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FrancisYorkMorgan
Level 5
XP 343
Eintrag: 14.05.2019

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Zwei glorreiche Halunken

(Originaltitel: Il buono, il brutto, il cattivo)
Herstellungsland:Deutschland, Italien, Spanien (1966)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Western
Alternativtitel:Le Bon, la brute et le truand
The Good, the Bad and the Ugly - Zwei glorreiche Halunken
The Good, the Bad and the Ugly

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,64 (79 Stimmen) Details
inhalt:
Ein mysteriöser Fremder namens Joe, der mexikanische Revolverschütze Tuco und Setenza, ein sadistischer Krimineller, sind auf der Jagd nach einer Geldkassette. Inhalt: 200.000 Dollar. Die drei Desperados haben untereinander nichts gemeinsam - werden aber zu Komplizen, wenn es die Situation erfordert. Doch jeder verfolgt nur ein Ziel: Die Geldkassette. Und keiner von ihnen ist bereit zu teilen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von francisyorkmorgan:

Da mein Junior nun im richtigen Alter ist, um all die großen Klassiker zu entdecken, sind so manche Filmnachmittage eine gute Gelegenheit, um prägende Filme aufzufrischen. Vor einiger Zeit war ich an der Reihe und nach "Tarantino ist der allercoolste Filmemacher"-Momenten, fragte ich mich mehrfach: Würde Leone Tarantinos Filme überhaupt mögen? Als ich "Zwei glorreiche Halunken" vorschlug, traten jugendliche Stirnfalten und skeptische Blicke hervor. Mein Junior und ein Freund von ihm beäugten die Hülle.

"Von 1966!" 
"179 Minuten!" 
"Lebt denn da überhaupt noch einer?" 
"Drei Ausrufe- und noch mehr Fragezeichen."

Während die zwei mit mir diskutieren wollten, holte ich ein paar kalte Malzbiere aus dem Kühlschrank, stellte ein paar Knabbereien parat, dunkelte den Raum ab, schaltete mein 4K-Flaggschiff samt Anlage an und sagte den beiden Jungspunden, dass sie sich hinsetzen sollen. Was dann folgte, war majestätisch. Dieser wunderbare Vorspann mit den vielen bunten Montagen, den groben Wischern und diese verdammte Musik! Als die unverwechselbaren und überragend eingespielten Klänge von Ennio Morricone ertönten, gingen die Augen der beiden Jungs auf, die Stirnfalten traten noch etwas weiter hervor und beide fingen an zu kichern, schauten mich an und ein beinahe unverständliches Gemurmel traf meine Ohren.

"Was war das denn für ein Kreischen?!"

Diese schrägen Geräusche, diese einzigartige und unkonventionelle Herangehensweise an die Filmmusik - Wahnsinn! Rock'n Roll Western! Die Klänge und Sphären von Ennio Morricone sind die halbe Miete dieses Films! Ich habe (hatte) vier Ausgaben von "Zwei glorreiche Halunken" in meinem Besitz. Die unvollständige, brummende und schwache Erstausgabe, die ungekürzte und brauchbare DVD-Neuauflage und natürlich die erste Blu-Ray, deren Tonhöhe nicht so richtig passt. Die letzte Blu-Ray, die restaurierte und deutlich wärmer gehaltene Neuauflage von 2014, ist zweifelsohne die beste Ausgabe des Films und die legte ich auch ein. In Anbetracht der vergangenen Jahrzehnte ist die Bildqualität mehr als beachtenswert und durchweg stimmig, die Extras allesamt lohnenswert und der Ton durchweg sauber. Und wie verdammt cool ist denn bitte "Zwei glorreiche Halunken" nach wie vor!? In den ersten Minuten ertönt kein einziges Wort, jede Einstellung und jedes Bild dieses Films ist eine epische Krönung, ein Monument des staubigen Spaghettiwesterns und eine würdevolle Abkehr der damaligen Brutalität italienischer Nachahmer. Die bewegten Einstellungen von Tonino Delli Colli unter der Leitung von Sergio Leone gehören zu den abwechslungsreichsten und atemberaubendsten Erlebnissen der Filmgeschichte. Weite Landschaften, beeindruckende und beinahe surreale Verzerrungen, wehender Staub und das wabernde Filmkorn. "Zwei glorreiche Halunken" hat diese ganz besondere Wärme, die wohl nur mit dem billigen und vergleichsweise schwierigen Techniscope-Verfahren möglich ist. Visuell ist dieser Film eine markante und spröde Augenweide für die Ewigkeit. Ein jedes Bild könnte man sich in Gold an die Wand hängen.

