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El Mariachi

Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,51 (43 Stimmen) Details
inhalt:
El Mariachi (Carlos Gallardo), der Sänger frecher Balladen, sucht einen neuen Job. Mit seinem schwarzen Gitarrenkoffer klappert er die Bars ab - und wird Opfer einer folgenreichen Verwechslung. Denn auch Azul (Reinol Martinez), der drogendealende Killer, trägt seine MP in einem solchen Kasten. Azul schießt sich durch die kleine Stadt. Doch ausbaden muss es El Mariachi. Aus dem scheuen Jüngling wird langsam aber todsicher ein mexikanischer Motorrad-Mad Max...
eine kritik von dicker hund:

Mit seinem ersten Langfilm hat Robert Rodriguez ganz klein angefangen, zumindest was das Budget betrifft. Im selben Jahr, in dem Quentin Tarantino seinen "Reservoir Dogs" drehte, wagte er sich mit gerade einmal 7.000 Dollar an den Gangsterfilm "El Mariachi". Es handelt sich um den ersten Teil einer Trilogie, die mit den viel mainstreamigeren "Desperado" und "Irgendwann in Mexiko" noch große Aufmerksamkeit erzeugen sollte. Zum damaligen Zeitpunkt war das aber genauso wenig abzusehen wie das äußerst erfolgreiche Zusammenwirken der Regisseure in gemeinsamen Projekten wie "From Dusk Till Dawn" oder "Grindhouse". Hier arbeitete der Emporkömmling noch mit weitgehend unbekannten Darstellern, die im großen Bruder, der Fortsetzung "Desperado", mit kleineren Rollen für ihren Einsatz geehrt wurden.

Dieser verdient Respekt. Carlos Gallardo spielt den sensiblen Musiker in seiner Hauptrolle so intensiv, dass man ihm sogar die erzählerisch eigentlich recht holprige Liebesgeschichte mit der Wirtin Domino abnimmt. Sie wiederum erhält durch Consuelo Gómez eine natürliche Mimik, die auch ohne den ganz drallen Sex-Appeal einer Salma Hayek zu überzeugen vermag. In Sachen Sex (2/10) beschränkt sich der Film ohnehin auf den machismogerechten Umstand, dass die verfeindeten Alphatiere von leichtbekleideten Chicas umgarnt werden. Ganz schön psycho geriert sich da Peter Marquardt in der Rolle des Moco, dessen Gläubiger Azul (solide: Reinol Martinez) auf die ganz rauhe Art Geld einzutreiben gedenkt. Überleben soll er das nicht, doch haben die Handlanger des weißbekleideten Schuldners keine Ahnung, wie ihr Ziel aussieht. So entsteht eine Verwechslungskomponente im Hinblick auf das Identifikationsmerkmal "Gitarrenkoffer", ähnlich wie man so etwas aus klassischen Komödien kennt.

Natürlich wissen sich bald sowohl Streichinstrument- als auch Kanonenbarde gegen Mocos Schergen zur Wehr zu setzen. In der Regel geschieht das in gelungen umgesetzten Shootouts mit handgemachten Einschusseffekten, in denen nur selten Offscreen-Verunreinigungen zu beklagen sind (Gewalt 5/10). Wirklich erschreckend kommt das wiederum nicht rüber, das tun schon eher die beiden Alpträume des Protagonisten, in denen zum Beispiel mal ein abgetrennter Kopf vorkommen darf (Horror 3/10). Diese zählen indes zu den weniger spektakulären Abschnitten, bei denen sich die monetäre Limitierung dann doch auswirkt. Auch die Sets sind zwar schön zu Bildkompositionen etwa mit einer Badewanne inmitten eines großen Raumes zusammengestellt, sehen aber allesamt auf die billige Art schmucklos aus. Besonders das Gefängnis zu Beginn lässt punktuell mit Schaudern an die Kulissen diverser Franco-Streifen denken.

Weiteres Drumherum wertet die Umgebungsoptik wiederum gewaltig auf. So harmonieren Kameraführung und Schnitt durch ihre begrenzten, aber ausgereizten Techniken optimal. Dort ein schneller Zoom, hier ein Hund mit Sonnenbrille als Miniwitz hineingeschnitten, anschließend eine geschmeidige Fahrt entlang einer Verfolgungsjagd zu Fuß in einem längeren Take, untermalt von trommelnden Rhytmen: In solchen Abschnitten blitzt bereits eine gewisse Genialität auf, die "El Mariachi" rasch aus der Trash-Ecke zurückholt, während der Score herausfordernd auf die nächste Auseinandersetzung zubrodelt. Zudem erfreut der gallige Humor (4/10), der sich hin und wieder durch die angenehm pointierten Dialoge zieht.

Mit so wenig Geld eine kleine Filmperle (7/10 Punkten) zu zaubern, hat die Anerkennung in Gestalt des Starts einer donnernden Karriere in Hollywood ohne Weiteres verdient. "El Mariachi" ist ein fieser kleiner Ballerflick mit Herz geworden, dem man seine kleineren Macken gerne verzeiht. Die FSK zückte für ihn keinen Brieföffner, sondern den Rotflatschen ohne Schnittauflagen.

7/10
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Kommentare

28.04.2019 20:56 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.625
Wenn man bedenkt wie hoch...gering....das Budget war, ist dieser kleine fiese Filmchen wahrlich eine mehr als passabler Beitrag im Bereich Geknalle...wie auch immer ;-)

Passend angemerkt Hund !

29.04.2019 20:03 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 8
Erfahrungspunkte von The Machinist 825
Ja, ein immer noch sehenswerter Film, der oftmals im Kanon von Rodriguez Filmografie untergeht. Nachdem er nun die Big-Budget-Produktion Alita: Battle Angel auf die Beine gehievt hat, darf er gerne mal wieder ein sleaziges Grindhouse-Vehikel auf die Menschheit loslassen. Ich fänds geil!

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