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Flucht aus Absolom

(Originaltitel: No Escape)
Herstellungsland:USA (1994)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:Absolom 2022
Escape de Absolom
Escape from Absolom
Fuga da Absolom
Penal Colony
Sem Escape - Vencer ou morrer
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,15 (51 Stimmen) Details
inhalt:
Im Jahr 2022. John Robbins (RAY LIOTTA), wegen Mordes verurteilt, soll psychisch geknackt werden.
Er kommt in ein sadistisches Privatgefängnis. Wird gefoltert. Vergeblich. nun hat man ihn ausgesetzt, auf diesem gnadenlosen Archipel, mitten im Ozean. Die Gefangenen der Insel spalten sich in zwei Lager: Den wenigen Friedfertigen steht eine mordende Horde übelster Kreaturen gegenüber. Für John Robbins beginnt eine unvorstellbare Hetzjagd auf Leben und Tod ...
eine kritik von mucki1979:

So liebe Freunde, heute widme ich mich mal wieder einem außerhalb des Mainstreams entstandenen und aus meiner Sicht völlig unterbewerteten und teils untergegangenen Stück filmischer Kunst namens "Flucht aus Absolom", bzw. "No Escape" im Original.

 

Hm...warum gerade dieser Film? EInerseits hat mich das Filmchen stark geprägt, da mich mein großer Bruder seinerzeit als Nicht-Volljähriger mit ins Kino geschmuggelt hat und hier natürlich eine gewisse "Prägung" eingetreten ist, andererseits jedoch auch festzustellen ist, dass Flicht aus Absolom ein äußerst starkes Crossover verschiedenster Genre darstelllt und zudem mit einem ziemlich starken Cast aufwarten kann. Doch dazu später mehr.

 

Der neuseeländische Regisseur Martin Campbell dürfte vielen durch James Bond-Goldeneye, Zorro oder Vertical Limit ein Begriff sein, in welchen er überwiegend familiengerechte Unterhaltung grundsolide umgesetzt hat. Allerdings wissen sicher viele nicht, dass er 1994 mit Flucht aus Absolom  eine Romanverfilmung präsentiert hat, welche es seinerzeit ziemlich schnell auf den Index geschafft hat und kaum familientauglich sein dürfte. Dies wiederum bedeutet, dass bspw. im Free- oder auch im Pay-TV allenfalls gekürzte Fassungen übertragen werden und wer einen Blick auf die Onlinefilmdatenbank wirft wird sehen, dass die betreffenden Austrahlungen der letzten 25 Jahre sehr überschaubar sind. Kein Wunder also, dass Flucht aus Absolom außerhalb der Videotheken - welche durch Streamingportale & Co. ja weiter reihenweise dicht machen - kaum bekannt werden konnte. Das ist wiederum äußerst schade, denn Campbell serviert uns hier eine schön düstere Utopie über das Gefängnissystem der Zukunft, wie es bis dato allenfalls Carpenters "Escape from New York" tat. Und ich sage Euch, gegen Absolom war Snake Plissken im New York der Zukunft eigentlich viel mehr auf einem Kinderfest zu Besuch....

 

Wo man sich im "normalen Knastleben" wie wir es üblicherweise aus Filmen kennen eher darauf konzentriert die bekannte Seife nicht fallen zu lassen, muss man auf Absolom tatsächlich mehr darauf achten, den eigenen Kopf nicht fallen zu lassen. Und in diesem Kontext verfügt Flucht aus Absolom über äußerst grafische Schauwerte, aber nicht eben nur diese. Weiterer klarer Pluspunkt des Films ist das Drehbuch, welches die einzelnen Handlungsebenen geschickt und ohne sonderlich auffällige Löcher in der Handlung verknüpft. Das ganze gepaart mit ein paar derben und auch coolen Sprüchen, die einem "Last Boy Scout" nicht nachstehen müssen. Hier merkt man klar das typische Actionkino von Anfang bis Mitte der neunziger Jahre. Und die überschaubaren humoristischen Einlagen haben jeder Zeit Kontext zur Handlung an sich, es handelt sich also nicht um bloßes Füllmaterial, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Interessant ist hierbei für mich als Zuschauer zudem der Punkt, dass es sich bei Flucht aus Absolom im Grundtenor durchaus um einen sehr ernsten Film handelt. Wenn dann der teils verstörende und/oder gewalttätige Handlungsverlauf oder auch ein ernsterer Dialog hin und wieder durch einen derben Spruch aufgelockert werden, um dann direkt im Anschluss eine deftige Gore-Einlage nachzuschieben, fühlt man sich als Zuschauer zu keiner Zeit gelangweilt. 

 

Weiterer Pluspunkt des Films ist natürlich der Cast und hier ganz klar Ray Liotta als Protagonist. Wer glaubt, dass die filmische Entwicklung Liam Neesons vom Charakterdarsteller (Rob Roy) zum Action-Veteran (96 Hours) außergewöhnlich gewesen ist, der sollte tatsächlich dem lieben Ray hier mal einen genaueren Blick gönnen. Liotta macht seinen Job hier äußerst versiert und man nimmt ihm den kompromisslosen Überlebenskämpfer zu jeder Zeit ab. Zudem ist es der Darstelleriege äußerst zuträglich, dass diese durch eine Vielzahl bekannter und guter Schauspieler unterstützt wird. Hier seien insbesondere Lance Henriksen, Stuart Wilson, Kevin Dillon, Michael Lerner, Kevin J. O'Connor sowie Ernie Hudson erwähnt. Auch sei erwähnt, dass der gesamte Cast ausschließlich von Männern portraitiert wird. Zwar soll dies nicht heißen, dass hier ein reiner "Männer-Film" geboten wird, aber die Handlung wird konsequent umgesetzt und eine Vielzahl der aus der rein maskulinen Lebenssituation entstehenden Dialoge geben dem ansonsten recht Action-lastigen Plot eine angenehme Tiefe. Hier dürfte sich die Romanvorlage (Richard Herley - Die Strafkolonie) als Basis des Films wohl positiv auswirken, ich selbst habe das Buch allerdings nicht gelesen, als ist dies nur Theorie. Kurzum, das Drehbuch ist sehr gut und der Rest in jeder Lage solide umgesetzt.

