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Aquaman

Herstellungsland:USA, Australien (2018)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Fantasy, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,92 (30 Stimmen) Details
inhalt:
Ein actiongeladenes Abenteuer, das sich über die atemberaubenden Tiefen der sieben Weltmeere erstreckt. "Aquaman" offenbart die Anfänge von Arthur Curry, halb Mensch, halb Atlanter, und schickt ihn auf eine unglaubliche Reise, bei der er sich nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Bestimmung stellen muss. Wird er sich würdig erweisen und zum neuen König von Atlantis gekrönt werden?
eine kritik von nasum:

Um niemanden beim Lesen zu spoilern und um auch selbst beim Film schauen nicht gespoilert zu werden, schreibe ich hier über einen Film, den ich gar nicht gesehen habe, oder auch schon tausende Male.

Dabei beginnt der Marvel Film, wie Marvel Filme immer beginnen, mit einem ganz normalen Typen aus einer kleinen Vorstadt im tollsten Land der Welt, Amerika. Präsident Donald Duck hält gerade eine vulgär patriotische Rede auf die Elite der Nation, als Karl Noogo mal wieder beim Müllrausbringen von einem Waschbär geschubst wird. Harte Umschnitte der Kamera zwischen Donald und Karl kontrastieren das Schichtensystem in ihr oberes und unteres Extrem. Jubel bei der politischen Rede verspottet in jenem Gegensatz den noch jungen Helden zusätzlich, der bereits vom Waschbär verhöhnt wird. Eine Identifikation mit dem Helden ist angebahnt, denn man kann sich emotional stark in sein Leid hineinfühlen, welches im Verlaufe des Filmes durch seine anstehende Reise immer mehr abgebaut werden soll. Denn ausgelöst von jenem Frust der ersten Szene beginnt eine unvorstellbare Selbstentfaltung, von der ein jeder Zuschauer träumt. Und da dem ganzen noch der amerikanische Alptraum mitschwingt, fühlt man sich vor der Kinoleinwand umso mächtiger, denn es könnte schließlich auch einem selbst so passieren. Absolut realistisch.

 

Nach diesem kurzen, aber einnehmend intensiven Prolog sieht man Karl Noogo bereits als Aquaman auf tosender See den Kampf gegen die Klimaerwärmung bestreiten. Schwebend über dem Wasser, kurz vor der holländischen Küste, an nahezu überschwemmten Deichen, sieht man ihn mit Schweiß auf der Stirn (Nein, es ist kein Meereswasser!) seinen Rächen schwingen, mit dem er vergeblich versucht, das Wasser der schmilzenden Polarkappen zurück ins Meer zu schieben. Doof nur, dass er keine Schüppe oder einen Eimer hat, wie es ihm jeder windeltragende Strandtourist vormachen könnte, denn durch seinen breitgefächerten Rächen drückt sich unbemerkt Welle um Welle, während bei Trinkwasserknappheit das Land im Meerwasser untergeht.

 

Flashback. Endlich. Nach einer so intensiven Szene, des Kampfes gegen die Kräfte der Natur, in welcher die Close-Ups auf die Muskeln des Helden Karl Noogo die gewaltige Kraft seines Ringens um Gerechtigkeit betonten und die hämmernde Musik nur knapp über dem Getöse der brechenden Flut erklingt, ernten wir nun einen Moment der Ruhe und Klarheit, wie der müllrausbringende Junge vom Anfang zu einem solchen Helden heranwachsen konnte. Mit getragener Musik von John Zorn entschleunigt die Erzählung merklich, bietet Hintergrundwissen und fährt dabei einige innovative, nie dagewesene Ideen auf. Karl Noogo bricht nämlich direkt nach seinem Mülldisaster in die Wüste auf, wo er den eigenen Tod sucht, um seiner Verzweiflung zu entfliehen. Denn in seiner Wut hat er den armen, hilflosen Waschbären mit dem Mülltonnendeckel erschlagen und muss sich nun ähnlicher Traumata stellen wie einst Ace Ventura, der seinerzeit einen Waschbären nicht retten konnte. Nur ist es hier halt eine Millionen mal schlimmer. Weil es ja zum einen um einen Marvel Held geht und dieser zum anderen ein Amerikaner ist. Fakt. Dabei setzt die Inszenierung erneut auf schwarz-weiß Malerei und betont gekonnt Kontraste in der Charakterentwicklung, denn die Wüste als aufgesuchter Ort für den Tod des Helden wird zu seiner Wiedergeburt, deren bildliche Darstellung leider der verdurstenden, verschwommen taumeligen Sicht des Helden und seiner Ohnmacht zum Opfer fiel. Denn nach einem langen Schwarzbild (mindestens 14 Minuten! Das zudem in nur EINEM Take gedreht wurde! Wahnsinn!!!!!!) befindet er sich bereits im Wasser. Geschickt lockert Marvel Regisseur Stanlee Li hier den roten Faden, um für Teil Zwei noch Inhalte einer Origin Story zurückzuhalten, die dann von Danny de Vito in der Hauptrolle übernommen werden können.

 

Nach dem kurzen Rückblick in die prägende Vergangenheit des Helden sind wir wieder in Holland. Die Ruhe der Wüste weicht der anbrandenden Flut, in welcher Karl Noogo noch immer gegen einen Klimawandel, die Erderwärmung und den erhöhten Meeresspiegel ankämpft. Hier wird auch ein Subtext deutlich, der einem Marvel Film eine brandaktuelle Note verleiht und ihn damit über seine artverwandten Filmfreunde deutlich erhebt. Das tosende Wasser an Hollands Deichen symbolisiert einen Schlag ins Gesicht der Weltbevölkerung, die lange Zeit blind weggeschaut hat. Und selbst Karl Noogo kann dem kaum noch Einhalt gebieten. Ist es etwa bereits später als fünf Minuten vor Zwölf? Tick Tack, die Apokalypse naht...

