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Punisher77
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Eintrag: 10.06.2019

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Die Miami Cops

(Originaltitel: Miami Supercops)
Herstellungsland:Italien (1985)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Komödie, Krimi
Alternativtitel:Trinity: Good Guys And Bad Guys

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,31 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Sieben Jahre nach einem 20-Millionen-Bankraub, bei dem die Beute nicht gefunden wurde, wird der einzige gefasste Täter aus dem Gefängnis entlassen. Er begibt sich direkt nach Miami, wo er fast ebenso direkt ermordet wird. Da offenbar ein Zusammenhang mit dem Bankraub besteht, erhalten die beiden schlagkräftigen FBI-Agenten Steve (Bud Spencer) und Doug (Terence Hill) den Auftrag, den einzigen ungelösten Fall ihrer Karriere nun endlich aufzuklären. Als Streifenpolizisten getarnt begeben sie sich nach Miami.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                       DIE MIAMI COPS

In Vier Fäuste Gegen Rio (1984) waren Bud Spencer und Terence Hill noch einmal zu großer Form aufgelaufen. Dieser Film wäre das ideale Alterswerk gewesen, um sich von der großen Leinwand zu verabschieden, zumal die beiden Haudegen Mitte der Achtzigerjahre nicht mehr ganz taufrisch waren, was wahrscheinlich der Grund dafür sein dürfte, dass es in Vier Fäuste Gegen Rio nur zwei Prügelszenen gibt. Das Interesse an den Filmen des nach wie vor legendären Duos hatte rapide nachgelassen … warum musste man dann noch Die Miami Cops nachschieben?

Nun, mit dem Flop von Vier Fäuste Gegen Rio hatte man offensichtlich nicht gerechnet, da die Finanzierung für Die Miami Cops bereits stand. Allerdings merkt man dem Film deutlich an, dass man mit ihm eine andere Richtung einschlagen wollte, um einen ähnlichen Reinfall zu vermeiden. Die Regie des Films übernahm Bruno Corbucci (1931-1996 / Die Strickmütze, 1976), der am Drehbuch des Spencer & Hill-Films Zwei Sind Nicht Zu Bremsen, 1978) mitgearbeitet und mit Bud, Der Ganovenschreck (1982) eines der schwächsten Werke des beleibten Neapolitaners verbrochen hatte. Das Drehbuch zu Die Miami Cops schraubte Corbucci mit Luciano Vincenzoni, immerhin (Co-)Autor von verdienten Italowestern-Klassikern wie Für Ein Paar Dollar Mehr (1965), Zwei Glorreiche Halunken (1966) und Mercenario – Der Gefürchtete (1968), zusammen. Zur Besetzung des Films gehörten neben Bud Spencer und Terence Hill u.a. C. B. Seay (1927-1999 / Die Miami Cops ist sein einziger Film), William “Bo“ Jim (Die Miami Cops ist sein einziger Film), Ken Ceresne (The Disturbance, 1990) und Richard Liberty (Zombie 2 – Das Letzte Kapitel, 1985). Außerdem hat Buffy Dee (1923-1995) aus Zwei Bärenstarke Typen (1983) einen Gastauftritt in Corbuccis Film.

Im Jahr 1978 stahlen drei Gangster der Detroiter National Bank 20 Millionen Dollar. Die ermittelnden Polizisten Doug Bennet (Terence Hill) und Steve Forrest (Bud Spencer) konnten den Fall nie ganz lösen – das Geld blieb verschwunden. Als Joe Garret (Richard Liberty), das einzige Mitglied des Trios, das man verhaften konnte, aus dem Gefängnis entlassen und wenig später getötet wird, erwacht in Bennet der Jagdinstinkt. Er will den Fall von einst unbedingt aufklären und benötigt dazu die Hilfe seines – mittlerweile – Ex-Partners Forrest. Der ist aber Fluglehrer und hat nicht die geringste Lust, in den Polizeidienst zurückzukehren...

