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dicker Hund
Level 13
XP 2.886
Eintrag: 16.06.2019

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Der Exorzist

(Originaltitel: The Exorcist)
Herstellungsland:USA (1973)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Eksorcisten
Exorcist: The Version You Haven't Seen Yet, The
Exorcist: The Version You've Never Seen, The
Exorzist - Die neue Fassung, Der
Exorzist - Director's Cut, Der
William Peter Blatty's The Exorcist

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,98 (114 Stimmen) Details
inhalt:
In der grausig-realistischen Geschichte geht um ein unschuldiges Mädchen, das von einem grässlichen Wesen besessen ist. Die Mutter versucht ihm verzweifelt zu helfen und wird von zwei Priestern unterstützt – der eine ein Zweifler, der andere ein Fels des Glaubens. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen das absolute Böse auf.
eine kritik von dicker hund:

William Friedkin mag bekannt sein für "French Connection" oder "Leben und Sterben in L.A.", berühmt ist er jedoch in erster Linie für den Okkulthorror "Der Exorzist". In diesem lernt der Zuschauer die Alleinerziehende Chris MacNeil (Ellen Burstyn, "Requiem for a Dream") und ihre Tochter Regan (Linda Blair) kennen. Durch die talentierten Darstellerinnen erhält das Verhältnis der beiden ein akzentuiertes Gesicht. Trotz des langen Zeitablaufs seit der Entstehung (1973!) gelingt die Sympathiefindung ohne die Abstraktion, die durch überkommene Charakterstereotypen sonst zu besorgen sein kann. 

Auf diese Weise sorgt sich der Betrachter um das Wohl des offensichtlich unter einer Störung leidenden Mädchens. Gleichermaßen Identifikationsfigur ist der von der schweren Last der Verantwortung gezeichnete und von Zweifeln geplagte Geistliche Karras (Jason Miller). Sein schwieriges Verhältnis zu seiner Arbeit wie zu seiner Familie lassen mitleiden. In den Szenen mit ihm glänzen imposante Außenaufnahmen eines überdimensional erscheinenden Kirchengebäudes oder wie mit hängenden Schultern aufgezeichnete Fahrten vorbei an verwahrlosten Vorstadtfassaden. In seiner Gegenwart findet man Humor (2/10) nur in Gestalt von galligem Sarkasmus vor:

"Klaust Du mir jetzt auch noch meine Schuhe?

- "Nein. Ich kann aus den Falten im Leder die Zukunft lesen."

Bereits diese latent labilen Ausgangssituationen sind gespickt mit gelegentlichen Alpträumen und Visionen in mitunter rasch geschnittenen Frames. Sie leiten das Grauen unterschwellig ein, das nicht bloß in dämonischen Manifestationen lauert. Allein die ärztlichen Behandlungen der ungewöhnlichen Patientin erweisen sich als ungeeignet für nervöse Mägen. Zugleich spielen sie geschickt mit dem Tabu leichtbekleideter minderjähriger Weiblichkeit und obszöner Semantik, die keineswegs nur aus den besessenen Zeilen entspringt, sondern auch subtil in die Sprache der vermeintlich seriösen Herren der Schöpfung eingewoben ist:

"Fühlst Du die Vibration?"

Darin könnte man unterschwellig Missbrauchsmotive erkennen (Sex 2/10) - der Kollege Ash hat noch viel mehr Subtext ausgemacht. In Sachen Horror (7/10) geht "Der Exorzist" jedenfalls in die Vollen. Besonders im hier besprochenen Director's Cut hämmern Bilder wie der berüchtigte Spiderwalk, entstellte Pupillen und Gesichtszüge tricktechnisch superb auf die Wahrnehmung ein, bis sie in dem äußerst aufregenden Exorzismus ihren Höhepunkt finden. In dieser langen Prozedur entfalten die Bibelfloskeln eine geradezu hypnotische Wirkung, die durch die Würde des altehrwürdigen Zeremonieleiters Merrin (Max von Sydow) perfektioniert wird. Hier liegt die Klimax einer vorzüglich gesteigerten Spannung, die der Film wie kaum ein anderer zu entwickeln versteht. Zur Unterstreichung des Unheils findet auch eine merkliche Dosis Gewalt (4/10) Einzug in das Geschehen, wobei es sich allerdings um mysteriös verfremdete oder selbstverletzende Vorgänge handelt, die eher durch ihre Inszenierung als durch die Kunstblutmengen überzeugen.

