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Tango & Cash

Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Komödie, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Tango and Cash
Tango und Cash
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,53 (88 Stimmen) Details
inhalt:
Als draufgängerische und skrupellose Cops sind Ray Tango und Gabe Cash die Besten in Los Angeles. Jeder geht seinen eigenen gnadenlosen Weg im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Als ein mächtiges Syndikat jedoch versucht, die beiden auszuschalten, müssen sie sich verbünden. Im Kampf ums eigene Überleben wird aus zwei knallharten Einzelgängern ein hochexplosives Team.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                   TANGO & CASH

Mit Lock Up – Überleben Ist Alles (1989) war es Sylvester Stallone nicht gelungen, sein Rocky/Rambo-Image abzuschütteln und sich jenseits seiner Alter Egos an den Kinokassen zu behaupten. Doch bereits einen Monat nach dem Ende der Dreharbeiten zu Lock Up stand Sylvester Stallone für das "Buddy Movie" Tango & Cash vor der Kamera, der einen weiteren Schritt Richtung Imagekorrektur darstellen sollte. Leider hatte Sly erneut aufs falsche Pferd gesetzt, da sich Tango & Cash zu einer wahren Chaosproduktion entwickelte, mit der der Italian Stallion erneut das Ziel verfehlte, an alte Erfolge anzuknüpfen.

Tango & Cash präsentierte Stallone erstmals nicht als Einzelkämpfer – mit Kurt Russell (Die Klapperschlange, 1981) akzeptierte er erstmals einen gleichwertigen Partner an seiner Seite. Neben den beiden Actionstars gehörten Jack Palance (Mercenario – Der Gefürchtete, 1968), Teri Hatcher (Desperate Housewives, 2004 – 2012), Brion James (Blade Runner, 1982), James Hong (Big Trouble In Little China, 1985) und Geoffrey Lewis, 1935 – 2015 / Der Mann Aus San Fernando, 1978), der trotz seiner wichtigen Rolle nicht im Abspann genannt wird, zur Besetzung des Streifens. Als Regisseur hatte man den Russen Andrej Konchalovsky verpflichtet, der mit Runaway Train – Express In Die Hölle (1985) einen hervorragenden Actionfilm gedreht hatte. Da sein Name ansonsten aber eher für anspruchsvolle Kost stand, hätte man sich im Vorfeld denken können, dass die Arbeit mit Konchalovsky womöglich nicht ganz reibungslos ablaufen würde, zumal er seine Arbeit mit einem nicht vollendeten Drehbuch beginnen musste. Und so kam es dann auch – wegen ständiger Reibereien mit Produzent Peter Guber wurde der russische Regisseur nach drei Monaten gefeuert, so dass Rambo III-Regisseur Peter MacDonald, der hier als Second Unit-Regisseur fungierte, und Albert Magnoli, der die Actionszenen während des Showdowns drehte, den Film vollendeten. Weitere Personalprobleme, Drehbuchänderungen, nachträgliche Dreharbeiten sowie die Entschärfung von mehreren Todesszenen, um keine Probleme mit der MPAA zu bekommen, ließen die Kosten explodieren, so dass Tango & Cash am Ende stolze 55 Millionen Dollar kostete – eine Summe, die man dem Film nicht unbedingt ansieht und es schwer machte, Tango & Cash in die Gewinnzone zu wuchten, zumal Sylvester Stallones Ruf als Kassenmagnet bereits deutlich gelitten hatte.

Auch wenn die Cops Ray Tango (Sylvester Stallone) und Gabe Cash (Kurt Russell) unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sie doch eins gemeinsam – sie stehen auf der Abschussliste des Gangsterbosses Yves Perret (Jack Palance) ganz oben. Damit ihm die beiden nicht auch noch ein demnächst anstehendes Geschäft vermasseln, sorgt er mit einer Intrige dafür, dass Tango und Cash des Mordes bezichtigt werden und im Gefängnis landen. Obwohl die beiden Gesetzeshüter einander nicht ausstehen können, müssen sie zusammenarbeiten, um aus dem Knast auszubrechen und ihre Namen reinzuwaschen …

Um es gleich vorweg zu nehmen: Tango & Cash spielt nicht in der gleichen "Buddy (Action)Movie"-Liga wie z.B. Nur 48 Stunden (1982) oder Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis (1987). Im Gegensatz zu den beiden genannten Klassikern mangelt es dem problembehafteten Stallone & Russell-Vehikel nicht nur an durchgängig gelungenem Witz (In Tango & Cash zündet nicht jeder Spruch und die Idee mit Kurt Russell in Frauenkleidern...na ja…), sondern auch etwas an charakterlicher Tiefe, die neben all dem Krachbumm auch ein Grund dafür ist, warum insbesondere die ersten beiden Lethal Weapon-Teile so hervorragende Actionfilme sind. Vielleicht hätte man Konchalovsky doch etwas mehr freie Hand lassen sollen, da er gefeuert wurde, weil er Tango & Cash ein wenig ernsthafter und seriöser gestalten wollte.