Selbst als hartgesottener Spencer & Hill-Fan kommt man nicht umhin, Die Miami Cops als enttäuschendes Abschiedswerk zu bezeichnen – dass sich die beiden neun Jahre später noch einmal zusammentun sollten, konnte anno 85 ja noch niemand ahnen. Enttäuschend ist vor allem, dass man für Die Miami Cops nahezu alles über Bord warf, was die Spencer & Hill - Filme so beliebt und erfolgreich gemacht hat. Der ganze Film wirkt so, als habe man – nach dem Vier Fäuste Gegen Rio-Flop – sein Heil vor allem darin gesucht, erfolgreiche amerikanische Vorbilder zu kopieren. Während man sich z.B. mit dem Italowestern ein uramerikanisches Genre vornahm und es mit eigenen Zutaten vermengte, schuf man etwas bahnbrechend Neues – Die Miami Cops geht dagegen den umgekehrten Weg und versucht auf Teufel komm raus amerikanisch zu wirken in der Hoffnung, sich auf diese Weise gegen die übermächtige Konkurrenz aus Hollywood zu behaupten, deren Blockbusterkino den Italienern, bzw. den Europäern längst den Rang abgelaufen hatte. Schon der Vorspann mit den Credits erinnert – auch aufgrund des schmissigen Titelsongs, der allerdings nichts mit den Ohrwürmern der Gebrüder Guido & Maurizio De Angelis alias Oliver Onions, die zu den Markenzeichen der klassischen Spencer & Hill-Filme gehören, gemein hat – an die TV-Serie Miami Vice (1984-1989). Überhaupt wirkt Die Miami Cops optisch (wahrscheinlich aufgrund des nicht gerade üppigen Budgets) eher wie eine US-TV-Serie und weniger wie ein Kinofilm. Auch der für Spencer & Hill-Streifen eher unübliche Gebrauch von Schusswaffen, die Toten und das Ausbleiben einer ausgedehnten, finalen Schlusskeilerei voller Gags wirkt wie ein hilfloser Versuch, Hollywood nachzueifern, um doch noch einen großen Erfolg zu landen.

Aber nicht nur die „amerikanisierte“ Machart des Films ist ein nicht zu übersehender Mangel. Auch die Figurenkonstellation widerspricht zu sehr dem, was der Fan an Bud Spencer & Terence Hill-Abenteuern liebt. Am besten waren die kultigen Prügelkomiker immer dann, wenn sie sich von Anfang an nicht riechen konnten, gezwungenermaßen aber doch zusammenarbeiten mussten. Diese Ausgangssituation ist in Die Miami Cops nur bedingt gegeben. Zwar muss die von Bud Spencer gespielte Figur zur Rückkehr in den Polizeidienst erst „überredet“ werden, aber im Großen und Ganzen respektieren sich Spencer und Hill hier, so dass es zu nur wenigen komischen Momenten kommt, die sich aus den Gegensätzen der beiden ergeben. Auch die – von Buffy Dee mal abgesehen – Abwesenheit von Spencer & Hill-Regulars wie Riccardo Pizzuti (Zwei Himmelhunde Auf Dem Weg Zur Hölle, 1972) wirkt sich ebenso negativ auf den Film aus wie die erstaunlich zurückhaltende deutsche Synchronisation, die ansonsten maßgeblich zum Unterhaltungswert und vor allem dem Erfolg der Filme der beiden Italiener beigetragen hat.

Ist Die Miami Cops nun ein Totalflop? Nicht ganz. Eine satte Enttäuschung, ja! Aber trotzdem hat auch der (vorerst) letzte Spencer & Hill-Film seine unterhaltsamen Momente, zu denen z.B. der Gastauftritt von Buffy Dee gehört. Auch abseits dieses Cameos kommt es zu dem einen oder anderen witzigen Moment zwischen Spencer und Hill und mit dem muskulösen William “Bo“ Jim haben die beiden einen durchaus charismatischen Partner an ihrer Seite. Und obwohl der Plot für eine Spencer & Hill-Komödie ein wenig zu düster ist, sorgt er doch zumindest phasenweise für etwas Spannung. Das alles reichte jedoch nicht für einen Erfolg – nur ca. 650.000 Zuschauer lösten in Deutschland ein Ticket für Die Miami Cops.

Trotz positiver Elemente ist Die Miami Cops ein eher enttäuschender (vorläufiger) Abschluss der gemeinsamen Karriere eines der legendärsten Duos der Filmgeschichte, das danach zwar nur noch einmal zusammenkam, aber ansonsten immer noch präsent war – in neuen Filmen (für´s Kino & TV), neuen Serien oder schlicht und ergreifend in den Fernsehausstrahlungen und Heimkinoveröffentlichungen ihrer Klassiker.


4-5/10

5/10
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Kommentare

11.06.2019 07:23 Uhr - TheMovieStar
2x
User-Level von TheMovieStar 3
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 161
Wirklich ein sehr gutes Review. Du schaffst es, auch Leser, die den Film noch nicht gesehen haben, kurz und knapp zu informieren, du bringst genügend Hintergrundinfos und obendrein kommt deine eigene Meinung auch nicht zu kurz. Sprachlich, stilistisch und auch inhaltlich top weiter so!

11.06.2019 09:06 Uhr - Punisher77
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.059
Vielen Dank für den netten Kommentar!

11.06.2019 11:27 Uhr - sonyericssohn
1x
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Da war ich damals dafür im Kino... Wenn der heute mal im Fernsehen läuft denk ich mir schon meinen Teil :-S

Angenehme Kritik hierzu. Mehr als 5 bekommt der von mir auch nicht.

11.06.2019 11:52 Uhr - Punisher77
1x
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Danke, Sony! Den einzigen Bud Spencer-Film, den ich im Kino sehen konnte, war "Aladin" :-(.

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