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CHOLLO
Level 8
XP 829
Eintrag: 14.03.2019

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Death Wish 2 - Der Mann ohne Gnade

(Originaltitel: Death Wish 2)
Herstellungsland:USA (1981)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Death Wish II - Der Mann ohne Gnade

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,75 (51 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem Kersey (Charles Bronson) den Tod an seiner Frau gerächt hat, will er ein neues Leben in L.A. beginnen. Doch auch hier lauern Verbrechen und Gewalt an jeder Ecke und den Leidgeprüften trifft ein weiterer Schlag: Seine Tochter wird zum Opfer einer gewalttätigen Bande, die sich brutal an ihr vergeht. Kersey hat nur noch einen Gedanken: Rache üben - bis auch der letzte Täter ausgemerzt ist. Die kalifornische Metropole wird zum Schauplatz eines infernalistischen Vergeltungskreuzzugs.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

1982 hatte Michael Winner eine für seinen Beruf lange Durststrecke hinter sich gebracht. Der Regisseur hatte nach seinem zwiegespalten aufgenommenen Hit "Death Wish" nur noch weing gerissen, obwohl Werke wie der 1977 entstandene "Hexensabbat" aka "The Sentinel"  durchaus von vorhandenem Talent zeugten und zumindest bewiesen das der Mann sein Handwerk nicht verlernt hatte. Was er aber bewies war sein unglückliches Händchen in Sachen Projektauswahl, da Outputs wie "Tote schlafen besser" oder "Firepower" gnadenlos bei der Zuschauerschaft  durchfielen. Ein Erfolg musste her und so kann man es nur als großes Glück seinerseits bezeichnen, welches just in dieser Zeit zwei aufstrebende Produzenten aus dem fernen Israel in seine Gefilde unterwegs waren um das Hollywood der Achtziger Jahre zu erobern. Die Rede ist natürlich von Menahem Golan und Yoram Globus die mit ihrer Ur- Trash Schmiede Cannon Films auf der Suche nach publikumswirksamen Stoff waren um ihre Marke zu etablieren. Die beiden, ihrerseits auch Filmnerds erster Stunde, waren natürlich nicht auf den Kopf gefallen und hatten mit einer gut gefüllten Geldbörse nach passenden Material Ausschau gehalten um ihre Anfänge im glitzernen Californien mit einem Knall zu starten. Was bot sich da besser an als ein heiß diskutiertes Werk der letzen Jahre mitsamt in Nöte geratenen Regisseur neu aufzurollen. Und so sicherte man sich kurzerhand die Rechte von Produzent Dino de Laurentiis und brachte "Der Mann ohne Gnade" oder "Death Wish 2" auf den Weg.

Ich spreche an dieser Stelle bewusst von neu aufgerollt denn von einer Fortsetzung, da sich Teil 2 um Paul Kersey in meinen Augen eher wie ein Reboot als ein Sequel anfühlt. Paul Kersey lebt, 5 Jahre nach den Vorkommnissen in New York, mehr oder minder glücklich mit seiner neuen Lebensgefährtin und der noch traumatisierten Tochter in Los Angeles. Alles scheint in Ordnung bis sich die schrecklichen Vorfälle aus der Vergangenheit beinahe 1:1 wiederholen. Abermals zwingt ihn eine abscheuliche Vergewaltigung seiner Tochter mitsamt anschließendem Suizid dazu, zur Waffe zu greifen und mit dem Abschaum der Stadt der Engel abzurechnen.

"Death Wish 2" geht dabei was den Handlungsverlauf und die Motivationen seines Hauptdarstellers anbelangt aber deutlich weniger subtil zu Werke als noch  Teil 1. Angefangen bei den Vergewaltigungsszenen, zuerst von einer Haushälterin und anschließend von Kersey`s Tochter, legt Winner`s Sequel den Regeln konform eine ordentliche Schippe drauf. Dermaßen überspitzt geraten wirken sie eher einer Einstellung im Stile der Rape`n Revenge Reißer "I spit on your Grave" oder "The Last House on the Left" entlehnt als derer eines handelsüblichen Thrillers. Natürlich bewegen wir uns auch bei Selbstjustizlern wie "Death Wish" im kontroversen Bereich und die Taten des Protagonisten müssen ja irgendwie gerechtfertigt werden, doch wirken diese Szenen aufgrund ihrer fast schon exploitativen Darstellung beinahe wie Fremdkörper. Auch für heutige Verhältnisse bewegt sich die dargebotenen Pein und Erniedrigung der beiden bemittleidenswerten Frauen an der Grenze des erträglichen. Diesem Umstand ist es dann auch geschuldet welches "Death Wish 2" als einziger Teil der Reihe eine Abwanderung vom Index verwehrt geblieben ist. 

Aber auch in anderen Bereichen geht "Der Mann ohne Gnade" nicht zimperlich zu Werke. Jugendliche Strafttäter werden mit Verweisen auf religiös motivierten Körperschmuck abgeurteilt und exekutiert oder mitsamt Ghettoblaster auf den Schultern ein Loch in die Rübe geblasen. Vorbei ist es mit der inneren Zerissenheit vergangener Tage. Kersey darf als Ein- Mann- Kommando in der Unterwelt von Los Angeles mit bitterbösen Buben abrechnen. In gewisser Weise macht es Spaß dem Treiben zuzuschauen, es bedeutet gleichsam aber auch den größten Schwachpunkt von "Death Wish 2". Wer eine einigermaßen ernstzunehmende Auseinandersetzung mit dem Thema Selbsjustiz im Fahrwasser von "Ein Mann sieht rot" erwartet wird schwer enttäuscht werden. Ich ziehe an dieser Stelle mal den Vergleich zwischen "Rambo- First Blood" und "Rambo 2- der Auftrag", bei dem sich mir ein ähnliches Gefälle aufgedrängt hat. Wer hier ein mindestmaß an Anspruch sucht ist definitiv in den falschen Zug eingestiegen, Unterhaltung hält klar das Zepter in der Hand. In dieser Hinsicht macht der Film formal keinen schlechten Job, hat aber nur noch wenig mit dem Erstling und überhaupt nichts mehr mit der Vorlage von Brian Garfield zu tun.

