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Mucki1979
Level 4
XP 252
Eintrag: 13.04.2019

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Necronomicon

Herstellungsland:USA (1993)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror
Alternativtitel:Necronomicon: Book of Dead
H.P. Lovecraft's Necronomicon
Knjiga Mrtvih
Necronomicon to Hell and Back

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,57 (24 Stimmen) Details
inhalt:
Necronomicon enthält drei Episoden aus der Feder des legendären Horror-Autoren Howard Phillipps Lovecraft (1890-1937), der als Meister des Schreckens in die Literaturgeschichte einging. In seiner Trilogie des Terrors dreht sich alles um satanische Rituale bei der Wiederbelebung einer Toten, einen gut gekühlten Wissenschaftler und eine schwangere Polizistin, die einer fremden Spezies zur Fortpflanzung dienen soll.
eine kritik von mucki1979:

Tja liebe Freunde, mit Literaturverfilmungen bzw. Verfilmungen unter Intepretation literarischer Werke ist es ja immer so eine Sache. Dies insbesondere, sofern es sich um die Verfilung von Stoffen des berühmten H. P. Lovecraft handelt. Gerade seine Stoffe waren ja seinerzeit bahnbrechend und sind auch heute noch aktuell, spielt sich im literarischen  Werk die Handlung ja "pseudo-visuell" im Kopf ab. Jeder hat die Möglichkeit, sich seine eigene visuelle Realität des Erzählten zu schaffen. Mithin "schiebt jeder Leser seinen eigenen Film" und holt aus der eigenen Fantasie das Beste heraus. Im Falle einer Verfilmung sind wir alle darauf angewiesen, was man uns auf dem cineastschen "Präsentierteller" kredenzt. Und wenn - wie hier - der berühmt-berüchtigte Brian Yuzna der Küchenchef sein darf, ist es eben immer so eine Sache. 

 

Der gute Brian Yuzna ist ja nun bekannt dafür, aus den teils eng an der, teils weiter weg von der Vorlage von Lovecraft entweder berühmte Vereter des Filmgenre zu schaffen (Re-Animator, From Beyond), oder eher ins cineastische Klo zu greifen (Bride of Re-Animator). Dennoch wurde er bis in die 2000er Jahre nicht müde, die lovecraftsche Kuh zu melken. Hier liegt nunmehr ein Beitrag aus dem Jahre 1993 vor. Interessant an "Necronomicon" ist hierbei, dass es sich um eine Art Anthologie handelt, in welcher insgesamt 3 Regisseure jeweils eine Art Kurzgeschichte auf das Zelluloid bannen durften, welche durch jeweilige Zwischensequenzen zwar verbunden wurden, in sich aber weitestgehend eigenständig daherkommen dürfen. Bei den jeweiligen Regisseuren handelt es sich zum einen um den Altmeister selbst, um Christophe Gans (Crying Freeman, Silent Hill) sowie um Shusuke Kaneko, seinerseits im Land der aufgehenden Sonne bekannt durch mehrere Beiträge im Gamera- und Godzilla-Universum.

 

Und hiermit möchte bzw. muss ich - was ich sonst selten mache - das Ergbnis vorweg nehmen.....

 

Necronomicon funktioniert sowohl in seinem anthologischen Aufbau, als auch dramaturgisch leider nur bedingt. Kurzum, der Film ist gnadenlos langweilig, ohne wesentliche dramaturgische Höhepunkte gestrickt und jene genialen Ideen, welche den lovecraftschen Stoff im Kopf zu teils grandiosen Horrorelementen werden lassen, sind hier offensichtlich auf dem Weg von der Küche an die Tafel vom o.g. Präsentierteller gerutscht. Da der Film darüber hinaus nicht wirklich gut gealtert ist, muss das eigentliche und letztlich einzige "Schmankerl" des Films, die Effekte unter der Ägide von Screaming Mad George, John Carl Buechler und Mastermind Tom Savini, leider in der filmischen Belanglosigkeit untergehen.

