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Melvin-Smiley
Level 2
XP 63
Eintrag: 06.03.2019

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Trauma - Das Böse verlangt Loyalität

(Originaltitel: Trauma)
Herstellungsland:Chile (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,30 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Chile 2011. TRAUMA - DAS BÖSE VERLANGT LOYALITÄT erzählt die bedrückende Geschichte von vier attraktiven Frauen, die einen verhängnisvollen Trip in die ländliche Idylle Lateinamerikas unternehmen. In der Abgeschiedenheit eines Ferienhauses werden sie am ersten Abend von zwei Männern brutal angegriffen, bedroht und misshandelt. Was sie nicht wissen ist, dass die Eindringlinge selbst Grauenhaftes durchlebt haben und seit jeher keinerlei Skrupel mehr empfinden und jegliche Menschlichkeit verloren haben. Die Frauen versuchen - auch mit Hilfe der einzigen beiden Polizisten in dieser verlassenen Gegend - ihren grausamen Peinigern zu entkommen und Rache zu nehmen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von melvin-smiley:

"Trauma" oder auch  "Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird! - The Movie"

Der Titel, welcher beim geneigten Horror-Fan unbeabsichtigterweise direkt Erinnerungsblitze an Dario Argentos gleichnamigen Serienkiller-Film von 1993 aufflackern lässt, hat leider, bis auf eine im Off stattfindende Enthauptung, recht wenig mit dem Können des italienischen Giallo-Maestros gemeinsam. Vielmehr handelt es sich bei dieser chilenischen Produktion um einen Rape-and-Revenge-Streifen, welcher lediglich mit ein paar Tabubrüchen aus dem Gros ähnlich gelagerter Produktionen herauszustechen versucht. 

Dabei fängt der Film doch recht vielversprechend an und man bekommt das geboten, womit man in einer solchen Produktion wohl kaum gerechnet hätte: eine solide Kameraführung, einen stimmigen Soundtrack und tatsächlich Darsteller, die sich anfangs noch so verhalten, dass man es nachvollziehen kann. 
Besonders nach extremen Negativ-Erfahrungen in dieser schmuddeligen Nische des Horror-Genres, die nicht selten aus Richtung Südamerika stammen, muss man festhalten, dass "Trauma" anfänglich positiv überraschen kann. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, wie unsagbar schlecht der vom gleichen Regisseur in die Welt erbrochene "Sendero", oder der hanebüchene, verwundernswerterweise sogar mit einem ebenso minderwertigen US-Remake geadelte "Hidden in the Woods" doch waren, um nur zwei weitere Produktionen aus Chile für einen Vergleich anzuführen. Es fällt dem Zuschauer also fast schon eine Steinmauer vom Herzen, dass hier zumindest spürbar mehr Enthusiasmus und vermutlich auch Geld vorhanden gewesen sein muss. 

Wenn sich dann nach wenigen Minuten die Kamera auch noch voll und ganz zwei der vier Hauptprotagonistinnen widmet, welche gerade sinnlich den Geschlechtsakt vollziehen und das Geschehen in technisch professioneller Manier festgehalten wird, dann darf man sich nicht nur an den zugegebenermaßen schönen Körpern erfreuen, sondern auch daran, dass hier offensichtlich Potential vorhanden ist, auf dessen Beibehaltung man zumindest hoffen kann.

Da es sich hier jedoch um keinen Kunstfilm, sondern einen beinharten Horror-Thriller handelt, sind solche Prognosen bzw. Hoffnungen natürlich mit Vorsicht zu genießen. Besonders dann, wenn der eigentliche Prolog, der diesem Liebesspiel vorausging, zeigt, in welche Marschrichtung der Film gehen wird. 
Auch hier macht sich technisch zwar auch eine routinierte Inszenierung bemerkbar, rückt allerdings bei aller gezeigten Gewalt und allem Sadismus ein wenig in den Hintergrund. Was allerdngs dafür ans Tageslicht rückt, ist die Tatsache, dass das Geschehen mit Logik und Verstand nicht wirklich in Einklang zu bringen ist. Es wird schon in den ersten Minuten deutlich, dass Grenzen überschritten werden sollen, aber leider wirkt der Versuch so plump und plakativ, dass man sich eher darüber amüsieren kann bzw. vor lauter Kopfschütteln gar nicht dazu kommt, schockiert zu sein. 

