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FrancisYorkMorgan
Level 5
XP 343
Eintrag: 15.05.2019

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Freeze - Alptraum Nachtwache

(Originaltitel: Nightwatch)
Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Freeze - Albtraum Nachtwache
Freeze - Operation Nachtwache

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,55 (11 Stimmen) Details
inhalt:
Der scheinbar geruhsame Job als Nachwächter entpuppt sich für den Jura-Studenten Martin als gefährliche Praxis zur akademischen Theorie. Während er auf seinem Rundgang auch die mysteriöse Leichenhalle inspizieren muss, in der seltsame Dinge geschehen, versorgt ein Serienmörder derweil die Pathologie mit Nachschub. Und ehe er sich versieht, steckt Martin mitten in einem Sumpf aus geheimnisvollen Verstrickungen um Nekrophilie und Mord.
eine kritik von francisyorkmorgan:

"Ich glaube Erklärungen sind nur eine Erfindung, damit wir uns sicher fühlen. Ohne Erklärungen bekommen wir Angst vor einem völlig sinnlosen Chaos, das jeden von uns jeder Zeit treffen kann. Was hier ja auch der Fall ist."

Ich mag das dänische Original "Nachtwache", mit dem sympathisch-verzweifelt aufspielenden Nikolaj Coster-Waldau und dem beinahe ins Irre abdriftenden Kim Bodnia, sehr gerne und habe den düsteren Psychothriller in den letzten Jahren häufig eingelegt, sollte es morbide und finster schmecken. "Nattevagten", so der urban anmutende Originaltitel, ist ein grober, schroffer und dramaturgisch angenehm ungehobelter Horrorfilm, der den jungen Studenten Martin (Coster-Waldau) auf eine ganz besonders makabere Reise in die kühlen und kargen Gänge einer Pathologie-Station eines Krankenhauses in Kopenhagen schickt. Martin erhofft sich von diesem einsiedlerischen Nebenjob unter den beunruhigend surrenden Neonlichtern etwas Ruhe und Luft für das Aufarbeiten einiger Lehrstoffe. Allerdings häufen sich verknüpfende Vorfälle, welche im Zusammenhang mit einem Serienmörder stehen, und die mysteriöse Leichenhalle füllt sich zu Ungunsten Martins.

Wer den dänischen Film von 1994 einmal in der richtigen Atmosphäre erlebt hat, der sieht solche, des Todes flutenden Stationen für alle Zeiten in einem anderen, flackernd-zupfenden und reißenden Licht. Regisseur und Autor Ole Bornedal drehte etwa drei Jahre später dieses zu Unrecht verklärte und intensive US-Remake, diesmal mit Ewan McGregor in der Rolle des Studenten wider jeder Angstattacken. Ich hatte diese durchaus glattere und geradlinigere Ausgabe bestimmt 20 Jahre nicht gesehen und war nun, nach vielen stimmigen Nachtschichten mit Coster-Waldau und seiner zu schwärzesten Scherzen aufgelegten Clique gespannt, wie sich dieser Film nach solch einer langen Zeitspanne macht. Bornedal hat seinen eigenen und brillant-düsteren Stoff für die englischsprachige Neuverfilmung nochmal ganz genau angesehen, an den richtigen Stellen überarbeitet, alle Elemente neu zusammen gesteckt und manch verworren-zähen Zopf abgeschnitten, den besseren Flow hinein gekämmt und die im Original so spröden Spitzen völlig anders angelegt. Dabei bleibt die perfide Geschichte um einen perversen Serienmörder sehr nahe an der fröstelnd verborgenen Urfassung. Wer eher ein Fan des kantigen wie europäischen Kinos, mit all seinen geschwätzigen Macken und gesetzten Eigenheiten, ist, der wird mit dem originalen "Nachtwache" glücklicher als mit dem sphärisch aufgepumpten und drückend pulsierenden Remake. Bornedal setzt vor allem hinsichtlich der genial ineinander geflochtenen Exposition neue, viel griffigere Schwerpunkte und taucht das konsistentere Remake in eine sehr gelungene Note. Wer die ungestüme, aber auch fahrige Einleitung des Originals, mit dem wenig amüsanten Wettstreit zwischen Bodnia und Coster-Waldau, mochte, wird sich bei der zweiten und oftmals wortgewandteren Schicht mit "Freeze" aufgebracht umgucken. Die zunächst amüsante Keilerei zwischen Martin und seinem besten Freund (Josh Brolin) ist im Remake deutlich direkter angelegt, zugunsten einer gleich zur Sache kommenden Handlung. Wie James ein paar Kerle in einer Bar rhetorisch geschickt aufmischt, ist zu köstlich und auch das obige Zitat von Noltes Charakter ist fein gerundete Finsternis.

"Wenn das jetzt unser Film wäre, und du wärst der aufregende Kerl, dann würdest du die zwei jetzt fertig machen."

Und auch wenn dem Neuaufguss einige markante und gewagte, einige lächerliche und grenzwertig überzeichnete Ecken (z. B. die Sexszene in der Leichenhalle oder die lustige Doppelhochzeit am Schluss) fehlen, verpasst es Bornedal nicht, seinen eigenen Stempel erneut gut zu platzieren. Die Szene, in welcher Martin James unter einem Leichentuch in der Leichenhalle erwischt, ist in der aufgewärmten Fassung nur eines von vielen Highlights, die das Original in der Sogwirkung toppen. So bitter amüsant manche Elemente dieses durchweg prominent und gut besetzten Filmes sind, am Ende wird es schön schaurig und blutig. Es ist heute beachtlicher denn je und spricht letztlich nur für die kalt berauschende Qualität der hiermit perfekt arrangierten Story, dass sich so viele etablierte Stars der 1997er-Fassung dem dänischen Filmemacher verpflichtet fühlten. Nick Nolte, Ewan McGregor, Josh Brolin und auch Patricia Arquette spielen passend auf, ohne die Leistung der dänischen Kollegen redlich zu schmälern. Selbst kleinste Nebenrollen wurden mit bekannten Mimen wie Lauren Graham, John C. Reilly und Brad Dourif besetzt. Das generiert, nach all den Jahren, 100 spannende Minuten in kühler, tödlicher und karger Umgebung. Letztlich könnte man auch eine abgegriffene Münze zwischen diesen beiden Filmen werfen, bzw. gleich das lohnenswert variierte Doppelpack auf Blu-Ray oder DVD erwerben, aber ich mag die brachiale und besser akzentuierte Variante von 1997 einfach noch ein kleines, winziges bisschen lieber.

Was in beiden Filmen als für mich unerklärliche Metapher bleibt, ist eine schwarzweiße Fotografie von Lewis Powell, einen der Mitverschwörer des Lincoln-Attentäters John Wilkes Booth, welches im Büro von Martin hängt. Wo das Bild herkommt? Was es bedeutet? Nun, es hing da schon immer, so Martins Vorgänger.

8/10
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Kommentare

15.05.2019 08:51 Uhr - sonyericssohn
DB-Helfer
User-Level von sonyericssohn 18
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.004
Eines der besseren Remakes. Wobei ich dem Original dennoch den Vorzug gebe.
Muss ich mir mal wieder geben.

Merci FYM !!!

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