 

Hierbei gestehe ich dem Film natürlich einen gewissen Kultfaktor zu. Dies insbesondere aufgrund der Zensurhistorie, der Beteiligung von Jeffrey Combs (der im Film zu Bruce Campbell umgeschminkt wurde) sowie der Tatsache, dass ich irgendwie mit diesem Film aufgewachsen bin. Derlei Stoffe habe ich seinerzeit aufgesogen wie ein Schwamm und war begeistert. Weniger ob der eigentlichen Story der Filme, vielmehr aufgrund des konsequenten Einsatzes teils drastischer SFX durch Yuzna, in diesem Werk sogar noch heute ohne Jugendfreigabe. Aber irgendwie hat sich über die letzten 25 Jahre natürlich auch eine gewisse Entwicklung bei mir eingestellt, wodurch eine gewisse Zahl an Splatter- und Goreeffekten für mich allein eben keinen guten Film mehr ausmacht. Sofern die Effekte in eine Story eingebunden werden, welche mich in den maximal ersten zehn Minuten des Films "antriggert", perfekt!

 

Ist dies nicht der Fall, kann sich der Film zum Ende hin möglicherweise grandios entwickleln, ich bin dann aber längst im Bierstübel oder der Eisdiele. Man wird eben auch verwöhnt, mit der Anzahl der Horrofilme, die man über die Jahre konsumiert. Und eben so liegt die Sache auch bei Necronomicon. Heutzutage vermag mich hier eben nichts mehr "triggern", denn ich sitze längst beim kühlen Blonden, was leider spannender daherkommt, als dieses Machwerk.

 

Fazit

 

Negativ fallen die belanglosen Geschichten, die handwerklich allenfalls mittelmäßige Umsetzung aller (!) Regisseure und die gähnende, spannungstechnische Einöde ins Gewicht. Positiv fallen handwerklich solide Effekte in Verbindung mit einem gewissen Kultfaktor auf. Das ganze wird zum Ende hin jedoch letztlich relativiert, denn ein kleines "Gorefest" ersetzt keine handwerklich solide Lovecraft-Verfilmung.

 

Im Ergebnis wird leider sehr deutlich, dass Yuzna letztlich kein Meister filmischer Innovationen ist und sein jahrzentelanges Surfen auf der Lovecraft-Welle eben irgendwann luft- und blutleer wurde. Dann lieber das schundneunzigste Mal Re-Animator! Tut mir Leid Brian, aber das konntest Du vor diesem Film besser!

 

4/10
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Kommentare

13.04.2019 13:12 Uhr - Nubret
1x
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Ein rechte hartes, wenngleich sehr gut formuliertes und begründetes Urteil. Hab den Film zwar schon ein paar Jährchen nicht mehr gesehen, aber ich glaube ne 7 ist immer noch drin. Den leg ich bald mal wieder ein.

13.04.2019 13:21 Uhr - Mucki1979
User-Level von Mucki1979 4
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Danke für Dein Feedback!

Lass uns nach Deiner erneuten Sichtung gern drüber diskutieren! ;-)

13.04.2019 13:37 Uhr - Fratze
1x
DB-Helfer
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Ja, das war nicht die beste Adaption. Bei mir kommt der mit Lovecraftbonus noch eben gerade auf 5/10. Die besten Verfilmungen sind m.E. "Re-Animator" und "Dagon", wobei letzterer aber tw. ziemlich amateurhafte Bilder/Effekte geboten hat. Zu nennen wäre noch Fulcis "Glockenseil", der sehr lose an "The Dunwich Horror" angelehnt ist - in dem Sinne keine wirkliche Lovecraft-Verfilmung, aber vom albtraumhaften Stil her schon fast am dichtesten dran an H.P.s Phantasiewelten.

Tolle Besprechung, der ich leider im großen und ganzen nur beipflichten kann.

13.04.2019 13:45 Uhr - Mucki1979
1x
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Vielen Dank Fratze!

Aus meiner Sicht ist Yuzna auf dem Produktionssessel besser aufgehoben. Stuart Gordon hätte meines Erachtens nach auch aus Dagon oder The Dentist richtig viel rausholen können. Das Teamspiel Yuzna/Gordon hat immer ganz gut funktioniert.

