Haupt eine Lanze für diesen intensiven Film :-) Ich habe damals die Produktion und deren News so gut verfolgt wie ich konnte und war am Ende extrem skeptisch. Es folgten schlechte Wertungen, ein desaströses Einspiel und die zig bösen Kommentare des Internets. Essig. Einfach Essig. Als ich mir dann die DVD lieh war ich perplex und paralysiert. Klar - so ergreifend wie das Original ist der Film vielleicht nicht ganz, aber die spöttische Häme und die schlimme Schmach hat Lees kantigere Ausgabe ganz und gar nicht verdient. Neben vielen Abwandlungen und Eigenheiten, sticht der deutlich weniger opernhafte Ton heraus, was man natürlich mögen muss.

Und ja, den einen Punkt muss ich mir gefallen lassen (ich habe es editiert), denn das Review hat in seinen Grundzügen schon ein paar Tage auf dem Buckel.

Nun denn, o.0

11.02.2019 23:34 Uhr - tschaka17
1x
User-Level von tschaka17 7
Erfahrungspunkte von tschaka17 780
Ich fand den echt schwach, nur Elizabeth Olsen hat mir gefallen - aber die gute Frau gefällt mir eh immer :D
Bis auf die ein oder andere ganz passable Actionszene war das eine für mich recht wirre Veranstaltung. 1x reicht hier definitiv. Und welche Drogen Sharlto Copley hier eingeworfen hat, der dreht ja komplett ab Rad!

Dennoch Respekt vor der Review: Deine - wie du selbst sagst - wohl eher abweichende Meinung hast du sehr detailliert dargestellt und ist doch schön, dass der Film mit dir einen so wortgewandten Fürsprecher hat :)

12.02.2019 07:41 Uhr - rosso_sangue
1x
So abweichend is die Meinung net . Hatte auch schlimme Befürchtungen die rein gar nicht erfüllt wurden. 9,5/10 für Original . 7-7,5 für Remake

12.02.2019 10:49 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 12
Erfahrungspunkte von naSum 2.055
Zwei tolle Reviews, wobei mir das erste, kryptische, sogar noch besser gefallen hat, aber mit den Filmen werde ich nicht warm. Habe beiden bereits drei Mal eine Chance gegeben, aber ich finde die irgendwie total langweilig, blöd und belanglos. Ich verstehe leider nicht, welchen Zugang man dazu findet oder gar, warum sie so hoch gewertet werden.
Versteh das bitte nicht als Kritik an deiner Arbeit, sie legt das gut dar, aber wenn ich dann mal wieder in das Werk reinschaue, steht mir jedes Argument Kopf... Vielleicht sollte ich einfach aufhören diesen Film zu gucken, sondern nur über ihn lesen. Das ist irgendwie besser... ;)

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