So wird man nach einem schwammigen, viel zu übertriebenen, aber dennoch hart anzusehenen Prolog in eine edel gefilmte und stimmig inszenierte Rahmenhandlung eingeleitet. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man mit so gut wie allem rechnen; nur nicht mit Überraschungen. Dass diese sich dennoch einstellen und keineswegs positiv sein sollten, besiegelt leider nur den Gesamteindruck der Produktion, welcher ab Auftauchen der Peniger quasi minütlich absackt. 

Nach Ansicht des Filmes sitzt man fassungslos da und fragt sich, was soeben passiert sein muss. Hat es einen abrupten Regiewechsel gegeben? Einen solchen inkonsistenten Fortgang der Geschichte habe ich zumindest selten erlebt. Die Einführung der Charaktere in ihre Rollen sowie deren Ankunft an den Ort ihrer Pein bzw. an dem Domizil, in welchem die Damen einen gemeinsamen Urlaub genießen möchten, mag noch genretypisch brauchbar in Szene gesetzt worden sein, aber spätestens seit dem unvermittelten Auftauchen der beiden psychisch arg in Mitleidenschaft gezogenen Sadisten, welche hier als Folterer agieren, dreht sich das Blatt und der Film verkommt nach und nach dem Wahnwitz eines im höchsten Maße untalentierten Drehbuchschreibers. 

So reiht sich zwischen all den, in epischer Länge zelebrierten Vergewaltugungs-, Erniedrigungs- und Misshandlungs-Vorgängen, welche definitiv hart und unerbittlich dargestellt werden, eine Logiklücke an die nächste und das Verhalten von Tätern, Opfern und später auch Nebendarstellern gipfelt schnell in lächerlicher Dummheit. Die Härte, welche erreicht werden will und welche unmissverständlich schockieren möchte, bremst sich durch den allgegenwärtigen Schwachsinn der Geschichte leider selbst massiv aus und verkommt lediglich zum knüppelharten Beiwerk. So ist auch plötzlich von passablen Leistungen nicht mehr die Spur zu sehen und höchstens in den Folter-Szenen kommt noch etwas Intensität zum Ausdruck. 

Die Effekte spielen ab Beginn des Folter-Reigens also die Hauptrolle und dies wäre an sich kein größeres Problem Problem für eine solche Produktion, wenn, ja, wenn diese auch durchgängig gut gemacht und gefilmt worden wären. Leider mischen sich unter die wirklich hervorragend gemachten Handmade-FX diverse CGI-Spritzer und -Einschüsse, welche in mindestens gleicher Art und weise dilettantisch wirken, wie das Verhalten der menschlichen Protagonisten. Vielmehr kann man sagen, dass die Effekte bzw. Härten in der direkten Ausführung größtenteils mangelhaft aussehen, im gezeigten Ergebnis dafür aber überraschend getrickst sind. Ebenso störend fällt hierbei die teils sprunghafte Kameraführung in Verbindung mit einem arg abgehackten Schnitt aus; mancher Gewaltausbruch wird so nur halbherzig eingefangen und fast schon kaschiert, damit kurz darauf das Ergebnis wieder onscreen und in voller Praucht gezeigt werden kann. 
Dennoch klingt dieses Urteil ggf. härter, als es eigentlich sein soll, denn die Effekte sind es, die diesen Film vor dem völligen Untergang bewahren.

Die letzte halbe Stunde des Filmes gehört zu dem inszenatorisch schlimmsten Unsinn, der je auf die Leinwand gebracht worden ist und man kann sich nur erneut an den Kopf fassen, wenn man erdulden muss, wie sich die komplette Darsteller-Riege in punkto unsäglicher Dummheit einfach nur gegenseitig zu übertreffen versucht; hier wird sämtliche Nachvollziehbarkeit sowie jegliche Logik so dermaßen missachtet, dass selbst dem in dieser Hinsicht tolerantesten Filmfreund die Kinnlade heruntersausen sollte. Immerhin wird dieser inhaltliche Schlaganfall durch die bereits erwähnte Vielzahl an eingestreuten, meist gut realisierten Effekte einigermaßen abgemildert. 

