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Tomb Raider

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:USK 18
Alternativtitel:Tomb Raider 2013
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,17 (18 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Tomb Raider erzählt die aufregende Geschichte von Lara Croft und ihrem Aufstieg von einer ängstlichen jungen Frau zu einer knallharten Überlebenskünstlerin. Mithilfe ihres Instinkts und der Fähigkeit, ihre eigenen Grenzen immer wieder zu überwinden, muss Lara alles geben, um das dunkle Geheimnis einer vergessenen Insel zu enthüllen und deren erbarmungslosem Würgegriff zu entkommen. (Offizielle Homepage)

eine kritik von s.k.:
„Tomb Raider“… Bei dem Namen gehen Spieleveteranen sofort verlassene (?!) Gräber, Ausgrabungsstätte oder Labyrinthe, Unmengen tödlicher Fallen, pfiffig-komplizierte Maschinen- und Schalterrätsel, massig Klettereinlagen und gelegentliche Kämpfe gegen Mensch, Tier oder gar Fantasie-Wesen durch den Kopf… Oder man denkt – wenn Vorgenanntes erst danach folgt – zuallererst an Lara Croft, die vollbusige und akrobatisch sehr begabte Dame, die keinerlei Hürden und Gefahren scheut, um ihren archäologischen Wissenshunger zu stillen. Das ist „Tomb Raider“, wie wir es seit 1996 kennen, verstehen und lieben.
Nach ihrem letzten Abenteuer „Underworld“ war es sehr still um die sexy Grabräuberin geworden. Sie hatte sich eine längere Pause gegönnt und damit quasi freiwillig der Genre-Konkurrenz das Feld überlassen. 2012 dann ein neues Lebenszeichen, mit ner dicken Überraschung. Die Entwickler von Crystal Dynamics (CD) – bereits seit „Tomb Raider – Legend“ fürs Franchise verantwortlich – wollten das dralle Polygon-Püppchen per Reboot von seinem altbekannten Sexbomb-Image befreien und sie als ernsthaften, verletzbaren und blutjungen wie unerfahrenen Charakter neu definieren, dazu noch das gewohnte Spielkonzept aus Klettereinlagen, Rätseln und Action gehörig umkrempeln. Und sie haben Wort gehalten !
Das neue „Tomb Raider“ (TR) ist ein totchices und spannendes Action-Adventure, das sich allerdings – und hier müssen Croft-Fans der allerersten Stunde stark bleiben - ein großes Stück von seinen spielerischen Wurzeln entfernt. Wer jedoch die Veränderungen nicht ganz so eng sieht, erlebt im Gegenzug ein Action-Feuerwerk vom Feinsten und eine Lara, wie man sie zuvor noch nie erlebt hat.

Story:
Die frisch gebackene Archäologin will sich ihre ersten Sporen verdienen und nimmt an einer Expedition (an Bord des Schiffs „Endurance“) teil, um nach der geheimnisvollen Insel Yamatai zu suchen, die der Legende nach irgendwo in einem unerforschtem Gebiet des Pazifiks liegen soll. Die Suche endet jäh, als das Schiff in einen Sturm gerät und mittig auseinander bricht. Lara und einige wenige Überlebende der Expedition werden auf eine unbekannte Insel gespült. Als wäre das Unglück nicht schon groß genug, gerät Lara noch in die Fänge eines Kults, aus denen sie sich befreien kann. Nun muss sie sich auf die Suche nach dem übrig gebliebenen Forschungsteam machen und einen Weg finden, wieder von dieser Insel zu entkommen, auf welcher es nicht mit natürlichen Dingen zugeht und verrückte Inselbewohner nach ihrem Leben trachten…