Obwohl auch Gordon ins Klo griff. Siehe "Pit and the Pendulum". Und das trotz Lance Henriksen und diesmal der Vorlage von Edgar Allen Poe.

14.04.2019 21:41 Uhr - Obi Wan
1x
Habe den Film einige Jahre nicht mehr gesehen [wo bleibt eigentlich die 2016 angekündigte Blu-ray?], aber 4 von 10 ist echt heftig....

Frage an Mucki1979:
Was ich aber nicht ganz nachvollziehen kann: Wieso hat sich bei dir in den letzten 25 Jahren die Aufmerksamkeitsspanne in Richtung eines [sorry für den folgenden Vergleich, war mein erster Gedanke] jugendlichen YouTube Fans verringert?

15.04.2019 08:51 Uhr - Mucki1979
User-Level von Mucki1979 4
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14.04.2019 21:41 Uhr schrieb Obi Wan
Habe den Film einige Jahre nicht mehr gesehen [wo bleibt eigentlich die 2016 angekündigte Blu-ray?], aber 4 von 10 ist echt heftig....

Frage an Mucki1979:
Was ich aber nicht ganz nachvollziehen kann: Wieso hat sich bei dir in den letzten 25 Jahren die Aufmerksamkeitsspanne in Richtung eines [sorry für den folgenden Vergleich, war mein erster Gedanke] jugendlichen YouTube Fans verringert?


Danke für die Rückfrage. Nun, das mit der Aufmerksamkeitsspanne ist vielleicht etwas progressiv formuliert, aber im Wesentlichen muss ich Dir da letztlich auch Recht geben. Ich habe in den letzten knapp 30 Jahren dermaßen viele Filme gesehen, habe eine kleine Sammlung an Scheiben für meine Leinwand daheim und Zugriff auf so ziemlich jedes Streamingportal und Sky, so dass ich mittlerweile etwas verwöhnt bin und zwangsläufig selektiere.

In dieser Zeit hat sich ein klarer Schwerpunkt im Bereich Horror, Sci-Fi, Komödie, Action (in eben der Reihenfolge und gern auch als Genre-Mix!) herauskristallisiert. Andere Stoffe schaue ich selten bis so gut wie nie. Das mag man jetzt engstirnig halten, oder auch nicht, für manch anderen kommen beispielsweise nur Autos einer besonderen Marke ins Haus. Vielleicht kann man es hiermit vergleichen.

Nun hat sich in den letzten 10-15 Jahren in eben den o.g. Genres aus meiner Sicht eine Art "Resteverwertung" eingestellt. Nahezu jedes Mal ähnliche Stoffe im neuen Gewand möchte ich sagen. Und fast alles nur noch auf Zielgruppe, was natürlich in finanzieller Hinsicht nachvollziehbar ist. Aber manchmal ist eben auch ein kleines Highlight dabei, welches mich von Beginn an fesselt und hierdurch den sonstigen Einheitsbrei und gleichzeitig auch ältere Filme, die ich mit 15-18 Jahren gut fand, heute in anderem Licht erscheinen lassen. Hierfür nenne ich als Beispiel gern die etwas untergegangene Anthologie "Southbound", der aus meiner Sicht jeden noch so billig produzierten und teuer verkauften Beitrag aus dem "Conjuring-Universum" in den Schatten stellt. Aber das ist eben MEIN persönlicher Geschmack.

Und bei mir führt letztlich die aktuell vorhandene "Übersättigung" im cineastischen Bereich eher dazu, einen Film nach 10-15 Minuten auch wieder auszumachen, wenn ich mich überhaupt nicht angetriggert fühle und es mir sogar egal ist, wie die Story ausgeht. Dann haue ich mir lieber das fünfzigste Mal Carpenter in den Player und lasse die vierundreißigste "neue" Action-Comedy-Horror-Scifi-Fließbandproduktion, die nach 2 Monaten im Kino bereits auf Schreibe oder im Stream erhältlich ist, lieber doch links liegen.

Fazit:

Ich bin da mittlerweile etwas verwöhnt und stehe auch dazu! :-D

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