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dicker Hund
Level 14
XP 3.076
Eintrag: 22.08.2019

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Flower and Snake

(Originaltitel: Hana to hebi)
Herstellungsland:Japan (1974)
Genre:Drama, Erotik/Sex
Alternativtitel:Flower & Snake '74
Flowers and Snakes

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Mr. Tôyama hat ein Problem: Seine Frau Shizuko mag seit 18 Monaten nicht mehr mit ihm intim werden. Daher wirbt er seinen Angestellten Makuto an, an dessen Arbeitsplatz er Bilder aus Züchtigungspornos entdeckt hat. Makuto soll die scheidungswillige Shizuko "erziehen" und kompromittierende Aufnahmen von ihr erstellen, um sie gefügig zu machen.
eine kritik von dicker hund:

Masaru Konumas "Flower and Snake" ist ein kurioser Nippon-Sexploiter, dessen Plot schon unwillkürlich die Augenbrauen springen lässt. Da ist dieser reiche Herr Tôyama (Nagatoshi Skamoto aus "Exzesse im Folterkeller"), dessen Gattin Shizuko (Naomi Tani) seit 1 1/2 Jahren den Matratzenmambo mit ihm ablehnt. Die naheliegende Konsequenz für die Ehe scheint der gute Mann aber nicht ziehen zu wollen.

"Scheidung? Niemals! So einen Ungehorsam erlaube ich nicht!"

Dann doch lieber zum Familientherapeuten. Und wer wäre da besser geeignet als der von seiner Mutter Miyo Katagiri (Hiroko Fuji) wohlbehütete Angestellte des Patriarchen Makuto (Yasuhiko Ishizu)? Dieser stiert nämlich während der Konzentrationsphasen seiner Büroarbeit gerne auf Mamas fotografische Kunstwerke, ohne ihr gegenüber eine Anerkennung für ihr Handwerk ausdrücken zu wollen.

"Mutter, wann hörst Du endlich auf, Pornos zu drehen?"

Und wie der Japanklischee-Experte sogleich ahnt, handelt es sich bei den einschlägigen Aufnahmen um erniedrigenden Sadomasokrempel. Wenn jemand auf solche Bilder steht, muss er doch geeignet sein, den Stolz seiner Frau zu brechen, so kombiniert der von seinen speziellen häuslichen Sorgen geplagte Chef und "befiehlt" Makuto sogleich, die unverschämt auf ihre sexuelle Selbstbestimmung beharrende Shizuko zu "erziehen". Der Großteil des Films befasst sich dann mit der Umsetzung und dem Ablauf dieser besonderen Art von Schulung.

Damit einher gehen freizügige Softpornoinhalte (Sex 8/10) ohne Retuschen und Tabus. Fesselungskünste, Einlauf-Fetische und die in diesen Gefilden scheinbar obligatorischen Vergewaltigungen zeigen die rohe Seite fernöstlicher Triebhaftigkeit (Gewalt 5/10), genießen jedoch zugleich diese gewisse sicke Ästhetik solcher Streifen, was sicherlich auch ein Verdienst der geschickt positionierten Kamera ist, die eben noch mehr als nur die Blüten aus dem titelnahen Rosengarten optisch ansprechend einzufangen imstande ist.  Zudem werden etwa Fäkalien nie direkt gezeigt oder realistisch vertont und Hardcoreelemente vermieden. Wunderliche Exotentöne begleiten dieses gleichwohl noch genug abseitige Geschehen mit seinen grenzdebilen Dialogen, wobei die intriganten Charaktere eine besonders boshafte Grundstimmung erzeugen, die "Hana to Hebi" (Originaltitel) von der quantitativ starken Konkurrenz ein Stück weit abhebt. 

Performativ sind ein paar Horrorelemente (4/10) enthalten, weil einige Bondage-Impressionen im faden Licht schon recht bedrohlich aussehen und der Charakter des Makuto eine Nähe zu kranken Figuren hat, wie man sie zum Beispiel aus "Nightmare in a damaged Brain" kennt. So wird man in Rückblenden Zeuge davon, wie er als kleiner Junge auf den dunkelhäutigen Jimmy schießt, während dieser den Freuden der Missionarstellung auf seiner Mutter fröhnt, was durch den roten Farbfilter traumatisch konnotiert ist. Der arme Kerl sieht noch immer das Konterfei des gruseligen Schwarzen vor sich, sobald es an die heiß ersehnte Penetration einer Vagina gehen soll. Da erschlafft sein Gemächt vor Schreck, während das Zwerchfell des spöttischen Zuschauers noch zu tun hat - dank der aufblitzenden unfreiwilligen Komik (Humor 3/10). 

Das wiederholte Geschnüre unter dominanten Imperativen mag innerhalb der an sich kurzweiligen 74 Minuten ein wenig monoton sein, ist in dieser kleinen Perle des schlechten Geschmacks (7/10 Punkten) aber überdurchschnittlich gelungen. Das vollkommen unrealistische Verhalten der geschundenen Schönheit fordert berechtigte Misogynievorwürfe heraus, die allerdings im Bereich des Frauenfolterfilms zu so etwas wie dem guten Ton gehören. Als versaute kleine Sleaze-Geschichte zur ranzigen Unterhaltung taugt "Flower and Snake" durchaus, wobei einige der Bildkompositionen mit einer vulgären Form künstlerischen Elans gestaltet sind, der Sympathisanten unanständiger und politisch nicht korrekter Schlüpfrigkeiten aufhorchen lassen darf. Solche Neugier kam den Zensoren bisher nicht unter, so dass dieser 1974er Oldtimer schlicht ungeprüft ist.

7/10
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Kommentare

22.08.2019 16:06 Uhr - Mr.Tourette
2x
User-Level von Mr.Tourette 2
Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 63
Deine Review beschwingt wiedermal ganz im gewohnt, perfekten Takt. Besonders der "Matratzenmambo" hat mich erheitert und ispiriert mich auf eine neue, charmante Art meine Frau zu ihren ehelichen Pflichten zu bitten. :D

22.08.2019 16:28 Uhr - Mucki1979
2x
User-Level von Mucki1979 6
Erfahrungspunkte von Mucki1979 476
Zwar kenne ich dieses filmische Kleinod nicht, aber allein für den Begriff "Nippon-Exploiter", könnte ich dieses Review küssen! Danke!!! :-D

22.08.2019 23:49 Uhr - Intofilms
1x
Eine deiner besten Reviews! ;)))
Ich war von der Lektüre in sprachlicher Hinsicht so begeistert, dass der besprochene Film, der Inhalt zur reinen Nebensache wurde. Wirst es mir hoffentlich noch einmal verzeihen. Außerdem bist du ja selbst schuld...
("gewisse sicke Ästhetik": ich liebe dieses Adjektiv!)

23.08.2019 07:06 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.076
Freut mich, wenn's Euch gefallen hat.

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

🙂

24.08.2019 09:40 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 5
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Stehen die Fortsetzungen auch noch auf deiner Liste?
Denn ich könnte mehr von dieser Schreibe und dieser Thematik vertragen.

Ist das Werk denn mit CHINESE TORTURE CHAMBER vergleichbar oder insgesamt dann doch ernster bzw. wie du schreibst eben nur ungewollt humorvoll?

25.08.2019 09:01 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.076
Hallo Dries, es wird tatsächlich noch etwas mehr von der Reihe geben. "Chinese Torture Chamber Story" ist moderner und enthält Fun-Splatter, den es bei "Flower & Snake" nicht gibt.

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