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CHOLLO
Level 7
XP 650
Eintrag: 13.03.2019

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Ein Mann sieht rot

(Originaltitel: Death Wish)
Herstellungsland:USA (1974)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Mann sieht rot - Death Wish, Ein
Justicier dans la Ville, Un

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,64 (41 Stimmen) Details
inhalt:
Paul Kersey ist ein friedliebender Architekt in New York. Bei einem Überfall auf seine Wohnung wird seine Frau getötet und seine Tochter schwer verletzt. Er verlässt sich auf die Ermittlungen der Polizei, muss aber mit ansehen wie diese keine Erfolge vorweisen können. er selber verspürt zum ersten mal den Wunsch nach Rache und geht diesem auch schließlich nach. Bis die Täter gefunden und zur Rechenschaft gezogen wurden...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Mit "Ein Mann sieht Rot" oder "Death Wish" wurde 1974 nach einer Vorlage des Romancier Brian Garfield und umgesetzt durch Michael Winner der wohl bis heute bekannteste Selbstjustiz- Thriller der gegenwärtigen Filmgeschichte auf die Menschheit losgelassen. Es dürfte wohl kaum jemanden geben dem dieser Film nicht zumindest ein Begriff sein sollte, vor allem da ihm in jüngster Vergangenheit die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, ein Remake zu erhalten. Für unzählige Nachahmer (z.B. "Death Sentence") und mehrere Fortsetzungen ebnete er den Weg und gilt heute gemeinhin als Klassiker, wenn nicht Urheber seines eigenen Genres.

Für Winner, der 1974 schon ein beschäftigter Regisseur und versierter Handwerker seines Fachs durch Outputs wie "Chatos Land"; "Kalter Hauch" und "Scorpio, der Killer" war, bedeutete "Death Wish" den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere und rückblickend betrachtet wohl auch den Zenit seiner Schaffensphase. Dieser war wie sein Film nicht immer unumstritten und galt bis in's hohe Alter als Frauenheld und ziemlich schwierig am Filmset. Schön formuliert und zu sehen übrigens bei diversen Interviews von Alex Winter, der in der ebenfalls von Winner inszenierten Fortsetzung "Death Wish 3" eine Rolle als Kanonenfutter ergattern konnte. Eine gute Kombination sozusagen, denn es ist von Vorteil einen streitbaren Regisseur die Leitung eines kontroversen Projekts zu übergeben.

"Death Wish" wirkt in seiner Optik allgemein und der Darstellung ausgeführter Gewalt heutzutage natürlich etwas angestaubt. Wenn Stone- Face Bronson mitsamt Schlaghose und geschenktem Revolver auf Böse Buben Jagd geht haut es keinen Jugendlichen mehr vom Hocker. Obwohl die Misshandlungsszene seiner Familie mitunter doch sehr explizit und verstörend geraten sind (siehe Einsatz der Spraydose). Doch jenes ist bei diesem Klassiker auch nicht von entscheidender Bedeutung. Was "Ein Mann sieht rot" von seinen mehr oder weniger gelungenen Nachfolgern abhebt und ihm ein gutes Stück Qualität verleiht, ist die innere Zerissenheit und Hilflosigkeit seines Protagonisten. Natürlich haben wir es hier nicht mit einem Psychogramm im Stile eines Lars von Trier oder Alfred Hitchcock zutun, aber was Winner und Bronson hier vortragen ist für seine Entstehungszeit und den Regeln des (Action/ Thriller-)Genres betreffend schon beachtlich.

Paul Kersey stolpert zuweilen derat Kopf- und Hilflos durch die Szenerie eines heruntergekommenen New York's, dass einem nicht viel übrig bleibt als Mittleid zu empfinden. So erging es mir zumindest bei der Sichtung. Überfordert von der Situation und der seiner Familie und ihm angetanen Grausamkeit, hetzt er sprichwörtlich Verwirrt und Wutentbrannt gleichermaßen von einem Schauplatz zum anderen um dieses abscheuliche Verbrechen zu sühnen. Die Polizei, in seiner Situation nicht wirklich Freund und Helfer und der Aufgabe nicht gewachsen, unterstreicht diesen Realitätsanspruch. Ähnlich wie der Aspekt, welcher die waren Verantwortlichen dieser Tat nie zur Rechenschaft gezogen werden. Kersey entwickelt sich im Laufe der Handlung zu fast einem ebensolchen Verbrecher, indem er diffus Individuen wie einen Drogensüchtigen bei der Geldbeschaffung seiner vermeintlich gerechten Strafe zuführt. Dieser Umstand galt Mitte der Siebzieger als geziehlter Affront in Richtung der Sittenwächter, deren Bild vom konsertativen Kleinbürgertum und dem suggerieren von Vertrauen in Obrigkeit und Staat allerhöchste Bedeutung hatte. Es sollten die Füße des "New Hollywood" werden die für die durchstrukturierten Schuhe des klassischen Studiosystems allmählich zu groß wurden.

