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dicker Hund
Level 13
XP 2.956
Eintrag: 21.07.2019

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Father's Day

Herstellungsland:Kanada, USA (2011)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Horror, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,57 (24 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem Ahab einen Mann ermordet hat, den er für den Killer und Vergewaltiger seines Vaters hielt, muss er für viele Jahre ins Gefängnis. Doch die Vatertags-Mordserie geht weiter und auch der Vater eines jungen Mannes wird grausam zugerichtet, geschändet und lebendig verbrannt. Ein junger Priester versucht die schockierende Mordserie zu beenden und kann Ahab nach dessen Entlassung schließlich dazu überreden, ihm zu helfen. Zusammen mit dem Sohn des letzten Opfers bilden sie ein gnadenloses Trio, das nur noch ein Ziel kennt: den blutrünstigen Vatervergewaltiger endlich zur Hölle zu schicken. Doch genau dort fühlt sich der dämonische Killer ganz besonders wohl.
eine kritik von dicker hund:

Der Fun-Splatter-Brei "Father's Day" stammt aus einem von fünf Köchen zusammengerührten Topf: Da wäre Adam Brooks als der zugleich hauptdarstellende Typ mit der Augenklappe Ahab, Jeremy Gillespie mit Komponistenbonus für den Score, Matthew Kennedy als gleichzeitiger Pfarrer John Sullivan, Connor Sweeney mit der Nebenrolle des Strichers Twink sowie Steven Konstanski in der ehrenwerten Funktion des Special-Make-Up-Spezialisten.

Dass letztere Aufgabe im Verlaufe des Films umtriebig sein wird, zeigen bereits die ersten Einstellungen im Prolog. Grafische Darstellungen von Nekrophilie und Kannibalismus fröhnen den Freiheiten des Independent-Sektors, für den die hier an Vertrieb und Produktion beteiligte Troma-Schmiede nicht ohne Stolz seit Jahrzehnten steht. Die schwer splatterige Gewalt (8/10) soll ein regelmäßiger Begleiter an der Seite des Zuschauers bleiben. Angesichts der kompetenten praktischen Umsetzung sind die Schocks nicht zu unterschätzen, Abschnitte mit Selbstverstümmelungen und Vergewaltigungen (von Männern an Männern!) können als aufdringlich provokant empfunden werden (Horror 7/10). 

"Fröhlichen Vatertag!"

Gnädigerweise sind die haarigen Pos der alten Herren, die hier dem Triebtäter zum ständerigen Opfer fallen, nicht allzu lange onscreen.  Etwas Erotik findet sich schließlich doch noch in den Impressionen eines Strip-Schuppens und einer inszestuösen Sex-Szene (5/10), in der Amy Groening als Ahabs Schwester Chelsea wirklich nett anzusehen ist. Nicht nur ihr Hüftschwung gefällt, sondern auch jener der vielseitigen Melodien, die mit erstaunlich stark vertretenen Moll-Tönen einen wunderlichen Kontrast zu dem bunten Treiben liefern. Grollendes Scheppern, jazziges Tanzbein, rockiges Wippen und hallende Orchestral-Klänge sind nur eine Auswahl der akustischen Veredelung der Tonleiter. Dazu trieft immer wieder die Ironie aus den Ritzen des Zelluloids, was schon bei der kuriosen Namensgebung für die Figuren und die zahlreichen Orte beginnt, sich dann aber in einem coolen Grindhouse-Metahumor (8/10) fortsetzt, wenn einige Tricks zum Beispiel absichtlich unecht inszeniert werden ("Mündungsfeuer" von Spielzeugpistolen etc.) oder haarsträubende Anschlussfehler den Unernst unter Beweis stellen. 

"Heil dem Fuckmanicus!"

Nicht alles löst derweil Jubelstürme aus. Eine blasphemische Predigt deklassiert zu dümmlichster Comedy, ein herrlich durchgeknallter TV-Spot lässt als vorgebliche Werbeunterbrechung wieder schmunzeln. Typisch für die Schöpfer des "Toxic Avenger" sind auch die schauspielerischen Aktionen alles andere als schulmäßig, was manchmal ebenso wie die gewollt tapsige Synchronisation den "Verrücktenbonus" des Gesamteindrucks verstärkt, gelegentlich jedoch einfach nur nervt, vor allem bei dem ab und zu störenden materialbedingten Billig-Look. Herrlich trashig gerieten spiegelbildlich die Monster- und Höllenkreationen, welche die Kamera abseits der gezielten Niveauausfälle durchaus ins rechte Licht zu rücken weiß. In manchen Außenaufnahmen ist klar erkennbar, dass hier sehr wohl echtes Können vorhanden war, dieses jedoch der Nachfrage entsprechend unausgewogen verteilt worden ist.

So sprintet die große Filmperle (8/10 Punkten) an ihren überschaubaren Längen vorbei, findet immer wieder zu ihrem zackigen Schnitt zurück, bevor schwerwiegende Langeweile greifen könnte, und besticht mit dem von Fans geliebten Mix aus kranken Schreckensvisionen und krudem Witz. Derlei Geschmacklosigkeiten sind naturgemäß nicht jedermanns Sache - die BPjM reagierte mit einer Indizierung; für die Dauer von einem Monat war "Father's Day" sogar beschlagnahmt, was auf dem Rechtswege zum Glück rückgängig gemacht werden konnte. 

