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Nubret
Level 9
XP 1.042
Eintrag: 11.03.2019

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Bestialità

Herstellungsland:Italien (1976)
Genre:Drama, Erotik/Sex, Thriller
Alternativtitel:Bestiality
Il segno sotto la Pelle

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (4 Stimmen) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von nubret:

Es gibt immer wieder Filme, die einen sprachlos zurücklassen. So auch Peter Skerls BESTIALITA, den ich auch nach mittlerweile drei Sichtungen nicht wage einzuordnen. Diese filmische Kuriosität übt eine enorme Sogkraft auf mich aus, und pendelt irgendwo zwischen Exploitation, Drama, Arthouse und Erotik.  Dabei ist es dem recht unbekannten Filmemacher gelungen, ein tabubrechendes Thema in derart erlesene Bilder und Klänge zu verpacken, daß zu keiner Zeit der Anstrich der Schmuddeligkeit oder des Verwerflichen aufkommt.

Bevor ich, soweit dies anhand meines subjektiven Empfindens möglich ist, weitere Ausführungen zu diesem Nischenfilm tätige, möchte ich die Handlung kurz zusammenfassen:

 

 

Ein junges Mädchen entdeckt beim heimlichen Blick ins Wohnzimmer des Elternhauses Unfassbares. Ihre Mutter (Franca Stoppi/SADO-STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF) befindet sich gerade mitten im Liebesspiel mit dem familieneigenen Dobermann, als das anstößige Treiben jäh gestört wird. Der Vater stürmt den Ort des Geschehens, kettet den Hund fest und zerrt die nackte Frau nach draußen. Danach setzt er das unglückselige Haus in Brand.

Einige Jahre später findet  sich ein Ehepaar auf der malerischen Mittelmeerinsel ein, die einst Schauplatz dieses denkwürdigen Ereignisses war. Paul (Philippe Marche) ist Architekt, der den Auftrag hat, Fotos von der Insel zu  schießen, die bald zu einem Touristenmagneten umfunktioniert werden soll. Seine Frau Yvette (Juliette Mayniel/BLUTIGER SCHATTEN) begleitet ihn. Um das Liebesleben der beiden ist es nicht allzu gut bestellt, die einst aufregende Beziehung ist zu öder Routine verkommen.

Zur Ablenkung tragen einige recht exzentrische Touristen bei, aber auch die Einheimischen sind nicht weniger seltsam. Ein leicht verrückter Millionär (Paul Muller/EINE JUNGFRAU IN DEN KRALLEN VON ZOMBIES) ist auf der ständigen Suche nach göttlicher Erleuchtung und der schweigsame Fischer (Enrico Maria Salerno/DAS SYNDIKAT), dessen Bekanntschaft die beiden machen, berichtet von der Hölle, die einst auf der Insel losgetreten worden sein soll.

Alles ändert sich jedoch, als ein junges Mädchen (Leonora Fani/NENE-DIE FRÜHREIFE) auftaucht, das ständig von einem stattlichen Dobermann begleitet wird. Paul und Yvette schließen Freundschaft mit der Unbekannten, die eine ungeheure Anziehungskraft auf die beiden ausübt. Sie nehmen sie schließlich bei sich auf.  Plötzlich nimmt das eingeschlafene Liebesleben der Eheleute wieder Fahrt auf. Aber auch das Mädchen wird bald in den erotischen Reigen miteinbezogen. Natürlich währt diese ungewöhnliche Dreisamkeit nicht sehr lange und hat schließlich fatale Folgen.

 

 

Bemerkenswert an BESTIALITA ist schon mal, daß Regisseur Skerl dem Zuschauer gleich zu Anfang einen schwungvollen Schlag in die Magengrube verpasst. Nach der eindringlichen Eingangssequenz ist die Erwartungshaltung des Publikums natürlich äußerst groß, es lauert förmlich auf die nächste Ungeheuerlichkeit. Wobei man sich eingestehen muß, daß die Sodomie-Szene derart behutsam gefilmt worden ist, daß sie tatsächlich nicht besonders exploitativ wirkt.

Dennoch verfehlt sie ihre Wirkung keinesfalls und hat zur Folge, daß der Zuschauer dem weiteren Geschehen einfach folgen muß. Dieses ist dann jedoch sehr beschaulich, entschleunigt und fast schon meditativ. Die Bilder von der Insel sind traumhaft schön (Kamera: Giuseppe Bernadini), die einlullende Musik von Coriolani Gori weckt ungeahnte Sehnsüchtige und überhaupt liegt ein besonderes, erotisches Knistern über der ganzen Szenerie.

Technisch gesehen bewegt sich der Streifen also auf einem sehr hohen Niveau, obwohl er vom Erzähltempo her eher an die etwas langatmigen Inselabenteuer eines Joe D´Amato erinnert. Was wohl auch kein Zufall sein dürfte, stammt das Drehbuch von BESTIALITA doch aus der Feder des umtriebigen Luigi Montefiori (=George Eastman).

