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Wolf Creek 2

Herstellungsland:Australien (2014)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,87 (57 Stimmen) Details
inhalt:
"Es geht im Leben nicht darum, welchen Weg Du wählst, sondern wer Deinen Weg kreuzt." Katarina und Rutger, zwei unbeschwerte Rucksack-Touristen aus Deutschland, erleben die brutale Realität dieses Satzes auf ihrem Trip ins australische Hinterland. Denn hier, am Wolf Creek-Krater, einem Meteoriten-Krater, der viele Touristen anzieht, zieht Mick Taylor (John Jarratt), seines Zeichens Touristenhasser und Serienmörder, erneut seine Kreise. Auch Paul (Ryan Corr), ein englischer Surferboy, hat sich am falschen Tag zur falschen Zeit auf den Weg gemacht und kreuzt den Weg von Mick Taylor. Ein blutiges Katz- und Maus-Spiel beginnt, an dessen Ende es nur einen Gewinner geben kann.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Obwohl "Wolf Creek" den Nerv der Zeit traf und bei einem Budget von gerade einmal 1,5 Mill. USD satte 35 Mill. USD einspielte und sich somit zu einem großen Erfolg mauserte, hatte sich bei Regisseur Greg Mc'Lean danach nicht mehr viel getan. Sein Nachfolgewerk "Rouge" konnte für einen Tierhorrorfilm zwar erstaunlich gute Kritiken einfahren, scheiterte aber mit schätzungsweise 4 Mill. USD Einspiel bei Kosten von 25 Mill. USD grandios an den Kinokassen. Nach diversen Ausflügen auf den Produzentenstuhl ("Crawlspace"; "Red Hill") wandte er sich nach gut 8 Jahren wieder seinem besten Pferd im Stall zu, nämlich dem guten Mick Taylor.

8 Jahre sind schon eine sehr lange Zeit um eine Fortsetzung zu generieren vor allem, wenn man sich die übliche Herangehensweise im Nordamerikanischen Raum mal ansieht. Aber wir sind hier ja nicht in den USA, sondern im Australischen Outback. Abgesehen davon hat so eine Zeitspange positive wie auch negative Aspekte. Um eine Verbindung zum Original aufzubauen ist es für ein Sequel unerlässlich nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera für bekannte Gesichter zu sorgen. Dieser Umstand ist umso zwingender wenn es sich um die Geschichte eines inzwischen ikonisierten Killers handelt dessen Gesicht die Marke und den Titel des Films ausmacht.

John Jarrat als Sadist Mick Taylor, bei dem die Zeit natürlich ebenfalls nicht stehen geblieben ist, macht trotz sichtbar gealtertem Antlitz wieder einen hervorragenden Job. War er schon in Teil 1 mehr als überzeugend in seinem Spiel, legt er in Nummer 2 noch eine Schippe drauf. Spürbar von jedweder Form der Menschlichkeit entrückt, foltert und mordet er sich hier in bester Laune durch seine Heimat. Mc'Lean hat auch 2014 wiederum die Zeichen der Zeit und die aktuellen Sehgewohnheiten erkannt und gesteht seinem Mörder mehr Screentime, aber vor allem deutlich mehr Kaltblütigkeit zur Verfügung als noch in Teil 1. Anders als im Erstling, in dem sich Taylor und das Outback die Show praktisch teilten, ist der Augenmerk in der Fortsetzung zweifelsfrei justiert. Dieser man muss schon sagen Richtungswechsel lässt "Wolf Creek 2" auch zu einem gänzlich anderen Horrorschmaus werden als noch "Wolf Creek". Genuss bleibt aber Genuss und wer dem Genre zugeneigt ist, wird sich meines Erachtens auch nicht enttäuscht zeigen diesmal eher durch Blut und Gekröse statt reinem Terror unterhalten zu werden. Zumal Greg Mc'Lean auch diesen Horror beherrscht und dass ganze schön grauenhaft umzusetzen weiß.

Was der Fortsetzung in meinen Augen etwas besser gelingt als dem Vorläufer ist die Etablierung seiner Nebendarsteller. Ryan Corr ( "Hacksaw Ridge"; "Maria Magdalena") als Taylor's Hauptantagonist macht, selbstverständlich auch dem Drehbuch geschuldet, als Sympathieträger Paul einen sehr guten Job. Man kann vor allem im letzten Drittel nicht anders als für diese bemitleidenswerte Figur Empathie zu empfinden, natürlich auch deshalb weil der talentierte John Jarrat auf der anderen Seite ihm und dem Publikum diese mit seinem menschenverachtendem Gebaren förmlich zuträgt. Andere Gestalten wie die beiden Polizisten in tödlicher Mission und das als Schlachtvieh missbrauchte deutsche Touristen Pärchen erhalten zwar auch ein Minimum an Backround, aber auch nur gerade soviel dass einem ihr Ableben nicht komplett am Allerwertesten vorbei geht.