 

Fazit

 

Für mich persönlich ist "Flucht aus Absolom" der "Running Man" oder das "Totall Recall" der neunziger Jahre!

 

Hier wird kompromisslose Action mit einem gelungenen Drehbuch und soliden darstellerischen Leistungen vereint. Entgegen beispielsweise anderen sehr guten Genrebeiträgen dieser Zeit, wie z.B. "Demolition Man" oder "Last Boy Scout" handelt es sich um einen ernsten Beitrag, welcher durch gezielt eingesetze humoristische Einlagen seinen Grundton allerdings zu keiner Zeit verwässert. "Flucht aus Absolom" ist ein knallharter Sci-Fi-Actioner, welcher mir insbesondere aufgrund der im Film dargestellten Gegensätze, bspw. die Zukunftvision bei gleichzeitiger Bildung von Enklaven in denen fast wie im Mittelalter gelebt wird, noch heute sehr gefällt. Und für den klassichen Gorehound ist in jedem Falle auch etwas dabei! Aus meiner Sicht also nur ganz knapp an der Bestnote vorbei!

 

Und last but not least........Ray Liotta ist hier eine wirklich coole Socke vor dem Herrn!

 

9/10
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Kommentare

18.02.2019 17:32 Uhr - Ghostfacelooker
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sooooooo toll fand ich den damals gar nicht, aber vielleicht sollte ich mir den mal wieder ansehen. Dein Review ist zumindest the Appetizer dazu

18.02.2019 17:40 Uhr - Mucki1979
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Lieben Dank hierfür! Gib' ihm nochmal ne Chance, viele Filme reifen mit dem Alter ganz gut, so wie Whiskey. ;-)

18.02.2019 18:27 Uhr - McGuinness
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Schön rezensiert und deine Begeisterung für diesen Film, insbesondere durch dein damaliges Kinoerlebnis, kann ich voll und ganz nachvollziehen, da man in jungen Jahren doch noch wesentlich empfänglicher für bildgewaltige Actionkost ist und diese Filme nun mal für einen großen Teil deiner oder unserer Generation, prägend sind.

Was mir allerdings sauer aufstößt, ist der Vergleich zu " Die Klapperschlange " und das du dieses Szenario mit einem Kinderfest vergleichst.
Ich fande es in New York wesentlich düsterer, atmosphärischer und diese Art von Endzeitstimmung wurde meines Erachtens nach auch deutlich besser eingefangen, als in Absolom.
Auch der Gewaltgrad war in " Escape from New York " doch keinesfalls zu niedrig angesiedelt, man denke nur an die abgetrennten Köpfe beim " Duke ", wenn vielleicht auch nicht so ausgeprägt wie bei diesem Werk hier.

Dennoch hast du dich wie gesagt, mit Liebe und Hingabe diesem Titel gewidmet, auch wenn dieser von mir lediglich 7 - 8 Punkte bekommen würde.

18.02.2019 19:08 Uhr - Mucki1979
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@McGuinness

Keine Sorge, mitnichten würde ich diesen absolut tollen Film meines Lieblingsregisseurs Carpenter damit im Misskredit ziehen. Sofern Dir das sauer aufgestoßen sein sollte, tut mir das Leid. Es sollte eher die Stärken von Flucht aus Absolom hervorheben.

19.02.2019 11:20 Uhr - Punisher77
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Ich würde einen Punkt weniger verteilen, aber trotzdem hat mir "Flucht Aus Absolom", den ich Anfang des Jahres zum ersten Mal gesehen habe, gut gefallen - genau wie Deine Kritik zum Film!

19.02.2019 16:01 Uhr - Mucki1979
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Vielen Dank Punisher!

19.02.2019 16:14 Uhr - Pratt
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Schönes Review, toller Film, habe deb vor inzwischen fast 25 Jahren erstmals auf Video gesehen und finde ihn noch genauso gut wie damals, 8-9/10 Punkten, Ray Liotta ist ein sehr guter Schauspieler, mit einer teilweise nicht sehr glücklichen Rollenauswahl, sehr ans Herz legen, kann ich dem geneigten Fan noch 'Unforgettable', der zwei Jahre nach 'FaA' enstand.

19.02.2019 18:03 Uhr - Mucki1979
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Vielen Dank Pratt!

20.02.2019 12:42 Uhr - Ivan_Danko
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Bei uns in Ösiland lief der damals Uncut mit einer 16 im Kino, weswegen ich gerade so "legal" reingerutscht bin. Auch aufgrund des damaligen Kinoerlebnisses teile ich sowohl Meinung als auch Bewertung über den Film zu 100 % mit Dir.

Super geschrieben, danke für die Erinnerung, den bald mal wieder anzuschauen.

Nur etwas negatives: Eine Fortsetzung (mit Liotta natürlich) hätte sich hier durchaus angeboten, was leider das bescheidene Einspiel von 15 Mio. nicht zuließ. Fand ich schon immer richtig schade, der ist meiner Meinung nach voll unter Wert geschlagen worden.

20.02.2019 17:58 Uhr - Mucki1979
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Danke Ivan! Ja, eine Fortsetzung hätte tatsächlich etwas für sich.

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