SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Vampire : The Masquerade - Swansong · Es gibt sie wirklich · ab 47,99 € bei gameware Dying Light 2 [uncut] · Stay Human · ab 64,99 € bei gameware

Soldier

Herstellungsland:USA, Großbritannien (1998)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Science-Fiction
Alternativtitel:Star Force Soldier
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,06 (53 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Sergeant Todd wurde von Kindesbeinen an zur Ein-Mann-Kampfmaschine ausgebildet. Als er mit 40 Jahren durch ein Caine-Modell ersetzt wird, landet Todd auf einem Müllplaneten, der von einer nach ihrem Raumschiffabsturz gestrandeten Gruppe bewohnt wird. Er unterstützt seine neuen Freunde fortan dabei, Feinden Paroli zu bieten. (Highlight Film)

eine kritik von mucki1979:

Bei Soldier, bzw. "Star Force Soldier" wie er im Original betitelt ist, handelt es sich um Paul W.S. Andersons vierte Langspielfilm-Regiearbeit aus dem Jahr 1998. In unsere Kinos gelangte der Film erst 1999, leider seinerzeit zur Hochzeit des FSK-Zensurwahns. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit meinem Bruder nach der Sichtung des Torsos im Kino wutentbrannt Beschwerde beim Kinobetreiber eingelegt habe, da die Vielzahl der Schnitte so überdeutlich gewesen sind, dass der Film nicht mehr schaubar gewesen ist. Dies war dabei so offensichtlich, dass es als "Entschädigung" Freikarten gab. Dann gab es eine gekürzte FSK 18 Fassung und eine vollständig ungekürzte Fassung wurde jüngst angekündigt, wenn nicht gar bereits veröffentlicht. Und nach heutigen Standards sage ich Euch, der Film ist in grafischer Hinsicht auch ungekürzt ein klarer FSK 16 Kandidat, allenfalls der Grundtenor - hin zu einer neofaschistischen Sichtweise der Menscheit auf das Dasein ähnlich konsequent wie bei Starship Troopers - könnte das Zünglein an der Waage sein, da es sich beim klassischen Feind des faschistischen Regimes hier nicht eben um Bugs, sondern um andere Menschen handelt.

 

Soldier ist in einem Universum angesiedelt, wo eben dieses durch die Menscheit bevölkert wurde und zwar durch Krieg und Kämpfe. Zu diesem Zweck werden Soldaten geschaffen und verbessert, bereits durch propagandistisches Erziehen der Kinder. Für Schwäche ist kein Raum, Survival of the Fittest steht an der Tagesordnung. Im Zweifel wird nachgeholfen. Eben dieses Grundthema des Films ist denkbar interessant düster. Leider schafft es Anderson bis auf einige eher plakative Szenen jedoch nicht, die klare Stärke des Drehbuchs von David Webb Peoples soweit auszubauen, dass es sich im Fortschritt der Handlung gerade nicht um einen dennoch klassischen und teils nur platten Actioner handelt. Gerade an Soldier, dem direkten Nachfolger von Event Horizon und direkten Vorgänger von Resident Evil, sieht man Andersons schleichende Genese vom visionären Filmschöpfer (Shopping, Mortal Kombat, Event Horizon) hin zum reinen (Auftrags-) Regisseur überdeutlich.

 

Nun muss dies allerdings auch nicht zwingend bedeuten, dass die Transformation vom Filmschöpfer zum Regisseur gleichbedeutend mit einer scharfen Zäsur verbunden sein muss. Denn eins ist Soldier sicher nicht, nämlich ein schlechter Film. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger verschiebt sich bei Soldier lediglich das Verhältnis zwischen Vision und Umsetzung. Während beispielsweise Event Horizon voller guter Ideen steckte, die überwiegend fesselnd aufs Zelluloid gebannt wurden ebbt die Anzahl der guten Ideen hier eher ab, die Umsetzung hat aber dennoch Hand und Fuß. So besticht Soldier durch ein von Anfang bis Ende soldies Setting, in welchem sämtliche verschiedene Handlungsebenen des Films (Erde, All, Planeten) überzeugend inszeniert werden. Auch der Cast kann sich durchaus sehen lassen. Selbst wenn der ein oder andere Cineast jüngeren Alters mit Namen wie Kurt Russel, Gary Busey, Jason Isaacs, Jason Scott Lee, Sean Pertwee, Michael Chiklis und Connie Nielsen heute ggf. nicht allzu viel anzufangen vermag, zum Zeitpunkt des Erscheinens könnte ein nicht unbeachtlicher Teil der Darstelleriege in den filmisch eher unbedeutenderen neunziger Jahren durchaus unter die A-Liste subsumiert werden. Und sogar Russels Stift spielt mit, er verkörpert seinen Vater in jungen Jahren. Coole Idee eigentlich. Die jeweiligen Leistungen sind überdurchschnittlich bis gut. Bis auf vielleicht eine Sache.....Kurt Russel. Russel ist eigentlich ein Top-Actor, spricht im Film jedoch exakt 104 Wörter, was dem Drehbuch geschuldet ist.

