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dicker Hund
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Eintrag: 11.07.2019

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Faceless

Herstellungsland:Spanien, Frankreich (1988)
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Depredadores de la noche, Los
Prédateurs de la nuit, Les

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Schönheitschirurg Dr. Flamand (Helmut Berger) möchte, dass das durch ein Säureattentat entstellte Gesicht seiner Schwester Ingrid (Christiane Jean) wiederhergestellt wird. Dafür lässt er durch die Leiterin seiner Klinik Nathalie (Brigitte Lahaie) junge Frauen entführen, damit sie unter strenger Bewachung seines Dieners Gordon (Gérard Zalcberg) als unfreiwillige Gewebespenderinnen herhalten. Für die Transplantation hat sich Dr. Moser (Anton Diffring) anwerben lassen, der bei einem gewissen Dr. Mengele in Ausbildung war. Doch das Verschwinden des Models Barbara (Caroline Munro) bleibt nicht unbemerkt, so dass Privatschnüffler Morgan (Christopher Mitchum) sich auf die Suche macht.
eine kritik von dicker hund:

Der im Jahre 2013 verstorbene Regisseur Jesús Franco hat der Welt zu Lebzeiten insgesamt mehr als 200 Werke beschert, von denen die meisten als Schmuddelbums bezeichnet werden können. Qualitativ waren etliche seiner Titel unterdurchschnittlich, wobei in vielen Fällen nicht einmal die Erotik funktionieren wollte. Im Subgenre des Kannibalenfilms etwa zählen die "Jungfrau unter Kannibalen" und die "Blonde Göttin der Kannibalen" nicht gerade zur Auslese, und das in einer ohnehin schon niedrig platzierten Schublade. Dies vorausgeschickt, scheint es leichter einzuordnen zu sein, wenn der durch das "Schreckenshaus des Dr. Rasanoff" und den "Schrecklichen Dr. Orloff" inspirierte  Sexploiter "Faceless" mitunter als einer der besten Ergüsse des Spaniers gehandelt wird.

Dieser trieft zunächst einmal vor Klischees: Dr. Skrupellos hat im KZ experimentiert, der Detektiv in Vietnam gedient, der natürlich homosexuelle Model-Fotograf eine Vorliebe für Ming-Vasen entwickelt. Ein überwiegend uninteressanter Plot zieht sich zäh dahin; die erste halbe Stunde vergeht nach der Säuregeschichte ohne weiteres Blutvergießen und auch ohne nackte Haut über das Maß hinaus, das jede Frühlingsmode im Alltag für akzeptabel erklärt. Stattdessen wohnt man langatmigen Visiten im Normalbetrieb der Klinik bei, lauscht hölzernen Dialogen um den "überraschenden" Umstand, dass Vater Hallen (Telly Savalas) das Verschwinden seiner Tochter nicht akzeptieren mag, und erträgt die öden Warnungen der von Stéphane Audran lustlos gespielten Patientin Sherman. Kein Wunder, dass der Schluss dann den Eindruck hinterlässt, man habe zu sehr getrödelt und müsse daher jetzt gewissermaßen abbrechen.

"Destination nowhere..."

Während das einlullende Softpornogedudel Schlimmstes befürchten lässt, entstehen dann aber doch noch Lichtblicke. Ganz anders als bei den meisten anderen Franco-Heulern sind die Goreszenen nämlich sowohl erstaunlich kompetent umgesetzt, als auch äußerst explizit inszeniert (Gewalt 8/10). Da lacht das schwarze Herz, welches sich vor allem für Zalcberg als Sleazekönig und die wunderbar spielfreudige Hardcore- und Rollin- Mieze Lahaie ("Zombis - Geschändete Frauen") begeistern lässt.

