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Death Wish 5 - The Face of Death

(Originaltitel: Death Wish 5)
Herstellungsland:USA, Kanada (1994)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Death Wish V
Death Wish V – Antlitz des Todes
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,49 (34 Stimmen) Details
inhalt:
Paul Kersey (Charles Bronson) wollte nie wieder Gewalt. In einer neuen Stadt, mit einem neuen Job, seiner Freundin Olivia (Lesley-Ann Down) und deren Tochter hat er endlich das Glück gefunden, von dem er jahrelang geträumt hat. Als der leibliche Vater Tommy O'Shea (Michael Parks) mit seiner Gang auftaucht, um das Sorgerecht für seine Tochter zu fordern, verweigert Olivia ihm dieses hartnäckig. Doch das wird ihr zum Verhängnis. Auf brutale Weise entstellt O'Shea ihre zeitlose Schönheit. Obgleich Paul in dieser Situation an seinen Vorsatz "Nie wieder Gewalt" denkt, gibt es für ihn kein Zurück mehr, als O'Sheas Männer Olivia vor seinen Augen kaltblütig ermorden. In seinem tiefverwurzelten Hass und seiner persönlichen Blutrache jagt Kersey die Verbrecher in ein einskalt kalkuliertes Massaker.
eine kritik von chollo:

Wohl kaum jemand hätte damit gerechnet im Jahre 1994 einen weiteren Eintrag des "Death Wish" Franchise vorgesetzt zu bekommen. Zu ausgelutscht schien die Thematik, zu Alt der Hauptdarsteller für die Generation der Neunziger und einfach altmodisch in Zeiten der ersten CGI- Blockbuster. Doch es gab da jemand der immer noch an den Namen Bronson und die von ihm wiedererweckte Serie glaubte. Der Name: Golan; Menahem Golan. Dieser, ehemaliger CEO der mittlerweile bankrott gegangenen Trash Schmiede Cannon Films, hatte die glorreiche Idee einen weiteren Reanimations- Versuch zu starten. Anfang der Achtziger Jahre war dieser Versuch ja auch von Erfolg gekrönt und hatte den Namen Cannon im sonnigen Californien erst etabliert. Was der gute Menahem mit seiner neu gegründeten Schmiede 21st Century Film aber nicht bedacht hatte war, dass sich die Zeiten mittlerweile geändert hatten. 1994 ist nicht 1982 und ein 61 Jahre alter Rächer wirkt anders als ein 73- jähriger.

Kersey, mittlerweile unter anderem Namen in einem Zeugenschutzprogramm arbeitet als Professor der Architektur an einer Universität. Auch eine neue Frau hat der glückliche kennengelernt und erwägt sie mitsamt ihrer Tochter zu seiner neuen Familie zu machen. Natürlich darf diese rosige Zukunft nicht reibungslos über die Bühne gehen und der eifersüchtige Ex- Mann, nebenbei ein hochkarätiger Gangster, schaltet sich ein. Es dauert nicht lange und Kersey muss wieder zur Knarre ( und anderen Utensilien) greifen um den Bösewichten zu zeigen, wer hier Herr im Haus ist.

Bei aller Liebe aber was haben sich die Verantwortlichen hierbei gedacht. Es ist in Ordnung einen knapp 40 jährigen Arnold Schwarzenegger in den Dschungel zu schicken um ihn gegen ein Alien antreten zu lassen. Es ist auch ok einen 50 jährigen Sylvester Stallone in den New Yorker Holland Tunnel zu schicken um nach einer Katastrophe die dort Eingeschlossenen zu retten. Was aber keinesfalls in Ordnung geht ist einen 73 jährigen Charles Bronson, zwei Jahre vor Ablauf der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Mannes, mit Pistolen und Bomben gegen eine Verbrecherorganisation antreten zu lassen. Jetzt könnte man mir mit dem ähnlich gelagerten Beispiel Clint Eastwood und seinem Auftritt in "Dirty Harry 5: Das Todesspiel" kommen in dem der Rächer in der Realität auch bereits stolze 68 Jahre auf dem Buckel hat. Aber die Figur Harry Callahan mit Paul Kersey vergleichen zu wollen würde nicht wirklich funktionieren. Und auch den Vergleich in Sachen Facetten-Reichtum der beiden Akteure würde wohl Eastwood für sich entscheiden können. Was bei einem Rollentausch zwischen Charles und Clint herausgekommen wäre würde mich dann Filmhistorisch aber schon ein wenig interessieren. Abgesehen davon darf ich mich als großen Bronson Fan und Verehrer seiner alten Filme bezeichnen, doch irgendwann sollte ein Schauspieler auch erkennen welches Rollenangebot er besser ablehnen sollte.

Was "Death Wish 5- Antlitz des Todes" doch noch gerade so für mich in ein Mittelmaß buxiert, ist an einer Hand abzulesen. Zum einen wurde nicht an einfallsreichen und blutigen Kills gespart. Neben der handelsüblichen Pistole kommen u.a. auch ferngesteuerte Bomben, Häcksler, Säurebäder und Gift zum Einsatz. Spaß macht es wieder einmal Kersey bei der "Müllbeseitigung" zuzuschauen, doch mag man sich nur noch schwerlich des Eindrucks erwehren können aus ihm selbst wäre bereits eine solch sadistische Tötungsmaschine geworden wie diese, die er im Laufe der Jahre aus dem Weg geräumt hat. Aber so ist nun mal der Lauf der Zeit und Kersey von einem Faustkampf in den nächsten zu schicken, wäre der unfreiwilligen Komik wohl zu viel gewesen.

