SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Wolfenstein Youngblood · Koop Shooter mit Symbolik · ab 49,99 € bei gameware Dying Light 2 uncut PS4 · Der Nachfolger des Zombie-Krachers. Mehr Blut! · ab 67,99 € bei gameware
The Machinist
Level 3
XP 176
Eintrag: 14.03.2019

Amazon.de

  • Glass
4K UHD/BD
29,99 €
Blu-ray
17,99 €
DVD
13,99 €
amazon video
13,99 €
  • Dust Devil
  • The Final Cut - BD/DVD/CD
  • 36,99 €
  • Eine perfekte Waffe
Blu-ray
11,49 €
DVD
9,09 €
  • We Die Young
Blu-ray
14,99 €
DVD
10,99 €
Prime Video
9,99 €
  • Sicario 1 & 2
4K UHD/BD Steelbook
39,99 €
Blu-ray Steel
26,99 €

Mom - Der Ruf nach Vergeltung

(Originaltitel: Mom)
Herstellungsland:Indien (2017)
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Devki (Sridevi) ist die liebevolle Mutter zweier Töchter. Zusammen mit ihrem Mann führt sie das perfekte Leben – zumindest scheinbar. Die junge Arya (Sajal Ali) glaubt nicht an die gegenseitige bedingungslose Liebe zwischen Mutter und Tochter. Devki versucht ihr Möglichstes, Arya vom Gegenteil zu überzeugen und dem Mädchen Liebe, Akzeptanz und Verständnis entgegenzubringen, allerdings gestaltet sich dies bald schwieriger als gedacht. Als Mutter ist sie in ihren Augen jedoch die einzige, die die Situation retten kann. Eine Reihe von Geschehnissen lässt zwischen Arya und Devki dennoch eine immer größere Distanz entstehen. Devki ist bald mit der Frage konfrontiert, wie weit sie für die Liebe von Arya gehen will…
eine kritik von the machinist:

Ich bin im indischen Kino nicht sehr bewandert und habe lediglich Die Gangs von Wasseypur 1 & 2 gesehen, welche ich ganz okay fand, sowie Bahubali: The Beginning und Bahubali: The Conclusion, welche mir beide sehr gut gefallen haben.

Nach dieser Einleitung soll es heute also um einen indischen Film gehen, nämlich Mom - Die Rache einer Mutter, oder Mom - Der Ruf nach Vergeltung, oder wie auch immer der offiziell in Deutschland heißt. Der Film entstand im Jahr 2017 unter der Regie von Ravi Udyawar. Es ist der letzte Film mit der gefeierten Bollywood-Diva Srdevi, die tragischerweise 2018 verstarb.

Zur Handlung: Nachdem ihre Stieftochter auf einer Party vergewaltigt wurde und die Verbrecher ungestraft davonkommen, nimmt Devki Sabarwal (Srdevi) das Gesetz in die eigenen Hände.

Der Film nimmt sich anfangs etwas Zeit um die fragile Beziehung zwischen Stiefmutter und Stieftochter zu zeichnen. Devki versucht mit allen Mitteln das energische Teenager-Mädchen für sich zu gewinnen, zwischen dem sie keinen Unterschied zu ihrer eigenen Tochter macht. Auch Devkis Eheleben, ihr Freundeskreis, sowie ihr Arbeitsalltag als Klassenlehrerin werden näher beleuchtet, all das wird im Verlauf des Films auch immer wieder aufgegriffen. In diesen Momenten funktioniert Mom als außerordentlich gut durchdachte Charakterstudie, jeder Aspekt von Devkis Leben hat seine Bedeutung, nichts wirkt lieblos dazugedichtet.

Das war so die erste halbe Stunde und ich würde sagen: ,,Ja, super Figurenzeichnung, interessanter Handlungsaufbau, auf der technischen Seite passt eigentlich auch Alles, so darf es gerne weitergehen!'' Dann, nach einer intensiven Vergewaltigungsszene, die sich dank schlauer Kameraführung zum Großteil im Kopf des Zuschauers abspielt und einem nicht minder gelungenen Ausdruck der Trauer seitens Hauptdarstellerin Srvedi, entpuppte sich Mom plötzlich als zweischneidiges Schwert. Das vorher so vorsichtig aufgebaute Gewand aus greifbarer Authentizität fiel zu Boden und darunter kam ein Rache-Thriller zum Vorschein, der in seinen stärksten Momenten absolut mitreissend war, letzten Endes aber an seiner eigenen Unausgegorenheit scheiterte.

So sind die Racheakte, allesamt kreativ erdacht worden, von der Umsetztzung sieht man jedoch erstaunlich wenig, was dem Film einiges an Härte nimmt und so die nach wie vor kontroverse Selbstjustiz-Thematik nie richtig zur Geltung kommt. Das der Ermittler, der versucht hinter Devkis Taten zu kommen, der konsequenteste Nichtskönner ist, der selbst die offensichtlichsten Beweismaterialien übersieht, gab dann auch der Logik den Todesstoß.

Allgemein wirken die männlichen Charaktere fast durchgehend blass, was bei den Schurkenrollen am schwersten ins Gewicht fällt. Diese sind nämlich entweder verweichlichte Schönlinge, die sich nur in Begleitung ihrer Kumpane stark fühlen, oder abgedroschenste Möchtegern-Gangster die auf Teufel-komm-raus den Harten markieren wollen. Der spleenige Detektiv DK ist da die einzige positive Ausnahme.     

Auf der musikalischen Seite gibt es glücklicherweise nichts zu meckern. Neben einer eingängigen Titelmusik, die auch noch in mehreren Variationen durch den Film summt, hat Mom einige ordentliche Orchestral-Stücke zu bieten und, ja, eine Bollywood-typische Musik-Video-Nummer gibt es auch (Selbige fügt sich auch ganz gut in den Film ein und wirkt nicht aus dem Kontext gerissen). Und Srdevi wird mir definitiv im Gedächtnis bleiben, weil sie hier eine grandiose Performance abliefert und in einer der stärksten Szenen des Films, anmutig durch ein Meer aus roten Stoffen schreitet. 

Insgesamt ist mir schon lange kein Film mehr untergekommen bei dem Licht und Schatten so nahe beieinander standen. Was überaus bedauernswert ist, da ich dieses Rache-Stück, bei dem man mit einer Laufzeit von 145 Minuten ja schon von Epos sprechen kann, eigentlich echt gut finden wollte. 

Vielleicht lag es auch an meinen hohen Erwartungen, bereits vom Hören/Sagen erhoffte ich ich mir, es hier mit einem indischen Lady Vengeance zu tun zu haben, denn wie gesagt Mom ist kein schlechter Film. Es ist ein Film für all jene, die sich gerne indisches Kino ansehen (Dank der stimmigen Ästhetik und der großartigen Hauptdarstellerin), kein bis zur Perfektion durchkomponiertes Rache-Drama erwarten und sich einfach an den Stärken des Films erfreuen können.

Fazit: Letzten Endes will ich Mom als pures Mittelmaß bewerten. Er spielt seine Stärken viel zu bald aus, was außerordentlich Schade ist, denn mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin und stimmungsvollen Bildern hätte das hier das Zeug zu einem Revenge-Meisterwerk a'la Odboy oder Sleepers gehabt.       

 

 

 

 

5/10
mehr reviews vom gleichen autor
Climax
The Machinist
8/10
Master
The Machinist
8/10
die neuesten reviews
kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2019)