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Nubret
Level 9
XP 1.077
Eintrag: 24.05.2019

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Wespennest

(Originaltitel: La Crime)
Herstellungsland:Frankreich (1983)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Krimi, Thriller
Alternativtitel:Cover up
Wespennest, Das

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (1 Stimme) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von nubret:

Obwohl Philippe Labro mit DER GREIFER, NEUN IM FADENKREUZ und DER ERBE echte Genre-Hits abgeliefert hat, war ihm nie der Erfolg beschert, der ihm eigentlich gebührt hätte. Auch sein toller Polizei-Thriller WESPENNEST ist ein kleines Juwel, das mittlerweile fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Beispielsweise finden sich selbst auf der IMDB lediglich 218 Bewertungen.

Aber ich bin ja auch noch da. Und mein Kampf im Namen des unterjochten Films ist noch lange nicht vorbei!

 

 

Zwei Flics betreten in den Morgenstunden einen Pariser Gerichtshof und erschießen ohne Vorwarnung einen hochrangigen Richter, der sich hauptsächlich mit Wirtschaftskriminalität beschäftigt. Mit dem Fall vertraut wird der bärbeißige,  unnachgiebige Kommissar Martin Griffon (Claude Brasseur). Unterstützt wird er von seinem ehemals besten Freund Rambert (Jean-Claude Brialy), der einen wichtigen Posten bei der Polizei innehat und ganz nebenbei noch mit Griffons Ex-Frau zusammenlebt.

Aktiv an den Ermittlungen ist bald auch die Reporterin Sybille Berger (Gabrielle Lazure) beteiligt, die als erstes am Tatort war und somit zur wichtigsten Zeugin geworden ist. Aber auch das Luxus-Callgirl Suzy Thomson (Dayle Haddon) scheint einiges zu wissen, was sie bald ebenfalls in höchste Gefahr bringt.

Griffon gräbt sich immer weiter durch ein Dickicht aus Habgier, Machtmissbrauch und Korruption und stößt bald auf ein wahres WESPENNEST. Alle Spuren scheinen bei dem zwielichtigen Geschäftsmann Avram Kazavian (Robert Hirsch) zusammenzulaufen, und selbst Kollege Rambert scheint massig Dreck am Stecken zu haben.

 

 

Hier haben wir wieder einen dieser wunderbaren, mit Noir-Motiven gespickten französischen Kriminalfilme, die man einfach mögen muss. Und dabei hebt sich WESPENNEST natürlich, wie viele seiner französischen Kollegen, wohltuend vom US-amerikanischen Thriller-Einheitsbrei ab. Labro hat hier sehr viel Wert auf eine realitätsnahe Story, sich glaubwürdig entwickelnde Charaktere und einen stets schlüssigen Handlungsverlauf gelegt. Genug Action und Spannung bietet der Film natürlich trotzdem, auch wenn besagte Elemente stets nur zweckdienlich zum Vorantreiben der Geschichte eingesetzt werden. Langeweile kommt auf jeden Fall zu keiner Minute auf. Zumindest nicht für den Zuschauer, der sich auch gern mal  mit einer Geschichte beschäftigt, bei der man auch sein Gehirn einschalten muss.

Der wichtigste Baustein in Labros Thriller ist aber auf jeden Fall der große Claude Brasseur (LA BOUM), der hier so etwas wie den Archetypen des unbestechlichen Ermittlers darstellt. Sein einzigartig interpretierter Kommissar Griffon ist vom Leben gezeichnet. Kettenrauchend und saufend darbt er in seiner heruntergekommenen Wohnung, in der nicht mal die Heizung funktioniert. Seine Frau ist mit dem ehemals besten Kumpel Rambert liiert und die Katze ist scheinbar der einzige Gesprächspartner dieses desillusionierten Zynikers, dessen rumpelige Art bei Vorgesetzten und Kollegen nicht unbedingt auf Gegenliebe stößt. Aber das alles stört Griffon nicht wirklich. Das einzige, was ihn wirklich ankotzt, ja regelrecht zur  Weißglut treibt ist die Kriminalität, vor allem wenn sie sich in der verhassten Korruption manifestiert, die auch unter vielen seiner Kollegen wie ein schwer kontrollierbarer Virus um sich greift.

