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Mucki1979
Level 4
XP 252
Eintrag: 11.03.2019

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Virtuosity

Herstellungsland:USA (1995)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,61 (40 Stimmen) Details
inhalt:
Er besteht aus 200 Persönlichkeiten - jede einzelne davon ein berüchtigter Killer. Er ist Sid 6.7, ein virtuelles, realistisches Programm, entworfen für das Training der Polizei von Los Angeles. Doch Sid will keine Spiele mehr - sondern die Realität. Er flüchtet aus dem Cyberspace. Aber was passiert, wenn der unbesiegbare Killer aus der Welt der Bits und Bytes die Welt aus Fleisch und Blut betritt...

Denzel Washington und Russell Crowe beanspruchen für sich die entgegengesetzten Seiten von Gesetz und Realität. Ein spannungsgeladener Cyber-Age-Thriller des Regisseurs von "Der Rasenmähermann". Crowe spielt Sid: sadistisch, intelligent, gefährlich und unverwundbar, da sich sein Silikonkörper selbst regeneriert. Washington ist Parker Barnes, ein Los Angeles Polizist, der einst das Gesetz selbst in die Hand nahm... und in dessen Händen jetzt das Schicksal der ganzen Stadt liegt. Es ist sein Auftrag, Sid zu stoppen. Aber wie stoppt man einen gnadenlosen Killer, der virtuell und unbesiegbar ist?
eine kritik von mucki1979:

Wir schreiben das Jahr 1995 und die computertechnische Entwicklung schreitet mit großen Schritten voran. Während in den heimischen Gefilden noch stolz der auf 8 MB RAM gebrachte 486er Heim-PC die ersten beiden "DOOM"-Teile zum Laufen brachte und man auf die "Quake"-Veröffentlichung wartete, "Wing Commander 3" in 1994 bereits echte Schauspieler in Computerspielen integrierte, durfte in Silicon Valley bereits an Virtual Reality & Co. gefeilt werden. Seit Anfang der neunziger Jahre zog die Computertechnik - spätestens seit Aerosmith oder Peter Gabriel - zudem immer mehr in Musikvideos ein. Kurzum, es war eine spannende Zeit mit einer spannenden technischen Entwicklung.

 

Und in eben dieser Zeit fand sich ein Regisseur namens Brett Leonard, zuvor durch "Dead Pit" im Horror - sowie "Der Rasenmähermann" im Sci-Fi-Genre aufgefallen, mit zudem bereits einigen seit Ende der achziger Jahre bekannten Gesichtern (William Forsythe, William Fichtner, Kevin J. O'Connor) oder sonstigen Körperregionen (Tracy Lords), einigen aufstrebende und noch nicht auf dem Olymp angekommenen Gesichtern (Russell Crowe, Denzel Washington) und sogar zukünftigen Stars (Kaley Cuoco) im Schlepptau und nahm sich einer typischen Zukunftsvison der neunziger Jahre an. Und ich muss sagen, dies ist ihm außerordentlich gut gelungen.

 

Wer nun glaubt, dass die Wachowski-Brüder....äh Schwestern...mit "Matrix" im Jahre 1999 einen völlig neuen Blick auf die virtuellen Dinge ermöglicht haben, der irrt gewaltig! Den bereits zu Beginn des Films schenkt uns Leonard einen nicht nur handwerklich äußerst solide, sondern insbesondere sehr liebevoll detaillierten Einblick in den Bereich der Virtual Reality (oder wie man sie sich im Jahre 1995 vorgestellt hat), bei welchem sich die eigentliche Idee der Wachowskis durchaus überhaupt erst hätte entwickeln können. Hier wird als Einleitung in den Plot durchaus eindrucksvoll dargestellt, was VR ermöglicht und das Ganze wirkt zu keiner Zeit übertrieben. Aus meiner Sicht ist die hierbei erfolgte "Interpretation" sehr nah an der heutigen Entwicklung der Technik und man sieht eindrucksvoll, dass ehemalige "Science-Fiction" durchaus schneller als gedacht zur Realität werden kann. Auch die Brücke zur wirklichen Welt und die Einbindung der VR in eben diese wird unaufgeregt und keinesfalls überzogen dargestellt. Dass natürlich 24 Jahre später der ein oder andere Aspekt dabei ist, über welchen man heutzutage sicher schmunzeln kann, steht natürlich außer Frage. Beispielsweise KI-Module mit sattten 50 Megabyte wirken heute natürlich überholt. Aber diese allenfalls 1-2 Szenen kann man dem Film wirklich nicht negativ vorhalten. Zu heutigen Zeiten von Nanotechnologie und 3D-Druckern wirken die auch sonst seinerzeit unter Umständen als weit hergeholt angesehenen "Ideen" aus meiner Sicht überraschend aktuell. Und dies ohne den Zuschauer in technischer Hinsicht zu überfordern. In heutiger Hinsicht daher ein klarer Pluspunkt dieses in technischer Hinsicht eigentlich sehr alten Science-Fiction Films.