So bleibt am Ende ein Film, in dem nichts, aber auch gar nichts in Erinnerung bleibt, bis auf zwei wesentliche Punkte: eine nicht zu verachtende Härte, sowie ein alles überschattender Schwachsinn innerhalb der Handlung. 
Alles andere bleibt farblos und plätschert belanglos vor sich hin, was absolut konträr zum stark anmutenden Anfang steht. 

Zu erwähnen bleibt sicher noch die Tatsache, dass der Film sich quasi in Tabubrüchen suhlt: es werden Vergewaltigungen vollzogen, Menschen gefoltert, ein Kind/Junge vergewaltigt seine Mutter, ein Baby wird Offscreen missbraucht, es werden medizinisch nicht wirklich akurate Abtreibungen vorgenommen, Kanibalismus spielt auch eine Rolle und überhaupt wird fast ausnahmslos alles getötet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. 
Die Macher hatten so, ähnlich wie "A Serbian Film", welcher ausdrücklich Pate gestanden haben dürfte, sicher auch die Absicht, hier einen Skandal zu forcieren. Damit das ganze nicht allzu plump wirkt, bemüht man sich halbherzig, der Geschichte eine politische Motivation und damit einen Hintergrund anzudichten, was allerdings im Kontext der Geschichte so übertrieben aufgesetzt und heuchlerisch wirkt, dass es sich nahtlos an den Rest des verunglückten Konstrukts anfügt. War beim serbischen Skandal-Film die Intention der Macher zwar auch mehr als fragwürdig und ging es schon hier mehr um Exploitation, als um das Aufklären über politische Missstände in der Vergangenheit, so konnte dieses Werk immerhin durch eine dichte Atmosphäre und eine solide Geschichte punkte; hier entgleitet dieser Ansatz völlig und der fertige Film mutiert zu einem seelen- wie hirnlosen Folter-Karneval, der zwar Härten am Fließband auffahren kann und dadurch für Splatter-Freaks durchaus interessant sein könnte, aber auf inhaltlicher Ebene vollends versagt.
Den Vorschuss-Lorbeeren, die den Film als Extremerfahrung deklarieren, wird das Endprodukt leider zu keiner Zeit gerecht und so bleibt ein extrem enttäuschender Film zurück, der zwar viel will und dafür auch die volle Palette an Perversion und Blutzoll auffährt, damit aber höchstens die Richter beeindrucken kann, die den Streifen nach etwaiger Indizierung auf Listenteil B sicher mit Kusshand nach §131 StGB wegen Gewaltverherrlichung bundesweit beschlagnahmen. 

Wäre "Trauma" nicht so traumatisierend dämlich, so wäre sicher eine Wertung im mittleren Segment möglich, aber so bleibt der Film als Ganzes schlichtweg ungenießbar. Es ist mehr als schade, so viel Potential mit einer solch grauenvollen Inszenierung zunicht gemacht wird. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen! 

02/10 

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Kommentare

06.03.2019 19:41 Uhr - RetterDesUniversums
1x
Was mich geritten hat die Uncut Fassung zu schauen will ich nun auch nicht mehr wissen!Habe ihn dann doch ausgeschaltet!
Wie kommt man auf solche perversen abartigen Ideen als Drehbuch Schreiber?
Finger weg von so einem Werk!!!

06.03.2019 20:10 Uhr - dicker Hund
1x
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Trotz dieser deutlichen Warnung ist der bei mir noch nicht raus. Die recht soliden Durchschnittsnoten und die bei solchen Produktionen extreme Geschmacksabhängigkeit lassen mich noch hoffen.

06.03.2019 21:14 Uhr - Melvin-Smiley
1x
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06.03.2019 19:41 Uhr schrieb RetterDesUniversums
Was mich geritten hat die Uncut Fassung zu schauen will ich nun auch nicht mehr wissen!Habe ihn dann doch ausgeschaltet!
Wie kommt man auf solche perversen abartigen Ideen als Drehbuch Schreiber?
Finger weg von so einem Werk!!!


