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The Machinist
Level 5
XP 400
Eintrag: 16.06.2019

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St. Agatha

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Mary ist ledig und schwanger - ein denkbar ungünstige Kombination in den 1950er Jahren. Um halbwegs mit der Situation zurechtzukommen, zieht sie in eine von Nonnen geführte Unterkunft für Frauen in ihrer präkeren Situation. Dort spürt Mary jedoch schnell, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht und dass die Nonnen alles andere als fromm und gutmütig sind. Die sadistische Behandlung wird immer schlimmer und bald muss Mary um ihr und das Leben ihres ungeborenen Kindes kämpfen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von the machinist:

Wer ist Darren Lynn Bousman?

Ähm ja, der Kerl hat seine Karriere als Regisseur mit dem zweiten Beitrag zum Saw-Franchise begonnen, daraufhin offensichtlich Blut geleckt und kurzerhand noch Teil 3 und 4 abgedreht, nur um direkt danach das kongeniale Progressive-Musical Repo! The Genetic Opera (Bester Film. Wer den noch nicht kennt, hat was verpasst.) leinwandtauglich zu machen. Nachdem sich Letztgenannter leider als finanzieller Flop erwies, ging's für Herrn Bousman allerdings keineswegs bergab, im Gegenteil, der kurbelt nämlich nach wie vor eine Direct-to-Video-Produktion nach der anderen ab, von denen die Wenigsten tatsächlich gute Filme darstellen, insgesamt aber immerhin als handwerklich solide Horrorkost durchgehen dürften - Stichwort: Mother's Day-Remake.

Und ausgerechnet der hat jetzt mit seinem St. Agatha, weder eine Nonstop-Metzelorgie, noch eine genetische Oper rausgebracht, sondern einen exploitativen Kloster-Horrorfilm.     

 

Moderner Nunsploitation

1950er, eine Kleinstadt in Georgia: Nach der Trennung von ihrem Freund weiß die schwangere Mary (Sabrina Kern) nicht weiter. Daher sucht sie Zuflucht in einem Kloster, in dem sich Nonnen um sie und andere werdende Mütter kümmern. Doch bald ahnt sie, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die sadistische Mutter Oberin (Carolyn Hennesy) schottet sie immer mehr von allen anderen ab und zeigt großes Interesse an ihrem noch ungeborenen Baby. Mary muss herausfinden, was hinter dem Kloster genau vor sich geht …

Ja, so ein bisschen dürfte man sich beim Schauen an die verherrlichenden Frauengefängnis-Streifen der 70er erinnert fühlen, sofern man mit diesen bewandert ist. Derart reißerisch wie in einem Ilsa - She-Wolf of the SS oder Female Prisoner Scorpion geht es in St. Agatha zwar nicht zu, dennoch weiß die immer finsterer werdende Prämisse des Klosters, in dessen Gemäuern nicht nur eine diabolische Hierarchie unter den Ordensschwestern herrscht, zu gefallen.

Da ist es nur passend, dass Bousman's neuer Film mit einer ganzen Reihe starker Frauenrollen aufwartet, besser gesagt schon von diesen dominiert wird, denn Männer gibt's hier so gut wie keine - Freund und Vater der Hauptfigur in einigen Rückblenden sind da die Ausnahme. Gerade Haupdarstellerin Sabrina Kern macht mit ihrer zu anfangs sehr verletzlichen und von den Geistern der Vergangenheit geplagten Mary einiges her. Und mit den brilliant, bösartig verkörperten Antagonisten, Allen voran Carolyn Hennesy, hat die junge Frau dann auch einen triftigen Grund über sich selbst hinauszuwachsen. Und diese Charakterentwicklung ist nicht einfach nur irgendwie lieblos drangepappt, sondern ergibt in sich abgeschlossen sogar wirklich Sinn. 

Anders als beispielsweise im exzessiv-brutalen Revenge des vergangenen Jahres, in dem Protagonistin Jen das sogenannte Female Empowerment erst als Folge von zahlreichen körperlichen Verletzungen und den Besitz einer Schusswaffe erlangt, geschieht das mit Mary in St. Agatha aber auf ganz subtile Art und Weise - in diesem Falle eben durch reine Lebenserfahrung und psychisches Durchhaltevermögen.

Nur die Charaktertiefe von Mary's Leidensgenossinnen bleibt ein wenig auf der Strecke, da hätte sich noch so manches an interessanter Figurenzeichnung rausholen lassen.   

 

Torture-Porn war gestern, gewaltveredelter Inhalt ist der neue Shit! 

Meine bisherigen Worte mögen es vielleicht suggerieren, jedoch ist der Streifen alles andere als zimperlich in Sachen Gewalt, er weiß sie nur gut zu dosieren. Sind schon einige gemeine Sachen dabei, die seien an dieser Stelle aber nicht erwähnt, sondern sollten wennmöglich ohne Vorwissen durchgestanden werden. Die Grobheiten darf man als blutige Höhepunkte des twist-reichen Drehbuches verstehen. Hierzulande bekam das Teil übrigens eine Altersfreigabe ab 16 Jahren, auch wenn das deutsche Blu-ray-Cover etwas anderes vorgaukeln will. 

Genauso doppelbödig wie die deutsche FSK-Kennzeichnung ist der Film selbst sogar auch, denn zuerst vermutet man hinter der Fassade von St. Agatha einen waschechten Horror-Thriller, dabei ist er eigentlich ein psychologischer Terrorstreifen mit starken Drama-Einflüssen. Die Dramaturgie wertet sich selbst durch zahlreiche Flashbacks auf, die Einblicke auf Marys unglückliche Geschichte preisgeben, und auch wie es überhaupt zum Aufenthalt im Kloster kam.  

