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dicker Hund
Level 13
XP 2.802
Eintrag: 19.05.2019

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Assault - Anschlag bei Nacht

(Originaltitel: Assault on Precinct 13)
Herstellungsland:USA (1976)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Das Ende
John Carpenter's Assault on Precinct 13
John Carpenters Das Ende

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,72 (70 Stimmen) Details
inhalt:
Nahe der Polizeidienststelle Precinct 9, Division 13 überfällt eine Jugendbande einen Eiscremeverkäufer. Dabei tötet der Anführer der Bande ein kleines Mädchen. Dessen Vater, außer sich vor Wut, nimmt die Pistole des Verkäufers an sich, verfolgt die Bande und kann schließlich den Mörder seiner Tochter erschießen. Der Rest der Bande verfolgt ihn daraufhin, und der Mann kann sich in letzter Minute in die Räume von Precinct 9 retten, wo er sich aber, entkräftet und unter Schock stehend, nicht zu dem Vorgefallenen äußern kann. Währenddessen wird ein Gefangenentransport ins Precinct 9 umgeleitet, da einer der Gefangenen ernsthaft erkrankt ist und dringend ärztliche Hilfe benötigt. Die Gefangenen werden dort in Zellen untergebracht, während Starker, der Aufseher des Transportes, einen Arzt anruft. Das Gespräch wird aber unterbrochen und es stellt sich heraus, dass alle Telefonleitungen gekappt wurden und die Dienststelle von der Außenwelt abgeschnitten ist. Starker entscheidet daher, die nächste Dienststelle aufzusuchen. Beim Versuch, Precinct 9 zu verlassen, wird der Bus von außerhalb unter Beschuss genommen. Dabei werden Starker und die anderen Polizisten des Transportes getötet. Zwei Gefangene, darunter der zum Tode verurteilte Schwerverbrecher Napoleon Wilson, können dem Kugelhagel entkommen und werden von Officer Bishop zurück in ihre Zellen gebracht. Die Jugendbanden will Rache an dem Vater nehmen, der ihren Anführer getötet hat und schrecken dabei vor nichts zurück...
eine kritik von dicker hund:

"Assault - Anschlag bei Nacht" war John Carpenters zweiter Langfilm und entstand 1976, zwei Jahre vor "Halloween". Mit einem Budget von nur 100.000 Dollar waren seine Möglichkeiten beschränkt, doch die Motivation zur Umsetzung dieses Thrillers erkennbar hoch. Bereits die höchst eigenen Klangkreationen des Regisseurs aus dem Synthesizer lassen die vorgeschalteten Credits im Vorspann zu einem Erlebnis werden. Impressionen dreckiger Erschießungen folgen - es sollen nicht die letzten sein (Gewalt 5/10). Schäbige Blutspuren bleiben am Ort des Geschehens zurück, nüchterne Stimmen rechtfertigen den Einsatz der hierfür verantwortlichen Ordnungskräfte. Im Anschluss darf man Zeuge eines rituellen Aderlasses der überlebenden Bandenmitglieder werden.

Die Absteige der Gangster, das später zum Belagerungsobjekt werdende, scheidende Polizeirevier und der triste Gefängnistrakt, welche nunmehr die Szenerien bestimmen, sind sämtlich farbarm und schmucklos gestaltet, so deprimierend wie die auf beiden Seiten des Gesetzes stetig mehr oder weniger latent vorhandene Gewaltbereitschaft. 

"Es gibt keine Helden mehr, Bishop, nur noch Männer, die Befehle ausführen."

In dieser Stimmung gelingt es Carpenter, die Düsternis seines Settings tatsächlich noch zu steigern. Ähnlich wie in "Night of the Living Dead" sind die Angreifer unheimliche Schemen mit unklaren Konturen und dubiosen Verhaltensweisen. Mit dem schwarzen Protagonisten Bishop (Austin Stoker), dem weißen Ganoven Wilson (Darwin Joston, "The Fog") und der ebenbürtigen Kampfgefährtin Leigh (Laurie Zimmer) sind hier für die damalige Zeit ungewöhnliche Charaktere beieinander, deren Reaktion auf das Geschehen weitgehend unvorhersehbar bleibt. Ihre Dialoge sind sorgfältig abgestimmt und mit wenigem, dafür aber meist treffsicherem Wortwitz angereichert (Humor 2/10).

"Die bringst die Bienen noch zum Schwärmen - selbst in Ketten."