Anders als noch bei "Wolf Creek", der seinem vermeintlichen ultrabrutalen Ruf bei genauerer Betrachtung ähnlich wie "The Texas Chain Saw Massacre (1974)" nicht gerecht wurde , schlägt "Wolf Creek 2" wie oben bereits erwähnt in eine völlig andere Kerbe. Hier wird gemetzelt und geschnetzelt was das Zeug hält. Besonders die Ausweidung von Rutger bei dem einleitenden Pärchen hat es da richtig in sich. Wie dieser hier Enthauptet, Entmannt und schlussendlich Zerteilt wird lässt auch bei abgebrühten Gorehounds eigentlich keine Wünsche offen. Auch der Kopfschuss des Polizisten zu Beginn und ein Ausflug in Taylors Katakomben gegen Ende (um nur einige zu nennen) dürfte Fans der explizit dargestellten Gewalt durchaus zufriedenstellen. So ist zumindest für Puristen verständlich dass Mc'Leans Sequel es nicht mehr so unbeschadet durch die FSK schaffte wie noch Teil 1. Ein Jahr nach Veröffentlichung auf Liste B indiziert, könnte ihm theoretisch sogar noch eine Beschlagnahme drohen. Was wir in diesen modernen Tagen aber doch nicht hoffen wollen.

"Wolf Creek 2" darf sich mit Fug und Recht als gelungene Fortsetzung bezeichnen. Mehr (und besser choreographierte) Action, höherer Bodycount, mehr Gekröse und ein wieder sichtlich gut aufgelegter John Jarrat lassen "Wolf Creek 2" auch 2014 erneut zu einem Highlight werden. Zwar fehlt im freilich die Originalität des Vorläufers, doch kompensiert er es mit seinen Stärken optimal. Was passieren könnte ist, dass Freunde des Erstling mit diesem hier herzlich wenig Anfangen können da sie in ihrem Genre für sich genommen deutlich unterschiedliche Richtungen einschlugen um ihre Zuschauerschaft zu unterhalten. Mich persönlich hat diese Diskrepanz nicht gestört und aufgrund seiner Qualitäten erhält die Fortsetzung die gleiche Punktzahl wie der Film auf den er aufbaut.

8/10
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Kommentare

03.05.2019 23:40 Uhr - Punisher77
3x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Punisher77 3.584
Hallo Chollo,
beide "Wolf Creek"-Reviews sind mal wieder erste Sahne!

Mir persönlich gefällt Teil 2 etwas besser, da ich ihn als etwas unterhaltsamer empfinde, obwohl Teil 1 natürlich alles andere als schlecht ist. John Jarrat ist die Rolle des australischen Serienkillers wie auf den Leib geschrieben und auch das Outback als Schauplatz der beiden Filme ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Muss mir noch die erste Staffel der TV-Serie ansehen, die ziemlich weit oben auf meinem "To watch"-Staffel liegt.

04.05.2019 00:23 Uhr - Nubret
4x
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Den ersten Teil find ich wesentlich besser. Aber der zweite ist natürlich auch nicht übel. Sei´s drum. Deine Besprechungen sind jedenfalls über jeden Zweifel erhaben.

04.05.2019 08:41 Uhr - The Machinist
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Genauso spitze wie die Rezi zu Teil 1! Ich hoffe wir bekommen irgendwann noch diesen 3.Teil - das wär schon was!

04.05.2019 08:45 Uhr - The Machinist
1x
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Erfahrungspunkte von The Machinist 764
Die Serie kann man anschauen, ist mit Ausnahme der überragenden Naturaufnahmen, aber eher nur nettes Beiwerk für Hardcore Wolf Creek-Fans. Soll jetzt nicht heißen, dass sie mir nicht gefallen hat, insgesamt gesehen bleibt sie jedoch ein paar Nummern unter den grandiosen Filmen.

04.05.2019 11:04 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.200
Vielen Dank liebe Kollegen :)
Die Serie hab ich mir auch noch nicht angetan, aber des wird sich definitiv noch ändern..

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