Das unwirklich erscheinende Treiben auf der Insel, das zwar nicht spektakulär, aber stets interessant ist, ähnelt in seiner Sperrigkeit in einigen Punkten sogar den Werken Ingmar Bergmans. Bemerkenswert ist dabei vor allem die mannigfaltige religiöse Symbolik, die sich vor allem in der Figur Paul Mullers manifestiert, oder in der Bezeichnung des Feuers in dem Familienanwesen als HÖLLE. Auch dies muß nicht unbedingt Zufall sein, denn einst soll Peter Skerl, wer auch immer er ist, zwei Drehbücher für den schwedischen Altmeister (DIE STUNDE DES WOLFES) verfasst haben.

Darstellerisch hat man ebenfalls alles richtig gemacht, wobei neben dem sympathischen Paar Philippe Marche und Juliette Maynielle vor allem Paul Muller und Enrico Maria Salerno glänzen. Eleonara Fani sorgt erneut für den gewissen Hauch geheimnisvoller Erotik, den sie auch schon in einigen anderen Filmen eindrucksvoll zu versprühen verstand.

Alles in allem ist BESTIALITA ein Film, der sich kaum einordnen lässt. Der schwer verdauliche Start und die provokante Thematik gehören eindeutig in den Exploitationbereich, die symbolbeladene, entschleunigte Handlung erinnert am ehesten an die Dramen eines Ingmar Bergman. Der tragische, wieder sehr gewagte Schluß entschädigt dann für ein paar wenige Längen, die sich auch trotz der wundervollen Bilder und der hypnotischen Musik leider nicht ganz vermeiden lassen.

Jedenfalls ist Peter Skerls BESTIALITA sehr fordernd und teils auch überfordernd. Für Freunde des Außergewöhnlichen aber schon fast unverzichtbar. Ich hoffe, ich konnte etwas Licht in dieses mysteriöse Dunkel bringen, das dieser Film eindeutig darstellt. Aber vielleicht weiß ich nach der nächsten Sichtung mehr.

 

Die italienische DVD scheint ungekürzt zu sein und ist für weniger als 7€ auf einer bekannten Online-Plattform zu erstehen.

8/10
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Kommentare

11.03.2019 18:30 Uhr - TheRealAsh
3x
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What the fuck!!!! Also da hast du ja mal wieder ein krasses Ding rausgekramt. Dobermann meets Eastman meets Bergman????????

Ich muss zugeben, dass du mich heiß gemacht hast und irgendwie fühle ich mich jetzt ganz schmutzig. Du Tier!!!!

11.03.2019 19:02 Uhr - Intofilms
3x
So fühle ich mich auch gerade. Euro-Sleaze (Franco, Rollin, D‘Amato/Eastman) meets Euro-Arthouse (Bergman), ich habe die wildesten Fantasien... So ein Kuriosum heranziehen, das schaffen nicht viele, du natürlich schon...! 😜
Habe deine Rezi mit intensivstem Interesse gelesen und bin mehr als begeistert. Wäre mit Sicherheit auch was für mich. Bleibe da mal dran...!
PS: Dass man sich vor Dobermännern in Acht nehmen sollte, ist natürlich klar. Aber so was... unerhört!^^

11.03.2019 19:18 Uhr - hockeymask86
3x
Mit deiner wie immer vorzüglichen Kritik hast du mich neugierig gemacht.
Hört sich sehr interessant an.Und die Besetzung ist für Freunde des Italo-Kinos ein weiterer Grund zum reinschauen.Kann man der Handlung auch auf Italienisch folgen?

P.S.: Hier hätte ich mal 2 Psychothriller-Geheimtipps aus den USA für dich:
`Spiegelbild der Angst`(1973) mit Sondra Locke und Robert Shaw und `The Other`(1972).
Wobei der zweite mir jetzt nicht zugesagt hat.




11.03.2019 19:30 Uhr - Nubret
3x
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Danke ihr drei!

In meinem Eifer habe ich vergessen zu erwähnen, daß auch Ilona "Cicciolina" Staller ihre Reize in diesem Streifen ausspielen darf und durch die "tierischen" Szenen ein Hauch von Borowczyk weht.

Aber seid gewarnt, die Meisten dürften sich bei dem Film langweilen, obwohl er unwahrscheinlich viele Interpretationsmöglichkeiten bietet, für deren komplette Erfassung meine Intellekt leider auch nicht ausreicht.

Die Handlung ist trotz ihrer Ungewöhnlichkeit recht strukturiert, was es auch möglich macht, dem Film auf italienisch folgen zu können.

Danke für die coolen Tipps, hockeymask! Die beiden Titel kenne ich wiederum nicht.

12.03.2019 08:34 Uhr - Insanity667
4x
DB-Helfer
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Du hast Franca Stoppi (als Mutter von Leonora Fani) vergessen zu erwähnen! Welch Sünde, Skandal! :)

Nein, Spaß beiseite, das war wirklich eine ganz hervorragende Vorstellung von dir, Nubi! Große Klasse!