Charles Bronson als Paul Kersey und Regisseur Michael Winner sind natürlich gesetzt. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Vincent Gardenia als Detektiv Ochoa. Als Lausbub gibt sich Laurence Fishburne die Ehre, der mitsamt Retrobrille noch niederträchtiger wirkt als Jeff Goldblum in Teil 1. Auch Bronsons damalige Frau Jill Ireland und Carpenters Stammschauspieler Charles Cyphers konnte man in kleinen Rollen unterbringen. Die Musik komponieren durfte diesmal Jimmy Page anstelle eines Herbie Hancock, was natürlich auch nicht von Nachteil ist. Insgesamt wirkt alles was den Cast und Crew Sektor angeht bei geschätzten Produktionskosten von 2 Mill. Dollar wieder erstaunlich professionell, und mit Aussnahme mal von den überzogenen Erniedrigungen ganz und gar nicht wie eine Low Budget Produktion.

Mit Einnahmen von 16 Mill. Dollar hatten die Cousins Golan& Globus ihr Ziel erreicht, hatten sie ihre Ausgaben doch in achtfachter Höhe allein an den Kinokassen der USA wieder eingespielt. Der Cannon Films stand eine vermeintlich rosige Zukunft bevor, die sich nach nicht mal einem ganzen Jahrzehnt wieder in Schall und Rauch auflösen sollte. Winner war wieder ein gefragter Regisseur, obwohl auch er sich unter der Ägide der Cannon Studios sein eigenes Grab schauffeln sollte. Was Bronson angeht war er nun endgültig auf den Typus des schweigsamen Rächers abonniert, ohne jedoch zu ahnen dass seine Tage als Actionstar mit den im gleichen Jahr erschienenen "Rambo- First Blood" und "Conan the Barbarien" und seinen aufkeimenden Jungstars Stallone und Schwarzenegger bereits gezählt waren.

"Death Wish 2" macht Spaß, obwohl er es der Thematik nach nicht sollte und konnte sich zudem seinen Ruf als Thriller der härteren Gangart bis heute bewahren. Eine klare Empfehlung meinerseits, wen man denn weiß worauf man sich hier einlässt.

8/10
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Kommentare

15.03.2019 06:41 Uhr - Nubret
4x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.077
Plakativ, reißerisch und kompromisslos. Gefällt mir immer noch! Bei der Bewertung gehe ich mit.

Bin schon gespannt auf die nächsten Teile!

15.03.2019 07:06 Uhr - CHOLLO
4x
User-Level von CHOLLO 8
Erfahrungspunkte von CHOLLO 829
Danke Nubi !
Mal schauen ob wir bei den übrigen Teilen auch einer Meinung sind ;)

15.03.2019 08:06 Uhr - Insanity667
2x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
Jawoll! Den helf' ich mir auch immer wieder gerne rein, vielleicht sogar noch lieber als den Erstling, da wackelt die Bude! :) 8/10 Punkte, saubere Vorstellung! ;)

15.03.2019 08:59 Uhr - JasonXtreme
3x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Glaubst Du an Jesus? Du wirst ihn gleich treffen!

Geiler Film :D wobei mir der trashige dritte Teil immer noch der liebste der Reihe ist. Super besprochen!

15.03.2019 14:21 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 8
Erfahrungspunkte von CHOLLO 829
Danke Insanity, Danke Jason !! :)

16.03.2019 12:55 Uhr - Punisher77
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.227
Ein wirklich hervorragendes Review!

Die Karriere von Regisseur Michael Winner als "Aufhänger" für Dein Review zu nehmen und nicht den Werdegang von Charles Bronson, halte ich für einen cleveren Schachzug, der für Abwechslung sorgt.

Die Vergewaltigungsszene halte ich auch für (zu) exploitativ. Mein Review zu "Death Wish II" basiert auf der deutschen Spio/JK-DVD, die die "R-Rated" enthielt; die "Unrated"-Version bekam ich erst in der Mediabook-Fassung zu sehen und ehrlich gesagt finde ich sie etwas (zu) geschmacklos. Klar, die Schurken müssen ihre Menschenverachtung unter Beweis stellen, damit man auf Charlies Seite ist, wenn er die bösen Buben abknallt, aber trotzdem waren mir die Vergewaltigungen hier etwas "too much", wobei ich mich allerdings nicht für eine Zensur/Kürzung solcher Szenen aussprechen will. Ich finde nur, dass Winner die Home Invasion - bzw. Vergewaltigungsszene in "Ein Mann Sieht Rot" besser hinbekommen hat, da sie nicht bis zum Exzess ausgereizt wurde, und gerade deshalb ihr Schockpotenzial voll ausgeschöpft hat.

Den Vergleich mit "Rambo/Rambo II" und "Death Wish/Death Wish II" finde ich sehr treffend!

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