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FrancisYorkMorgan
Level 6
XP 525
Eintrag: 11.06.2019

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Alien: Covenant

Herstellungsland:USA, Großbritannien (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:Alien: Paradise Lost
Paradise
Prometheus 2

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,59 (48 Stimmen) Details
inhalt:
Die Crew des Kolonieschiffs „Covenant“ ist unterwegs zu einem abgelegenen Planeten am anderen Ende der Galaxie. Dort entdecken sie etwas, das zunächst wie ein unentdecktes Paradies erscheint. Tatsächlich stellt es sich aber als dunkle, gefährliche Welt heraus. Als sie eine Bedrohung von kaum vorstellbarem Ausmaß entdecken, müssen sie einen erschütternden Fluchtversuch starten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von francisyorkmorgan:

Eine schöpferischer Schalk...

"Alien Covenant" ist genau die kompromisslose und äußerst eigensinnige Fortsetzung zu "Prometheus", die ich nicht erwartet habe. Dass es beinahe unmöglich, bzw. gar nicht immer nötig ist, das Rad wieder und wieder neu zu erfinden, bewiesen in den letzten Jahren zig andere Filmreihen. "Alien Covenant" und sein direkter Vorgänger erweitern den einstigen Weltenentwurf der "Alien"-Reihe um philosophische und metaphorische Akzente und überzeugen nun im Gesamten, wenn auch nicht ohne Makel im treffend menschlichen Sinne. Es ist scheint zunächst schwierig, etwas Neues, vielleicht sogar etwas aufregend Anderes, zumindest etwas Sinnvolles zu erzählen, ohne den ein oder anderen Fußabdruck alter Tage auszublenden und ihn völlig zu verwischen. Die engstirnigen Fans der alten und so ikonischen Filme vergrault man gewohnt schnell, ändert man Intonation und Intention einer lieb gewonnen Franchise.  Bei "Prometheus" war das nicht anders, als das Publikum und die Kritik sehr gespalten ob der vielen Entscheidungen reagierten, was im Angesicht der "AvP"-Crossover schon reichlich irritiert. Böse Zungen behaupteten gar, die eigene Schöpfung, also das Ur-"Alien", habe sich sinngemäß gegen seinen Schöpfer Ridley Scott gewandt. Ich mag den frischen, oft verschmähten und vielerorts fälschlich als krude abgetanen und sehr interessanten Ansatz, die inhaltlichen und optischen Verknüpfungen einer Gott gleichen Saga und deren lyrische Ausführungen, die mit "Prometheus" begannen und mit einem weinenden Auge den Mythos um das wunderschöne Xenomorph empfindlich einrissen. Es war auch "Prometheus", welcher erstmals seit dem vermeintlichen Ende von Ellen Ripleys Saga, eine neue, obendrein nicht menschliche und mittlerweile über zwei Filme hinweg beständige Hauptfigur empor hob. Es ist ein wenig schade, dass kein Film nach "Alien - Die Wiedergeburt" eine neuen Fixpunkt in der Serie wirklich etablieren konnte, auch wenn die meisten Versuche, inklusive des ulkigen wie kindergerechten "AvP", zumindest recht solide Ansätze boten. Es ist Michael Fassbender, der dieser neuen Reihe ein ambivalentes Gesicht gibt, was zumindest in meinem Herzen strahlt und scheint, denn die Schöpfung, die sich gewitzt und garstig gegen ihren Schöpfer wendet, bietet noch reichlich Potential für einen weiteren Film, der diese neue Ausrichtung krönen und auch völlig für sich stehen lassen könnte.

Eine Hütte am See...eine echte Blockhütte aus Holz...