"Gehirnloser Bastard!"

heißt sie ihn, bis dank ihres Einsatzes dann doch noch eine mittlere Portion Sex (5/10) vorkommt, wenn dieser auch für Francoverhältnisse bemerkenswert bald wieder ausgeblendet wird. Das Gebäude des Krankenhauses hat die gewünschte halbseidene Aura, in der sogar Helmut Berger sich seiner in "Salon Kitty" gewonnenen Übung zu besinnen beginnt, freundlich unterstützt von der ordnungsgemäß gequält wirkenden Caroline Munro ("Maniac"). 

Sie versuchen wiedergutzumachen, was Christopher Mitchum und Christiane Jean mit ihrem unwilligen Schauspiel anrichten. Schon in der Auftaktsequenz mit dem giftigen Anschlag fallen sie unangenehm auf, wenn ein Personenkraftwagen im Parkhaus losrast und direkt vor ihren Füßen zum Stehen kommt, ohne dass irgendeine Spur von Überraschung oder Bedrohungsempfinden in ihren Gesichtern zu lesen ist. So stellt sich jede Menge unfreiwillige Komik (Humor 3/10) in die Produktion ein, der es an Angriffsfläche ohnehin nicht mangelt. Warum schaut eine Frau gelassen in Richtung der Bohrmaschine, die langsam auf sie zukommt, anstatt sich zu ducken? Wieso sollte ein Zuhälter tatenlos bleiben, wenn seine Nutte nicht von ihrem Hausbesuch bei Dr. Flamand zurückkehrt? Von der Kampfeschoreografie mit dem Feuerlöscher soll da gar nicht mehr angefangen werden. Vor diesem Hintergrund ist der Horror (5/10) der bloße Ausfluss von Gesplatter und kerkerigem Rahmengeschehen mit Andeutungen von Nekrophilie, nicht aber von kribbelnder Intensität oder mehr. 

Damit erweist sich "Faceless" als trashig-exploitativ annehmbares, cineastisch dagegen äußerst unterprivilegiertes Seherlebnis. Für einen Streifen vom guten Jesús geht das sicherlich in Ordnung (6/10 Punkten). Wer den hier nicht mag, könnte vielleicht noch "Jack the Ripper" probieren, ansonsten wäre der Weg bereitet, um zwei Hundertschaften von Filmen nunmehr einen großen Bogen zu machen. Angefixte Gorehounds oder sonst Neugierige halten nach von der FSK ungeprüften Fassungen Ausschau, wobei der bootlegmeidende Blick nach Frankreich oder in die USA gerichtet sein könnte.

6/10
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Kommentare

11.07.2019 12:12 Uhr - Mr.Tourette
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Wieder einmal großartig geschrieben. Gut zu wissen, dass ich mit dem von mir gesehenen "Jack the Ripper" den Rest vom Jesus Fest sparen kann.

11.07.2019 21:12 Uhr - CHOLLO
1x
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Bahnhofskino mit Gore- Gehalt wenn ich es richtig verstehe;)
1A geschrieben!!

12.07.2019 08:48 Uhr - Draven273
1x
Ist zwar schon eine Ewigkeit her, dass ich den gesehen habe. Aber schon damals hat der mich nicht vom Hocker gehauen, da gab es einfach zu viel anderes geiles Material was gesichtet werden wollte. Ich habe mir Deine Review extra heute durchgelesen um mir die Gedanken an diesen Film aufzufrischen und zu überlegen ob ich den mal wieder in den Player schiebe oder nicht. Aber ich muss zugeben....er wird wohl vorerst weiter im Regal schmollen... Toll geschrieben, vielen Dank

13.07.2019 00:24 Uhr - Dissection78
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Hast Du ziemlich treffend eingefangen, den Film. Ich schwanke hier immer zwischen 6 und 7 Punkten. Für einen Franco ist er recht stark. Francos Werke aus den 60ern und 70ern sind meist schon noch genießbar. Aber der Gute hat tatsächlich unglaublich viel Schrott gedreht, bei dem selbst die härtesten Spießgesellen erbärmlich einknicken. Ich gehöre dazu - jedenfalls bei etlichen seiner durch und durch miserablen Machwerke, die vor allem aus den späten 70ern und aus den 80ern stammen.

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