Die Zeiten, in denen sich unsere gute alte Lara aus reiner Entdeckerlaune und mit dem Mut eines Löwen in düsterste Katakomben, verwilderte Höhlen und historische Bauten begibt, sind vorbei. In diesem völlig neuen Kapitel der langjährigen TR-Geschichte will die gutgebaute Abenteuerin nur eines: Überleben.
Und dabei muss sie bis zum Äußersten gehen. Anders als früher kommt sie nicht aus jeder Gefahrensituation heile und stet wie aus dem Ei gepellt heraus, ganz und gar nicht:
Frau Croft sammelt in diesem spielbaren Survival-Drama mehr Blessuren und Verletzungen als ihr filmisches Vorbild John Rambo in all seinen Filmen zusammengenommen, stürzt gefühlte Tausend Mal in die Tiefe, hält sich Raubtiere und ausschließlich männliche Gegner vom Leib und ist nach manchen Strapazen völlig am Ende ihrer Kräfte… Und trotzdem steht sie immer wieder auf. CD präsentiert die Ikone unter den weiblichen Videospielhelden als harte Überlebenskämpferin, die in gut 15 Spielstunden Hundertschaften von Kultisten zum Frühstück verputzt. TR ist Action in cineastischem Ausmaße, nur ist man eben mittendrin, statt nur dabei.
Grabräuber-Freunde unter den TR-Fans müssen sich allerdings darauf einstellen, dass der imposant inszenierten Action die größere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ein klein wenig Sammelfieber ist durch zahlreich verstreute Reliquien vorhanden, ein wenig forschen darf Lara zwischenzeitlich auch, wenn sie sich nicht gerade mit Wumme und Bogen zur Wehr setzen muss, doch sehr viele erkundbare Gräber gibt es nicht wirklich – gerade mal 7 an der Zahl. Diese sind arg überschaubar, kaum größer als eine Doppelgarage, geradezu ernüchtern schlicht und ohne richtigen Anspruch gehalten (Schwierigkeitsgrad ? Rätselkomplexität ? Hallo, wo seid ihr ???). Nix was den Rätselenthusiasten ernsthaft befriedigen dürfte. Vielleicht ist die mangelnde Qualität bzw. Quantität der Gräber auch nur auf Laras noch nicht weit entwickelte Vorliebe für Selbige zurückzuführen (Zitat aus dem Spiel:“Gräber...Ich hasse Gräber !“)… Wer weiss, wer weiss… ;)
Sonst macht TR als konzentrierter Actioner alles goldrichtig. Die ersten 2-3 Spielstunden stimmen gut ein, sind zunächst von (noch) zu häufigen Quick-Time-Events geprägt. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn in der darauffolgenden Spielzeit wird TR ungelogen besser und besser. Ein Action-Höhepunkt jagt den Nächsten, teilweise kann man sich sogar in Stealth-Manier vorarbeiten, regelmäßig eröffnen sich einem neue Locations mit tollen, teilweise atemberaubenden Schauwerten und Panoramen, und es werden einige sehr bekannte Szenen aus Filmen wie "Vergessene Welt", "The Descent", „Aliens“ u.a. zitiert, die explosive und schockige Momente garantieren. Mit fortlaufender Spielhandlung nehmen auch die Kletterabschnitte an Bedeutung zu, zudem herrscht erstmals keine strikte Levelstruktur, d.h. es eröffnet sich eine nach und nach frei begehbare Inselwelt. Bereits erkundete Bereiche können per Schnellreise-Funktion wieder aufgesucht werden, wenn einen die Sammelwut nach gut versteckten Items packt. Damit wird TR etwas offener als all die früheren Lara Croft- Spiele, weniger streng linear, nach wie vor aber kein Open-World-Game, wie interessierte Spieler fälschlicherweise annehmen könnten.

CD haut alle guten Zutaten des Deckungsshooter- und Action-Adventure-Genres rein, was ein außerordentlich spielspaßförderndes Gesamtpaket ergibt. Das automatische Deckungssystem klappt bestens, und auch sonst hat man Miss Croft immer gut unter Kontrolle. Die Steuerung ist frei von jederlei Tadel, ob über Gamepad oder Maus/Tastatur-Kombi. Das Einzige, wofür man die Entwickler kritisieren könnte, ist die Tatsache, dass sie es nicht wirklich verstehen, die Wandlung der Lara Croft vom Häufchen Elend zur waffenstrotzenden Powerfrau glaubhaft zu erklären. Natürlich erwartet man keine ausgeprägte Charakterstudie, aber dass Lara beim Erlegen ihres ersten Rotwild fast einen Heulkrampf bekommt, eine Viertelstunde später aber kaum Gewissenbisse verspürt, menschliche Opponenten mit Pfeilen und Geschossen zu „bearbeiten“, nimmt der Spielfigur die von den Entwicklern angestrebte Authenzität. Glücklicherweise der einzige Punkt, wo sich Crystal Dynamics verhoben hat.

