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Häutet sie lebend - Unternehmen Wildgänse

Originaltitel: Scorticateli vivi

Herstellungsland:Italien (1978)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Krieg
Alternativtitel:Sie häuten sie lebend
Skin 'em Alive
Unternehmen Wildgänse
Wild Geese Attack
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (8 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Söldner wird in Afrika im Kampf mit Rebellen getötet. Sein Bruder, der friedliche, aber vom Schicksal gebeutelte Rudy, will die Mörder finden und sich rächen... ()

eine kritik von dissection78:
Als Rudy in persöhnliche Schwierigkeiten gerät, geht er nach Afrika um dort seinen Bruder aufzusuchen. Doch sein Bruder übt in Afrika ein Hobby aus, das Rudy als Pazifist garnicht passt. Er ist ein Söldner der mit seiner Truppe rücksichtslos Rebellen jagt. Doch als ein Rebell Rudys Bruder tötet, wechselt er seine Ansichten um den Mörder seines Bruders zu finden. (Quelle: Concept_rs)

"Häutet sie lebend" (O-Titel: "Scorticateli vivi") ist an und für sich ein übles Machwerk, dass sich an den Erfolg von Andrew V. McLaglens "Die Wildgänse kommen" aus dem Jahr 1977 dranhängen will, jedoch schon deshalb nicht überzeugen kann, weil er natürlich um einiges billiger inszeniert ist, als das offensichtliche Vorbild.

Als Regisseur fungierte Mario Siciliano, der in seiner Karriere viele Genres beackerte - von Kriegsfilm ("7 vor Marsa Matruh", 1970) und Italo-Western ("Ein Hosianna für zwei Halunken", 1972) über Action ("Die Löwen von Petersburg", 1972) und Horror ("Blutige Magie", 1975) bis hin zu Krimi ("Stacco", 1977) und Hardcore-Porno ("Orgasmo non-stop", 1982). Sein letztes Werk war der Actionstreifen "Der Tag des Söldners" aus dem Jahr 1984, der im gleichen Fahrwasser wie "Häutet sie lebend" rumkrebst, aber noch inhumaner ist.

"Häutet sie lebend" gibt sich dermaßen betont rassistisch, sexistisch und politisch inkorrekt, dass der Zuschauer aus dem Staunen gar nicht mehr rauskommt. Außerdem beinhaltet er einen gewissen Sadismus, der mit einem perversen, gar pervertierten Unterton verbunden wird (sprich: Vergewaltigungen). Jedoch muss dies im Kontext gesehen werden, denn Rassimus, Sexismus, Sadismus und Pervertiertheit werden von absolut unsympathischen Protagonisten hochgehalten, die durchgehend als widerwärtige Typen charakterisiert werden. Somit kann ich NICHT behaupten, dass der Film an sich rassistisch, frauenfeindlich und sexistisch ist. Er ist sogar teilweise ehrlicher als ähnlich gelagerte Söldner-Actioner, weil Sachen direkt gezeigt und ausgesprochen werden, die sonst nur angedeutet sind. Intellektuelle Kritiker würden "Häutet sie lebend" definitiv als ein übles Machwerk bezeichnen. Das kann man ja dann auch so sehen, denn der Film ist ein durchaus fragwürdiger Exploitationtrasher, der etliche Begebenheiten spekulativ ausschlachtet.

Es gibt storytechnisch gängige Kriegsaction. Immerhin kommt man größtenteils ohne triefendes Pathos aus, während das übliche Machogehabe wiederum vorhanden ist. Schon die Hauptcharaktere bringen Elemente von Machismo bis Herrenmenschentum mit sich. Die typischen protzigen Unterhaltungen, und das extrem feindselige Verhalten gegenüber dunkelhäutigen Sudanesen (aber ebenso gegenüber sich selbst) wird ausgewalzt. Vieles wirkt hier schonmal recht lieblos aneinandergereiht.
Wie üblich im Genre besticht "Häutet sie lebend" vornehmlich durch eine fragwürdige Ideologie, vermischt mit einem gewissen nihilistisch-misanthropischen Weltbild, inklusive des Aufwärmens altbackener Feindbilder (dies hängt wohl auch mit dem damaligen politischen Zeitgeist zusammen). Diese fragwürdige Ideologie blieb dem höchst reaktionären Stoff genauso erhalten wie seine unzähligen Klischees, die herbe Gewaltdarstellung, die martialischen Dialoge und die triviale Primitivstory. Der Film zeigt eine sehr plakative Darstellung von Brutalität, die Schießereien sind jedoch recht unblutig inszeniert, in einer ebenso billigen wie menschenverachtend-zynischen Machart.
So erbärmlich die sich um die Actionszenen windende, mit Klischees vollgestopfte Story auch ist, "Häutet sie lebend" kann man eine gewisse Kurzweiligkeit nicht absprechen. Vor allem da die Actionszenen kaltblütig und derbe sind, kann man allen Fans gut abgehangener und schmuddeliger Baller-Machwerke wohl eine Empfehlung aussprechen. Einiges sollte man vielleicht trotzdem hinterfragen, wenn man sich nicht nur stumpf berieseln lassen will.

Hauptdarsteller Bryan Rostron kennt der Italo-Fan vielleicht aus solchen Filmen wie "Black Emanuelle in Afrika" oder "Ein Haufen verwegener Hunde" (aka "Inglorious Bastards"). In weiteren Rollen u.a.: Anthony Freeman ("LiebesLager", "Delta Force Commando", "Amok Train"), Thomas Kerr ("Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "SS Hell Camp", "Wild trieben es die alten Hunnen").
Die bekanntesten Geischter haben sicherlich: Charles Borromel ("Absurd", "Caligula 2 - The Untold Story", "Ator - Der Unbesiegbare") und Karin Well ("Die Rückkehr der Zombies", "Esmeralda Bay").

Die gekürzte VPS-VHS mit dem Titel "Häutet sie lebend - Unternehmen Wildgänse" wurde 1983 indiziert und 2008 folgeindiziert. Die FSK-16-Version ist um ca. 30 Minuten auf 61 Minuten Laufzeit runtermassakriert worden. Eine komplett ungeschnittene Fassung ist anscheinend nur extrem selten anzutreffen.

Alternativtitel: "Skin 'em Alive", "Wild Geese Attack"

Primitiv-schäbige Söldneraction aus dem exploitativen B-Film-Bereich mit fragwürdiger Ideologie. Dreckig, zynisch, aber auf krude Art und Weise unterhaltsam.
5/10
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