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FrancisYorkMorgan
Level 5
XP 308
Eintrag: 13.03.2019

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Captain Marvel

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Fantasy, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,50 (14 Stimmen) Details
eine kritik von francisyorkmorgan:

Come as you are…

"Captain Marvel" geht ganz schön ausgelutscht, wirr, holprig und effektüberladen los. Überall schnellende Lichtgebilde, krakeelende Wesen, hampelnde Statisten und Explosionen en masse. Zeitebenen schieben sich über andere, alles überlagert die Gedankengänge und Emotionen von Vers (Brie Larson). Gähn. Von einer überlegten und kreativen Regie, gelungenen Einfällen und mitziehenden Übergängen, ist dieser lautstarke Opener einer neuen MCU-Origin-Story zunächst weit entfernt. Das gezeigte Effektgewitter erinnert an eine blasse Blaupause einer schal abgekupferten "Star Trek"-Actionparodie ohne Witz und Schalk, ohne weite Horizonte und gehaltvolle Metaphern. Bums und Gloria in seiner reinsten und leidlichst abgestandenen Form. Gähn. Aber dann, nach vielleicht 15 oder 20 Minuten, fällt die akustisch übersteuerte Fantasy-Schose auf die Erde - einem ziemlich üblen und dreckigen Platz, wie es durch eine Figur im Film durchaus passend beschrieben wird - und es wird langsam.

Ohne groß Spoilern zu wollen, geht es natürlich wieder ums Verwirklichen bzw. Beenden irgendwelcher Dinge, groß angelegter Spuren für die Zukunft zurück durch die Vergangenheit, Emotionen der Emotion willen, Helden mit verebbten Erinnerungen und Windungen und natürlich die Kraft des gebeutelten Individuums im Angesicht seines eigenen Aufstiegs aus dem Dreck. Ja, Marvel bleibt Marvel, was mittlerweile doch ziemlich unterhaltsam geraten ist, gerade weil ich völlig ohne Erwartungen an diese Filme gehe (und obendrein nichts fürs Ticket bezahlen musste). Aber ich schweife ab, genau wie das zweite Viertel von "Captain Marvel". Nach dieser Nullachtfünfzehn-Rums und Peng!-Exposition, begibt sich die Protagonisten auf eine kunterbunte Reise, die mir besonders zusagt. Vers landet mitten in Neunzigern! Die Neunziger und ihre leichten Details in Musik, Shirts (NIN <3) und Kommunikation. Und diese magischen Windows 95-Ladebildschirme! Hach, Zauberei. Da wurden angenehme und schlichte Erinnerungen wach. "Captain Marvel" schraubt sich, nach diesem drögen Geballer am Anfang und ein bisschen 'erster, schroffer Kontakt auf der Erde', nach und nach in die richtige Betriebstemperatur, dreht die Handlung mitunter unerwartet, hält die Waage aus Action, Spannung, Gefühlen und einem ausgewogenen Spagat hinsichtlich des Humors konsequent auf Sturm und das Gefühl innerhalb des voll besetzten Saals hatte was sehr einstimmiges. Ja, das ist ein guter Film.

Fehlstellungen und Murks? Klar, auch "Captain Marvel" kommt nicht um eine zuweilen unglücklich ausgewalzte Heroisierung oder schlimme Klischees aus der Helden-Mottenkiste herum. Auch manch kleine Schlenker hin zum Militär und dieses eine, neunmalkluge Kind mit seinen beweihräuchernden und altklug vorgegrinsten Ansichten über schillernde Vorbilder und immerwährende Träume, sind schlimmer Bodensatz in Sachen Dramaturgie, Inhalt und ein vermeintlich unnötiger Schuss vorn Buk, aber all diese Kleinigkeiten nehmen nur einen überschaubaren Teil der ordentlichen und ziemlich witzigen Origins-Story mit dem richtigen Gefühl für unterhaltsame Schwerpunkte ein, gerade weil es die Regisseure Anna Boden & Ryan Fleck mit ihrem aufgetragenen Puzzle zunächst nicht gut meinen und es zu verkompliziert anlegen. Geschenkt. Hellwach. Nix mehr Gähn. Nirvana, No Doubt.

Brie Larson macht ihren Job gut und investiert ihr unbestreitbar vorhandenes Talent (sie hat immerhin mal 'nen Oscar bekommen) und ihr eigenwillig-anmutiges Antlitz in die unendlich schlängelnden Wirren des MCU, was der richtigen, echten Filmwelt u. a. schon Robert Downey Jr. gekostet hat - seufz. Lasst sie doch. Das Ticket hat mich nichts gekostet. Auf der darstellerischen Seite des Konfliktes gibt es Licht und Schatten. Jude Law verschenkt sich leider vollends der Lächerlichkeit, Clark Cregg ist nur ein nett zurecht modelliertes 'O, ha!' im Angesicht künftig-vergangener Glanztaten, Annette Bening erkannte außer mir keiner meiner Mitstreiter (die haben für mein Ticket bezahlt), aber ihr Auftritt ist eher lächerlich und sie lunschelt eigentlich nur aufgeschreckt und bedeutungsschwanger in die Linse. Ansonsten? Gähn? Nö. Samuel L. Jackson ist, nach gefühlt 400 Filmauftritten allein in diesem Jahrtausend, der aufspielende Stern der Stunde. Sein noch junger Nicholas 'irgendwas noch' Fury ist Platin. Es ist nicht mal der Fakt, dass er soooo genial jung ausschaut, sondern sein knuffiges Spiel und die teils urkomischen und drolligen Zeilen, die er in seinen Mund gelegt bekommt. Jackson und der wahre Hauptdarsteller des Films, eine kleine, orange Katze, sind ein nostalgischer und voll ausgespielter Spaß und machen aus einem soliden Einstand ein sehenswertes Happening vor dem großen Peng! in "Endgame". Habe ich das gerade wirklich geschrieben?

Wider jeder nicht vorhandenen Erwartung und trotz, oder gerade wegen der vielen dramaturgischen Unzulänglichkeiten, hat "Captain Marvel" Spaß gemacht und sogar einigen empathischen, stilisierten und letztlich genügsam aufgetragenen Momenten genügend Raum gegeben. Schön auch, dass sich der Film anfühlt wie ein kompletter Film und nicht wie ein weiterer, be- und gefürchteter Teaser aus dem MCU. Gen Ende dreht der visuell saubere, aber manchmal zu hektisch geschnittene Film sogar richtig an der Grenze zum augenzwinkernden Trash und lädt zum virtuosen 3D-Tanz, während Musikstücke von Nirvana und No Doubt die Bude zerballern. Da verzeiht man es gerne, dass so Dinge wie eine nachhaltige Figurentiefe oder -zeichnung ausbleiben. Hach, die Neunziger! Und diese verdammt coole Katze. Bleib wie du bist. Die Zähne knirschen etwas.

6/10
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