Gerade die im Vorfeld monierten Grenzüberschreitungen haben mich erst dazu gebracht, den Streifen mal auf Herz und Nieren zu prüfen. Sicher, das Ergebnis ist pervers, abartig und nur drauf aus, zu schockieren; primitivste Unterhaltung für anspruchslose Gorebauern. Und wäre er nicht so himmelschreiend dämlich, hätte das bei mir auch funktioniert. So bleibt leider ein vollkommen entarteter, sich viel zu ernst nehmender No-Brainer, der sich seinen Schock-Effekt selbst verbaut. Als pubertierender Splatter-Jünger hätte ich das Ding sicher krass gefunden und abgefeiert; aus heutiger Sicht ist es einfach nur ein absolutes Ärgernis.

06.03.2019 20:10 Uhr schrieb dicker Hund
Trotz dieser deutlichen Warnung ist der bei mir noch nicht raus. Die recht soliden Durchschnittsnoten und die bei solchen Produktionen extreme Geschmacksabhängigkeit lassen mich noch hoffen.


Einen Blick könnte er wert sein; das Hirn aber bitte vorab ausschalten, oder mit Alkohol betäuben.

06.03.2019 22:54 Uhr - PeregrinTuk
1x
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06.03.2019 21:14 Uhr schrieb Melvin-Smiley
Einen Blick könnte er wert sein; das Hirn aber bitte vorab ausschalten, oder mit Alkohol betäuben.


Oder komplett entfernen, hilft bestimmt auch. :)
Schöne Kritik! Vernichtet den Film ziemlich, wundert mich, bei dem was ich über ihn bisher las, aber auch kaum. ^^

06.03.2019 22:56 Uhr - Intofilms
1x
Tolle Rezi, Melvin, großartig! 👍 Ein Kumpel hat mich bereits gewarnt, nicht ganz so eindringlich wie du, aber eben auch deutlich genug... Nein, hier zu verzichten, fällt mir nicht schwer. Dann lieber ein Rewatch von „A Serbian Film“, ohnehin überfällig. ;)

07.03.2019 00:47 Uhr - The Machinist
1x
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Erfahrungspunkte von The Machinist 176
Hm, krasse Besprechung. Da ich selbst großer Fan von solchen exzessiven Hardcore-Streifen bin(ja ich mochte A Serbian Film), werde ich mir auch Trauma wohl oder übel mal antun. Wer weiß, vielleicht kann ich ihm ja etwas mehr abgewinnen als du. Für die Sammlung wird der aber eher nichts werden.

07.03.2019 07:23 Uhr - BFG97
1x
Moderator
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Klasse geschrieben, Melvin! Auf den Film kann ich nach deiner Review aber guten Gewissens verzichten. Zumal ich mit Rape and Revenge Filmen sowieso nur sehr selten etwas anfangen kann.

07.03.2019 08:04 Uhr - Dissection78
1x
DB-Co-Admin
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Sehr schön auseinandergenommen. Meine Erwartungen tendieren dementsprechend gen Null, waren allerdings zuvor schon nicht sonderlich hoch. Ein eigenes Bild werde ich mir trotzdem noch machen und harre gespannt, ob ich so anspruchslos bin, dass ich als Exploitation-Fan dem anscheinenden Debakel doch noch etwas halbwegs Positives abgewinnen kann ;)

07.03.2019 11:21 Uhr - ETXGonzo
1x
User-Level von ETXGonzo 2
Erfahrungspunkte von ETXGonzo 97
@Melvin
Danke schön für diese gut formulierte und aufschlussreiche Rezension. Mehr brauche ich über den Film nicht mehr zu wissen.

PS: Hast du deine "King Kong lebt"-Kassette schon in die Videothek zurück gebracht? :-D

07.03.2019 22:18 Uhr - Punisher77
2x
DB-Helfer
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Die "Rape-Revenge"-Ecke ist kein Ort, an dem ich mich richtig heimisch fühle und ich kenne auch nur die "I Spit On Your Grave"-Filme. Und Dein eindrucksvolles Review ist mir eine erneute Warnung, mich von diesem Genre in Zukunft fernzuhalten.

Das Review ist dagegen tadellos ... beide Daumen hoch!

08.03.2019 00:54 Uhr - Fratze
2x
DB-Helfer
User-Level von Fratze 7
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Ja, so ist das: Fällt dir ein Stein (oder gleich eine ganze Mauer) vom Herzen, knallt er (oder sie) dir unweigerlich und ungebremst auf den Fuß.

