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FrancisYorkMorgan
Level 6
XP 455
Eintrag: 24.05.2019

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Glass

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Science-Fiction, Thriller,
Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,10 (10 Stimmen) Details
inhalt:
M. Night Shyamalan verwebt die unvergesslichen Erzählungen zweier seiner visionärsten Filme miteinander – UNBREAKABLE – UNZERBRECHLICH und SPLIT – und schafft einen explosiven, brandneuen Comic-Thriller: GLASS. David Dunn (Bruce Willis) verfolgt jeden einzelnen Schritt von Crumbs (James McAvoy) übermenschlichem Wesen – der Bestie. Gleichzeitig scheint aus dem Verborgenen heraus Elijah Price (Samuel L. Jackson) die Fäden des grausamen Spektakels in der Hand zu halten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von francisyorkmorgan:

Erst regnete es in Strömen. Das verheerende Nass kam schon den ganzen Tag vom Himmel und nur langsam, mit der abendlichen Dunkelheit, setzte eine unaufhaltsame Kälte ein. Irgendwann später, kurz nach der Kinovorstellung von "Glass", schneite es und ich lief durch den dunklen Abend. Der Mond lugte nur sanft durch die brüchigen Wolken und die Laternen schienen warm und wider des Winters. Der Schnee fiel kerzengerade und schwer nach unten und der Boden schmierte glatt unter meinen Schritten. Schließlich, kurz bevor ich Zuhause ankam, hagelte es glasige, kleine und harte Körner. Der Winter wusste an diesem Abend im Januar nicht was er wollte. Fluch und Segen.

Als der Abspann von "Glass" einsetzte, grummelte und murmelte es in dem randvollen Kinosaal. Fetzen wie "Naja...", "Irgendwie war der witzig." oder "Mehr ist denen nicht eingefallen?", filterten sich im gemeinschaftlichen Aufbruch und ich hatte das Gefühl, dass der Filmemacher M. Night Shyamalan ein ganz, ganz tollen Film mit einem ganz, ganz seltsamen Ende gemacht hat. Gelacht wurde und auch ich musste hin und wieder schmunzeln. Es lässt sich nicht immer ausmachen, ob "Glass" mitunter unfreiwillig oder wirklich komisch ist. Es raschelte, rauschte und schnatterte, als die restlichen Zuschauer aufstanden. Ein Kinobesuch wie jeder andere? Nun, eine kollektive Begeisterung sieht definitiv anders aus und ich grinste wundersam verarscht in diese letzten Momente einer höchst eigenwilligen und doch lohnenswerten Saga. Es war einmal "Unbreakable". Dieser "Unbreakable" ist für mich der beste, emotionalste und stärkste Film, den M. Night Shyamalan je gedreht hat. Ein wuchtiges, gefühlvolles und zutiefst bewegendes Heldenepos, welches die Menschen in den Fokus rückt und darüber hinaus ein Paradebeispiel für einen gelungen-zurückhaltenden Meta-Film darstellt. 

Superhelden, Comics und die ungebrochene Faszination dahinter. M. Night Shyamalan nahm sich dieses Phänomens schon lange vor dem unausstehlichen und schrecklich banalisierten Brei an MCU- und DCU-Filmen an, vermengte viele kongeniale Huldigungen an Film, Geschichte und Comic mit seinen ganz eigenen Spiralen und Akzenten und garnierte sein überragendes Drama mit einer Wendung, die mir jedes Mal wieder eiskalt über die Augen und direkt ins Herz hinein läuft. Ein Meisterwerk. Nach vielen, eher mäßigen und auch vermurksten Projekten, hielt es M. Night Shyamalan wieder kleiner und beschaulicher. Shyamalan überraschte mit knapp budgetierten, kratzig aufspielenden und kreativen Filmen wie dem garstigen "The Visit" und dem herrlich verspielten "Split", der eine quasi-Fortsetzung zu "Unbreakable" ist. Das ist eigentlich kein richtiger Spoiler mehr, denn jeder, der nun von "Glass" gehört hat, dürfte eins und zwei zusammenzählen können.

"Split" war eigenartig, schwatzhaft und schwierig, aber auch sehr wirkungsvoll, ziemlich spannend und verdammt gut gespielt. Auch "Split" ist Shyamalan pur und erweiterte seine Vita um einen Film, der erst ganz am Ende seine wahre Stärke offenbart, Haken und Backpfeifen verteilt und schelmisch-böse auf den Zuschauer blickt. Die letzten Szenen von "Split" sagen vor allem eines: Schau mich nochmal an, schau "Unbreakable" nochmal an und freu dich auf "Glass". "Glass" ist demnach ein unvollkommenes Meisterwerk.

Shyamalan hetzt anfangs durch krude und wirre scheinende Fragmente, schustert ein hastiges Konstrukt aus seinen beiden Vorgängern zusammen und hängt zunächst unentschlossen und quer in den Seilen. David Dunn (Bruce Willis), Kevin Wendell Crumb und seine zig Alter Egos (James McAvoy) wie Elijah Price aka Mr. Glass (Samuel L. Jackson), sitzen relativ schnell in einer streng bewachten Einrichtung ein und werden von Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) ob ihrer vermeintlichen Außergewöhnlichkeit 'behandelt' - "Glass" ist auch ein sanft pulsierender Boykott, alles Ungewöhnliche in vermessene Kategorien einzuteilen und in verständliche Schubladen und greifbare Raster zu stecken. Sie möchte allen Patienten auf den Grund gehen und deren Fähigkeiten als geistigen Humbug entlarven. Weit gefehlt?