 

Auch darstellerisch gibt es hier nichts zu meckern. Zwar finden sich natürlich - wie sollte es in den neunziger Jahren aus anders sein - durchaus einige Stereotypen in der Dramaturgie. Wirklich austauschbar oder gar überflüssig dürften jedoch nur wenige Charaktere sein, wobei der Schwerpunkt hier auf der Darstellung des durch Denzel Washington verkörperten Charakters und Protagonisten liegt. Und Washington bekommt hierfür nahezu den ganzen Film zur Verfügung. Leider treten einige wirklich interessante Charaktere dramturgisch somit etwas zu stark in den Hintergrund, auch was deren Zeichnung betrifft. Aus meiner Sicht fehlt hier etwas die Balance. Allerdings noch nicht so übertrieben, dass es negativ auffallen würde.

 

Darüber hinaus sticht insbesondere die Darstellung des Antagonisten durch Russel Crowe besonders heraus. Wer bislang dachte, Crowes darstellerisches Können hat dieser frühestens mit "Gladiator" unter Beweis gestellt, der irrt ebenfalls. Ungeachtet seiner Leistungen in "Romper Stomper" muss ich ganz klar dafür plädieren, dass seine hiesige Darstellung definitiv alle anderen Charaktere und deren Schauspieler klar in den Schatten stellt. Wenn ihr mich fragt, trägt Russell Crowe den ganzen Film allein und es macht einen Heidenspaß, ihm hierbei zuzusehen. Darüber hinaus wird völlig klar, dass seine Karriere hiernach nur noch in eine Richtung gehen konnte!

 

Die Kameraarbeit, auch in einigen gänzlich computergenerierten Szenen sowie das Setting, sind zudem ein Augenschmaus! Einen kleinen Wermutsropfen gibt es dennoch, denn die Storyline neigt an mehreren Stellen im Film einen Tick zuviel Gas rauszunehmen. Dies in Verbindung mit einem fast schon "Easy-Listening-Ambiente-Score" im Flair eines neunziger Jahre Film Noire macht es dem Zuschauer ab und an sehr schwer mental am Ball zu bleiben, denn "Virtuosity" ist beileibe kein Actionknaller der auch mal ruhige Zwischenphasen benötigt und der Begriff "Thriller" ist hier sicher auch nur in Teilbereichen angebracht.

 

Fazit

 

"Virtousity" macht vieles richtig und nur wenig falsch. Das Grundthema des Films, Effekte, Kamera, Setting und Russel Crowe werden dem Namen des Films tatsächlich gerecht und können zweifelsohne als "virtuos" bezeichnet werden. Hierbei ist der Film aber eher ein utopischer Krimi, als tatsächlich ein Sci-Fi-Thriller. Aber das macht diesen Film eben auch besonders und er hebt sich von den klassischen Sci-Fi-Thrillern dieser Ära, wie beispielsweise "Judge Dredd" oder "Demolition Man", etc. erfreulich ab.

 

Demgegenüber hat die Story hier und da aber auch einige Längen, die durch den verbleibenden Cast neben Russel Crowe leider nicht wirklich überzeugend gefüllt werden können und somit zu Lasten des Spannungsbogens gehen, wodurch man dem Film am Ende statt eines euphorischen "Wow" eher nur ein beachtendes "Nicht schlecht!" entgegen bringen möchte. Die solide Umsetzung und der Aspekt, dass der Film heute aktueller denn je erscheint sowie die grandiose Leistung von Russel Crowe lassen aus meiner Sicht jedoch eine gute bis sehr gute Wertung zu.

 

Die frühere Spio/JK Einstufung war zudem ein schlechter Witz, die heutige Jugendfreigabe ist absolut gerechtfertigt! Ich empfehle diesen Film uneingeschränkt allen Science-Fiction-Enthusiasten!

 

8/10
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Kommentare

13.03.2019 09:22 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
Hach, die herrliche Einleitung versetzt mich doch glatt in Nostalgiestimmung... "Wing Commander 3" mit Mark Hamill, WOW! :) Und auch der Rest deiner Kritik weiß natürlich zu gefallen, Mucki! Sehr schön! An den Film kann ich mich leider nur bruchstückhaft erinnern... Den müsste ich mir vielleicht mal wieder ansehen, allein schon um zu sehen, wie der heutzutage wirkt! Meist (wie du es ja auch schön beschreibst) sind Zukunftsvisionen von damals eher "niedlich". Außer bei Star Trek, da hatten sie in den 80ern schon Smart-Tablets! :P

13.03.2019 09:33 Uhr - Mucki1979
1x
User-Level von Mucki1979 4
Erfahrungspunkte von Mucki1979 252
Besten Dank!

Ja, ich war wirklich überrascht, wie überwiegend realistisch das Ganze heute wirkt.

Und Star Trek hatte doch sogar in den Sechzigern schon "Mobiltelefone" meine ich! ;-)

26.04.2019 19:07 Uhr - Dr.Ro Stoned
Hi. Danke für die kritik.
Finde den film super.
Musste grad lachen. Doom, wing commander...boa was war teil 3 genial. Meine erste cd rom....

Naja.. Virtuosity hab ich lang net mehr gesehn und werd das zeitnah wiederholen.
Die schnitte waren lächerlich. Absolut!

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