Danke für diese ausführliche Warnung, ich grinse immer noch ^^

08.03.2019 02:44 Uhr - Melvin-Smiley
3x
User-Level von Melvin-Smiley 2
Erfahrungspunkte von Melvin-Smiley 63
06.03.2019 22:54 Uhr schrieb PeregrinTuk
06.03.2019 21:14 Uhr schrieb Melvin-Smiley
Einen Blick könnte er wert sein; das Hirn aber bitte vorab ausschalten, oder mit Alkohol betäuben.


Oder komplett entfernen, hilft bestimmt auch. :)
Schöne Kritik! Vernichtet den Film ziemlich, wundert mich, bei dem was ich über ihn bisher las, aber auch kaum. ^^


Nee, später, wenn man sich über den Film ärgert, braucht man das Hirn definitiv, um Worte zu finden, die diesem Debakel gerecht werden. ;-D


06.03.2019 22:56 Uhr schrieb Intofilms
Tolle Rezi, Melvin, großartig! 👍 Ein Kumpel hat mich bereits gewarnt, nicht ganz so eindringlich wie du, aber eben auch deutlich genug... Nein, hier zu verzichten, fällt mir nicht schwer. Dann lieber ein Rewatch von „A Serbian Film“, ohnehin überfällig. ;)


Ich danke Dir! :)
Also lieber solltest Du Dir den Serben in Dauerschleife antun, als diesen Quark überhaupt; aber ich kann jeden verstehen, der sich sein eigenes Bild machen will. Die Erwartungen würde ich dennoch arg drosseln und versuchen, mich bloß am Exploitation-Anteil zu "erfreuen". ;-D


07.03.2019 00:47 Uhr schrieb The Machinist
Hm, krasse Besprechung. Da ich selbst großer Fan von solchen exzessiven Hardcore-Streifen bin(ja ich mochte A Serbian Film), werde ich mir auch Trauma wohl oder übel mal antun. Wer weiß, vielleicht kann ich ihm ja etwas mehr abgewinnen als du. Für die Sammlung wird der aber eher nichts werden.


Du kannst ihn mit dem Serben leider gar nicht vergleichen; das ist das Problem. Beide wollen zwar voll auf's Mett hauen, was derbe Schauwerte angeht, aber "A Serbian Film" bietet dafür immerhin einen atmosphärischen Rahmen. "Trauma" kann das leider nicht und trottet recht schnell durch ein Sammelsurium willkürlich zusammengestreuter Sadismen. Wenn man seine Erwartungen drosselt und sich der Tatsache bewusst ist, dass die Logik hier mit Füßen getreten wird, könnte man, wenn man Bock auf einen rabiaten Folterfilm hat, vielleicht Freude haben. Mich ärgert am meisten die vertane Chance und das nicht genutzte Potential. Aber mach Dir selbst ein Bild. :)


07.03.2019 07:23 Uhr schrieb BFG97
Klasse geschrieben, Melvin! Auf den Film kann ich nach deiner Review aber guten Gewissens verzichten. Zumal ich mit Rape and Revenge Filmen sowieso nur sehr selten etwas anfangen kann.


Vielen lieben Dank, aber meine Review-Struktur hier ist wahrscheinlich genauso wirr wie der Film, um den es geht. :-o Wenn Du allerdings mit Rape and Revenge- und Folter-Filmchen generell nicht viel anfangen kannst, dann wird dieser Streifen das garantiert nicht ändern. Das ist in meinen Augen nur etwas für die Klientel, die alles gesehen haben will und bei jedem angeblichen Tabubruch hellhörig wird; aber vielleicht werde ich auch einfach langsam zu alt für den Scheiß. ;-D


07.03.2019 08:04 Uhr schrieb Dissection78
Sehr schön auseinandergenommen. Meine Erwartungen tendieren dementsprechend gen Null, waren allerdings zuvor schon nicht sonderlich hoch. Ein eigenes Bild werde ich mir trotzdem noch machen und harre gespannt, ob ich so anspruchslos bin, dass ich als Exploitation-Fan dem anscheinenden Debakel doch noch etwas halbwegs Positives abgewinnen kann ;)