8/10
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Kommentare

21.07.2019 13:51 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.419
Grade den Schnittbericht gesehen. Wird wohl nicht so meinen Geschmack treffen.
Feine Kritik zwar wieder, aber den Film lass ich aus ;-)

21.07.2019 15:43 Uhr - Chímaira
1x
User-Level von Chímaira 11
Erfahrungspunkte von Chímaira 1.653
Von dem Film habe ich die 6-Disc-Limited-Edition zuhause, aber noch nicht angesehen (war Teil eines Tausches). Jetzt bekomme ich Lust auf den Film. Vielen Dank ;)

21.07.2019 16:05 Uhr - The Machinist
1x
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Danke für die Empfehlung, den kenn ich noch garnicht.

PS.: Ist der denn vergleichbar mit ''Hobo with a Shotgun''?

21.07.2019 16:40 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 13
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.956
Besten Dank und gern geschehen!

"Hobo" ist ein Neo-Grindhouse-Film, während "Father's Day" dem tromaesken Fun-Splatter zugehörig ist. Das ist für mich ein bisschen so, als wolle man "Machete" mit "Hanger" vergleichen. Aber beim genauen Hinsehen lassen sich sicher Gemeinsamkeiten finden...

21.07.2019 17:29 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
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Okay, weiss ich Bescheid.

Vielen Dank.

21.07.2019 17:43 Uhr - Intofilms
2x
Ja, Gemeinsamkeiten sind zweifellos vorhanden. „Machete“, „Hobo“ und „Turbo Kid“ sind Grindhouse-Hommagen.* Und „Father’s Day“ und „The Editor“ ebenso, meine ich. Wobei speziell „FD“ in meinen Augen noch ein bisschen bizarrer, perverser und ausschweifender sein will und anschließen möchte an Vorgänger wie zum Beispiel „Multiple Maniacs“ von John Waters und irgendwie auch an einen „Basket Case“, der ja ebenfalls reichlich bizarr anmutet. (Divine, der Star von „Multiple Maniacs“, war damals bei der Erstaufführung von „Basket Case“ in New York übrigens auch anwesend.)
Werden diese noch extremeren, noch geschmackloseren Genrefilme nicht auch als Midnight Movies* bezeichnet...? Das wäre jedenfalls meine ganz subjektive Differenzierung: „Hobo“ ist extremes Grindhouse-, „FD“ noch extremeres Midnight Movie-Kino. Und da bevorzuge ich klar die damaligen Sachen wie eben die Frühwerke von John Waters mit Divine oder, noch besser, einen Film wie „Thundercrack!“ (don‘t judge). Meines Wissens wurden solche Spezialitäten damals gerne auch in einschlägigen (schwulen?) Pornokinos gezeigt. Auch für einen (neueren) Film wie „FD“ durchaus der passende Ort, oder...? ;)

*Grindhouse, Fun-Splatter, Midnight Movie: Da könnte es natürlich jeweils mehrere unterschiedliche Definitionen geben und gewisse Überschneidungen...

22.07.2019 22:09 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
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Nach wie vor amüsant, dieser ziemlich coole Schlonz. Herrlich 'krank', 'abartig', geschmacklos und überdreht. Besten Dank für die gelungene Besprechung! :)

Die Werke, die im Fahrwasser des Tarantiguez-Grindhouse-Hypes herauskamen, sehe ich dabei ja auch eher als Karikaturen bzw. Persiflagen echter Grindsploiter. Mir fällt spontan jedenfalls kein solcher Film aus den 70ern ein, der dermaßen ultragrell wie "Hobo with a Shotgun", "Father's Day", "Turbo Kid" oder meinetwegen "Isle of the Damned" ist. Vielleicht bei längerem Nachdenken?! 🤔 Ich meine, es gibt da beispielsweise "Soul Vengeance" (aka "Welcome Home, Brother Charles"), ein Blaxploiter aus dem Jahr 1975 vom späteren "Penitentiary"-Regisseur Jamaa Fanaka, in dem der afroamerikanische Protagonist im Finale mehrere fiese WASPs mit seinem mutierten Anderthalb-Meter-Riesenlümmel erwürgt sowie diverse Sex- und Naziexploiter / Midnight Movies (richtig, Intofilms!), die schon bemerkenswert drüber sind, doch sooo schrill wie die Vertreter der neuen Welle kommen sie m. E. nicht rüber. "Pink Flamingos" und andere Waters-Arbeiten vielleicht? Oder diverse Russ-Meyer-Streifen? Hmmm... ich werde mal weiterbrüten ;)

23.07.2019 17:27 Uhr - Mr.Tourette
2x
User-Level von Mr.Tourette 2
Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 63
Leider nur in der Cut Version gesehen, die aber durchaus noch annehmbar war.

Neben deiner vorzüglichen Stilistik stimme ich auch mit dem Geschriebenen überein.

Zwischen absoluten stimmigen Trashmomenten über weite Strecken wird das Tempo von Unzulänglichkeiten in allen Bereichen leicht und gewollt/ungewollt gebremst.

Dennoch für das was er ist und sein will weiß der Film zu gefallen. Speziell das Grande Finale hat es in sich. Ein weiteren Sichtung bin ich nicht abgeneigt.

Mir hat auch "The Editor" sehr zugesagt.

29.07.2019 19:04 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 5
Erfahrungspunkte von The Machinist 339
Da ich ihn jetzt gesehen habe, kann ich der Kritik im großen und ganzen zustimmen, auch wenn ich eher eine 7 von 10 vergeben würde.

Aber auf alle Fälle 1A-Trash wie er eben nur von Troma kommen kann. Ich hatte Spaß.

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