 

Ansonsten bietet der Film gute bis sehr gute Effekte, einen soliden Spannungsbogen und insbesondere ein paar gute bis sehr gute Actionszenen, die heutigen Krachern in nichts nachstehen. Darüber hinaus hält sich der Einsatz von CGI in Grenzen und die B-Unit hat gute Handarbeit geleistet. In diesem Kontext ist Soldier ein "ehrlicher" Film geworden. Einige unlogische Ideen sind in der Gesamtstory dennoch nicht von der Hand zu weisen.

 

Fazit

 

Russel ist mit nur emotionslosem Dreinschauen sichtbar unterfordert. Wo seine eher wortkarge Darstellung des Snake Plissken durch gezielte One-Liner zum Kult avancierte, geht dies in Solder leider völlig daneben. Dies insbesondere dann, wenn gewisse Szenen des Films entweder mit pseudo-irischer-Flötenmusik untermalt werden, oder Russel tatsächlich versucht wie ein getretener Hund dreinzuschauen, es dabei dennoch storytechnisch versuchen muss, eben dies wiederum zu unterdrücken. Denn er ist ja eigentlich das zum harten Hund erzogene Werkzeug des Regimes. Hier funktioniert der Unterton des Skripts in der tatsächlichen Umsetzung leider gar nicht so richtig und der Regisseur weiß offensichtlich nicht, was er von Russel will. Schwer zu erläutern muss ich zugeben!

 

Was jedoch funktioniert sind die letztlich kompromisslos umgesetzen Actionszenen, die sich zum Ende hin steigern und in denen Russel die coole Sau geben kann, ganz im Stil eines John Rambo. Und das macht er dann jedenfalls wieder gut bis sehr gut, auch ohne große Bedarfe an Konversation.

 

In diesem Sinne Jungs, Kumpels anrufen, Bier auf und Kurt Russel die letzten 2/3 dieses soliden Action-SciFi-Krachers mit pseudodramatischer Handlung das ganze noch auf eine solide 7/10 heben lassen. "Leider" ein Meilenstein im Genre, da es den kreativen Abstieg Andersons eingeläutet hat, dennoch zumindest noch einige klare Stärken aufweisen konnte. Es hätte also auch anders, nämlich besser kommen können. Ein Back to the Roots, meinetwegen auch in einem ersten Schritt zu Star Force Soldier, wäre Anderson langsam dann doch zu wünschen.

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Mangler,
Mucki1979
8/10
Geisterschloß,
Mucki1979
7/10
Boy
Mucki1979
8/10
die neuesten reviews
Coming
Ghostfacelooker
House
cecil b
7/10
neun
Kaiser Soze
8/10
Stylist,
Ghostfacelooker
Quarry,
Insanity667
9/10
Fast
Phyliinx
8/10

Kommentare

16.02.2019 12:47 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.061
Womöglich hole ich den mal nach. So eine Beschwerde wie in Deiner Kinogeschichte habe ich mal bei meinem Videothekar nach der Leihe von "Nightmare Concert" in der FSK 18-Torsofassung geäußert und auch einen Freifilm erhalten. Andersons "Event Horizon" fand ich wirklich gut, "Resident Evil" dagegen hat mir bei der ersten und letzten Sichtung überhaupt nicht zugesagt. Die Atmosphäre des Spiels habe ich da überhaupt nicht wiedererkennen können. Mit den von Dir dargestellten Mängeln des "Soldier" könnte ich wohl schon eher leben.

16.02.2019 13:14 Uhr - Mucki1979
1x
User-Level von Mucki1979 6
Erfahrungspunkte von Mucki1979 560
Joar, an das Nightmare Concert Debakel kann ich mich auch noch erinnern. Mein Videothekar hatte zum Glück die "Kult Klassiker ungeschnitten" - Version (Astro?).

19.03.2019 11:27 Uhr - Dr.Ro Stoned
Ich finde den film schon immer super.

Weiss gar nicht, wann ich den das erste mal uncut gesehen habe...relativ spät nach erscheinen.

Hab mir, weil ich soldier einfach klasse finde, auch direkt das mediabook ende märz bestellt.

Ich finde, dass kurt russel ein richtig gute performance abliefert.
Entgegen der geläufigen kritik an seiner mimik bin ich der meinung, dass dies perfekt zu seiner rolle als harter soldat passt, der seit seiner kindheit nur den überlebenskampf und das töten kennt.

Hab das irgendwie schon immer mit arnie als t800 verglichen.

Naja...ist ja geschmacksache.

Ich gebe soldier fast die höchstpunktzahl..


kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)