Fassbenders kühl gerissene Interpretation des Androiden David ist meisterlich. Das Wiedersehen mit David ließ mich im Kino zunächst schmunzeln, denn Fassbender und dessen lange blonde Haare auf seinem Kopf - herrje sieht das befremdlich aus -, ließen zuerst vermuten, dass Iggy Pop höchst selbst mitspielt. Der Übersong "The Passenger" summte schon leicht in meinem zufriedenen Lächeln, nur so am Rande. In "Covenant" bekommt Fassbender die fruchtbare Gelegenheit, noch eine andere Facette in Form eines weiteren Androiden namens Walter, quasi ein fügsames Downgrade Davids, zu verkörpern. Er ist der große Star in "Covenant" und seine gegensätzlichen Figuren sind ein Erlebnis. Die Zitate hinsichtlich Byron und Shelly, das galante und aufmerksame Auftreten und die oftmals akkurat schnippischen Einwände - all das spiegelt interessante Facetten aus Macht, Gotteskomplex, Schöpferdrang, Gehorsamkeit und Unterdrückung wieder. Fassbenders Schnitt kapselt sich regelrecht vom möglichen Diktat der Urreihe ab, auch wenn hier dümmlich zelebriertes Geschlachte leider, leider nicht ausbleibt und der hinten angeklebte Actioner ehr flau und trotz tadelloser Effektarbeit auch ein wenig faul daher kommt. Neben Fassbender gibt es auf der Darstellerbank leider nichts zu holen und die restliche Schar bedient sich lediglich abgestandener Klischees. Irgendwo zwischen Emotionalität und Selbstständigkeit, Vorbehalten und Zweifeln, Sachlichkeit und kollektiven Rissen, pendelt die das Verhalten abseits von David und Walter hin und her, gibt sich aber viel zu oft der einfachsten Emotion hin, was die restlichen Protagonisten ein unglückliches Stück weit dumm dastehen lässt. So verheizt ein wenig talentierter Schachspieler seine Bauern. 

Träumst du von mir wenn du deine Augen schließt?

Es ist schade, dass Schauspieler wie James Franco, Billy Crudup, Katherine Waterston und Danny McBride regelrecht abgehakt und durchgereicht werden. Grässlich unwitzige und wenig packende Dialoge vom Reißbrett helfen da Abseits des rhetorisch einwandfreien Auftritts von Fassbender auch nicht. Durch und durch Holzschnitt. Oft genug beschlich mich das Gefühl, zwei von sich losgelöste Filme in einem vor mir zu haben. Einen philosophisch reichhaltigen SciFi-Film und eben eine äußerst mäßige Hülle eines Actionreißers. Regisseur Ridley Scott und seine Filmschaffenden reihen dann folglich kleinere Logiklöcher, deplatzierte Brüche, sowie Schnitt- und Anschlussfehler aneinander und zerpflücken die sich bisweilen annährend sensible Tragik zwischen David und Walter (das vielschichtige Flötenspiel ist ein Highlight des Films) im Angesicht eines kathartischen Umbruchs. Was an Lautstärke und Bildgewalt abseits der tollen Landschaften bleibt, ist allerdings eine unnötig hektische Survialtour mit reichlich Blut und Gekröse. "Covenant" ist in seinen actionreichen Spitzen ein unwiederholbarer Tiefpunkt und die aufgebrachte Dummheit einiger Figuren erschreckend. Die mentale Kluft zwischen David und den restlichen Protagonisten hätte weniger klaffend mehr Reiz gehabt.

Schöner Platz für eine Blockhütte...Frischwasser...

"Covenant" beantwortet immerhin alle wesentlichen Pfeiler aus "Prometheus" (für viele recht unbefriedigend) und wirft gleichzeitig neue und wahlweise irritierende Fragen in den Raum. Ich mag die Lösungen der übergeordneten Handlung, denn der kleine Fiesling in mir hätte es womöglich auch so gemacht. Es ist nach wie vor erstaunlich, dass die Autoren und Regisseur Ridley Scott diese wenig konsistente, aber im Detail ungemein faszinierende 100 Millionen Dollar-Wundertüte über ihr Publikum schmeißen durften. "Covenant" ist zwar weniger ansehnlich als "Prometheus", pumpt mehr Blut und Gräuel über die Leinwand, kommt aber über weite Strecken intimer, lyrischer und finsterer daher, redet ausgiebig, spielt Flöte, küsst sich selbst und philosophiert über das Wesen der Evolution, der Entscheidung und dem Willen, überhaupt nachzudenken - und das hat keiner erwartet, geschweige denn gewollt. Der verkantete Flow ist in gleichen Teilen krankhaft, bekehrend und faszinierend.