Auf der Haben Seite steht zudem der Antagonist Tommy O' Shea gespielt von Michael Parks (" From Dusk till Dawn"; "Kill Bill"). Dieser gibt den wohl widerwärtigsten Widersacher in der "Death Wish" Geschichte. Schon im Bereich der Optik nicht gerade ein sympathisches Gesicht, spielt Parks seinen Charakter dermaßen exaltiert und verachtungswürdig, dass man sich wünscht ihm selber eine reinhauen zu dürfen. Der Rest des Cast ist austauschbare Stangenware und wird dem Zuschauer auch mittels fehlender Charakterzeichnung auch so präsentiert. Auf dem Regieposten nahm diesmal der noch eher unbekannte und unerfahrene Allan A. Goldstein platz. Dieser hatte davor und auch danach nicht mehr viel gerissen. Wen wunderts, als Bewerbungsvideo taugt Teil 5 des nicht enden wollenden Selbstjustizlers nur bedingt. Auf Seiten der Musik konnte der Jazz Musiker Terry Plumeri gewonnen werden, der sich auch schon in den siebziger Jahren mit Herbie Hancock ( Hauptverantwortlich in seinem Metier bei "Ein Mann sieht rot"), die ein oder andere Session geliefert hat.

Negativpunkte wären nebst der Unglaubwürdigkeit bei Bronson's Figur, die extrem billig wirkende TV- Optik und die langweiligen Kameraeinstellungen. Bekäme man hier noch Schulterpolster und Föhnfrisuren zu Gesicht, könnte man der Meinung sein man wohne einer Folge "Dallas" bei. Low Budget hin oder her, solche Beschränkungen wurden schon ein Jahrzehnt zuvor besser bewältigt.

Nach Abwägung des Guten und des Schlechten sowie meiner Zuneigung zu Bronson und der "Death Wish"- Reihe, erreicht Teil 5 gerade noch so Mittelmaß. Meiner Meinung nach hätte man es nach "Death Wish 4: Das Weiße im Auge" gut sein lassen sollen, um Kersey mit etwas Anstand in den Ruhestand zu schicken. Dem zuwider stand aber wohl ein ewig gestriger Produzent (Menahem Golan) der den Nerv der Zeit nicht mehr erkannte und leider Gottes wohl auch ein Hauptdarsteller der nicht erkannte wann es an der Zeit war abzutreten.

An dieser Stelle möchte ich noch auf die hervorragenden Besprechungen des Kollegen Punisher77 zu dieser Reihe aufmerksam machen. Jene haben nicht nur mein Interesse an den Selbstjustizlern unter Bronson neu entflammt, sondern schlussendlich auch zu dieser Review- Reihe geführt.

5/10
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Kommentare

18.03.2019 13:34 Uhr - sonyericssohn
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Damals in der schönen VHS- Zeit mal ausgeliehen und bitter bereut. Nicht nur daß das Ding total verstümmelt war, nö der Film war auch noch sch....lecht !

Wertige Kritik hierzu.

18.03.2019 17:34 Uhr - Nubret
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Der schlechteste Teil der Serie, teilweise aber fies sadistisch. Und ja, Bronson war tatsächlich zu alt für die Rolle.

Die Besprechung ist jedoch ein mehr als würdiger Abschluss dieser Reihe.

18.03.2019 18:40 Uhr - Insanity667
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Dieser Film ist ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn man es übertreibt und einfach nicht weiß, wann Schluss ist. Schade um Bronson aber sicher, wie du ja schreibst, ein bisschen selbst Schuld! 5/10 auch meinerseits und danke für die äußerst gelungene Review-Reihe (auch an Mr. Castle als "Anstifter")! :)

18.03.2019 22:42 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank liebe Leut :)
Unrühmlich ist wohl die beste Formulierung für die bis dahin eg so gelungene Reihe.

18.03.2019 23:23 Uhr - Punisher77
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Lieber Chollo,
vielen Dank für Deine nette Schlussbemerkung, über die ich mich sehr gefreut habe!

Mit den Reviews zu den Teilen 4 und 5 hast Du erneut eine hervorragende Reviewreihe abgeschlossen, die ich sehr gern gelesen habe. Da ich die "Death Wish"-Reihe sehr mag, bin ich immer wieder daran interessiert, wie andere über die Rachefeldzüge des Paul Kersey denken!

Die Reviereihe war jedenfalls top und ich bin jetzt schon gespannt, was Du Dir nächstes vornimmst.

19.03.2019 00:10 Uhr - CHOLLO
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Gerne Punisher :)

Mal sehen was ich mir als nächstes vornehme.Erstmal werde ich noch das Remake hier anfügen;)

19.03.2019 00:54 Uhr - Punisher77
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Bin gespannt, wie das Remake bei Dir abschneidet.

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