"Glass" pendelt munter, aufgebracht und einfühlsam zwischen den mentalen Verfassungen von "Split" und "Unbreakable" hin und her, kommt mal irre, schizophren und dann wieder lieblich, gebrochen und melodramatisch daher. Das beißt und verträgt sich, das fetzt und keift sich und endet auf dem passenden Fuß. Shyamalan und sein gut aufgelegter Cast erschaffen mit "Glass" ihr eigenes und gen Ende durchaus berührendes Comic-Relief. Zum Groß ist dieser Film ein gerissener, günstig produzierter und klaffend gesplitterter Spiegel der aktuellen Filmlandschaft. Shyamalan schafft es mit nur 20 Millionen Dollar Budget (die er obendrein selbst aufgebracht hat und 'bessere' Angebote ausschlug), den derzeitigen Kinotrend ein bisschen bloß zu stellen - oh ja! So eigenartig und ungelenk wirken diese Filme, kosten sie keine 200 Millionen Dollar Plus. Gewiss, Shyamalan scheitert hinsichtlich seiner Actionsequenzen auf den ersten und nur wenig imposanten Blick. "Glass" ist eine makellose Weiterführung und beispiellose Meta-Wesen-Werdung der beiden Vorgänger und verendet in der zweiten Filmhälfte in einem passend intimen Finale ohne große Ausbrüche oder glitzernd-flammende Helden, die sich wahlweise selbst beweihräuchern oder necken. Dabei fasziniert "Glass" im zweiten Drittel ungemein. Jedes gesprochene Wort, jeder Gesichtsausdruck und die vielen Gespräche zwischen allen Protagonisten - hier klopft und schlägt die Höchstpunktzahl. 

Shyamalan gipfelt wundersam, der Cast spielt souverän und vor allem McAvoy und seine in "Split" so gut eingeführten Figuren machen erneut Spaß ohne Rücksicht auf Verluste. Möchte man ihm in den gehaltvollen Gesprächen und magischen Wandlungen glatt einen Oscar in die Hände drücken, sind die repetitiven Ausbrüche des 'Biests' höchstens B-Film-Material eines C, D oder X-Men-Films - großartig! Jackson und Willis hingegen geben ihre gesetzten und eher ruhig angelegten Standards zum Besten, was dann auch passt. Shyamalan lässt fast alle Figuren und deren Erstbesetzung wohlwollend wieder aufleben, reiht sie gekonnt aneinander und lässt sie dann gerecht fallen. Diese trotzige und verkantete Konsequenz ist eine klare Kritik an die oftmals kindisch aufgebauschten Pseudoverluste des MCU-Apparats und keineswegs als Makel zu werten. Shyamalan opfert ein nervenaufreibendes, spektakuläres und kinetisches Fest und beschränkt sich auf einen gewagten wie tiefgründigen Tupfer. Fluch und Segen. Die Ideen am Ende der jeweiligen Filme sind spitze und fallen allesamt aus der Zeit, in der sie entstanden. "Glass" ist eine sehr schräge, mit einem Gänsehaut schürenden Score unterlegte Krönung und vergeht sich gewitzt und vortrefflich an Trademarks des sicheren Erfolges.

Die Schwäche des Einen, die Schwäche des Anderen. Erst der große und andauernde Regen, dann der verwirrende, überwältigende und wehende Schnee. Am Schluss hagelte es glasige, harte und kleine Körner. Danach war es für viele Minuten still - nach "Glass" hatte das was von einem greifbaren Zauber. Der Film weiß was er will und irgendwie war der witzig, gut und genau die limitierte und obendrein erfolgreiche Sonderausgabe, die es gebraucht hat.

8/10
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Kommentare

24.05.2019 10:41 Uhr - PeregrinTuk
User-Level von PeregrinTuk 2
Erfahrungspunkte von PeregrinTuk 70
Freut mich, dass der Film dir gefällt. :)
Tolle Review!

24.05.2019 11:12 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 4
Erfahrungspunkte von The Machinist 229
Eine wirklich erstklassige Kritik, insbesondere der Einleitung.

Gut zu wissen, dass ich nicht der einzige Mensch auf der Welt bin, der den als gut erachtet.

24.05.2019 13:11 Uhr - Lukas
1x
Wieder eine sehr schön geschriebene Review, auch wenn mich das MCU-Bashing zugegeben etwas nervt. ;-) Ich würde dem Film auch eine 8/10 geben, da er schauspielerisch und auch inszenatorisch (abgesehen von den vielen close-ups, die in den Kampfszenen arg viel Dynamik kosten) doch sehr stark war. Bei der Story fehlten mir etwas Raffinesse und Gewitztheit, überdurchschnittlich war sie aber allemal und das Ende hat mir gut gefallen.

24.05.2019 14:20 Uhr - FrancisYorkMorgan
User-Level von FrancisYorkMorgan 6
Erfahrungspunkte von FrancisYorkMorgan 455
MCU-Bashing <3

Lustigerweise ist der Film sogar von Disney. Und, an für sich hat Shyamalan mit seinem "Glass" das Bashing gestartet und ich es nur treffend erkannt :-)

29.05.2019 10:11 Uhr - Taran
User-Level von Taran 2
Erfahrungspunkte von Taran 98
Was für eine tolle Review, sehr poetisch, wirklich wundervoll!!
Ich habe Glass noch nicht gesehen, da ich aber deine Gedanken und Meinungen zu den Vorgängern Unbreakable und Split absolut teile und ähnliches erwarte, freu ich mich nach dieser Review umso mehr auf Glass. Vielen Dank!!

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