Technisch zeigt sich TR optisch wie akustisch von seiner Schokoladenseite.
Nach einer gefühlten halben Ewigkeit hat man hier endlich wieder ein Multiplatform-Spiel vor sich, das auf dem PC sein wahres Potential offenbaren kann. Statt eines marginal aufgepeppten Ports mit Standard-Konsolen-Optik fährt CD hier alle erdenklichen Grafik-Feature-Geschütze auf die es gibt und lässt die PC- gegenüber den Konsolen-Versionen klar überlegen aussehen. Die Insel bietet mit ihrer Größe regelmäßig Abwechslung fürs Auge, die Landstriche sind detailverliebt bis zum Geht-Nicht-Mehr, die Licht- und Schatteneffekte gehören zu den Schönsten seit „Dead Space“, dazu noch Texturen von bestechender Güte, erstklassige Wasser-, Hitzeflimme und Nebeleffekte, sehr aufwendige Animationen und fabelhafte Gesichter von Lara und Co. Außerdem wird hier die brandneue, PC-exklusive TressTX-Technologie vorgestellt, welche Haare und deren Bewegungen sehr realistisch, fast schon geschmeidig und seidig zeigen. Eine beeindruckende (aber noch sehr hardware-hungrige) Technik, die sich wohl zum neuen Grafikstandard durchsetzen wird. Betonfrisuren adé ? Könnte durchaus soweit kommen.
(Hinweis: Mittlerweile läuft TR dank nachgereichter Patches durchgehend stabil und hat kaum noch nennenswerte Bugs, anders als im Ur-Zustand. Auch ein Update der Grafikkartentreiber zeigte erstaunliche Wirkung. Mit meinem alten Quadcore und ner GTX 460 rutschte die Framerate nur in sehr großen Arealen etwas runter, sonst spielte es sich angenehm flüssig.)
Auch die Ohren werden mit allerbestem Sound gesegnet. Die Musik kommt vom gleichen Mann, der auch der „Dead Space“-Reihe jenen unverwechselbaren Score verpasste, bei dem einem die gesamte Körperbehaarung zu Berge stieg – und das meine ich nur im positivsten Sinne. In TR werden Spannungs- und Schockmomente gekonnt unterstrichen, und überhaupt passt die Musikunterlegung jederzeit der aktuellen Spielsituation. Die vielfältige Geräuschkulisse gefällt ebenfalls, oftmals werden satte Klänge und Bässe rausgedrückt, dass einem fast die Ohren abfallen. Abgerundet wird der Akustikgenuss mit einer sehr guten Deutsch-Synchro, vor allem die bekannte Komödienschauspielerin Nora Tschirner legt hier als Laras neue Stimme ein mehr als ordentliches Debüt hin, was ich ihr gar nicht zugetraut hätte.
Zu den Sound-Optionen noch eine leichte Kritik: Die Lautstärke von Sprache und Soundeffekten kann leider nicht getrennt voneinander geregelt werden, was zur Folge hat, dass bei sehr lautstarken Spielmomenten die Dialog-Spur ein wenig untergeht, sprich unter Verständlichkeitsproblemen leidet. Kommt aber wirklich nur in sehr extremen Einzelfällen vor.

Fazit:
Ob ich mich neu verliebt habe ? Ja, das kann man durchaus sagen. Die neue, junge Lara Croft hat schon was. Okay, man hätte es dramaturgisch besser hinkriegen können, ihre Entwicklung vom zartbesaiteten und verletzbaren jungen Mädel zur martialischen Kampfmaschine zu begründen, was hier nun wirklich recht blitzartig vonstatten geht, aber Schwamm drum, die weibliche Antwort auf vornehmlich maskuline Videospiel-Actionhelden zeigt in diesem Neustart, wie man ein bildgewaltiges Action-Spielerlebnis mit hohem Adrenalingehalt feiert, außerdem bin ich froh, dass sie endlich mehr sein darf als nur eine computergenerierte Schönheit mit dicken Hupen. Das macht Eindruck, und es macht Lust auf mehr. Für ein Sequel bin ich mehr als bereit, aber dann bitte wieder einen kleinen Schritt zurück zu den Ursprüngen machen und mehr Gräber reinpacken, bei denen man auch sein Hirnschmalz nutzen darf.
9/10
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