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Nubret
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Eintrag: 08.06.2019

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(Originaltitel: Vacanze per un massacro)
Herstellungsland:Italien (1979)
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Madness - Zum Töten gezwungen

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Joe, ein wegen Mord und auch Zuhälterei verurteilter Straftäter, flieht aus dem Gefängnis. Die Jagd nach seiner damaligen Beute, die er in einem Kamin einer Berghütte versteckt hat, beginnt. Ein Ehepaar samt Schwester der Frau, die ihr Wochenende in den Bergen verbringen wollen, kreuzen leider unfreiwillig seinen Weg. Es kommt zu einem bestialischen Todesspiel, in dem Eifersucht und Mord dominieren.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von nubret:

Mit MILANO KALIBER 9, DER MAFIABOSS und DER TEUFEL FÜHRT REGIE hat Fernando di Leo drei der eindrucksvollsten Werke des europäischen Gangsterkinos abgeliefert, die ihm völlig zurecht seinen festen Platz im Olymp der wichtigsten italienischen Regisseure aller Zeiten beschert haben.

Ganz andere Wege ging er mit seinem 1980 erschienenen VACANZE PER UN MASSACRO, der in meinen Augen den etwas traurigen Abgesang eines bedeutenden Filmemachers darstellt. Nun, ein ganz schlechter Film ist dieses kleine Sleaze-Feuerwerk natürlich nicht. Dennoch gelingt es dem Streifen zu keiner Zeit, an die gewichtigen (THE LAST HOUSE ON THE LEFT, MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN) und auch weniger gewichtigen (VERFLUCHT ZUM TÖTEN, DER SCHLITZER) Vertreter dieses anrüchigen Sub-Genres heranzukommen. Da hätte ich von di Leo etwas mehr erwartet.

 

 

Der Schwerverbrecher Joe (Joe Dallesandro/ANDY WARHOL´S FLESH, HEAT und TRASH) flieht aus dem Gefängnis, um an die Beute aus seinem letzten Raubüberfall heranzukommen. Um deren Automobil habhaft zu werden, massakriert er gleich mal zwei arglose Landwirte. Danach geht´s postwendend zum einsamen Landhäuschen, in dem sich das heiß begehrte Geld befindet. Doch leider wird dieses von einem ungewöhnlichen Trio belagert, das an diesem idyllischen Örtchen la dolce vita genießt.

Das Gespann besteht aus Sergio (Gianni Macchia/BLUTIGER FREITAG), seiner Frau Liliana (Patrizia Behn) und deren leicht nymphomanen Schwester Paola (Lorraine de Selle/DIE RACHE DER KANNIBALEN). Wenn Sergio nicht gerade Jagd auf Vögel macht, vögelt er entweder seine Frau oder deren dauergeile Schwester, die im Übrigen in Zeiten der Not auch dem Zauber der Masturbation nicht ganz abgeneigt ist.

Nachdem Joe den Schauplatz dieses regen Treibens eine Zeit lang beobachtet hat, platzt er wie eine Bombe in dieses vermeintliche Paradies. Die beiden Frauen macht er sich mit seinen sexuellen Qualitäten zunächst gefügig, den wehrlosen Sergio straft er mit Erniedrigung und körperlicher Züchtigung. Wie zu erwarten bahnt sich schließlich ein schreckliches Ende für alle Beteiligten an.

 

 

Bezeichnend für VACANZE PER UN MASSACRO ist der absolute Minimalismus, mit dem di Leo hier zu Werke ging. Der Schauplatz der Geschichte beschränkt sich fast ausschließlich auf das einsame Landhaus, Nebenfiguren- und Handlungen wurden, wohl bewusst, ausgespart. Diese Reduziertheit sollte wohl eine klaustrophobische Stimmung heraufbeschwören, was in diesem Fall leider nur bedingt gelungen ist.

Dabei sind die vier Hauptpersonen recht interessant angelegt. Joe ist ein skrupelloses, von seiner Physis her überlegenes Alphatier, das den anderen Akteuren gegenüber ebenfalls geistig im Vorteil zu sein scheint. Sein Gegenpart ist der von Giannia Macchia dargestellte Sergio, der zwar nach Außen den großen Macho gibt, aber sowohl auf sexueller, körperlicher wie auch intellektueller Ebene dem toughen Joe merklich unterlegen ist. Die beiden Damen, besonders die dauergeile Paola, lassen sich von dessen körperlichen Qualitäten und der Aussicht auf eine Beteiligung an der Beute spielend leicht von diesem um den Finger wickeln, was dem Zuschauer wohl veranschaulichen soll, wie käuflich und manipulierbar der Mensch letztendlich ist.