Kleinere Längen beinhaltet der Film am Anfang während der Archäologiesequenzen im Irak, bei den Auftritten des Ermittlers, der etwas umständlich seine mäßig interessante Affinität zum Kino ausdrückt, und im Epilog. Darüber sieht man angesichts der hervorragenden Qualität dieses Klassikers aber gerne hinweg (9/10 Punkten). Vor allem Linda Blair ist in ihrer Wandlung immer wieder ein Genuss, wobei sich die derben Fäkalentgleisungen selbst vor heutigen Provo-Cartoons kaum verstecken müssen. Ganz so empörend wie früher wird "Der Exorzist" gegenwärtig freilich nicht mehr aufgenommen. Die FSK ist mit dem blauen Flatschen dabei.

 

9/10
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Kommentare

16.06.2019 08:47 Uhr - sonyericssohn
6x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.251
Über dieses Werk braucht man eigentlich kein Wort mehr zu sagen. Einfach grandios !

Also der Film und jene Kritik hier ! ;-)

16.06.2019 10:31 Uhr - JasonXtreme
6x
DB-Helfer
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Dito, für mich einer der besten Horrorfilme, ebenso wie das Omen. Beide schaffen es ohne Splatter und Blut eine unheimlich spannende und gruselige Atmosphäre zu schaffen. Bis heute unerreicht

16.06.2019 12:46 Uhr - Nubret
4x
User-Level von Nubret 9
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Da kann ich mir nur anschließen!

16.06.2019 13:09 Uhr - TheRealAsh
3x
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Hervorragend rezensiert und mir gleich wieder Lust auf einen Rewatch gemacht, harre ja immer noch der Serie, aber das wird demnächst nachgeholt, da mich "Too Old to Die Young" jetzt doch zum Prime-Abonennten machen wird und ich mich auch hieran machen kann, Subtext hin oder her;-)

16.06.2019 13:22 Uhr - Intofilms
3x
Einer der intensivsten, furchterregendsten, verstörendsten Horrorfilme, die ich bis jetzt gesehen habe. In dieser Hinsicht denke ich auch immer gleich an „The Haunting“ und „The Shining“. Die habe ich alle in ziemlich jungen Jahren schon gesehen, was einerseits gut war und andererseits schlecht...^^
Tolle Würdigung! ;D

17.06.2019 11:10 Uhr - The Machinist
3x
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Der Kritik kann ich uneingeschränkt zustimmen, mit der Ausnahme, dass ich 10 von 10 geben würde. Einer der besten Horrorfilme aller Zeiten, finde der ist obendrein erstaunlich gut gealtert.

17.06.2019 22:09 Uhr - Mucki1979
2x
User-Level von Mucki1979 5
Erfahrungspunkte von Mucki1979 357
Tolle Besprechung!

Die zitierten "Längen" beruhen m.E. vielmehr auf dem Alter und der Historie des Fiims. Seinerzeit hat Friedkin hier filmisches Neuland betreten, inklusive Skandal.

Mit der Vorgeschichte hat er u.U. versucht, die drastischen Momente weniger plakativ wirken zu lassen und daher könnte man die Szenen im Irak - der vermutlich paläontologischen Wiege der Menscheit - durchaus als stilistisches Mittel ansehen.

1973 war der geneigte Zuschauer möglicherweise nicht in jener Breite aufgeklärt, wie er es fast fünfzig Jahre später ist. Das Ganze im Kontrast zur "Wissenschaft", die Megan anfänglich hilflos durchzustehen hat.

Vielleicht wäre es für Dich unter dieser Sichtweise ggf. sogar eine 10/10, wie es der Film für mich ist und bleibt?!

18.06.2019 00:00 Uhr - dicker Hund
3x
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.886
Besten Dank an alle!

@sony
So "grandios" wie der "Exorzist" ist meine Review wohl kaum...
;-)

@Intofilms
Ich meine, dass "Shining" noch einen Tacken besser ist. Beide sind aber Horrorskeptikern nur schwer zu vermitteln. Geschmackssache mal wieder, selbst im Top-Bereich.

@Mucki
Ich habe mich tatsächlich schon einmal zahlenmäßig umstimmen lassen. Das war aber bei den rein quantitativ zu verstehenden Teilnoten für die Stilmittel. Für mich ist der hier halt eine 9, was angesichts der Seltenheit dieser Note bei meinem Wertungssystem ein hervorragendes Ergebnis ist. Trotzdem wertvolle Anmerkungen, die Du da bringst, keine Frage.

23.06.2019 15:33 Uhr - Dr. Jones
Leider ist die Deutsche Fassung des Directors Cut genauso schwer verdaulich wie die Erbsensuppe von Megan .
Bevorzuge dann doch lieber die Original Bernhard Wicki Mono Fassung auf VHS .

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