Bronson als Kersey ist ohne Frage eine Marke und der damals bereits 53 jährige Darsteller füllt diese gut aus. Doch ist von Vorteil dass sich zu diesem Zeitpunkt Bronson's Rollenbild noch nicht verselbstständigt hatte. Mann nimmt ihm seine innere Zerissenheit und Empfindsamkeit zu großen Teilen ab, wohingen die Person des Paul Kersey bei den Fortsetzungen in den Folgejahren immer mehr zur Karikatur verkommen sollte. Neben Bronson agiert Vincent Gardenia ( "Extrablatt"; "Der Himmel soll warten") als Detektiv Frank Ochoa solide und auch der junge Jeff Goldblum als einer der Vergewaltiger weiß in seiner relativ kurzen Screentime zu überzeugen. Für die musikalische Untermalung konnte man unter anderem den Jazz Pianisten sowie Oscar- und Golden Globe Preisträger Herbie Hancock verpflichten und auch hinter der Kamera platzierte sich mit Arthur J. Ornitz ("Serpico") kein unbeschriebenes Blatt. Cast und Crew sprechen in Sachen Professionalität also für sich.

"Ein Mann sieht rot" ist gegenwärtig weitaus weniger kontrovers und zwiegespalten aufzunehmen als noch vor 45 Jahren, dafür ist in der Zwischenzeit einfach zuviel in der Filmlandschaft passiert. Auch die implizierte Aussage hinter den Bildern können einen Heranwachsenden in Zeiten des Internets wohl kaum noch desorientieren. Die neu erteilte eingeschränkte Jugendfreigabe geht somit völlig in Ordnung. Trotzdem bleibt dieser Klassiker eine Blaupause in seinem Genre und dem dargebotenen Stil. Regisseur Michael Winner erlebte durch ihn seinen zweiten Frühling und auch Charles Bronson, ob gewollt oder nicht, war nach seiner Vorstellung endgültig in seinen Rollentypus gemeißelt. Eine Empfehlung für diesen Film auszusprechen ist selbstverständlich wie überflüssig. Denn jene die diese Seite besuchen und sich mit meinem Review beschäftigen, dürfte die Qualität dieses Meilensteins ohnehin bekannt sein.

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Kommentare

13.03.2019 23:36 Uhr - Intofilms
4x
„Death Wish“: Zuletzt habe ich die Teile 2 & 3 gesehen, den ersten (und besten) dagegen schon länger nicht mehr. Für mich ja ein exemplarischer 70er-Jahre-Thriller. Stimme deinen Aussagen in dieser Hinsicht voll und ganz zu, CHOLLO. Und ja, Charles Bronson als Paul Kersey ist einfach die absolute Idealbesetzung. Auch die späteren, schwächeren Teile können sich dank Bronson immer noch gut sehen lassen. Er ist einfach eine Sehenswürdigkeit an sich in dieser Rolle.
Kompetente Vorstellung. Von mir ein Pünktchen weniger. Und ich glaube zu wissen, welche Filme du uns in deinen nächsten vier Reviews präsentieren wirst (bzw. fünf inklusive Remake, das ich allerdings noch nicht kenne)... 🙂

13.03.2019 23:57 Uhr - CHOLLO
3x
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Vielen lieben Dank Into!
Der 2&3 wandern bei mir auch am häufigsten in den Player, sind einfach die unterhaltsamsten.
Und mit deiner Vermutung hast du ganz recht...Fortsetzung folgt..;)

14.03.2019 10:28 Uhr - Nubret
3x
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Erfahrungspunkte von Nubret 1.042
Schöne Kritik mal wieder!

Auch wenn er bei mir nicht ganz die 10 schafft, ist seine Bedeutung für die Filmhistorie nicht zu bestreiten.

Freue mich jedenfalls auf die nächsten Teile. Bist ja mittlerweile ein richtiger Serientäter..he, he..

14.03.2019 11:49 Uhr - Insanity667
4x
DB-Helfer
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Sehr gut geschrieben CHOLLO! Die filmhistorische Bedeutung und Bronson als absoluten Kult-Charakter mal beiseite, vergebe ich hier 8/10 Punkte. Ich finde, dass "Death Wish", im Gegensatz zu vielen anderen Klassikern, nicht besonders gut gealtert ist, wahrscheinlich, weil die Thematik sich über die Zeit so schnell abgenutzt hat und zum "Standart" verkommen ist... Damit will ich nicht sagen, dass das Teil überholt oder gar überbewertet ist, ich schaue den auch immer mal wieder gerne, allerdings ist es eben (meiner Meinung nach) "nur" ein recht exploitativer/plakativer Rache-Actioner, wie man ihn auch vorher schon aus dem Grindhouse/Mainstream/Independent-Kino kannte und erst recht danach, weil sich dann in gefühlt jedem Film für irgendwas gerächt werden musste... Bitte nicht hauen! :)

14.03.2019 16:09 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 7
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Auch euch beiden ein Dankeschön :)

@ Nubret
Ja ich habs in letzter Zeit irgendwie mit Reihen.;)
@Insanity667
Wer wird hier hauen :))))
Sehr nachvollziehbare Begründung deinerseits warum er bei dir nicht so gut abschneidet.

14.03.2019 21:59 Uhr - Punisher77
2x
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Erfahrungspunkte von Punisher77 2.996
Sehr gelungene Kritik, die die Stärken des Films gut auf den Punkt bringt! Hat Spaß gemacht, den Text zu lesen. Bin schon gespannt auf Deine weiteren "Death Wish"-Reviews.

14.03.2019 22:41 Uhr - CHOLLO
2x
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Vielen Dank Punisher77,

Deine Reviews zu der Reihe hab ich natürlich auch alle durch.
Und ich muss sagen: Top!

16.03.2019 12:34 Uhr - Punisher77
DB-Helfer
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Vielen Dank für das Kompliment!

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