Die Auflösung des Ganzen ist dabei genauso simpel wie perfide und dürfte auch dem abgebrühtesten Vielseher ein überraschtes Lächeln auf's Gesicht zaubern.

Unterm Strich richtet sich das Werk also eher an Freunde von Filmen wie A Cure for Wellness oder Shutter Island, Fans roter Sturzbäche dürften mit der pointiert eingestreuten Drastik indes nur halb warm werden.

 

Himmlische Bilder & Höllische Klänge

Um es mal erwähnt zu haben, sowohl in optischer wie auch akustischer Hinsicht muss sich St. Agatha keine Blöße geben. Mit authentischer Einrichtung und einer rundum gelungenen Beleuchtung in matten Farben, beides eher einfach aber stimmungsvoll gehalten, trifft Bousman genau den richtigen Ton, den sein Suspense-Kammerspiel benötigt. Die Musik, zum Großteil aus Chören vielstimmigen Wehklagens bestehend, gibt dem Ganzen noch den letzten Schliff.    

 

Innovation statt Perfektion

An dieser Stelle würde ich die Kritik nun am liebsten abschließen und sagen: ''Darren Lynn Bousman's Meisterwerk!'', kann ich aber leider nicht. Denn auch wenn St. Agatha überraschend, atmosphärisch und stark gespielt ist, so hat sich auf der Zielgeraden doch der ein oder andere Stolperstein eingeschlichen.

Den ersten Schnitzer erlaubt man sich mit einigen wenigen billigen Jump-Scares, die es so eigentlich garnicht gebraucht hätte und die sich auch irgendwie nicht so recht ins ansonsten wirkungsvolle Gesamtbild einfügen wollen. Dazu kommen noch arg aufgesetzte Spannungsmomente, die schonmal in die Unglaubwürdigkeit abdriften.

Und natürlich fragt man sich im Handlungsverlauf des Öfteren: ''Was würde ich tun?'' Das Gefühl der emotionalen Greifbarkeit trägt Sabrina Kern's Identifikationsfigur beinahe durch den ganzen Film, dieses geht im etwas überhasteten Finale aber bedauerlicherweise flöten.

Wenn allerdings bis zum Schluss das gesamte Drehbuch mehrmals auf links gedreht wurde, sind einem diese kleinen Unzulänglichkeiten aber auch beinahe egal.   

Am Ende bleibt ein packender Düster-Thriller, der gekonnt mit Genre-Konventionen bricht und dafür ein paar unschöne Makel abbekommt. Und wenn sich ein Regisseur tatsächlich mal was Neues traut, dann kann ich ruhig mal über solche Schönheitsfehler hinwegsehen und behaupten: ''Ja, der lohnt sich.'' 

 

Fazit: Ein todschicker Neo-Terrorfilm voller böser Nonnen, unbehaglicher Musikstücke, unerwarteter Wendungen und effektiv platzierter Gewaltmomente, dessen starke weibliche Hauptfigur nur selten von ein paar Logiklücken und seiner teils konstruierten Inszenierung ausgebremst wird. Klein aber fein. 

7/10
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Kommentare

16.06.2019 08:14 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.090
Schön differenziert besprochen. Der klingt für mich schon interessanter als "The Nun"...

16.06.2019 08:45 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 18
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.768
Schön, schön !
Bis jetzt noch nicht gesehen, aber interessant besprochen. Macht Lust auf den Film.

Danke dafür !

16.06.2019 10:30 Uhr - The Machinist
2x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 400
Vielen Dank!

@dicker Hund: Hat mir selbst auch deutlich besser gefallen als The Nun.

@sony: Freut mich, dass ich dein Interesse wecken konnte. Bin mir sicher, der wär was für dich.

16.06.2019 13:15 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.247
Bousman hatte ich bisher gar nicht auf dem Schirm, das hört sich wirklich interessant an, danke für die Vorstellung und Repo muss ich unbedingt schauen.

17.06.2019 11:00 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 400
@Ash: Repo hat mich beim ersten Mal regelrecht umgehauen, und seitdem wir der immer mal wieder geschaut - wird immer besser! Schade dass dazu kein 2. Teil kommt.

St. Agatha dürfte dir gefallen, war selbst ganz überrascht davon, insbesondere da seine letzten Filme nicht so der Bringer waren.

Danke für die Rückmeldung.




21.06.2019 08:35 Uhr - Topper_Harley
1x
User-Level von Topper_Harley 4
Erfahrungspunkte von Topper_Harley 237
Tolles Review welches auf verschieden Punkte informativ eingeht.👌🏼
Bousman habe ich seit den Saw Filmen auf den Schirm. Seine Filme sind oft nicht perfekt, haben aber immer was sehr eigenes. 11-11-11 fand ich ziemlich gut. Abattoir hat eine sehr geile Idee, jedoch war ich vom fertigen Film doch enttäuscht.
Auf den hier freue ich mich nach deiner Review noch mehr.

21.06.2019 20:43 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 400
Danke auch hier für die Rückmeldung und das Lob.

Mir gefiel St. Agatha insgesamt ein gutes Stück besser als deine beiden Letztgenannten. Cool dass offensichtlich noch mehr Leute was mit Bousman anfangen können - ich dachte schon, ich wäre der Einzige.

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