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Rabid - Der brüllende Tod

Originaltitel: Rabid

Herstellungsland:Kanada, USA (1977)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction
Alternativtitel:Überfall der teuflischen Bestien, Der
Rabid - Bete, dass es dir nicht passiert
Rage
David Cronenberg's Rabid
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,45 (20 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Motorradunfall. Die verletzte Rose ist dabei nur durch eine neuartige, bisher noch nicht angewandte Operationstechnik zu retten. Hautgewebe von ihrem Unterschenkel wird neutralisiert, bevor es auf die Verletzung verpflanzt wird. Während der Neutralisationsphase entstehen allerdings aggressive Mutationsformen der Zelle. Resultat: die Patientin entwickelt einen Durst nach menschlichem Blut. Ihren Opfern zumeist männlicher Natur zapft sie das Blut über einen penisförmigen Stachel, der aus ihrer der Achselhöhle wächst, ab. Die Opfer werden durch diesen Stich mit dem "Virus" infiziert und während der Ausnahmezustand in der Stadt verhängt wird, infiziert Rose weitere Opfer... (Splendid)

eine kritik von dissection78:
Ein Motorradunfall. Die verletzte Rose ist dabei nur durch eine neuartige, bisher noch nicht angewandte Operationstechnik zu retten. Hautgewebe von ihrem Unterschenkel wird neutralisiert, bevor es auf die Verletzung verpflanzt wird. Während der Neutralisationsphase entstehen allerdings aggressive Mutationsformen der Zelle. Resultat: die Patientin entwickelt einen Durst nach menschlichem Blut. Ihren Opfern zumeist männlicher Natur zapft sie das Blut über einen penisförmigen Stachel, der aus ihrer der Achselhöhle wächst, ab. Die Opfer werden durch diesen Stich mit dem "Virus" infiziert und während der Ausnahmezustand in der Stadt verhängt wird, infiziert Rose weitere Opfer... (Quelle: Splendid Film)

Wie David Cronenbergs Kinodebüt "Parasiten-Mörder" (aka "Shivers", 1975) ist auch "Rabid - Der brüllende Tod" ("Rabid") zum "Venereal Horror" (Geschlechtlicher Horror) zuzurechnen - 1979 folgte noch "Die Brut" ("The Brood"). Und wie "Parasiten-Mörder" wurde "Rabid"in und um Montreal gedreht, allerdings für einen ungleich höheren Etat (ca. 530.000 Kanadische Dollar).
Produziert wurde das zu besprechende Werk, genauso wie der zwei Jahre zuvor entstandene Vorgänger, von John Dunning ("My Bloody Valentine") und "Ghostbusters"-Regisseur Ivan Reitman, der Anfang der 70er in Kanada u.a. den Horrorfilm "Cannibal Girls" inszenierte.
"Rabid" feierte am 8. April 1977 Weltpremiere. Anders als "Parasiten-Mörder" erregte er kein öffentliches Aufsehen, sondern wurde von der Kritik und der Fangemeinde des Horrorgenres wohlwollend aufgenommen.

"Rabid" zeigt den Ablauf einer voyeuristischen Reise in eine Welt ungebändigter und maßloser sexueller Rituale sowie einer Gesellschaft, welche an ihrer Destruktivität krankt. Das Thema reflektiert in einem bizarren Exzess - die Gesellschaftskritik durchaus metaphorisch verkleidet - die sexuelle Aufklärungswelle der 70er-Jahre. Allerdings findet es sich auch als typisches Theorienkonstrukt Cronenbergs in dessen Filmen "Videodrome" (1983) und "Crash" (1997) wieder ein. Mord, Tod und Sexualität bilden eine Einheit. Die Protagonistin (Rose) wird durch einen Unfall aus der bekannten Realität herausgerissen und in eine komplett fremde, perverse, skurrile Welt voller Gewalt, Triebbefriedigung und Sex entführt, die in eben jenem Hauptcharakter Rose auch ihren Ausgangspunkt finden. Ob das soziosexuelle Realitätsszenario als kleinbürgerlich-patriarchale Männer- und auch Altherrenfantasie zu charakterisieren ist, muss der Betrachter selbst entscheiden. Und wie in "Parasiten-Mörder" sind Parallelen zur Untotenthematik George A. Romeros sowie zu dessen 1973er-Seuchenhorror "The Crazies" nicht von der Hand zu weisen.

Die Morde sind äußerst effektiv und (in der ungeschnittenen Version) auch recht blutig dargestellt, wobei aber nie Splattereffekte billig, effektheischend oder gar gewaltverherrlichend in den Vordergrund gerückt werden, sondern dem Suspense der Vorrang gegeben wird, der von der unsichtbaren und schleichenden Bedrohung lebt.

Ein oft unterbewertetes frühes kleines Kultwerk von Cronenberg, das seine komplexe und vielschichtige Story gradlinig inszeniert. Ein gewisser sarkastischer Tonfall ist ebenfalls auszumachen (jedenfalls meine ich diesen zu erkennen). Die hypnotische Erzählweise und das gespenstische Flair nehmen den Zuschauer gefangen, und man muss beim Genuss dieses Werkes aufgrund der verschiedenen (?) Interpretationsmöglichkeiten des Geschehens trotzdem seinen Verstand eingeschaltet lassen. Ist "Rabid" wirklich ein Bild des Sittenverfalls? Spätrömische Dekadenz??... (kleiner Scherz). Denn im Kern ist "Rabid" ein Film, dessen Geschehnisse schon durch ihre unmittelbare emotionale Wirkung nur wenige Geheimnisse haben, die man mit den Mitteln des Verstandes entschlüsseln müsste. Aber, wie gesagt: Trotzdem den Verstand eingeschaltet lassen!

Hand­werk­lich und schau­spie­le­risch bewegt sich der Film auf - für das minimale Budget - gehobenem Niveau. Er hält auch eine bestimmte Spannung von vorne bis hinten durch. Ton, Toneffekte, Schnitt, Musik und Kamera spielen besser zusammen als in "Parasiten-Mörder". Eine gewisse Primitivität ist immer noch enthalten (zum Glück). Weichgespült wird hier nix.

Die Schauspieler sind, wie bereits erwähnt, überdurchschnittlich. Dabei spielt eine Porno-Aktrice die Hauptrolle: Marilyn Chambers, die durchaus eine gewisse Nuanciertheit und Verletzlichkeit an den Tag legt. Sie ersetzte Cronenbergs Wunschbesetzung Sissy Spacek, die zuerst für diese Rolle vorgesehen war, von den Produzenten aber abgelehnt wurde. Desweiteren ist der relativ unbekannte kanadische Fernsehdarsteller Frank Moore mit von der Partie, der jedoch auch im Kino schon zu sehen war (u.a. in Renny Harlins "Tödliche Weihnachten"), sowie Joe Silver, welcher bereits in "Parasiten-Mörder" eine ähnliche Figur spielte wie hier.

"Rabid" wurde natürlich Anfang der 80er in Deutschland indiziert. Die Indizierung ist seit dem 30.06.2005 aufgehoben.

Alternativtitel: "Der Überfall der teuflischen Bestien", "Rabid - Bete, dass es dir nicht passiert", "Rage"

"Rabid" ist bedrückend und ebenso wie der direkte Vorgänger "Parasiten-Mörder" ruppig, teilweise primitiv und gut, aber inszenatorisch anspruchsvoller gestaltet.
8/10
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