Außerdem verfolgt Sly seinen Wunsch, sich (insbesondere) von seinem Rambo-Image zu lösen, in Tango & Cash etwas zu offensichtlich. So trägt er hier Maßanzüge zur Goldrandbrille als sei dies ein Zeichen für den Intellekt, den viele Kritiker seinen „hirnlosen“ Stammfiguren Rocky und Rambo stets abgesprochen haben. Sein Spruch „Rambo ist ein Waschlappen!“ mag zwar ein ganz netter Brüller sein, wirkt aber einfach zu plump, zumal sich der Italian Stallion nicht zu schade war, den „Waschlappen“ anno 2008 doch noch mal zu reaktivieren, nachdem seine Kinokarriere mit Rocky Balboa (2006) nach einer mehrjährigen Durststrecke wieder Fahrt aufgenommen hatte.

Trotzdem ist Tango & Cash kein schlechter Film, im Gegenteil – trotz einiger Makel kann man mit dem 1989er Streifen eine Menge Spaß haben. Auch wenn sie z.B. nicht an das Duo Gibson & Glover herankommen, funktioniert das Duo Stallone & Russell, wobei Russell in der Rolle des schnoddrigen, leicht heruntergekommenen Drogencops etwas authentischer wirkt als Stallone. Insbesondere in der englischen Sprachfassung punktet der Film mit einigen gelungenen Dialogen zwischen den ungleichen Partnern und in den Actionszenen gibt sich keiner der beiden Haudegen eine Blöße.

Unter den restlichen Darstellern ragt besonders Brion James hervor. Obwohl er „nur“ den Handlanger des Hauptschurken spielt, fällt dessen Rolle größer und vor allem prägnanter aus als die von Jack Palance, der als Superschurke Perret etwas zu wenig Screentime hat und hauptsächlich herumchargiert, weshalb er weit von der Klasse früherer Schurkendarstellungen entfernt ist und hier eher wie eine Comicfigur wirkt. James dagegen wirkt finster und bedrohlich, weshalb das Drehbuch von Stallone dahingehend verändert wurde, seine Rolle auszubauen, weshalb wir uns über eine längere, gelungene Bösewichtdarstellung freuen dürfen. Geoffrey Lewis bietet eine ordentliche Leistung als Tangos Chef, während Teri Hatcher ihr Bester tut, eine mäßig interessante Frauenfigur zu spielen.

Die Actionszenen in Tango & Cash sind dagegen durchweg gelungen, auch wenn bei dem Film offenbar drei verschiedene Regisseure im Spiel waren. Schon die Eröffnungssequenz, die den Jackie Chan-Klassiker Police Story, 1985) zitiert, ist nicht von schlechten Eltern und die Verfolgungsjagd in der Tiefgarage legt ein noch höheres Tempo vor. Bis zum Showdown, der eine Reihe packender Explosionen bietet, werden in regelmäßigen Abständen Actioneinlagen eingestreut, so dass kein Leerlauf aufkommt. Auch wenn man - wahrscheinlich aufgrund der vorab vorgenommenen Kürzungen – häufig kein Blut sieht, wenn geschossen wird, weist Tango & Cash ein paar Gewaltspitzen auf; die Folterszene im Gefängnis z.B. wirkt im Vergleich zum eher lockeren Ton des Films erstaunlich ernst und düster.

Unterm Strich mag Tango & Cash nicht zu den absoluten Highlights in den Filmographien von Sylvester Stallone und Kurt Russell zählen, aber dennoch handelt es sich bei diesem Buddy Movie um einen grundsoliden, unterhaltsamen Actionfilm, der die Langeweile eines verregneten Sonntags bestens vertreibt. Dem Publikum war das jedoch nicht genug: Die 55 Millionen Dollar teure Produktion spielte in den USA ca. 63 Millionen ein; in Deutschland sahen ca. 1,2 Millionen Zuschauer den Film. Ein richtiger Erfolg war Tango & Cash damit nicht, weshalb es nicht verwundert, dass Sylvester Stallone als nächstes Rocky V (1990) in Angriff nahm …

7-8/10

7/10
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Kommentare

26.02.2019 06:13 Uhr - Nubret
1x
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Immer noch ein netter Film, den man sich ab und zu ansehen kann.

Kompetent besprochen, wie nicht anders zu erwarten. Ein echter Punisher halt!

26.02.2019 07:54 Uhr - Punisher77
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So sehe ich das auch...und vielen Dank für das Kompliment!

26.02.2019 10:15 Uhr - Pratt
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Interessanter Standpunkt, bin da zwar bei der Wertung deutlich anderer Meinung (10) und zähle den Film definitiv zu den Favoriten aus dem Buddy Movie Genre, aber das ist ja wie immer Geschmackssache.

26.02.2019 12:36 Uhr - sonyericssohn
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"Ich will daß mich ein amerikanischer.....Wixer...tötet !"

Heute noch gern gesehen !

26.02.2019 15:04 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leute!

@Pratt:
Ich muss zugeben, dass mir der Film als Jugendlicher/junger Erwachsener deutlich besser gefallen hat. Mittlerweile finde ich ihn "nur" noch gut.

26.02.2019 21:03 Uhr - Mucki1979
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Kein schlechter Film, unbestritten! Für mich hat die Russell, Stallone, Palance-Combo nicht optimal funktioniert. Alle Darsteller, egal ob Protagonist oder Antagonist, könnten jeweils einen Film allein tragen.

Und Stallone hatte seinerzeit viel Einfluss auf die Produktionen. Russell ging mir da etwas unter.

Ansonsten klasse Action-Flick ohne Kompromisse und gelungene Rezi! Danke!

26.02.2019 22:00 Uhr - Punisher77
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Gern geschehen!

Bei der Produktion lag einiges im argen und ich denke auch, dass der Film besser hätte sein können.

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