 

Doch da! Ein Blitz von gekonnter CGI-Programmierfähigkeit designt, erleuchtet das Firmament und eine blöde...äähm blonde Föhnfrisur tritt aus den Wolken hervor. Präsident Donald Duck taucht in einem Deus Ex Machina Moment aus dem Nichts auf und steigert die Spannung, wie auch die rasante Action mit schnellen Kameraschnitten ins Unermessliche.

Und dann.....

Stille.....

….

Die Welt hört zu....

Der Zuschauer ist gebannt....

Ich kralle mich in die Kinositzarmlehnen, dass mir die Fingernägel abbrechen....

….

Selbst die Gezeiten der See halten inne....

 

Und dann spricht Donald Duck mit seiner alles einnehmenden Stimme:

(Und hier ist die Marvel Geschichte sogar an WAHRE EREIGNISSE angelehnt! Wirklich!)

„Die Klimaerwärmung ist mir egal, denn bis sich das auf die Menschen auswirkt, bin ich doch längst tot.“

 

„Scheiße,“ ruft die rebellische See zurück in den Himmel „dann hat mein politischer Aktivismus gegen den besten Präsidenten den man sich nur vorstellen kann ja gar keinen Sinn.“ und verzieht sich zurück zu ihrem altbekannten Wasserstand, um Holland zu verschonen, Karl Noogo als Helden zu definieren, Donald Duck als Gott zu erheben und den Zuschauer mit einer subtilen, wahrheitsgetreuen, aktuellen, sowie umweltkritischen Fragestellung im Gesicht zurückzulassen, die noch lange über das Ende des Filmes hinaus bitter im Magen liegen wird.

Ein grandioser Film für die Ewigkeit, der das Denken der Menschen noch in ferner Zukunft verändern wird, wodurch hier ganz klar die Bestnote 1+ (in Worten: „Eins Plus“ ) vergeben werden muss.

 

 

Kurze Info zum Schluss:
Der Name Karl Noogo zeigt Marvels Kunstfertigkeit für Symbolik an, denn er geht auf die beiden englischen Worte „no go“ zurück und bedeutet so viel wie „nicht gehen“, was ja mit einer Schwanzflosse nicht möglich ist. Ebenso kann in der bereits finanzierten Origin Story die Frage aufgegriffen werden, wie sich seine ehemaligen Beine in diese Flosse verwandelt haben und wohin dabei sein Penis verschwunden ist.

 

 

1/10
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Kommentare

01.04.2019 21:35 Uhr - sonyericssohn
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Autsch ! Die Kritik trifft einen ja bis ins Mark ( und Pfennig ). Ein Grinsen, verzweifelt versucht während des lesens zurückzuhalten, breitet sich genüsslich im Gesichte aus.

10 Punkte.... für die Wörter. Der Film bleibt erstmal liegen.

01.04.2019 21:47 Uhr - dicker Hund
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Ja cool! Keine Ahnung vom Film und ob die Wertung fair ist, aber in Sachen Lesespaß mal wieder ganz weit vorn.

:-)

Das Datum könnte vielleicht von Relevanz sein?!

01.04.2019 21:59 Uhr - sonyericssohn
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Ein Schelm, wer Böses denke... ;-)

01.04.2019 23:13 Uhr - naSum
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Habt dank ihr beiden. Die Relevanz wurde enttarnt. Da kann ich ja jetzt ruhig schlafen. ;)

01.04.2019 23:19 Uhr - TheRealAsh
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Also ich bin maßlos enttäuscht und kündige dir ab sofort meine Freundschaft. Nicht nur, dass du Marvel und DC nicht auseinanderhalten kannst, scheinst du überhaupt nicht verstanden zu haben, um was es in Aquaman geht. Auch James Wan ist ein herausragender Regisseur, der nicht nur Drehbücher schreibt, wie man Drehbücher schreiben muss, sondern der auch Filme dreht, dass man genau merkt, dass es sich um einen super Film handelt.

Ich finde dass man sofort deinen Account löschen sollte, du Ar***l***!!! :-(

Ignorant!

Spalter!!!!


02.04.2019 07:38 Uhr - Egill-Skallagrímsson
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Aprilscherz/Satire hin oder her, die 1/10-Bewertung ist diesem... Film durchaus angemessen! ;-)

02.04.2019 07:58 Uhr - Pentegrin
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Eine der besten und trfeffendsten Kritiken, die ich bisher gelesen habe. Applaus, ich musste ziemlich lachen. ^^

02.04.2019 10:13 Uhr - Lukas
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Unabhängig vom Aprilscherz: Was genau muss man einwerfen, um so nen Text schreiben zu können?! :-P

02.04.2019 14:40 Uhr - naSum
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Danke an alle Nachzügler. Schön, wenn ich euch den ein oder anderen Lacher abringen konnte.

@Lukas: Gar nichts. Nachdem ich die Frau mit der Axt durchs Overlook gescheucht habe, geht das auch mit einfacher aufgestauter Wut und einer Prise Paranoia ;)
Achja... Schau auf der Verrücktheitsskala doch mal in meine Reviews zu Mr. Robot und Shining. Das wird dir sicher gefallen!

02.04.2019 15:22 Uhr - Laughing Vampire
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Erinnert mich stark an viele Texte, die ich in meiner Uni-Zeit lesen mußte. Vielleicht kannst du deine methodologischen Werkzeuge in der nächsten Kritik noch stärker betonen?

03.04.2019 18:08 Uhr - enemybmp
3x
Hää?

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