Griffon scheint auch der einzig Charakter in WESPENNEST zu sein, der von Grund auf aufrichtig ist, was ihn dann, gepaart mit seiner rauen, unverfälschten Art, bald zum Liebling des geneigten Zuschauers macht. Dieser identifiziert sich dann auch schnell mit dem Kommissar, der wie ein Ein-Mann-Rollkommando alles daran setzt, die für ihn aus den Fugen geratene Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei wirkt er, und da möchte ich einen Review-Kollegen einer anderen Seite zitieren, wie ein Ritter auf der Jagd nach dem Heiligen Gral, der in diesem Fall die Wahrheit beinhaltet.

Auch zu erwähnen bleibt die Leistung von Gabrielle Lazure, die als Unterstützerin und spätere Geliebte des Kommissars ebenfalls eine sehr gute Figur macht. Die übrigen Darsteller, beispielsweise Ex-Disney-Kinderstar und Playboy-Modell Dayle Haddon, Jean-Claude Brialy und Jean-Louis-Trintignant, wissen ebenfalls zu überzeugen und runden das positive Gesamtbild dieses gelungen Thrillers noch zusätzlich ab.

Pierre-William Glenns (DER SAUSTALL) Kameraarbeit ist recht stimmungsvoll, Reinhardt Wagners Score fast süchtig-machend. Aber auch das gut durchdachte Drehbuch zeugt von der Sorgfalt und hohen Qualität, die WESPENNEST auszeichnet und ihn somit in die lange Liste  ähnlicher, ebenfalls hochkarätiger Streifen europäischer Herkunft einreiht.

Abschließend kann ich diesen Film allen Freunden intelligenter, realitätsbetonter Thrillerkost nur empfehlen. Und Claude Brasseurs herausragende schauspielerische Leistung allein ist es schon wert, sich diesen coolen Streifen anzusehen.

Früher wurde WESPENNEST öfter mal ungekürzt im Öffentlich-Rechtlichen ausgestrahlt. Das letzte Mal dürfte aber vor mehr als 20 Jahren gewesen sein. Die deutsche VHS ist ebenfalls ungekürzt, aber leider äußerst selten. Ansonsten bleibt wohl nur der Griff zur französischen DVD, die allerdings nur den Original-Ton zu bieten hat.

 

 

9/10
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Kommentare

24.05.2019 20:26 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 13
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Wäre doch mal was für ein Mediabook...

Schöne Vorstellung aus der Feder des Frankreichfreundes ;-)

24.05.2019 20:36 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.147
Und ja, ein Glück, dass es dich gibt, du Rächer der Enterbten. Ich gestehe, wieder ein Film, der von dir bestens vorgestellt und aus dem Vergessen entrissen wird, den ich nicht kenne. Schande über mein Haupt, aber ich versumpfe momentan einfach zu gerne im MCU und aktuellen Gassenhauern. Versprochen, ich widme mich irgendwann mal wieder, wenn der Kopf meine momentane Gegenwart verarbeitet hat, vergessenen Filmen.

Hört sich echt geil an und den merke ich mir wie vieles deiner Tipps vor.

Und sorry, ich zieh mir heute noch die ersten beiden John-Wicks rein, um mich morgen für den Krieg vorzubereiten. Ich bin einfach ein Fanboy-Girl;-P


24.05.2019 21:09 Uhr - Nubret
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@dicker Hund: Das wäre mal was. Mir als Purist würde allerdings auch eine Amaray-Auflage in ansprechender Qualität genügen. Merci, mon ami!

@TheRealAsh: Gegen "John Wick" gibt es nichts einzuwenden, und für den zweiten Teil habe ich ebenfalls ein Lichtspielhaus aufgesucht. Aber tief in meinem Herzen bin und bleibe ich ein absoluter Nostalgiker..

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