Trotz solcher Sprüche kann kaum Machismo ausgemacht werden, Sex (1/10) bleibt gleich ganz außen vor. Stattdessen glänzt die zum Schneiden dichte Atmosphäre mit durchdachten Tempowechseln von traniger Ruhe zu brachialen Kraftausbrüchen. Zwischendurch lässt die Kamera die suspekt langsam durch die Straßen fahrenden Gangfahrzeuge mit geschickten Winkeln bedrohlich aussehen. Die unberechenbare Gefahr und angespannte Figurenkonstellation sorgt im Zusammenspiel mit den finsteren Stilmitteln und mit Bedacht eingesetzten Härten einschließlich einer Kindestötung für wirkungsvollen Horror (6/10). Dass in diesen noch eine sozialkritische Note bezüglich der absurden Normalität der Ghettokriminalität eingewoben ist, nimmt schließlich die Schwelle zur Genialität, wie bei cecil b eindrucksvoll nachlesbar ist. Zu allem Überfluss lassen sich sogar Westernanalogien belegen, wie von Dissection78 gründlich recherchiert und von  augenzwinkernd aufbereitet. 

"Das Ende" (Alternativtitel) war für John Carpenter ja karrieretechnisch eher ein Anfang, allerdings ein ganz hervorragender (9/10 Punkten). Ähnlich wie im "Ding aus einer anderen Welt" gelingt ihm ein nervenzerrender Cocktail aus geschickt vermengten Versatzstücken steter Beunruhigung, die durch den Score perfektioniert wird. Das an sich gewöhnungsbedürftige Bildformat und die weder logisch kohärente, noch besonders abwechslungsreiche Story stören dabei kaum. Vielmehr hallt die triste Melodie aus Tönen und Bildern nach, lässt den Zuschauer mit Denkanstößen und einer subtilen Grundunruhe zurück. Bis 2015 war "Assault on Precinct 13" (Originaltitel) indiziert, inzwischen gibt es ihn mit einer FSK 16 auch jenseits der nerdigen Sonderkanäle zu sehen. 

9/10
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Kommentare

19.05.2019 10:23 Uhr - The Machinist
2x
User-Level von The Machinist 4
Erfahrungspunkte von The Machinist 235
Muss ich auch mal wieder schauen. Stilsicher vorgestellt.

19.05.2019 10:29 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.077
Der minimalistische Score ist echt der Oberhammer und macht diesen Streifen jedes mal zu einem echten Genuss!

Das Remake ist zwar auch recht ordentlich, kann aber gegen diesen Klassiker kaum anstinken.

19.05.2019 10:40 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 7
Erfahrungspunkte von CHOLLO 654
Mein persönlicher all- time favourite!!
Spitzen Vorstellung dieses Klassikers Hund!
Eine glatte 10 was mich angeht..

19.05.2019 10:55 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 18
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.139
"Ich wollte doch Nuss haben..." BAM
Diese Szene fasst eigentlich den ganzen Film zusammen.
Ein Klassiker der diese Bezeichnung wirklich verdient.

Schöne Vorstellung !!!

19.05.2019 22:51 Uhr - Fulgento
2x
Nicht ganz Carpententes Bester, aber dennoch als sein 2ter Grossfilm ein kleines Juwel. Die immer wiederkehrende Eingeschlossenheit/Isolation....
Eine kleine Gruppe im Kampf gegen Übermächtiges... hier fand es seinen Anfang.
Nur den Soundtrack , so gelungen wie meist meist bei Johnnie, fand ich an einigen Stellen etwas zu deplaziert....

Aber für einen fast Erstling im Allgemeinen ein kleines Action Kleinod.

Seine Besten Filme dieser Art fanden ja erst in The Fog, Das Ding und Fürsten der Dunkelheit ihren Höhepunkt.

Halloween steht eh für sich.
😁😁😁😁

20.05.2019 12:08 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.524
Wie immer treffend beschrieben, geiler Film! Der Soundtrack ist der Hammer.

Als ich den früher auf meinem Amiga 500 Monitor und auf VHS sah, hatte die Aufnahme ein falsches Bildformat, teils sah ich ein Fenster, während die Leute links und rechts auf dem Bildschirm halt links und rechts vom Monitor waren^^ das war mal ein echtes Filmerlebnis :D

20.05.2019 18:22 Uhr - Intofilms
1x
Und ohne diesen Film hätte es „Halloween“, aus Gründen der Finanzierbarkeit, womöglich gar nicht gegeben. Und das macht „Assault“ gleich doppelt gut und wertvoll. Aber auch so ist das natürlich ein meisterhaft packender Belagerungs-Thriller, ein früher großer Wurf. 9/10 ganz klar auch von mir und eine 1A-Review, Moppi! ;D
Carpenter wurde übrigens gerade erst in Cannes für sein großartiges Lebenswerk geehrt.

@Fulgento
„Halloween“... ja, dieser Film ist einzig. 😉

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