Eine falsche Note zerstört am Ende die ganze Sinfonie...

Die organischen und prunkvollen Sets im Hintergrund, die sauberen Effekte und beeindruckenden Landschaften sind erwartungsgemäß stimmig und plastisch eingefangen. Ganz großes Kino für die Ohren ist der starke Score, der, ähnlich wie "Covenant" selbst, immer wieder neue Akzente mit alten Melodien und Stimmungen vermischt. Ein paar kleine Tupfer "Prometheus", ein paar Striche der "Alien"-Saga und neue, richtig fiese und schneidende Collagen, die ganz wunderbar zu David und dem finsteren Abgesang des Filmes passen. Ich sehe über die vielen kleineren und auch gröberen Mängel gerne hinweg, denn im Grunde hoffe ich, dass es mit Fassbender unbeirrbar weiter geht. Je ausfälliger und abseitiger das geschieht, desto besser wäre das. Vielleicht tritt die ästhetische Schöpfung von H. R. Giger dann komplett in einen nur noch symbolisch angehauchten Hintergrund.

Welche Hütte...?

8/10
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Kommentare

11.06.2019 16:15 Uhr - Mucki1979
User-Level von Mucki1979 5
Erfahrungspunkte von Mucki1979 329
Interessantes Review, bewertungstechnisch bin ich bei Dir. Inhaltlich jedoch nicht unbedingt durchgängig.

Ja, das Zusammenspiel David ./. Walter ist ein ganz klares Highlight des Films, neben den Settings, wenn auch zum Ende hin etwas zu plump und vorhersehbar.

Das gerade Waterston und McBride durchgereicht werden, vermag ich allerdings nicht so zu erkennen. Das Crudup und Franco unauffälig blieben, lag wohl mehr an der Story. Gerade Crudup spielt aus meiner Sicht den naiven Befehlsausführer und -geber, der das eigentliche "Unheil" heraufbeschwört, überzeugend.

Als schade empfand ich vielmehr, dass der Werdegang des Charakters "Shaw" aus Prometheus hier mehr "hingerotzt" wirkte, ähnlich wie die Intentionen Davids zum Umgang mit den "Ingenieuren". Das wirkte für mich etwas zu flach, trotz der überwiegend zu schwülstigen Herangehensweise des Vorgängers. Der überschaubare aber kompromisslose Gore-Faktor steht dem Film aus meiner Sicht zudem ebenfalls sehr gut, als Beitrag im Alien-Universum.

In einer speziellen Szene, ich denke Du weist welche ich meine, wirkt der Rückgriff auf blutig-grafische Effekte im Zusammenspiel mit Davids Darstellung fast schon wie eine Verkörperung der biblischen Genesis!

Ein zu metaphorischer Beitrag, wie es Prometheus in meinen Augen war, steht dem Franchise aus meiner Sicht gerade nicht und wird auch dem "Original" aus 1979 kaum gerecht.

Aber dennoch schön zu lesen!

11.06.2019 17:15 Uhr - FrancisYorkMorgan
User-Level von FrancisYorkMorgan 6
Erfahrungspunkte von FrancisYorkMorgan 525
Hätte man David wie im Vorgänger zurückhaltender bzw. fügsamer gestaltet, hätte sich klar ein anderer Film mit ganz anderen Möglichkeiten und Konflikten (mit eigentlich interessanten Hintergründen zu den Ingenieuren) ergeben und Shaw wäre vermutlich die Hauptfigur geworden. Davids bis hier hin verborgene Entwicklung war absolut nicht abzusehen und schmiss wahlweise mutig den Vorgänger über den Haufen. Da könnte man lange drüber diskutieren, was besser gekommen wäre und auf Nummer sicher hätte ein waschechter Prometheus 2 womöglich mehr Freunde gefunden und ein besseres Einspiel erfahren.

