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Malone

Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (8 Stimmen) Details
inhalt:
CIA-Killer Malone hat genug von seinem blutigen Handwerk. Er weigert sich seinen letzten Auftrag auszuführen und steigt aus! Auf der Suche nach Frieden reist er quer durch die USA. Als sein Wagen am Rande des verschlafenen Dorfes Comstock liegen bleibt, nehmen sich der dortige Mechaniker und dessen Tochter seiner an. Bald merkt Malone, dass der Ort in ernsten Schwierigkeiten steckt: der skrupellose Grundbesitzer Delaney und seine Söldnertruppe haben das Städtchen in ihrer Gewalt. Als Delaney versucht, Malone töten zu lassen, aus Angst dieser könnte seine Pläne durchkreuzen, schlägt der Agent zurück!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                               MALONE

Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger war Burt Reynolds dank erfolgreicher Actionkomödien wie Ein Ausgekochtes Schlitzohr (1977), Um Kopf Und Kragen (1978) und Auf Dem Highway Ist Die Hölle Los (1981) ein erfolgreicher Hollywoodstar. Ab Mitte der Achtzigerjahre begann Reynolds Stern kontinuierlich zu sinken. Sequels seiner Erfolgsfilme brachten nicht den gewünschten Erfolg und bei den Dreharbeiten zu City Heat – Der Bulle Und Der Schnüffler (1984) erlitt er einen komplizierten Kieferbruch, der Reynolds in die Schmerzmittelabhängigkeit trieb. Zudem verbreiteten die Boulevardmedien, Burt Reynolds sei an Aids erkrankt. Nach City Heat versuchte sich Reynolds mit einer Reihe von Actionfilmen über Wasser zu halten. Malone (1987) ist einer davon.

Malone basiert auf dem Roman Shotgun (1981) von William P. Wingate (1939 – 2012), der von Christopher Frank und Rudy Wurlitzer in ein Drehbuch umgewandelt wurde. Regie führte Harley Cokeliss (Bad Moon Rising, 1986), während sich neben Burt Reynolds u.a. Lauren Hutton (Mein Name Ist Gator, 1976), Cliff Robertson (1923-2011 / Charly, 1968), Kenneth McMillan (1932 – 1989 / Runaway Train, 1985), Cynthia Gibb (Mit Stählerner Faust, 1990) und Scott Wilson (1942 – 2018 / Der Große Gatsby, 1974) vor der von Gerald Hirschfeld (1921 – 2017 / Mel Brook´s Young Frankenstein, 1974) geführten Kamera versammelten. Das Budget des Films betrug 10 Millionen Dollar, von denen Burt Reynolds – obwohl er 1987 längst kein Kassenmagnet mehr war – immerhin drei Millionen einstrich.

Richard Malone (Burt Reynolds) ist ein Profikiller im Dienst der CIA, hat aber von seiner blutigen Profession die Nase voll und hängt das Scharfschützengewehr an den Nagel. Während Malone reichlich ziellos durch die Gegend fährt, macht sein Ford Mustang in der Nähe eines kleinen Kaffs in Oregon schlapp. Da die Reparatur etwas länger dauert, ist Malone gezwungen in dem Städtchen zu bleiben, so dass er von dem Ultranationalisten Charles Delaney (Cliff Robertson) tyrannisiert wird, der im Begriff ist, das ganze Dorf zu kaufen und etwas nachdrücklicher wird, wenn man ihm seinen Besitz nicht verhökern will. Es dauert nicht lange, bis Malone und Delaneys Schergen aneinandergeraten …

Wem die Geschichte bekannt vorkommt und wer sich an den Westernklassiker Mein Großer Freund Shane (1953) erinnert fühlt, der liegt gar nicht so falsch, zumal Reynolds Malone selbst als eine Art Shane-Version bezeichnete. Etwas großartig Neues sollte man also nicht erwarten. Wer angesichts der Freigabe ab 18 Jahren und des Kinoplakats, das Reynolds einmal mit seinem Scharfschützengewehr und ein weiteres Mal vor einer gewaltigen Explosion zeigt, auf ein handfestes, rabiates Actionspektakel hofft, sollte seine Erwartungen ebenfalls runterschrauben. Malone , der damals in einer vor Jahrzehnten erschienenen Ausgabe des Videoführers in deren Liste der 50 besten Actionfilme aller Zeiten aufgenommen wurde (zu denen er definitiv nicht gehört!), enthält zwar ein paar Actionszenen und auch 1,2 blutige Gewaltspitzen, aber die Schwerpunkte des Films liegen auf anderen Aspekten.

Malone nimmt sich Zeit, seine Geschichte zu erzählen und seine Figuren einzuführen, was nicht negativ gemeint ist, sondern sich als Pluspunkt erweist. Und auch wenn sich der Malone-Cast nicht aus hochkarätigen Stars zusammensetzt, so wurde hier für jede Rolle der richtige Darsteller gefunden. Burt Reynolds knüpft darstellerisch zwar nicht an seine Glanzleistung aus Beim Sterben Ist Jeder Der Erste (1972) an, zeigt als Malone aber glaubhaft, dass er mehr drauf hat als die Rolle des schlitzohrigen Actionhelden; die Rolle des ausgebrannten Killers, der aber nichts verlernt hat und immer noch hart zulangen kann, steht Reynolds jedenfalls gut zu Gesicht.