Positiv hervorzuheben ist jedenfalls, dass der als Kammerspiel angelegte VACANZE PER UN MASSACRO durch seine volle Konzentration auf nur einen Schauplatz und die vier Hauptakteure einen hohen Realitätsgrad aufzuweisen hat. Aber leider ist die Story derart vorhersehbar und träge, dass zu keiner Zeit richtige Spannung aufkommen will. Der Zuschauer wird ohne Vorgeplänkel in die Handlung geschmissen, um am Ende wieder genau so radikal aus selbiger herausgerissen zu werden. Für mich war das nach 85 Minuten Laufzeit in seiner Gesamtheit jedenfalls zu wenig, um mich zu Begeisterungsstürmen hinreißen zu lassen.

Sehr enttäuscht hat mich, dass man für diesen Streifen Luis Enriquez Bacalovs grandiosen Score aus MILANO KALIBER 9 einfach kurzerhand recycelt hat. Nicht jedoch, ohne ihn durch ein paar psychotronische Soundeffekte aufzupeppen, die dem Publikum tatsächlich gewaltig an den Nerven zerren. Und noch dazu kommt die musikalische Untermalung derart gehäuft und an den unpassendesten Stellen zum Einsatz, dass man sich bald fragt, ob der Film nicht  während eines einziges Amphetaminrausches entstanden ist. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.

Darstellerisch glänzt der wohl gerade auf dem Höhepunkt seiner Drogenkarriere angelangte Joe Dallesandro, der hier eine tolle Show abliefert und eine beeindruckend bösartige Charakterdarstellung abliefert. Ziemlich blass bleiben dagegen der Langweiler Gianni Macchia und auch Patricia Behn, die beide durch die Szenerie stolpern, als seien sie auf Valium.

Das wahre Highlight dieses sehr durchwachsenen Films ist jedoch die wunderschöne Lorraine de Selle, die ich noch nie nackter gesehen habe als hier. Und auch wenn ein beängstigend haariges Ungetüm den ungetrübten Blick auf ihre Paradiespforte verhindert, muss ich wirklich gestehen, dass ich selten eine schönere Frau in einem Machwerk dieser Prägung gesehen habe. Ich verneige mich in Ehrfurcht. Und ach ja, schauspielern kann sie auch noch.

Abschließend möchte ich dem Interessierten dringend empfehlen, vor der Anschaffung des bald erscheinenden Mediabooks, vorerst auf eine kostengünstigere Variante dieses Ex-Index-Kandidaten zurückzugreifen. VACANZE PER UN MASSACRO ist zwar ziemlich textil-, aber leider auch recht spannungs- und blutarm. Daran ändern auch zwei tolle Hauptdarsteller und einige stimmungsvoll eingefangene Bilder nichts. Und vor allem sollte man sich nicht von dem reißerischen Original-Trailer täuschen lassen, der wesentlich mehr verspricht, als der Film dann tatsächlich einhalten kann.

Ich behalte ihn trotzdem in meiner Sammlung. Wegen der göttlichen Lorraine De Selle, zu deren Fan ich kurioserweise erst durch dieses leicht missglückte Werk geworden bin.

 

Aus Italien ungekürzt (und günstig) von Minerva erhältlich.

 

 

 

6/10
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Kommentare

08.06.2019 14:22 Uhr - sonyericssohn
1x
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Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.768
In welcher Kiste lag der denn ? ;-)
Glaub zwar eher nicht daß der in meine Schublade passt aber gemerkt isser mal.

08.06.2019 14:45 Uhr - Nubret
1x
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Ein besonderes Highlight ist er jetzt nicht unbedingt. Aber es gibt auch schlechteres.

Du wärst jedenfalls erstaunt, was für Absonderlichkeiten in meiner filmischen Mottenkiste noch so zu finden sind...;)

08.06.2019 15:07 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
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Immer her damit ! :-D

08.06.2019 16:19 Uhr - Nubret
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Ahoi!

08.06.2019 22:11 Uhr - dicker Hund
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.090
Feine Schreibe, einmal mehr. Der Film geht allerdings erst einmal hinter den Reihen, jedenfalls hinter den vorderen.

08.06.2019 23:07 Uhr - Nubret
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Für Dich ist der mit Sicherheit zu blutarm. Aber als Freund nackter Tatsachen kann man sich den schon mal geben.

09.06.2019 18:10 Uhr - TheRealAsh
1x
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.247
Danke für die Einschätzung, habe mir den auch, gerade weil ich die Eurocult-Reihe mag, kurz mal überlegt. Aber ich glaube das lass ich, gibt grad sowieso viel zu viel geiles Zeug.

09.06.2019 18:16 Uhr - Nubret
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.077
Die 8 Euro für die Italo-DVD waren ok. Aber die 30 Ocken für das Mediabook hätten mich dann doch etwas geärgert. Trotz Mme. de Selle.

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