Ich blickte hin und wieder in die Runde. Erwartungsgemäß wurde etwas gejammert, aber dieses Erlebnis war letztlich phänomenal. Es scheint, als sei das angestrebte Erzähltempo dieses Epos nicht in jedem Fall etwas für die Sehgewohnheiten dieser aufstrebenden Generation, aber wir beruhigten uns und fielen zusehends in diesen genialen Film. Lange und stimmige Einstellungen schälten sich über die Bildfläche, herrlich ausgekostete Totalen kitzelten die Sinne, intensive Nahaufnahmen platzten unvorhersehbar ins Geschehen und treffsichere Dialoge trieben uns durch den rauen, heißen und kaum vorhersehbaren Westen. Die Coolness von "Zwei glorreiche Halunken" definiert sich nicht über hibbelige Metaebenen, über irgendwelche Spielchen oder Mätzchen - "Zwei glorreiche Halunken ist das Fundament einer jeden Metaebene. Filmische Rhetorik par excellence. Die gallige Überzeichnung dieses Films ist einmalig und eben nicht zu sehr drüber. Clint Eastwood (the Good), Lee van Cleef (the Bad) und Eli Wallach (and the Ugly). Die Klasse aller drei Hauptdarsteller ist unbestreitbar und speziell Eli Wallach sticht mit seiner impulsiven und improvisiert aufspielenden Art nochmals heraus und bildet einen hervorragenden Kontrast zum coolen Clint Eastwood und dem eisig blickenden Lee Van Cleef. Drei Männer auf der Suche nach einem Schatz. Irgendwo und irgendwann im Westen. Wieder einmal saugte ich jeden Moment dieses Films auf.

Clint Eastwood, Sergio Leone, Eli Wallach, Lee Van Cleef und Ennio Morricone. Auf nichts möchte ich verzichten, läuft dieser größte aller Western epochal über meinen Bildschirm. Irgendwann schob ich zwei große Pizzen in den Ofen. Der sagenumwobene Friedhof und der dort vergrabene Schatz waren nahe. The Good, the Bad and the Ugly nährten sich wider ihrer Natur. Mein Puls stieg an und meine Mitschauer wirkten geradezu versteinert. Drei Deckel dreier köstlicher Malzbiere ploppten am frühen Abend durch mein Wohnzimmer und kurz vor dem wohl imposantesten Finale der gesamten Filmgeschichte, servierte ich die dampfenden Pizzen. Dieser süßlich-scharfe Duft am Ende dieses Films. Ein Genuss. Ich wartete noch einen Moment mit dem Essen, aber die ungeduldigen Jungs griffen zu und pusteten auf die belegten Teiglinge. Und dann passierte es. Wieder einmal.

Die verschachtelte und treibende Musik von Ennio Morricone setzte ein und die unausweichliche Schießerei auf dem Friedhof spitzte sich unvermeidbar und geradezu opernhaft zu. Die lauten und ziehenden Trompeten hallten auf, das kraftvolle Stakkato der unermüdlichen Trommeln verweilte im Hintergrund und die purzelnden Gitarren bliesen Sturm, der Chor schraubte sich mit den Streichern nach oben und die Regie und der Schnitt ließen uns nur ganz, ganz langsam atmen. Die Jungs hielten ihre Pizzastücken beinahe regungslos in den Händen und blickten auf den Fernseher. Nur ihre Augen wanderten langsam umher. Die Zeit stand lange still und das platinierte Spiel aus Bild und Ton ließ zumindest mir ob all der Pracht die Gänsehaut stehen. Als dann der erste Schuss fiel, atmeten alle aus und ich griff nach einem Stück Pizza.

Ich liebe diese Filmnachmittage. Clint, Eli und Lee verweilen unübertroffen und auf alle Zeit im wilden Westen, Leone hätte Tarantino sicher tröstend auf die Schulter geklopft, Pizza und Malzbier gehen immer und ich musste mich am Ende von einer DVD trennen. Die Gesichter der Jungs waren unbezahlbar, als das wuchtige Finale einsetzte. Genauso muss ich vor Jahren ausgesehen haben, als ich diesen Film zum ersten Mal geschaut habe. Mit einem lachenden Auge meinerseits fuhren sie am frühen Abend im letzten Sommer auf ihren Fahrrädern mit der ungekürzten MGM-DVD davon. Haben mir einfach ein Sammlerstück aus den Rippen geleiert. Zwei glorreiche Halunken. Ein guter Titel.

10/10
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Kommentare

15.05.2019 18:20 Uhr - Nubret
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.049
Tolle Besprechung zu einem der besten Filme aller Zeiten!

Für beides ganz klar die Höchstwertung!

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