Als der Film damals losging, hatte ich wirklich drauf gewettet, dass Covenant nix mit seinem Vorläufer gemein hat - die Trailer hielten sich auch zurück. Wegen der Nebenfiguren: kannst du dich daran erinnern, wie David den von Cudrup gespielten Ersatzkapitän in diese 'ungefährlichen' Eier gucken lässt? Das ist bad writing und Ausführung in Reinkultur. Auch wie einige Mädels ständig in der gleichen Blutlache zu Beginn des Chaos ausrutschen - irgendwie sind derlei Szenen sogar amüsant :-)

Die Fehler und Brüche sind zahlreich. Dass so manch Charakter reichlich drunter gezeichnet ist, ist ja nicht das Problem, nur deren vulgäre und völlig an den Haaren herbeigezogenen Dialoge dazu hätte man straffen oder weglassen können - das hätte die Sache angenehm geglättet.

Es ist wie es war und Covenant bleibt diskutabel in allen Enden. Hier könnt ich die von mir angesprochene Metapher Schach und jene geopferten Bauern hinsichtlich eines größeren Ganzen ausbauen, was dem Film ja gelingt, aber der Text war schon lang genug ;-)

11.06.2019 19:14 Uhr - Lukas
1x
Oh Mann, hier hättest du mal die 1 zücken können... :-D Prometheus fand ich ja echt gut (8/10), aber Covenant ist (abgesehen von dem AvP-Rotz) für mich der schwächste aller Alien-Filme (gerade so 6/10).
Deine Negativpunkte kann ich alle voll unterschreiben, die positiven Aspekte hingegen konnte ich leider nur schwer entdecken... ;-)

11.06.2019 20:02 Uhr - FrancisYorkMorgan
User-Level von FrancisYorkMorgan 6
Erfahrungspunkte von FrancisYorkMorgan 525
Das Teilzeit HB-Männchen und seine 1er-Verrisse wurden sinngemäß des sb.com-Klassenzimmers verwiesen, Lukas. Die verwarnenden Einträge ins Hausaufgabenheft mehrten sich unverhältnismäßig und von daher gibt's ab jetzt nur noch richtige, echte Filmkritiken, welche die Atmosphäre im Unterricht nicht mehr unangenehm stören werden ;-)

PS: AVP 2 fand ich wieder ganz gut, wenn auch viel zu dunkel geraten. Ein schön oberflächlicher und rabiater Slasher mit fiesen Ekeleinlagen und reichlich unkorrekten Abgängen. Hach!

11.06.2019 22:41 Uhr - Lukas
Okay, verstehe... ;-)
AvP2 hab ich zugegebenermaßen nicht gesehen, da haben mich die fast durchweg echt schlechten Kritiken zu sehr abgeschreckt und meine Freizeit ist dann doch begrenzt. ;-)

12.06.2019 11:57 Uhr - Chímaira
2x
User-Level von Chímaira 10
Erfahrungspunkte von Chímaira 1.595
11.06.2019 20:02 Uhr schrieb FrancisYorkMorgan
Das Teilzeit HB-Männchen und seine 1er-Verrisse wurden sinngemäß des sb.com-Klassenzimmers verwiesen, Lukas. Die verwarnenden Einträge ins Hausaufgabenheft mehrten sich unverhältnismäßig und von daher gibt's ab jetzt nur noch richtige, echte Filmkritiken, welche die Atmosphäre im Unterricht nicht mehr unangenehm stören werden ;-)

Es ist sicherlich nicht im Sinne der SB-Community, alle Deiner 1er-Bewertungen zu boykottieren. Es wurde von den jeweiligen Usern ja auch dargelegt, warum sie die vernichtenden Kritiken nicht nachvollziehen können oder als unangebracht empfinden. Der Review-Sektor ist auf SB sehr vielfältig und wenn Du einem Film eine 1er-Bewertung geben möchtest, ist dies ja Deine Meinung und Dein gutes Recht. Doch dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn die ganzen Liebhaber, Fans und Gutheißer des Filmes kommen, um Kritik zu äußern. Eine 10er-Bewertung schadet dem "Ruf" des Filmes nicht und eine unzureichende Kritik wird meistens "belächelnd" akzeptiert. Doch bei dem Gegenteil muss man schon tiefer in die Trickkiste greifen, um eine gut begründetete und fundierte Review zu bieten, die dem wütenden Mob standhält ;)

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