Den Film selber (ja, ich kenne ihn, wer hätte es gedacht) würde ich ebenfalls mit 8/10 Punkten bewerten. Die Stimmung würde ich als traumartig und surreal beschreiben und gewisse Akzente, die nicht selten als Schock präsentiert werden, als Metaphern für (vor allem) Missbrauch, Untreue und unerfüllte Sehnsüchte deuten. Der geniale Giallo "The Eye in the Labyrinth" (Review vorhanden) geht in eine ähnliche Richtung, nur ohne Sodomie, dafür aber mit Nekrophilie...

Letztendlich ist "Bestialità" erschreckend nahe an Bergman, ja! Also doch "Beestigheden"? Erklären ließe sich das wohl vor allem damit, dass Skerl einige Zeit in Schweden wohnte und angeblich an der italienischen Synchronisation von "Szenen einer Ehe" von Bergman beteiligt war.

12.03.2019 08:48 Uhr - Nubret
4x
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Nun, Franca Stoppi hab ich in der Inhaltsangabe durchaus erwähnt. Ihre Rolle in "Bestialita" ist zwar ziemlich kurz, aber halt doch irgendwie unvergesslich.

Der Film selbst bietet tatsächlich zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten, die ihn wirklich ziemlich interessant, aber auch nicht gerade leicht goutierbar machen.

Über Deine Giallo-Besprechung werd ich mich gleich mal hermachen..


12.03.2019 09:21 Uhr - Insanity667
4x
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Oh, da muss ich mich aufrichtig bei dir entschuldigen! Irgerndwie hab ich das überlesen, zumal ich bei der Erwähnung von "Buio Omega" noch geschmunzelt und an die Dame gedacht habe... Scusa Signore Nubret! Scusa! :(

Die meisten Informationen über Skerl (geboren 1942 in Belgrad, mit Mutter & Schwester nach Italien geflohen, in den späten 50ern Karriere als Regisseur am Theater), der zwischenzeitlich für D'Amato unter Pseudonym gehalten wurde, stammen übrigens aus einem Interview mit einem seiner Freunde und Wegbegleiter, mit dem er unter anderem zu seiner Zeit in Wien das Drehbuch zu "The naked Girl in the Park" schrieb, und aus alten Zeitungsarchiven. Laut "eigener" Aussage in einem Radio-Interview war er auch an den Dreharbeiten zu "Die Stunde des Wolfs" und "Schande" beteiligt und Bergman sagte danach zu ihm: "Now you can walk alone..." Bis heute wird gemunkelt und spekuliert, wer der Mann wirklich war (offensichtlich ist er mittlerweile verstorben)... sehr mysteriös, oder?

12.03.2019 09:30 Uhr - Nubret
4x
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Bei D´Amato hätte der Film wahrscheinlich etwas anders ausgesehen..

Über Peter Skerls Identität gibt es tatsächlich einige Spekulationen, die man auf diversen Internet-Seiten finden kann. Vielleicht sollte man mal George Eastman dazu befragen, den übrigens auch so mancher hinter diesem Namen vermutet.

12.03.2019 11:30 Uhr - Dissection78
3x
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Das Werk kenne ich nur von Titel her, weil ich mich als kleiner George-Eastman-Fan natürlich ausgiebig mit dessen Filmographie beschäftigt habe. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass der Film so lohnend sein könnte. Nachdem Du und Insi den dermaßen gut bewerten, notiere ich ihn mir mal. Eine Mischung aus ein bisschen Joe D'Amato und etwas mehr Ingmar Bergman könnte was für mich sein, und die Personalie 'Peter Skerl' finde ich ebenfalls interessant und eigenartig.

D'Amato, Walerian Borowczyk, Thierry Zéno... mir fällt noch ein Zitat aus der Arbeit eines weiteren Regisseurs ein, der sich dort mit Sodomie beschäftigte:

"Sodomy
You must think it's very odd of me
That I enjoy the act of sodomy
You might call the wrath of God on me
But if you try it, then you might agree
That you enjoy the act of sodomy..."

12.03.2019 15:56 Uhr - Nubret
3x
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Ha ha, der nette "Meet the Feebles"-Sodomie-Heuler..Du bist schon ne coole Nummer, Dissection!

Aber jetzt mal im Ernst, " Bestialita" sollte eigentlich ziemlich nach Deinem Geschmack sein. Alle Tage bekommt man so ein obskures Teil jedenfalls nicht geboten.

13.03.2019 06:13 Uhr - Nick Toxic
1x
User-Level von Nick Toxic 1
Erfahrungspunkte von Nick Toxic 26
Der sagt mir gar nichts, aber die Rezension machte mich neugierig.
Werde ich mal nach Ausschau halten.

13.03.2019 07:51 Uhr - Nubret
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.042
Wie gesagt, die Italo-DVD ist recht günstig zu haben.

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