Auch Dir vielen Dank! :)
Ich erwarten eine ausführliche Besprechung! ;) Aber wenn Du es schaffst, das Drumherum ein wenig auszublenden, weißt, was Dich in etwa erwarten und Dich dann einfach nur am Gesuppe erfreust, dann kannst Du sicher den einen oder anderen Punkt mehr verteilen. Der Film passt aber hervorragend in das Feld, welches Du vornehmlich beackerst und ist daher Pflichtprogramm. ;-D


07.03.2019 11:21 Uhr schrieb ETXGonzo
@Melvin
Danke schön für diese gut formulierte und aufschlussreiche Rezension. Mehr brauche ich über den Film nicht mehr zu wissen.
PS: Hast du deine "King Kong lebt"-Kassette schon in die Videothek zurück gebracht? :-D


Gern geschehen! :) Ohne diesen Verriss hätte sich der Frust wohl in meine Seele gefressen! ;)
Und was die Kassette angeht, hab' ich sie dem Frechdachs bei Big Top Video quer in die Futterluke gestopft. Diese ständigen Anrufe wurden langsam lästig. ;)


07.03.2019 22:18 Uhr schrieb Punisher77
Die "Rape-Revenge"-Ecke ist kein Ort, an dem ich mich richtig heimisch fühle und ich kenne auch nur die "I Spit On Your Grave"-Filme. Und Dein eindrucksvolles Review ist mir eine erneute Warnung, mich von diesem Genre in Zukunft fernzuhalten.
Das Review ist dagegen tadellos ... beide Daumen hoch!


Vielen lieben Dank! :)
Also ich mag heftige/kontroverse Streifen, aber ich muss gestehen, dass mir höchstens 1-2 "gute" Rape-and-Revenge-Filme einfallen, während der Rest zwischen belanglos und Bodensatz rangiert. Aber die vollmundigen Versprechungen locken einen naiven Filmfreak wie mich natürlich immer wieder in die Falle; und auch hier hat sie zugeschnappt. ;)
Vor dem Film kann ich nur warnen, aber er wird sicher auch sein Publikum finden.

08.03.2019 02:46 Uhr - Melvin-Smiley
1x
User-Level von Melvin-Smiley 2
Erfahrungspunkte von Melvin-Smiley 63
08.03.2019 00:54 Uhr schrieb Fratze
Ja, so ist das: Fällt dir ein Stein (oder gleich eine ganze Mauer) vom Herzen, knallt er (oder sie) dir unweigerlich und ungebremst auf den Fuß.

Danke für diese ausführliche Warnung, ich grinse immer noch ^^


Gern geschehen! :D
Falls Du irgendwann keine Lust mehr auf's Grinsen hast, dann kenne ich da einen ganz besonderen Film, der Dir das sicher langfristig vertreibt. ;-D

08.03.2019 09:37 Uhr - TheShield2013
User-Level von TheShield2013 3
Erfahrungspunkte von TheShield2013 107
Sehr geiles Review, ich kann dir 100 Prozent zustimmen. Ich habe mich leider auch verleiten lassen mir den Film zu bestellen , allerdings nach einmal anschauen auch direkt wieder abgegeben. Wie du so schön schreibst , der Anfang hat echt Hoffnung auf einen bitter bösen Film gemacht , allerdings was danach gekommen ist , war einfach nur dümmlich und ich hab mich echt bis zum Ende gequält. Kein Vergleich zum Serben. Aber immerhin hat Trauma dazu geführt, das wir dein Review lesen konnten.

08.03.2019 13:38 Uhr - Mr.Tourette
User-Level von Mr.Tourette 2
Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 63
Auf Melvin Smiley ist wie immer Verlass. Egal ob Kommentar oder Rezi. Knochentrocken, wohl durchdacht und immer wunderbar argumentiert. Den Film brauche ich nicht, die Review schon. "Inhaltlicher Schlaganfall" made my day!

16.03.2019 00:14 Uhr - Dr.Ro Stoned
Moie!
Lob:
Du kannst dich sehr gewählt ausdrücken.
Da können sich viele noch eine scheibe von abschneiden.

So macht lesen spaß.👍
Daumen hoch.

Ps. Danke für die Warnung!

Bin zwar fast ein allesgucker, aber durch solche rezensionen kann man wenigstens noch prioritäten setzen....😎

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