Auf der Gegenseite überzeugt Cliff Robertson als rechtsgerichteter Baulöwe, der dem von ihm dargestellten Schurken ein amtliches schauspielerisches Profil verleiht. Zwischen ihm und Reynolds/Malone stehen die Bewohner des Dorfs, aus denen Cynthia Gibb als Farmertochter hervorragt, die den deutlich älteren Malone unverhohlen anhimmelt und Beschützerinstinkte weckt. Kenneth McMillan als Sheriff und Lauren Hutton als Malones CIA-Partnerin füllen ihre Rollen ebenfalls bestens aus. Bei der Darstellerauswahl hatten die Verantwortlichen jedenfalls ein glückliches Händchen.

Malone kann zwar – wie bereits erwähnt – nicht mit Schießereien, Verfolgungsjagden und Stunts im Fünf-Minuten-Takt aufwarten, bietet aber bis zum Finale einige kurze handfeste, bzw. bleihaltige Konfrontationen. Diese dauern zwar nie besonders lang, sind aber ordentlich und auf den Punkt inszeniert, so dass sie wirklich kleine Highlights darstellen. Das Finale hätte zwar durchaus etwas länger ausfallen können, aber trotzdem ist es alles andere als langweilig ausgefallen und passt bestens zur Gangart des Films.

Unterm Strich weist Malone Schwächen auf und er bringt auch keine Klassikerambitionen mit. Aus heutiger Sicht wirkt er ein wenig angestaubt, und wenn man böswillig sein will, kann man behaupten, dass er das schon war, als er in die Kinos kam … schließlich wüteten zeitgleich Actionstars wie Arnold Schwarzenegger (Predator, 1987) und Sylvester Stallone (Die City-Cobra, 1986) in deutlich teureren, spektakuläreren Actionorgien durch die Kinos. Trotzdem ist Malone für Burt Reynolds-Fans und Freunde klassischer Westernstorys durchaus sehenswert. In diesem Film zeigt Reynolds, dass er mehr drauf hatte als den sympathischen, schlagkräftigen Schnauzbart-Macho, und Filme, die einen Plot wie Malone servieren, gehen doch eigentlich immer, auch wenn das damalige Publikum wohl nicht so dachte und Burt Reynolds mit einem Einspielergebnis von drei Millionen Dollar einen weiteren Flop beibrachte.

 

 

7/10
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Kommentare

29.10.2020 01:32 Uhr - Lars Vader
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Ich bin zwar ein Burt Reynolds Fan seit frühester Kindheit, der mit Bandit und den Highway-Filmen groß geworden ist, aber ich muss auch zugeben, dass ich Malone schon lange vor mir hergeschoben habe.

Dass der Mann aber auch sehr ernste und wahrlich überzeugende Rollen drauf hat, hat er mit "Beim Sterben ist jeder der Erste" und auch mit "Mean Machine - Die Kampfmaschine" für mich mehr als bewiesen. Danke für diese sehr auf den Punkt gebrachte Review. Den Film werde ich bei nächster Gelegenheit nachholen.

29.10.2020 08:06 Uhr - sonyericssohn
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Oh ja !!! Den konnte ich damals fast zu jeder Sekunde mitsprechen. Finde dieses kleine, feine Werk bestimmt auch heute noch toll....wenn ich ihn mal wieder sehen könnte. Damals wäre ich mit Sicherheit bei ner 8-9 gewesen....
Super Erinnerung !!!!!!!!

29.10.2020 08:32 Uhr - Pratt
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Tolles Review, den Film würde ich ähnlich bewerten wie du, er hat seine Momente, überzeugt aber eben nicht voll, außerdem nervte mich hier immer Burt's extrem auffälliges Toupet und sein dicker Ranzen... ;-)

29.10.2020 11:57 Uhr - TheMovieStar
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Ein hervorragendes Review Puni welches richtig Lust auf den Film macht, wobei ich den noch nicht gesehen habe. Danke für die tolle Vorstellung.

29.10.2020 12:00 Uhr - Tom Cody
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Jau, schickes Review.
Da liegen wir ja mit der Wertung genau gleich.
Wie ich in meiner eigenen Kritik hierzu bereits geschrieben habe, schätze ich diese gelungene "Shane"-Variante , trotz kleinerer Schwächen, ebenfalls sehr.
Und stramme "Rechtsaußen-Patrioten" sieht man als Bösewichte im US-Kino auch viel zu selten (Im Buch sind es sogar eher die typischen Klischee-Mafiosi).

Die Romanvorlage ist ebenfalls sehr empfehlenswert, in deutsch aber leider wohl derzeit vergriffen. William Wingate hat übrigens noch weitere Bücher mit dieser Figur des ehemaligen Geheimdienst-Killers geschrieben.

29.10.2020 13:10 Uhr - JasonXtreme
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Gut geschrieben!!! Ich mochte Reynolds in seinen Rollen immer, ob witzig oder eher hart. Und im Grunde genommen sind ja eigentlich fast alle seine Filme in diesem Stil hier nie die großen Actionreißer gewesen! Ob Heat, Gator, Rent a Cop... mögen tu ich die deswegen trotzdem. Den hier hatte ich mir auch gekauft als die DVD rauskam, ne 7 gehe ich gern mit

30.10.2020 06:34 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure zahlreichen netten Kommentare.
Ich kannte Reynolds zuerst auch aus den "Bandit" - und "Highway"-Filmen, aber auch die ernsteren Filme finde ich gut - besonders "Beim Sterben Ist Jeder Der Erste".

31.10.2020 18:58 Uhr - NoCutsPlease
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Schöne Kritik in bewährter Punisher-Manier zu einem ansehnlichen Streifen, den ich ähnlich werte. :)

03.11.2020 00:56 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, NoCutsPlease!

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